Islam, Der Weg Der SunnitenAhmed Dschewded PaschaE’üsü billâchi mineschschejtânirradschim,[1]
Bismillachirrachmanirrachim.[2]
Der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, teilte mit: “Wenn Zwietracht
unter meiner Gemeinschaft verbreitet ist, erwirbt jeder, der die
Vorschrift meiner Sunna einhält, den Verdienst von hundert Märtyrern.”
Gelehrte, die einer der vier Rechtschulen angehören, werden (Gelehrte
der Sunna) genannt. Der Führer der Gelehrten der Sunna ist Imam-ı a’sam
Ebu Hanife. Diese Gelehrten haben niedergeschrieben, was sie von den
Gefährten des heiligen Propheten gelernt haben. Die Gefährten des
heiligen Propheten lehrten sie, was sie von dem heiligen Propheten
gelernt hatten.
Heute gibt es auf der Welt drei verschiedene Gruppen von Menschen:
1– Die Ungläubigen. Sie bekennen sich nicht zum Islam, so wie auch die Juden und Christen.
2– Die Muslims, die Anhänger der Sunna sind. In jedem Land gibt es diese Muslims und sie verbreiten sich ständig.
3– Die Heuchler. Sie behaupten Muslims
zu sein, doch entspricht ihr Glaube und ihre Anbetungen nicht der
Sunna. Sie sind keine wahren Muslime, so wie auch die Schiiten und die
Wahhabiten.
______________
[1] Ich nehme Zuflucht zu ALLAH, dem
Erhabenen vor dem Satan, der SEINE Gnade verlor und im Dies- und
Jenseits zu Grunde ging, indem er den Zorn des Himmels auf sich geladen
hatte.
[2] Im Namen ALLAHs, des Erbarmers, des Allbarmherzigen.
Die religiösen Ausdrücke in diesem
Buch sind in der deutschen Sprache angegeben. Um den Lesern zu
ermöglichen, islamische Bezeichnungen zu lernen, ist ein Glossar als
Anhang dargestellt. Es würde geschätzt, bei religiösen Ausdrücken im
Glossar nachzuschlagen. Die islamischen Bezeichnungen, wofür es keine
deutsche Ausdrücke gibt, sind als Original verwendet, und im Text oder
im Glossar erklärt worden. Es ist zu empfehlen, bei islamischen
Bezeichnungen den Buchstabe S mit dem Zeichen (-) als stimmloses “s”
(z.B. Souvenir; Salât), die Vokalen mit dem Zeichen (^) lang
(z.B.: Mewlânâ), die Doppelkonsonanten einzeln (z.B.: Muhammed:
Muham-med) den Buchstabe “h” in der Wortmitte und am Ende wie zum Anfang
(z.B.: ALLAH) auszusprechen. Den Buchstabe “ı” gibt es nicht im
deutschen Alphabet. Er sollte wie der zweite Vokal im englischen Wort
“mirror” ausgesprochen werden; z.B. İmam-ı Asam Ebu Hanife.
Neben dem Glossar wird auf die
islamischen Wissenschaften, die Gelehrtheitsstufen, Gattungen der
islamischen Gelehrten und die Grußgebete bzw. die rituellen Wünsche und
Verehrungsäußerungen hingewiesen.
Alle Muslime verrichten ihre Gebete
nur in der koranischen Sprache, dürfen aber gleich nach dem
Gebetsverrichten ihre Bittgebete in ihren Muttersprachen ausdrücken.
Es würde geschätzt, dieses Buch in
Original, oder in irgendeiner Fremdsprache übersetzt, zu reproduzieren.
Wir wären immer dankbar, wenn man solch eine gute Tat vollbringen würde.
Mögen diese Wohltäter im Dies- und Jenseits glücklich werden! Es wird
gebeten, beim Druck möglichst auf beste Papierqualität zu achten und
eventuelle Druckfehler besonders bei islamischen Ausdrücken zu
vermeiden.
Satz und Druck:
İhlâs Matbaacılık Gazetecilik Yayıncılık
Sanayi ve Ticâret A.Ş. İSTANBUL Tel: 0.212.454 34 80
Im Namen ALLAHs, des Erhabenen,
beginnen wir das Buch Islam, der Weg der Sunniten zu schreiben. ALLAH,
der Allmächtige hat Mitleid mit allen Menschen in der Welt. Er schafft
nützliche Dinge und gewährt sie allen. Im Jenseits wird Er den
Gläubigen, die in die Hölle kommen müssen, vergeben und sie ins Paradies
führen. ER ist der einzige Schöpfer, der alle Wesen erschuf und
erschafft, im Dasein erhält und vor Ängsten und Entsetzen schützt. Indem
wir Zuflucht zum Namen ALLAHs, des Allmächtigen, nehmen fangen wir an,
dieses Buch zu schreiben.
ALLAH, dem Allmächtigen sei Dank!
Friede sei mit SEINEM geliebten Propheten Muhammed. Friede sei auch mit
Seinen reinen Familienangehörigen und Seinen überaus gerechten
Gefährten.
Tausende von wertvollen Büchern, die
den Glauben, die Gebote und Verbote des Islam verkünden, sind
geschrieben, und die meisten davon in Fremdsprachen übersetzt und
überall verbreitet worden. Die islamischen Gelehrten, die Verfasser
dieser gültigen Bücher sind, werden Anhänger der Sunna genannt. Doch
versuchten manche Leute mit falschen Gedanken und Kurzsichtigkeit die
nützlichen, weisen und einleuchtenden Prinzipien des Islams anzugreifen,
sie zu verfälschen, zu beflecken und die Muslime zu täuschen. Dieser
Kampf zwischen den Gläubigen und Ungläubigen hat in jedem Jahrhundert
stattgefunden, und er wird weiterhin bis zum Weltuntergang stattfinden.
Dies hat ALLAH, der Erhabene, in Ewigkeit vorbestimmt.
Die Gelehrten der Anhänger der Sunna
erhielten ihre gesamten Kenntnisse von den reinen Familienangehörigen,
die ihre Kenntnisse direkt vom heiligen Propheten Muhammed, Friede sei
mit Ihm, erhalten haben. Um den Islam zuverbreiten, zogen die Gefährten
des heiligen Propheten in weite Länder, was sie davon abhielt Bücher
niederzuschreiben. Zweihundert Jahre darauf mischten sich unter die
Gelehrten solche ein, die ihre eigenen Auffassungen, die Auffassungen
der zeitgenössischen Naturwissenschaftler und die Gedanken der alten
Philosophen in die religiösen Kenntnisse mischten. Somit entstanden die
72 Irrlehren, zu deren Gründung die Juden und Briten sehr viel
beigetragen haben.
Die Gläubigen bestehen aus zwei Gruppen:
1- Die Gebildeten,
2- Die Ungebildeten.
Im Türkischen Buch Durr ul Jekta
(Einzige Perle)steht folgendes: “Die Ungebildeten, die von Regeln und
Methoden der Wissenschaften, wie Morphologie, Syntax und Literatur
nichts wissen, sind nicht fähig, die Bücher der Rechtswissenschaft zu
verstehen. Es ist unentbehrlich für diese, nach den Kenntnissen der
Glaubens-und Rechtswissenschaft zu fragen und sie zu lernen. Auch für
die Religionsgelehrten ist es unentbehrlich, zuerst den islamischen
Glauben, danach die fünf Grundsätze des Islams anderen durch ihre Worte,
Predigten und Veröffentlichungen zu lehren. Es wird in den Büchern
Sahîre (Die Nahrung)und Tatarchaniyye mitgeteilt, dass es vor allem
notwendig ist, die Grundsätze des Glauben und die Glaubenslehre der
Anhänger der Sunna zu lehren. Folglich äußerte Sejjid Abdulhakîm
Effendi, Friede sei mit ihm, der große islamische Gelehrte der
offenbarten und verborgenen Wissenschaften, kurz vor seinem Tod: “Ich
strebte in den Moscheen in Istanbul dreißig Jahre lang nur danach, den
Glauben und die Glaubenslehre der Anhänger der Sunna und die
vorbildliche Ethik des Islams zu lehren.” Darum teilen wir in unseren
Büchern die Glaubenslehre der Sunna und die vollkommene Ethik des Islams
mit. Ferner schreiben wir, dass man jede Wohltat erweisen und dem Staat
gehorsam und behilflich sein sollte. Wir können die Schriften der
Unwissenden und Verirrten, die keinem der vier Rechtsschulen folgen, das
Volk gegen die Regierung aufhetzen und Zwietracht zwischen dem Volk
säen, nicht billigen. Der heilige Prophet Muhammed, Friede sei mit Ihm,
sagte: “Die Religion exiztiert im Schutze der Schwerte”. Damit deutete
Er darauf hin, dass die Muslime unter dem Schutz der Regierung und deren
Gesetze in Ruhe leben können. Je stärker die Regierung ist, umso mehr
nimmt die Ruhe in unserem Land zu.
Die Moslems, die unter der Verwaltung
von Ungläubigen, wie in Europa und Amerika, in Bequemlichkeit leben und
ihre Religionsvorschriften frei einhalten können, sollen sich der
Gesetze der Regierung, die ihnen die Religionsfreiheit gibt, nicht
widersetzen und keine Anarchie und Zwietracht verursachen. Die Gelehrten
der Sunna verlangen von uns, auf solche Weise zu handeln.
Wir sehen mit Dankbarkeit, dass die
Religionsgelehrten in unserem Land immer diesen richtigen Weg, den Weg
der Anhänger der Sunna, verbreiten und verteidigen. Man sieht ebenfalls,
dass einige verwirrte Unwissende falsch sprechen und schreiben. Denn
diese Personen haben weder die Bücher der Gelehrten der Sunna richtig
gelesen noch verstanden. Ihre Aussagen haben vor dem starken Glauben und
der Brüderlichkeit aller Muslimen keine Wirkung. Diese Handlungen
zeigen nur ihre Unwissenheit.
Die feindlich gesinnten Personen, die
versuchen, die Muslime zu teilen, versuchen ferner die Gelehrten der
Sunna und die Großen des Sufismus, Friede sei mit ihnen allen,
anzuschwärzen. Die Glehrten der Sunna haben ihnen erforderliche Antworte
gegeben und somit den richtigen Sinn, den der heilige Prophet, Friede
sei mit Ihm, aus dem heiligen Koran verstanden hatte, vor jeder
Veränderung bewahrt. Wir unterscheiden in diesem Buch den rechten Weg
vom falschen. Wir beten zu ALLAH, dem Erhabenen, damit unsere geehrten
Leser mit gesundem Menschenverstand und reinem Gewissen nach der Studie
dieses Buches zum gerechten Urteil kommen, sich vereinigen, indem sie
sich an den Büchern, die den rechten Weg der Sunna bekannt machen, fest
halten und sich vor Lügnern, Verleumdern und Verirrten behüten, um nicht
ins ewige Unglück zu geraten.
ANMERKUNG: Die Missionare bemühen
sich um das Christentum zu verbreiten, die Juden verbreiten die falschen
Worte der Rabbiner, der Hakikat Verlag, in Istanbul, bemüht sich um den
Islam zu verbreiten und der Eifer der Freimauerer ist es, die
Religionen zu vernichten. Diejenigen, die Verstand und Wissen besitzen
und gerecht sind, werden erkennen welche von diesen der Wahrheit
entspricht und sich für ihre Verbreitung einsetzen. Somit werden sie zum
Anlass des Glückes aller Menschen. Dies ist der wertvollste und
nützlichste Dienst für die Menschheit.
Dieses Büchlein wurde von Ahmed
Dschewded Pascha, Friede sei mit ihm, geschrieben. Er leistete für den
Islam einen großen Dienst, indem er die Vorschriften des heiligen Korans
als Gesetze in seinem sehr wertvollen Buch Medschel-le niederschrieb.
Außerdem verfaßte er ein hervorragendes Buch namens Die Osmanische
Geschichte in 12 Bänden. Auch das bekannte Buch Kıssas-ı Enbiyâ’ (Die
Geschichte der Propheten) ist sein Werk. Er wurde im Jahre 1238 n.Hed.
(1823) in Lofdscha geboren und starb im Jahre 1312 (1894). Sein Grab ist
im Garten der Moschee Fâtih in Istanbul.
Das Weltall existierte nicht. ALLAH,
der Erhabene erschuf es aus dem Nichts. ER wollte diese Welt bis zu
ihrem Ende mit Menschen bereichern. ER erschuf Adam, Friede sei mit ihm,
aus Ton und ER schmückte diese Welt mit seinen Kindern. Um den Menschen
die Angelegenheiten mitzuteilen, was für sie im Dies- und Jenseits
nötig sind, gewährte ER manchen von ihnen die Ehre der Prophetengabe. ER
gab ihnen hohe Ränge, um sie von den anderen zu unterscheiden. ER
offenbarte SEINE Gebote den Propheten, Friede sei mit ihnen allen, durch
einen Engel namens Gabriel, Friede sei mit ihm. Die Propheten teilten
diese Gebote ihren Religionsgemeinschaften mit. Der erste Prophet ist
St. Adam und der letzte ist unser Führer, St. Muhammed Mustafa, Friede
sei mit ihnen allen. Zwischen diesen beiden gab es viele Propheten.
ALLAH, der Erhabene, weiß ihre Anzahl. Die Namen der 26 von ihnen sind
bekannt:
Adam, Schist, Idris, Noah, Hud, Saleh,
Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, Joseph, Hiob, Lot, Schoaib, Moses,
Aaron, David, Salomo, Jonas, Elisa, Zul-Kifl, Zacharias, Johannes, Jesus
und Muhammed Mustafâ, Friede sei mit ihnen. 25 von ihnen, außer Schît
sind im heiligen Koran verkündigt. Im heiligen Koran stehen noch die
Namen von Esra, Lokmân und Zul-Karnein. Manche Gelehrten sind der
Meinung, dass diese drei und auch Tubba und Hıdır Propheten sind, nach
anderen dagegen sind sie Heilige.
St. Muhammed ist Habibullah (Geliebter
ALLAHs, des Erhabenen), St. Abraham Halilullah (Freund ALLAHs, des
Erhabenen), St. Moses Kelimullah (der mit ALLAHs, dem Erhabenen
gesprochen hat), St. Jesus Ruhullah (der von ALLAH, dem Erhabenen ohne
Vater erschaffen wurde), St. Adam Safiyullah (die Reinheit ALLAHs, des
Erhabenen), St. Noah Nadschiyullah (der von ALLAH, dem Erhabenen
gerettet wurde), Friede sei mit ihnen allen. Diese sechs Propheten sind
den anderen übergeordnet. Sie werden als größte Prophetenbezeichnet, sie
sind Propheten von höchstem Rang. Der höchste von ihnen ist unser
Führer, Muhammed Mustafâ, Friede sei mit Ihm.
ALLAH, der Erhabene sandte hundert
Suhuf (Büchlein) und vier heilige Bücher, die von Gabriel, Friede sei
mit ihm, gebracht wurden, auf die Erde. Zehn Suhuf wurden dem Propheten
Adam, Friede sei mit ihm, eingegeben, fünfzig Suhuf dem Propheten Schît,
Friede sei mit ihm, dreißig Suhuf Idrîs, Friede sei mit ihm, zehn Suhuf
(Büchlein) Abraham, Friede sei mit ihm. Die heilige Thora wurde dem
Propheten Moses, der heilige Psalter dem Propheten Dawid, das
heiligeEvangelium dem Propheten Jesus und der heilige Korandem letzten
Propheten Muhammed gesandt, Friede sei mit ihnen allen.
In der Zeit von Noah, Friede sei mit
ihm, geschah eine große Sintflut und Wasser bedeckte die Erde. Alle
Menschen und Tiere auf der Erde ertranken. Nur Noah, Friede sei mit ihm,
und die Gläubigen, die mit ihm in der Arche waren, überlebten diese
Sintflut. Die heutigen Menschen stammen von ihnen ab. Als Noah, Friede
sei mit ihm, an Bord, seiner Arche ging, nahm er von jeder Tierart ein
Paar mit. Von diesen Paaren pflanzten sich die Tiere fort.
Der Prophet Noah hatte drei Söhne an
Bord, die Sâm, Yâfas und Hâm hießen. Die heutigen Menschen stammen von
diesen drei und deswegen wird Noah, auch der zweite Vater genannt.
Der Prophet Abraham war der Vater von
Ismael und Isaak. Der Sohn von Isaak, ist Jakob. Jakob ist der Vater von
Joseph. Jakob, wurde auch “Israel” genannt, Friede sie mit ihnen allen.
Seine Kinder und Enkel heißen Kinder Israel. Die Kinder Israel
vermehrten sich und viele Propheten stammten von ihnen ab. Moses, Aaron,
David, Salomo, Zacharias, Johannes und Jesus, Friede sei mit ihnen,
sind Kinder Israel. Salomo, war der Sohn von Zachoraias, Friede sei mit
ihm. St. Maria ist die Tochter, der Schwägerin von Aaron und Zachorias,
Friede sei mit ihnen. Die Araber sind Abkömmlinge von Ismael, Friede sei
mit ihm, und unser Führer Muhammed, Friede sei mit Ihm, war ein Araber.
Wie der heilige Prophet Hûd, dem
Volksstamm ’Âd und St. Sâleh, dem Volksstamm Thamûd geschickt wurden, so
war der heilige Prophet Moses, für das Volk Israel ausgewählt worden
Friede sei mit ihnen. Auch Aaron, David, Salomo, Zachorias, Johannes,
Friede sei mit ihnen, alle wurden dem Volk Israel geschickt. Aber sie
brachten keine neue Religion, sondern sie forderten das Volk Israel auf,
der Religion von Moses, Friede sei mit ihm, zu folgen. Obwohl der
heilige Psalter dem Propheten Dawid, Friede sei mit ihm, gesandt wurden,
machte dieses Buch die Thora nicht ungültig, sondern verstärkte sie,
weil der Psalter keine Gesetze, Gebote und Gebete brachte. Sein Inhalt
bestand aus Predigt und Rat. Darum dauerte die Religion von Moses,
Friede sei mit ihm, bis zur Zeit von St. Jesus. Aber als Jesus, Friede
sei mit ihm, kam, endete die Geltung der Religion von Moses, d.h. die
Thora verlor ihre Geltung und es war nicht erlaubt, der Religion von
Moses, Friede sei mit ihm, zu folgen. Im Gegenteil wurde es
erforderlich, bis zur Zeit Muhammeds, Friede sei mit ihm, der Religion
von Jesus, zu folgen. Aber der größte Teil des Volkes Israel glaubte
nicht an Jesus, Friede sei mit ihm, und beharrte darauf, der Thora zu
folgen. Auf diese Weise trennten sich Judentum und Christentum
voneinander. Die, die an den Propheten Jesus, glaubten hießen Nazaraner,
die heute Christen genannt werden. Diejenigen, die nicht daran
glaubten, und damit ungläubig wurden, hießen Juden. Die Juden behaupten,
dass sie der Religion von Moses, Friede sei mit ihm, folgen und die
heiligen Bücher, die Thora und den Psalter lesen. Ebenso behaupten die
Christen, dass sie der Religion von Jesus, Friede sei mit ihm, folgen
und das heilige Buch Evangelium lesen. Jedoch wurde der Führer beider
Welten, der Prophet aller Menschen und Geister, Muhammed, Friede sei mit
ihm, als Prophet für alle Welten der Wesen gesandt. Seine Religion ist
der Islam, der alle anderen Religionen ungültig machte. Weil Seine
Religion ihre Geltung bis zum Weltuntergang haben wird, ist es nicht
erlaubt, an keinem Ort der Welt, einer anderen Religion anzugehören.
Kein Prophet wird ihm nachfolgen. ALLAH, dem Erhabenen, sei Dank, dass
wir zu Seiner Religionsgemeinschaft gehören und dass unsere Religion der
Islam ist.
Der heilige Prophet Muhammed, Friede
sei mit ihm, ist in Mekka am 12. Rebi’ul-ewwel gegen Morgendämmerung
nähmlich am Montag, 20. April 571 n. Chr. geboren. Er starb 11 n.Hed.
632 n.Chr. in Medina. In seinem 40. Lebensalter wurde Ihm durch den
Engel Gabriel sein Prophetentum verkündet. 622 n.Chr. 209 wanderte Er
von Mekka nach Medina aus. Am 20 Juni, Montags zog Er in Kuba, einem
Vorort von Medina, ein. Dieser Tag ist für die Moslems der Anfang ihres
Sonnenkalenders. Der Sonnenkalender der Perser beginnt 6 Monate früher.
Der 20. März ist das Neujahrfest [Nevruz] der Feueranbeter. Im Monat
Muharrem des selben Jahres beginnt das Mondjahrkalender nach Hedschra.
Wir glauben an alle Propheten. Alle
sind Propheten ALLAHs, des Erhabenen. Nachdem aber der heilige Koran
herabgesandt wurde, verloren die anderen Religionen ihre Geltung.
Deswegen ist es nicht erlaubt, einer von diesen zu folgen. Die Christen
glauben auch an alle vorhergekommenden Propheten. Aber, weil sie nicht
daran glauben, dass Muhammed, Friede sei mit ihm, der Prophet aller
Menschen ist, sind sie Ungläubig und weichen vom rechten Weg ab. Da die
Juden nicht einmal an Jesus, Friede sei mit ihm, glauben, sind sie vom
Islam noch weiter entfernt.
Juden und Christen glauben, dass die
verdorbenen Bücher in ihren Händen, so wie sie heute sind, vom Himmel
herabgesandt wurden, deshalb werden sie Schriftbesitzer genannt. Es ist
erlaubt, ihre Töchter durch islamische Trauung zu heiraten und zu essen,
was sie geschlachtet haben, unter der Vorraussetzung, dass sie den
Namen von ALLAH, dem Erhabenen, dabei erwähnt haben. Es ist aber den
Muslimmädchen nicht erlaubt, sie zu heiraten.
Götzendiener, Abtrünnige, Kommunisten
und Freimaurer, die an keine Propheten glauben und keine heiligen Bücher
haben, sind “Ungläubige ohne heilige Bücher.” Es wurde überliefert,
dass die Ungläubigen, die Häretiker genannt werden, kein heiliges Buch
haben. Da sie vom Islam weit entfernt sind, ist es nicht gestattet, ihre
Töchter zu heiraten und von ihnen Geschlachtetes zu essen.
Jesus, Friede sei mit ihm, hatte zwölf
Gefährten, die Apostel genannt werden, gewählt, damit sie nach ihm
seine Religion bekannt machen: Petrus, Johannes, der alte Jakobus,
Andreas (Bruder von Petrus), Philippus, Thomas, Bartholomäus, Matthäus,
der junge Jakobus, Barnabas, Judas und Taddäus (Jakobi). In manchen
Büchern wird für den Namen Barnabas der Name Simon benutzt. Nachdem
Judas vom rechten Wege abirrte, wurde Matthäus an seine Stelle gewählt.
Petrus war Führer der Apostel. Diese zwölf Gläubigen verbreiteten die
christliche Religion, nachdem Jesus, Friede sei mit ihm, in seinem 33.
Lebensjahr in den Himmel aufgestiegen war. Aber die Verbreitung der
richtigen Religion, die von ALLAH, dem Erhabenen, gesandt wurde, dauerte
nur 80 Jahre. Nachher stellte sich ein Jude namens Paulus, der sich als
Christ ausgab, als Geistlicher der Religion vor und sagte, dass Jesus,
Friede sei mit ihm, der Sohn ALLAHs, des Erhabenen sei. Er dachte sich
weitere Lügen über ihn aus und erzählte sie ihnen. Er teilte mit, dass
Wein und Schweinefleisch getrunken und gegessen werden dürfen. Er drehte
die Gebetsrichtung von der Kaaba nach Osten, wo die Sonne aufgeht. Er
sagte auch, dass das Wesen von ALLAH dem Erhabenen eins sei und SEINE
Eigenschaften drei seien, die Dreieinigkeit genannt werden. Die Worte
dieses abtrünnigen Juden mischten sich in die ersten vier Evangelien,
besonders in das Evangelium nach Lukas. So teilten sich die Christen in
verschiedene Gruppen. Die 72 nicht übereinstimmende Sekten und Bücher
kamen zustande. Im Laufe der Zeit wurden viele dieser Sekten vergessen
und nur drei Sekten von diesen blieben übrig.
Abdullah ibn ’Abdullâh ı-Terdschuman,
der Priester auf der Insel Mallorca war, einer der spanischen
Baleareninseln und der diesen Namen nach seinem Eintritt in den Islam in
Tunus annahm, schreibt im Buch Tuhfet ul-erîb fi’r-reddi ’alâ
ehli’s-salîb (Ablehnung der Kreuzfahrer) folgendes:
“Heute gibt es kein Evangelium,
welches dem Propheten Jesus, Friede sei mit ihm, vom Himmel herabgesandt
wurde. Die Christen haben vier voneinander verschiedene Evangelien, die
von Matthäus, Lukas, Johannes und Markus geschrieben wurden. Sie selbst
veränderten das heilige Evangelium. Matthäus, der aus Palästina
stammte, sah Jesus, Friede sei mit ihm, nur in dem Jahr, in dem er in
den Himmel aufstieg. Acht Jahre später schrieb er das erste Evangelium.
In diesem Evangelium schrieb er über erstaunliche Dinge, die bei der
Geburt von Jesus, Friede sei mit ihm, in Palästina beobachtet wurden und
wie seine Mutter St. Maria mit ihm nach Ägypten floh, als der jüdische
König Herodes ihr Kind töten wollte. St. Maria starb sechs Jahre nach
der Himmelfahrt ihres Sohnes und sie wurde in Jerusalem beerdigt. Lukas,
der aus Antiochien stammte, sah Jesus, Friede sei mit ihm, niemals.
Nach der Himmelfahrt des Propheten Jesus, wurde er in die christliche
Religion von einem Juden namens Paulus aufgenommen. Nachdem er von
Paulus mit falschen Gedanken vergiftet wurde, schrieb er ein neues
Evangelium, in dem er das heilige Buch vollständig veränderte. Markus,
der auch nach der Himmelfahrt von Jesus, Friede sei mit ihm, Christ
geworden war, schrieb in Rom ein anderes Evangelium. Es beinhaltet das,
was er von Petrus hörte. Johannes war der Sohn der Tante von ihm und sah
Jesus, Friede sei mit ihm, mehrere Male. In diesen vier Evangelien gibt
es viele nicht übereinstimmende Texte.
In den zwei Büchern Diyâ’ ul-Kulûb
(Licht der Herzen)und Schems ül-hakîka (Sonne der Wahrheit)von Is’hâk
Effendi aus Harput, gestorben im Jahre 1309 n.Hed. (1892 n.Chr.), im
arabischen Buch es-Sırât ul-Mustekîm (Der richtige Weg) von
Khayderî-zâde Ibrâhîm Fasich Effendi (gest. 1299), im persischen Buch
Mîzân ul-Mewâzîn (Maß der Maße) von Nedschef ’Alî Tebrîzî und Redd
ul-Dschemil (Vernünftige Erwiderung)von Imâm-ı Gasali wurden bewiesen,
dass die heutige Tora und das heutige Evangelium nicht die richtigen
sind.
Das Evangelium, das Barnabas
geschrieben hatte, wurde gefunden. Es beinhaltet das, was Barnabas vom
Jesus, Friede sei mit ihm, gesehen und gehört hatte. Es wurde im Jahre
1393 n.Hed. (1973) in Pakistan in englischer Sprache gedruckt. Das Buch
Kâmûs ul-a’lâm (Die Urkundensammlungen)teilt mit: “Barnabas ist einer
der ersten Apostel und der Sohn des Onkels von Markus. Er stammte aus
Zypern und glaubte an Jesus, Friede sei mit ihm. Nach seiner Begegnung
mit Paulus wanderten sie zusammen durch Anatolien und Griechenland. Er
starb als Märtyrer im Jahre 63 in Zypern. Er schrieb ein Evangelium und
verfasste einige Schriften. Sein Fest wird von den Christen am 11. Juni
gefeiert.”
Die christlichen Geistlichen heißen
Priester. Der größte griechisch-orthodoxe Priester heißt Patriarch oder
Metropolit. Priester mit mittlerem Grad heißen Pastor. Die Leser des
Evangeliums heißen Qissîs und über Qissîs stehen Üskufs. Üskufs mit
hohem Grad heißen Bischöfe, über ihnen steht der Erzbischof. Sie sind
ihre Richter. Die, die in der Kirche das Gebet leiten, heißen
Dschaselick und unter ihnen stehen die Cures oder Schammâs (Diakone).
Diejenigen, die in der Kirche dienen, heißen Eremiten oder Schamâmisa.
Diese leisten die Aufgabe des Muezzin. Die, die sich nur mit dem Gebet
beschäftigen, heißen Mönch. Der Hauptpriester heißt Papst, er ist in
Rom. Seine Berater werden Kardinale genannt.
All diese Geistlichen vergaßen, dass
ALLAH, der Erhabene der einzige Gott ist und begannen an die
Dreieinigkeit zu glauben. Nach einer Weile erklärte Jonas Schammas, der
in der Zeit von Claudius II (215-271) Patriarch von Antiochien war, dass
ALLAH, der Erhabene, der einzige Gott ist. Er brachte viele Menschen
auf den richtigen Weg zurück. Aber die Priester, die nach ihm kamen,
beteten wieder drei Personen in Gott an. Konstantin der Große (274-337)
mischte den Götzendienst in das Christentum. Im Jahre 325 sammelte er
318 Priester in Nicea zu einem geistlichen Konzil. Er machte eine neue
christliche Religion. Ein Priester namens Arius sagte in dieser
Versammlung, dass ALLAH, der Erhabene, der einzige Gott und Jesus,
Friede sei mit ihm, SEIN Menschengeschöpf ist. Aber Alexandrius, der
Ratvorsitzende und Patriarch von Alexandrien, verjagte ihn aus der
Kirche. Konstantin der Große erklärte Arius für ungläubig. Er ließ die
Prinzipien einer neuen Sekte festsetzen. Die Prinzipien dieser neuen
Sekte namens Melakâiyye stehen im Buch Milel (Die Nationen) und Nihal
(Die Billigung)und im Buch von Dschirdschis Ibn ul-’Amîd, 601-671 n.Hed.
(1205-1273) in Damaskus. Im Jahre 381 wurde eine zweite Versammlung in
Istanbul abgehalten. Makedonius wurde verflucht, weil er erklärt hatte,
dass Jesus, Friede sei mit ihm, der von ihnen als heiliger Geist,
bezeichnet wurde, ein [normaler] Mensch ist. Im Jahre 395 wurde das
römische Reich in zweigeteilt. Im Jahre 421 wurde die dritte Versammlung
in Konstantinopel [Istanbul] abgehalten, um das Buch von Nestorius, dem
Patriarchen von Konstantinopel, zu prüfen. Nestorius sagte, Jesus,
Friede sei mit ihm, ist ein Mensch. Er darf nicht angebetet werden.
ALLAH, der Erhabene ist der einzige Gott mit seinen Eigenschaften
Existenz, Leben und Allwissenheit. Die Eigenschaft ’Leben’ sei Heiliger
Geist, und die Allwissenheit dränge in Jesus, Friede sei mit ihm, ein
und so sei er Gott gewesen. St. Maria war nicht die Mutter eines Gottes,
sondern die Mutter eines Menschen. Jesus, Friede sei mit ihm, sei der
Sohn Gottes.” Diese Ideen wurden angenommen und die Sekte von Nestorious
fand in den orientalischen Ländern weite Verbreitung. Diejenigen, die
dieser Sekte folgen, heißen Nestorianer. Im Jahre 431 wurde die 4.
Versammlung in Ephesus einberufen, wo Nestorius verdammt und die
Ansichten von Dioscorus angenommen wurden. Nestorius starb im Jahre 439
in Ägypten. 20 Jahre später, im Jahre 451 wurde die fünfte Versammlung
in Istanbul mit 734 Priestern angehalten, in der die Schriften von
Dioscorus, des Patriarchen von Alexandria abgelehnt wurden. Nach der
Meinung von Dioscorus, dessen Anhänger als Monophysiten bezeichnet
werden, sei Jesus, Friede sei mit ihm, der einzige Gott. Sie wurden auch
die Sekte von Jakob (Ya’qûbiye) genannt, weil der wirkliche Name von
Dioscorus Jakob war. Mercianus, der damalige byzantinische Kaiser,
teilte diesen Ablehnungsbeschluss überall mit. Dioscorus floh und
verbreitete seinen Glauben in Jerusalem und Ägypten. Die Surjânî und
Maronî, die heute in Irak und Syrien und Lebanon leben, gehören der
Sekte Ya’kûbijje, deren Anhänger Jesus, Friede sei mit ihm, anbeten, an.
Die Sekte, die in der Versammlung von
Istanbul angenommen und vom Kaiser Mercianus bestätig wurde, heißt
Melekejje. Die in der ersten Versammlung in Nicea angenommene Sekte ist
änhlich wie die Melekeijje. Ihr Hauptpriester ist der Patriarch von
Antiochien. “Die Eigenschaft wissen, nennen sie Wort und die Eigenschaft
Leben, nennen sie heiliger Geist, wenn diese Eigenschaften sich mit
einem Menschen vereinigen, heißen sie Hypostase. Sie sagen ferner, es
gebe drei Götter, einer sei der Vater. St. Jesus sei sein Sohn und St.
Maria sei eine Göttin. Sie nennen den Prophet, Friede sei mit ihm,
’Jesus Christus.’
Die 72 christlichen Sekten wurden in
den Büchern Ishâr-ül Hak (Äußerung der Wahrheit)von Rahmetullah Effendi,
Friede sei mit ihm, aus Indien (gest. 1306 n.Hed. in Mekka) und
Diyâ’ül-Kulûb welches von Ishak Effendi aus Harput türkisch verfasst
wurde, erklärt.
In dem Buch Izhar-ül-Hak wird
ausführlich von den Widerlegungen des Rahmetullah Effendi berichtet, die
er in Indien, sowie auch in Istanbul, den Päpsten, während einer
Besprechung unwiderleglich darlegte. Auch im Buch Seyf-ül-ebrar wird
Auskunft über diese Besprechung gegeben. Das Buch Izhar-ül-hak besteht
aus zwei Teile. Nüzhet Effendi übersetzte den ersten Teil in die
türkische Sprache und veröffentlichte es unter dem gleichen Namen. Der
zweite Teil wurde von Sejjid Ömer Fehmi bin Hassen in die türkische
Sprache übersetzt und im Jahre 1293 (1876 n.Chr.) in Bosna gedruckt.
All diese christlichen Sekten, die
katholisch genannt wurden, waren bis 446 n.Hed. (1054) vom Papst in Rom
abhängig. Im selben Jahr stimmte Michael Cirolarius, der Patriarch von
Istanbul mit dem Papst nicht mehr überein und begann die orientalischen
Kirchen selbst zu verwalten. Diese neue Richtung, wurde Orthodoxie
genannt. Die, die als orthodox bezeichnet werden, gehören der Sekte
Yâqûbijje an. Im Jahre 923 n.Hed. (1517) rebellierte Luther, ein
deutscher Priester, gegen den römischen Papst. Ein Teil der Kirchen, die
nachher Protestant genannt wurden, folgten ihm.
Es zeigt sich, dass die Mehrheit der
Christen verwirrter als die Juden sind. Ihre Qualen in der nächsten Welt
werden deshalb noch größer sein, denn sie glauben nicht an Muhammed,
Friede sei mit Ihm, und treiben es zu weit mit ihrem Glauben an die
Dreieinigkeit. Sie beten Jesus, Friede sei mit ihm, und seine Mutter St.
Maria an, als ob sie Götter wären. Sie essen Aas. Die Juden leugnen
zwei Propheten ab. Aber sie glauben an ALLAH, den Erhabenen, als
einziger Gott und essen auch kein Aas. Trotzdem stehen sie dem Islam
gegenüber feindseliger als die Christen. Einige werden Polytheisten in
dem sie wie Christen sagen, dass Usejr der Sohn ALLAHs, des Erhabenen,
sei. Trotzdem sind sie alle Besitzer der heiligen Offenbarungsschriften.
Obwohl die Orthodoxen, Katholiken und Protestanten verschiedene
Evangelien lesen und behaupten, dass sie Jesus, Friede sei mit ihm,
folgen, haben sie keine miteinander übereinstimmende Prinzipien, weder
im Glauben noch in ihren Handlungen. Obwohl sie Nazaraner, Christen und
Besitzer heiliger Schriften genannt werden, sind doch viele von ihnen
Götzendiener. Weil sie nicht an den heiligen Propheten Muhammed, Friede
sei mit ihm glauben, werden sie Ungläubig. Sowie die Juden, die sich
auch mosaisch nennen. Der französische Verlag Bayard veröffentlichte im
Jahre 1997 eine 2 bändige Enzyklopädie für Religionen. In dieser
Enzyklopädie wird die gesamte Erdbevölkerung des Jahres 1995 als
4.550.000.000 angegeben. Den Angaben nach beträgt die Anzahl der Muslime
1.060.000.000, die Anzahl der Christen 1.870.000.000 (die sich als
1.042.000.000 Katholiken, 505.000.000 Protestanten und 174.000.000
Orthodoxen zusammen stellen) und die Anzahl der Juden 14.000.000.
1.606.000.000 Menschen sind Götzendiener und Ungläubige, die weder an
einen Propheten, noch an ein himmlisches Buch glauben.
Nach dem Tode unseres heiligen
Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, wurde Sein heiliger Gefährte Ebu
Bekr Siddîq Kalif. Im Jahr 13 n.Hed. starb er im Alter von 63 Jahren.
Nach ihm wurde ’Omar ul-Fârûq, Kalif, der im 23. Jahr n.Hed. im Alter
von 63 Jahren als Märtyrer starb. Der nächste Kalif war Osman
Si’n-Nûrejn, der im 35. Jahr im Alten von 82 Jahren ebenfalls als
Märtyrer den Tod fand. Der nächste Kalıf ’Alî, fand als Märtyrer den Tod
im 40. Jahr n.Hed. im Alter von 63 Jahren. Diese vier Kalifen hießen
Hulefâ-i Raschidîn (die vorzüglichsten Kalifen) Friede sei mit ihnen.
Wie in den Zeiten von Muhammed, Friede sei mit ihm, die Gesetze des
Islams vollständig ausgeführt und Recht, Gerechtigkeit und Freiheit
überall verbreitet wurden, so war es auch während der Kalifate der vier
Nachfolger des Propheten. Die Gesetze des Islams wurden ohne irgendeinen
Mangel durchgeführt. Diese vier Kalifen sind vorzüglicher als die
anderen Gefährten des heiligen Propheten, Friede sei mit ihnen, und ihre
Überlegenheit untereinander ist in Übereinstimmung mit der Reihenfolge
ihrer Kalifate.
Während des Kalifats von St. Ebu Bekr
begannen die Muslime sich außerhalb der arabischen Halbinsel zu
verbreiten. Ebu Bekr, Friede sei mit ihm, beruhigte den Aufruhr. der
nach dem Tode unseres heiligen Propheten entstand und brachte die
Ordnung und Einheit unter die Muslime, wie man sie zur Zeit des
Propheten gewohnt war.
St. Omar, Friede sei mit ihm, hielt
eine Rede, nachdem er Kalif geworden war; in der er sagte: “O Gefährten
des heiligen Propheten! Arabien kann nur für eure Pferde Gerste liefern.
ALLAH, der Erhabene, versprach jedoch SEINEM geliebten Propheten, dass
Er seiner, Glaubensgemeinschaft überall auf der Welt eine Heimat
bescheren werde. Wo sind die Soldaten, die durch die Eroberung
versprochener Länder, auf dieser Welt Beute und im Jenseits die Würde
des Glaubensheldens und Martyrertodes finden werden? Wo sind die
Kämpfer, die für den Islam ihr Leben opfern, ihre Heime verlassen und
bereit sind, die Menschen von den Tyrannen zuretten?” Mit dieser Rede
regte er seine Gefährten zum heiligen Krieg an. Es war St. Omars Rede,
Friede sei mit ihm, die eine schnelle Verbreitung des Islams auf drei
Kontinenten herbeiführte. Nach dieser Rede haben seine Gefährten, den
Eid abgelegt bis zum Tode den Glaubenskrieg zu führen. Auf Anordnung des
Kalifen wurden Streitkräfte organisiert und viele Muslime verliessen
ihr Vaterland und verbreiteten sich in alle Länder. Viele von ihnen
kamen nicht zurück und kämpften dort bis zu ihrem Tod. Auf diese Weise
wurden viele Länder in kurzer Zeit erobert. In dieser Zeit gab es zwei
große Reiche, und zwar Byzanz und das persische Reich. Die Muslime
besiegten beide und das persische Reich löste sich auf. Die Länder
wurden von den Muslimen in Besitz genommen. Alle erreichten die Würde in
den Islam einzutreten.
Doch während dem Kalifat des St.
Osman, Friede sei mit ihm, gab es einige Leute, die sich dem Kalif
entgegenstellten und ihn schließlich ermordeten. In der Zeit des St.
’Alî, Friede sei mit ihm, kam es zum Aufruhr der Haridschiten, die eine
der verirrten 72 Gruppen ist. Eine Trennung unter den Muslimen kam
zustande. Da die Quelle der Eroberungen und Siege von der
Übereinstimmung und Einheit zwischen den Muslimen abhängig ist, wurden
während ihrer Kalifate nicht so viele Länder erobert, wie in der Zeit
des St. Omar.
Die Zeit der vier Kalifen, dauerte
dreißig Jahre. Diese dreißig Jahre vergingen angenehm, so wie die Zeit
des Propheten, Friede sei mit ihm. Nach der Zeit der vier Kalifen kamen
viele Irrlehren zwischen den Muslimen auf und viele Menschen irrten vom
rechten Weg ab. Nur die, die den Gefährten des heiligen Propheten,
folgten, wurden gerettet. Sie wurden Anhänger der Sunna genannt. Dieser
ist der einzig richtige Weg. Der Weg, dem der heilige Prophet, und Seine
Gefährten folgten, Friede sei mit ihnen allen, ist der Weg, der von den
Gelehrten der Anhänger der Sunna, Friede sei mit ihnen, gezeigt wurde.
Im Laufe der Zeit wurden die falschen Wege vergessen. Jetzt folgt die
Mehrheit in den islamischen Ländern diesen richtigen Weg.
Bis in unserer Zeit hinein verblieb
als falsche, verdorbene Sekte, nur die Schî’i -Sekte, die nicht mit dem
richtigen Weg der Anhänger der Sunna übereinstimmt. Die Schiiiten, die
im im häretischen Glauben stehen, behaupten, dass das Kalifat ’Alî’s,
Recht wäre und Ebu Bekr und Omar, Friede sei mit ihnen, dieses Recht von
ihm gewaltsam genommen hätten. Außerdem verleumden sie viele Gefährten
des heiligen Propheten.
Die heute als Muslime oder als
Muhammedanisch genannte Gemeinschaft besteht entweder aus Anhängern der
Sunna (Sunniten) oder Schî’iten und Wahhabiten. Obwohl es in einigen
Ländern auch andere kleinen Gruppen gibt, sind nur diese zwei Sekten
bekannt geworden, weil die anderen Sekten keine Regierung haben, und
weil sie nicht weit verbreitet sind.
Die Glaubenslehre der Sunna teilt sich
nach den Handlungen bzw. Anbetungen in vier Rechtsschulen. Die erste
von ihnen ist die Rechtsschule Hanefi, deren Gründer ist Imâm-ı a’sâm,
Ebu Hanife Nu’mân ibn Sâbit, Friede sei mit ihm. ‘Hanîf nennt man den,
der richtig glaubt und der sich am Islam festhält. Die Bedeutung von
‘Ebu Hanîfe’ ist, der Vater der treuen Muslime. Imâm-ı a’sam hatte keine
Tochter namens ‘Hanîfe’. Die zweite Rechtsschule von vier Rechtsschulen
der Sunna ist die Rechtsschule Mâlikî, deren Gründer ist Imâm-ı Mâlik,
Friede sei mit ihm. Die dritte ist die Rechtsschule Schâfi’î, deren
Gründer ist Imâm-ı Muhammed ibn Idrîs Schâfi’î, Friede sei mit ihm. Er
und seine Rechtsschule werden Schâfi’î genannt, weil der Großvater
seines Großvaters, einer der Gefährten des Propheten war, Schâfi’ hieß.
Die vierte Rechtsschule ist die Rechtsschule Hanbelî, deren Gründer ist
Ahmed ibn Hanbel, Friede sei mit ihm. Imâm-ı a’sam, lebte von 80 bis 150
n.Hed. (699-767) und Imâm-ı Schâfi’î von 150 bis 204 n.Hed. (767-819),
Imâm-ı Mâlik von 95 bis 179 n.Hed. (713-795) und St. Imâm-ı Hanbel von
164 bis 241 n.Hed. (780-855), Friede sei mit ihnen allen.
Die Glaubenslehren dieser vier
Rechtsschulen sind alle gleich. Alle vonihnen gehören der Glaubenslehre
der Sunna an und haben denselben Glauben. Die Gründer dieser vier
Rechtsschulen sind die von allen Muslimen anerkannten und
vertrauenswürdigen Religionsgelehrten. Sie unterscheiden sich nur in
wenigen Kleinigkeiten: Es wurde weder im heiligen Koran noch mit den
Hadithen klar mitgeteilt, wie einige religiöse Angelegenheiten
durchzuführen sind, denn ALLAH, der Allmächtige, und SEIN geliebter
Prophet sind mit allen Muslimen barmherzig.
So ist es notwendig, dass die nicht
offenbar mitgeteilten Angelegenheiten mit den mitgeteilten verglichen
werden müssen, bevor sie durchgeführt werden. Unter den Gelehrten heißen
die Religionsgelehrte, die imstande sind zu verstehen, wie solche
Urteilegeachtet werden müssen. Es ist für die Religionsgelehrten
notwendig, sich große Mühe zu geben, um verstehen zu können, wie eine
Tätigkeit zu verrichten ist. Dabei muss er seinem Glauben und seinen
Urteilen folgen. Es ist ebenfalls nötig für die, die einem
Religionsgelehrten folgen, die Tätigkeiten so auszuführen, wie sie ihr
Religionsgelehrter ausführt. Nötig heißt hier, dass die heiligen Versen
des heiligen Koran und die Hadithen gebieten, sie in dieser Weise
auszuführen. Falls ein Religionsgelehrter einen Fehler macht, begeht er
keine Sünde, sondern wird in der nächsten Welt für seine Mühe belohnt,
weil er sich so gut wie möglich bemüht hatte. Denn es wurde dem Menschen
geboten, zu arbeiten, soweit es ihm möglich ist. Wenn ein
Religionsgelehrter ein unrichtiges Urteil fällt, wird er trotzdem für
seine Mühe belohnt. Aber wenn er das Richtige findet, wird er zehnfach
belohnt, d.h. er erhält zehn Verdienste. Die Gefährten des heiligen
Propheten Friede sei mit ihnen, waren alle große Religionsgelehrte und
jedem von ihnen folgten viele Muslime. Im Laufe der Zeit wurden viele
von ihren Rechtsschulen der Sunna vergessen. Später beschränkten sie
sich auf die vier Rechtsschulen der Sunna, um sich von den zu schützen,
die sich als Rechtsschulen ausgaben und falsche Rechtsschulen
aufstellten. Die Anhänger der Sunna folgen keiner anderen, außer diesen
vier Rechtsschulen. Millionen von Muslimen, die Anhänger der Sunna sind,
folgen einer dieser vier Rechtsschulen. Die Glaubenslehre der vier
Rechtsschulen ist gleich. Daher haben sie gegeneinander keine
Behauptung, dass ihre Rechtsschulen falsch und wahrheitswidrig seien.
Jeder Muslim nimmt an, dass sich der richtige Weg unter den vier
Rechtsschulen befindet und ist der Überzeugung, dass seine eigene
Rechtsschulen der Wirklichkeit näher liegt. Da der Islam bezüglich dem
Urteil fällen kein klares Gebot aufweist, ist es möglich, dass der
eigene Weg (Rechtsschule) falsch ist und die drei übrigen richtig sind.
Deshalb ist es besser zu sagen: “Der Weg, dem ich folge, ist der
Richtige, aber er kann auch falsch sein; die drei anderen Wege können
falsch sein, aber sie können auch die richtigen sein.” Außerdem ist es
nicht erlaubt, die vier Rechtsschulen miteinander zu vermischen, indem
man Tätigkeiten gemäß den verschiedenen Wegen durchführt. Eine Person
hat den Weg, den er folgt, anzunehmen und seine Lehren zu lernen, wobei
Sonderfälle eine Ausnahme sind. Wenn es eine große Schwierigkeit
bereitet oder gar einem nicht möglich ist, eine Tat seiner Rechtsschule
gemäß zu vollbringen, so ist es möglich bei solchen Angelegenheiten
einer anderen Rechtschule zufolgen. Dabei sollten jedoch die Gebote
dieser Rechtschule gelernt und eingehalten werden. Die Gelehrten der
Rechtsschule Hanefi sagten, dass man in diesem Fall der Rechtsschule
Maliki gemäß handeln sollte. [Dies steht im Buch Nikah-i ridschi (Die
rückgängige Scheidung) von ibni Abidin.]
Die meisten Gelehrten sagten, dass die
Hanefî vorzüglicher als die anderen ist. Darum wird der Rechtsschule
Hanefî in vielen islamischen Ländern gefolgt. In Türkestan, in Indien
und Anatolien sind fast alle Muslime in der Hanefî Rechtsschule, ganz
Westafrika gehört zur Rechtsschule Mâlikî. Die Nachfolger dieser
Rechtsschule findet man auch an einigen Meeresküsten Indiens. Viele
Schafi’iten sind in Ägypten, in Arabien, in Daghestan und unter den
Kurden zu finden. Hanbeliten gibt es wenige, einst gab es viele von
ihnen in Damaskus und in Bagdad.
Die vier islamischen Quellen sind: der
heilige Koran, die heiligen Hadithe, die Übereinstimmung der Gefährten
des heiligen Propheten bzw. der vier Rechtsschulen und die Urteile der
Religionsgelehrten.
Wenn die Religionsgelehrten im
heiligen Koran nicht klar finden können, wie eine Tätigkeit zu tun ist,
untersuchen sie zuerst die Hadîthen. Wenn sie es auch dort nicht klar
finden können, klären sie diese Angelegenheit nach der entsprechenden
Übereinstimmung der Gemeinschaft d.h. der Gefährten des heiligen
Propheten bzw. der vier Rechtsschulen, wenn sie vorhanden ist.
Wenn die Durchführung einer Tätigkeit
nicht durch die Übereinstimmung der Gemeinschaft d.h. der Gefährten des
heiligen Propheten bzw. der vier Rechtsschulen erklärt werden kann, dann
ist es notwendig, sie nach den Urteilen der Religionsgelehrten zu tun.
St. Imâm-ı Mâlik nahm außer diesen vier Quellen die Übereinstimmung der
derzeitigen Bewohner aus Medina als Dokument. Er sagte, dass sie ihre
Gewohnheiten von ihren Vätern, von ihren Großvätern und schließlich vom
heiligen Propheten überliefert bekamen. Ferner sagte er, dass dieses
Dokument zuverlässiger als der Vergleich sei. Dagegen nahmen die
Gelehrten der anderen drei Rechtsschulen die Gewohnheiten der Bewohner
von Medina nicht als Dokument.
Es gibt zwei Wege des
Urteilfällen.Einer von ihnen ist der Weg der Gelehrten aus Irak,
nähmlich die Vergleichung. Wenn die Durchführung einer Tätigkeit im
heiligen Koran und in den Hadîthen nicht deutlich mitgeteilt werden,
wird versucht eine ähnliche Tätigkeit, die im heiligen Koran oder in den
Hadîthen erklärt ist, zu finden. Nachdem sie gefunden wurde, wird diese
Tätigkeit so, wie die andere Übertragung durchgeführt. St. Imâm-ı asâm
Ebu Hanîfe ist der Führer der Religionsgelehrten dieses Weges, Friede
sei mit ihm.
Der zweite Weg ist der Weg der
Religionsgelehrten aus Hidschâz, er wird der Weg der Überlieferung
genannt. Sie hielten die Gewohnheiten der Bewohner aus Medina als
Vergleichung für überlegen. Der größte Religionsgelehrte dieses Weges
ist Imâm-ı Mâlik, Friede sei mit ihm, der in Medina lebte. Auch Imâm-ı
Schâfi’î, und Imâm-ı Ahmed ibni Hanbel, Friede sei mit ihm, hatten sich
mit ihnen unterhalten. Nachdem Imâm-ı Schâfi’î, den Weg von Imâm-ı
Mâlik, gelernt hatte, ging er in die Umgebung von Bagdâd, lernte dort
den Weg zum Urteilfällen von Imâm-ı a’sâm Ebu Hanîfe, Friede sei mit
ihnen, von dessen Studenten und vereinigte diese beiden Wege. Dadurch
gründete er einen neuen Weg zum Urteilfällen. Er gab nur durch
Betrachtung der Ausdrucksweise der heiligen Versen und Hadithen mit
höchster Wahrscheinlichkeit seine Urteile ab, da er beredsam und sehr
belesen war. Wenn er sich für keinen der beiden Wege entscheiden konnte,
entschied er sich durch Vergleichung. Nachdem Imâm-ı Ahmed ibn Hanbel
den Weg des St. Imâm-ı Mâlik gelernt hatte, ging er ebenfalls in die
Gegend von Bagdad. Dort erwarb er den Weg zum Vergleich von den
Studenten von Imam-ı asam Ebu Hanîfe. Er fällte Urteile zuerst durch
Untersuchung der Hinweise der Hadîthen, weil er viele Hadîthen auswendig
wusste. Wegen dieser Gründe stimmte er mit den drei anderen
Rechtsschulen in vieler Hinsicht nicht überein.
Der Fall dieser vier Rechtsschulen ist
ähnlich wie das Verhalten der Bewohner in einer Stadt. Wenn diese eine
Angelegenheit zu bewältigen haben, die sie nicht im Gesetz finden
können, dann kommen die angesehenen Personen dieser Stadt zusammen und
lösen die Frage durch Vergleich mit einem entsprechenden
Gesetzesparagraphen. Manchmal einigen sie sich nicht untereinander.
Einige von ihnen sagen, dass der Zweck der Regierung die Erhaltung der
Städte und Versorgung der Menschen sei. Sie versuchen die
Angelegenheiten nach den Artikeln der Gesetze zu erledigen. Sie handeln
ebenso wie die Rechtsschule Hanefî. Andere beobachten das Verhalten der
Regierungsbeamten, die aus der Hauptstadt kommen und versuchen so wie
diese zu handeln, sie sagen, dass dieser der Zweck der Regierung sei.
Diese sind wie die Rechtsschule Mâlikî. Andere fassen ihren Beschluss,
indem sie auf Form und Zusammenhang des Gesetzes achten. Sie sind wie
die Rechtsschule Schafi’î. Ein Teil von ihnen sucht den richtigen Weg
durch Sammeln anderer Artikel des Gesetzes und Vergleich. Es ist die
Rechtsschule Hanbelî. Auf diese Weise findet jeder der angesehenen
Personen einen Weg und sagt, dass sein Weg der richtige sei und dem
Gesetz entspreche. Aber der dem Gesetz entsprechende Weg ist nur einer
vor ihnen und die anderen drei sind nicht richtig. Ihre
Nichtübereinstimmung mit dem Gesetz entsteht nicht aus der Absicht, sich
dem Gesetz entgegenzustellen, sondern sie wollen die Anordnung der
Regierung genau ausführen. Sie werden für ihre Bemühung belohnt. Aber
der, der den richtigen Weg findet, wird noch mehr geschätzt und belohnt.
Es ist dasselbe mit den vier Rechtsschulen. Der Weg, mit dem ALLAH, der
Erhabene zufrieden ist, ist selbstverständlich nur einer. Deswegen kann
bei einer Tätigkeit, in der sie keine Übereinstimmung erzielten, nur
eine der vier Rechtsschulen recht haben. Weil jeder Religionsgelehrter
sich um den richtigen Weg bemüht, wird dem, der einen Fehler begeht,
vergeben werden. Sie werden sogar belohnt, denn der heilige Prophet,
Friede sei mit Ihm, sagte: “Meine Gemeinschaft wird nicht für Irrtümer
und Vergessen bestraft.” Die Unterschiede der vier Rechtsschulen
bestehen nur in einigen Kleinigkeiten. Da es eine völlige
Übereinstimmung in der Grundlage der Religion und im Glauben gibt,
beschuldigen sie sich einander nicht.
Frage: Die Wahhabiten und die, die
ihre Bücher lesen, sagen, dass die Rechtsschule im zweiten Jahrhundert
entstanden und fragen, ‘In welcher Rechtsschule waren die Gefährten des
heiligen Propheten und ihre Nachfolger?’
Antwort: Jeder Gründer der
Sunnitischen Rechtsschulen war ein absoluter Religionsgelehrter, der die
islamischen Wissenschaften, die von dem heiligen Propheten aus dem
heiligen Koran abgeleitet wurden, von den Gefährten des heiligen
Propheten hörte, sammelte und niederschrieb. Er erklärt das nicht klar
mitgeteilte Wissen, indem er es mit dem mitgeteilten Wissen vergleichte.
Im Buch Hadîka (Der Garten)wird mitgeteilt: “In der Zeit der vier
bekannten Rechtsschulen gab es auch andere Religionsgelehrte, sie hatten
auch ihre eigenen Rechtsschulen. Aber im Laufe der Zeit wurde die Zahl
ihrer Nachfolger kleiner. Diese Rechtsschulen existieren heute nicht
mehr.” Jeder der Gefährten des heiligen Propheten war ein
Religionsgelehrter. Alle waren absolute Religionsgelehrte und hatten
ihre eigenen Rechtsschulen. Jeder von ihnen war gelehrter und
vorzüglicher als die Gründer der vier Rechtsschulen und ihre
Rechtsschulen waren richtiger und wertvoller. Weil sie keine eigene
Bücher hatten, wurden ihre Rechtsschulen vergessen. Es blieb keine
Möglichkeiten, anderen Rechtsschulen außer diesen vier zu folgen. Die
Frage, welche Rechtsschule die Gefährten des heiligen Propheten
angehörten, gleicht jener Frage: “Zu welcher Kompanie der Kommandant des
Regimentes gehört?” oder die Frage, zu welcher Klasse der Physiklehrer
gehört?”
Es steht in den Büchern geschrieben,
dass es 400 Jahre nach der Hedschra keine Gelehrten mehr gab, die
absolutes Urteil fällen konnten. Die Hadith, die im Buch Hadîka auf der
318. Seite steht, erklärt, dass die falschen und verirrten Geistlichen
sich vermehren werden. Deswegen muss jeder Muslim, der die Glaubenslehre
der Sunna hat, einer der vier anerkannten Rechtsschulen folgen. Das
heißt, er hat die sogenannten elemantaren Religionsbücher seiner eigenen
Rechtsschule zu lesen, und zu lernen, seinen Glauben und Tätigkeiten
nach diesen Büchern zu richten. So wird er ein Angehöriger dieser
Rechtsschule. Eine Person, die nicht einer dieser vier Rechtsschulen
folgt, gehört nicht zu den Anhängern der Sunna. Dieser wird Verirrter
genannt. Er ist entweder in einer der 72 verirrten Sekten oder ein
Ungläubiger.
’Abd ul-Wehhâb Scha’rânî, Friede sei
mit ihm, einer der größten islamischen Gelehrten schreibt im Vorwort
seines Buches “Mîsân-ül kübrâ” (Das Jüngste Gericht): “Alle die
Vergessenen und die heutigen vier Rechtsschulen sind richtig. All diese
Rechtsschulen sind gleich wertvoll. Denn alle von ihnen haben das
Religionsgesetz als Quelle. In allen Rechtsschulen gibt es Handlungen,
die leicht durch zuführen sind. Diese Handlungen werden Ruchsat genannt.
Es gibt Handlungen, die einem schwer fallen. Diese heißen Asîmet. Wenn
eine Person, die eine schwierig durchzuführende Handlung zu leisten
fähig ist, doch die Handlung, die leicht durchgeführt werden kann,
vornimmt, wird er das Religionsgesetz nicht ernst genommen haben. Aber
es ist einer Person erlaubt eine Handlung auf leichte Weise zu
verrichten, wenn sie nicht imstande ist, diese Handlung in schwieriger
Weise zu vollbringen. Diese Person ist ebenso zu belohnen, als ob sie
das Schwierige getan hätte. Es ist für eine fähige Person nötig, das
Schwierige in seiner Rechtsschule zu tun, anstatt das Leichte. Es ist
sogar Erforderlich, das Schwierige einer anderen Rechtsschule zu tun,
falls es in der eigenen Rechtsschule nur das Leichte dieser Handlung
gibt. Jeder muss sich streng davor hüten, die Worte des Gründers der
Rechtsschule nicht richtig zu finden oder zu glauben, dass seine eigenen
Worte wertvoller seien. Denn das Wissen und das Verständnis der anderen
bestehen aus Nichts, verglichen mit dem der Religionsgelehrten.Da es
nicht erlaubt ist für eine fähige Person, die Leichtigkeit seiner
Rechtsschule zu tun, wird man verstehen, dass es nicht zulässig ist, die
Leichtigkeiten der anderen Rechtsschulen zu suchen.
Ibn ’Abidîn, Friede sei mit ihm,
schreibt im Vorwort seines Buches Dürr-ül muchtar (Ausgewählte Perle)
und in dessen Erläuterung Redd-ül muchtar (Verwunderliche Erwiderung)
wie folgt: “Es ist falsch, das Leichte der Rechtsschulen zu suchen und
zu tun. Zum Beispiel: Wenn die Haut einer Person in der Rechtsschule
Schâfi’î blutet, bleibt die rituelle Waschung gültig. Dagegen wird diese
rituelle Waschung nach der Rechtsschule Hanefî ungültig. Sie wird nicht
gültig, wenn diese Person die Haut einer fremden Frau berührt, was
jedoch nicht für die Rechtsschule Hanefî gilt. Aber es wird nicht gültig
sein, wenn diese Person blutet und eine fremde Frau berührt und mit
dieser Waschung ein Gebet verrichtet. Es wurde auch von den Gelehrten
übereinstimmend für falsch erklärt, während der Durchführung einer
Tätigkeit die Leichtigkeiten der Rechtsschulen zu suchen und demnach zu
handeln. Wenn zum Beispiel eine Person folglich der Rechtsschule
Schâfî’i ein kleines Teil seines Kopfes anfeuchtet, später ein Hund
berührt, wird sein Gebet, das er durch Folgen der Rechtsschule Mâlikî
verrichtete, ungültig werden. Denn ein Gebet, das von einer Person, die
einen Hund berührte, verrichtet wurde, ist nach der Rechtsschule
Schafi’î nicht gültig. Nach der Rechtsschule Maliki musste er den ganzen
Teil seines Kopfes anfeuchten. Scheidung durch Drohung ist nach der
Rechtsschule Hanefî erlaubt. Aber nach den anderen drei, ist sie
ungültig. Deswegen ist es einem Mann nicht erlaubt, weiterhin mit einer
Frau verheiratet zu sein, von der er sich gemäß der Rechtsschule
Schâfi’î geschieden hat und deren Schwester zu heiraten mit der Absicht
der Rechtsschule Hanefi gefolgt zu haben. Man soll die Genehmigung
(Ruchsat) der Rechtsgelehrten suchen und demnach handeln. Es ist nicht
erlaubt, eine Tat zu verrichten, indem man keine der vier Rechtsschulen
folgt.
Im selben Buch steht noch folgendes:
“Nach der Rechtsschule Schâfi’î dürfen das Nachmittagsgebet mit dem
Mittagsgebet und das Nachtgebet mit dem Abendgebet zusammen verrichtet
werden, falls es Entschuldigungen wie Reise oder heftiger Regen gibt.
Dieses ist aber nach der Rechtsschule Hanefî unerlaubt. Es ist verboten,
für den, der der Rechtsschule Hanefî folgt, auf einer Reise das
Mittagsgebet in der Zeit des Nachmittagsgebets zu verrichten, wenn er
keine Entschuldigung hat. Es ist niemals gültig für ihn, das
Nachmittagsgebet in der Zeit des Mittagsgebets zu verrichten, beides ist
jedoch in der Rechtsschule Schâfi’î erlaubt. Wenn man nach seiner
eigenen Rechtsschule große Schwierigkeiten bei der Durchführung einer
Tätigkeit hat, ist es zulässig, diese Tätigkeit in leichter Weise zu
verrichten. Wenn es einem jedoch auch schwierig fällt, das Leichte zu
tun, ist es erlaubt, einer anderen Rechtsschule zu folgen. Aber er muss
die notwendigen Bedingungen, die unentbehrlich oder nötig sind, für die
Durchführung dieser Tätigkeit nach dieser Rechtsschule erfüllen.
Eine Person wird seine eigene
Rechtsschule nicht verlassen haben, wenn sie einer anderen Rechtsschule
folgt. Dies führt nicht zu einem Rechtsschulenwechsel. Aber bei dieser
Durchführung muss die Bedingungen der eigenen Rechtsschule einhalten
werden.
Ibn ’Âbidin schreibt im Buch Redd-ül
muchtar im folgenden: “Dass ein Hanefit Nachahmer beim Beginn der
rituellen Waschung die rituell geforderte Absicht nicht ausspricht und
mit dieser Waschung das Mittagsgebet verrichtet, ist erlaubt. Aber wenn
er zur Zeit des Nachmittagsgebets ein Schâfi’î wird und danach mit
dieser Waschung das Nachmittagsgebet verrichtet, gilt es nicht. Er muss
die Waschung mit der rituell geforderten Absicht wiederholen.”
Zum Thema “Tadeln” schreibt er folgendermaßen:
“Wer ohne irgendeine religiöse oder
wissenschaftliche Notwendigkeit auf Grund von irdischen Angelegenheiten
seine Rechtsschule wechselt, spielt mit dem Islam. Er muss deswegen
bestraft werden. Es wird befürchtet, dass er ohne islamischen Glauben
stirbt. ALLAH, der Erhabene, gebietet: “Fragt den Kundigen!” Deshalb ist
es nötig, einen Religionsgelehrten zu fragen, also einer Rechtsschule
zu folgen. Einer Rechtsschule zu folgen ist damit möglich, dass man
sagt, welche die eigene Rechtsschule ist, oder dass man in seinem Herzen
die Absicht hat einem bestimmten Weg zu folgen. Einer bestimmten
Rechtsschule folgen bedeutet, dass man die Worte des Gründers dieser
Rechtsschule liest, dass man sie lernt und dass man seine Tätigkeiten
nach diesen ausführt. Niemand kann einer Rechtsschule dadurch folgen,
indem er nur sagt, er sei Hanefî oder Schâfi’î, ohne diese Rechtsschule
zu kennen und ihre Worte zu lernen. Solche Menschen sollen ihre Gebete
verrichten, nachdem sie sie von religiösen Personen erfragt und von
elementaren Religionsbücher lesen.
“Die Zeugenschaft einer Person darf
nicht angenommen werden, wenn sie ihre Rechtsschule ändert, weil sie
entweder die Rechtsschule nicht ernst nimmt oder das Leichte sucht, d.h.
diese Person vereinigt die Bedingungen der Rechtsschule und versucht
alle Tätigkeiten in leichter Weise durchzuführen.”
Ibn ’Âbidîn schreibt im Vorwort seines
Buches: “Kalif Hârûn ur-Reschîd sagte zu Imâm-ı Mâlik, ‘Ich will deine
Bücher in den Moslemländern verbreiten und allen Menschen befehlen, nur
diesen Büchern zu folgen.’ Darauf antwortete St. Imâm-ı Mâlik: ‘O Kalif!
Tue das nicht! Dass die Gelehrten sich in verschiedene Rechtsschulen
trennen, ist einer der vielen Gnaden ALLAHs, des Allmächtigen. Jeder
kann einer der vier Rechtsschulen folgen, die ihm gefällt. Alle
Rechtsschulen sind richtig.’ ”
‘Gläubiger’, ‘Moslem’ oder ‘Muslim’
ist der, der an die islamische Lehre so glaubt und sie so annimmt, wie
sie von ALLAH, dem Erhabenen, durch St. Muhammed, Friede sei mit Ihm,
allen Menschen mitgeteilt wurde und wie sie sich auch in den islamischen
Ländern verbreitete. Diese Lehre wurde im heiligen Koran und in
tausenden von Hadithen erklärt. Seine Gefährten hörten diese Lehre vom
Propheten, Friede sei mit Ihm, und erzählten sie ihren Nachfolgen,
Friede sei mit ihnen allen. Sie schrieben sie in ihren Büchern, so wie
sie sie von ihnen oder ihren nächsten Nachfolgern hörten. Die
nachkommende Gelehrten, erklärten diese Lehre auf verschiedener Weise
und trennten sich voneinander. So entstanden 73 verschiedene
Glaubenslehren. Nur eine von ihnen folgte nicht ihrer eigenen Meinung
oder Ansicht und veränderte oder fügte nichts hinzu, während sie diese
Lehre interpretierten. Diese richtige Glaubenslehre wird Anhänger der
Sunna oder sunnitisch genannt. Die übrigen 72 Glaubensrichtungen, die
die richtige Glaubenslehre nach ihrer eigenen Auffassung veränderten und
die sie nicht von Hinzufügungen bewahrten, sind die Lehren der
reiligiösen Abweichung oder die Irrlehren. Sie sind auch Muslime, jedoch
sind sie auf dem Irrweg. Die aber, die den heiligen Koran und die
Hadithen nach ihrer eigenen Ansicht und Meinung interpretierten, anstatt
die Glaubenslehre in den Büchern der Gefährten des heiligen Propheten
und ihrer Nachfolger, anzunehmen, sind nicht Muslime, sie
sindUngläubige. Die von ihnen, die sich Muslim nennen, sind entweder
Häretiker oder Heuchler oder Atheist. Die, die Häretiker sind, glauben
daran, dass sie selbst aufrichtige Muslime sind und der
Religionsgemeinschaft des St. Muhammed angehören. Die Heuchler sind in
einer anderen Religion. Die Atheisten haben keine Religion doch um die
Muslime zu Atheisten zu machen, geben sie sich aus, als ob sie Muslime
wären. Alle diese drei Ungläubigen streben nach einer Reform in der
Religion und versuchen den Islam durch Veränderungen und Anschwärzungen
zu vernichten. Sie sind Feinde des Islam. Sie sind viel schädlicher als
die Juden, Christen, Kommunisten und Freimaurer.
Die Lehre, an die geglaubt werden
muss, um ein Muslim zu sein, bestehen nicht nur aus den bekannten sechs
Glaubensgrundsätzen. Man muss ferner daran glauben, dass Gebote
ausgeführt werden müssen und Verbotenicht zu tun sind. Jemand, der nicht
daran glaubt, dass es die erste Pflicht ist, Gebote zu folgen und
Verbote nicht zu tun, ist kein Moslem. Er wird glaubensabtrünnig.
Jemand, der daran glaubt, aber ein oder mehrere Gebote nicht hält oder
ein oder mehrere Verbote nicht beachtet, ist auch ein Moslem, aber er
ist fehlerhaft und schuldig. Solch ein Moslem wird Sünder genannt.
Anbeten heißt die Verbote und Gebote beachten. Ein Moslem, der versucht,
die Gebote zu tun und Verbote zu achten und der bereut, wenn er dagegen
verstößt, wird rechtschaffener Moslem genannt.
Es gibt keine Entschuldigung für eine
Person, der in einem freien Land lebt, dessen Regime Demokratie ist, die
sechs Grundsätze des Glauben, woran geglaubt werden muss und die
bekannten Gebote und Verbote nicht zu wissen. Es ist eine schwere Sünde,
sie nicht zu wissen. Es ist notwendig, dass man sie lernt und seine
Kinder lehrt. Wenn man sie nicht lernt, weil man dies nicht ernst nimmt,
wird man Ungläubiger. Wenn jemand sagt: “Eschhedu en lâ ilâhe ill’
Allah we eschhedu enne Muhammeden abduhu we Ressûluh” [d.h. Ich bezeuge,
dass es keinen Gott gibt außer ALLAH, dem Erhabenen, und dass Muhammed,
Friede sei mit Ihm, sein Gesandter ist] und wenn er an dessen Bedeutung
glaubt, wird er ein Moslem. Aber, er hat nachher die Glaubenslehre und
die bekannte Kenntnisse, welche Gebote und Verbote sind, langsam zu
lernen und die, die wissen, müssen es ihm lehren. Wenn er sie nicht
lernt, tritt er aus dem Islam aus und wird glaubensabtrünnig. Es ist
notwendig, all dies aus den Religionsbüchern der Gelehrten der Anhänger
der Sunna zu lernen.
Es wird Anbetung genannt, die Gebote,
sowie die Verbote zu achten. Die Gelehrten der Anhänger der Sunna
unterscheiden sich wenig in der Erklärung der Anbetung. Dennoch
entstanden verschiedene Rechtsschulen. Jeder von der Gefährten des
heiligen Propheten hatte eine Rechtsschule, der er selbst folgte. Heute
sind nur noch vier Rechtsschulen bekannt. Die übrigen Rechtsschulen
wurden nicht niedergeschrieben und im Laufe der Zeit vergessen. Diese
vier Rechtsschulen, die die richtigen sind, haben dieselbe
Glaubenslehre. Es gibt keinen Unterschied im Glauben unter ihnen. Sie
haben die Glaubenslehre der Sunna. Jene, die diese Glaubensrichtung
nicht haben, nennt man Anhänger der Irrlehrenoder Verirrte Sie
behaupten, in einer fünften Rechtsschule zu sein, was aber nicht richtig
ist. Es gibt keine sogenannte “fünfte Rechtsschule.”
Heute gibt es keinen anderen Weg, um
die Kenntnisse der Religion zu lernen, außer dass man in den
Religionsbüchern einer von den vier Rechtsschulen liest. Jeder darf die
Rechtsschule wählen, die ihm leicht fällt. Er liest die Bücher dieser
Rechtsschule, lernt sie und verrichtet entsprechend alle seine
Tätigkeiten. So wird er ein Mitglied dieser Rechtsschule. Das nennt man
“Nachahmung”. Weil es jedem leicht fällt, das zu lernen, was er von
seinem Vater und seiner Mutter gehört oder gesehen hat, wählt jeder
Moslem die Rechtsschule seines Vaters oder seiner Mutter. Es ist eine
Erleichterung für die Muslime, dass es nicht nur eine, sondern vier
Rechtsschulen gibt. Eine Rechtsschule zu verlassen und eine andere
anzunehmen ist zulässig. Aber es dauert jahrelang, bis man die Regeln
der neuen Rechtsschule gelernt hat. Die Bestrebungen, die man in der
vorherigen Rechtsschule machte, werden vergebens sein. Außerdem kann man
sich bei der Verrichtung der Tätigkeiten durch Verwechseln der alten
und neuen Kenntnisse irren. Es ist auf keinen Fall erlaubt, seine
Rechtsschule zu verlassen, weil man sie nicht mag. Denn die islamischen
Gelehrten teilten mit, dass es zum Unglauben führt, den Weg der
Gefährten des heiligen Propheten und ihrer Anhänger zu verachten oder zu
behaupten, sie seien unwissend.
Vor kurzer Zeit tauchten einige Leute
wie Mewdudi aus Pakistan und Sejjid Kutub und Reschid Rizâ aus Ägypten
und die, die sich durch das Lesen ihrer Bücher täuschen liessen, auf und
sagten, dass die Rechtsschulen vereinigt werden sollten und somit der
Islam leicht und praktizierbar gemacht werden solle. Sie verteidigen
diese Meinung mit ihren mangelhaften Kenntnissen und kurzer Vernunft.
Ein Blick auf ihre Bücher zeigt, dass sie keine Kenntnisse von
islamischen Wissenschaften haben. Sie beweisen mit ihren auffälligen und
formulierten, aber nichts besagenden Schriften und ungültiger Logik
ihre Unwissenheit, wie wir im Folgenden zeigen werden:
1) Die Gelehrten der vier
Rechtsschulen erklärten, dass eine Anbetung, bei deren Durchführung mehr
als einer Rechtsschule gefolgt wird, nicht richtig wird, wenn es nicht
nach einer Rechtsschule richtig ist. Eine Person die der Übereinstimmung
der vier Rechtsschulen nicht folgt, wird in keiner der vier
Rechtsschulen sein. Diese Person wird Verirrter, Taten einer solchen
Person sind mit der Religion nicht zu vereinbaren. Zeigt jemand so ein
Verhalten, so nimmt er die Religion nicht ernst.
2) Vereinigung der Rechtsschulen würde
bedeuten, die Muslime auf einen Weg zu beschränken und die Durchführung
der Anbetung zu erschweren. Wenn ALLAH, der Erhabene und SEIN Prophet,
Friede sei mit Ihm, einen solchen einzigen Weg gewünscht hätten, hätten
sie eine Grenze gezogen und alles hätte man demnach durchführen müssen.
Aber, weil ALLAH, der Erhabene und SEIN Prophet mit den Menschen
barmherzig sind, haben sie ihnen Möglichkeiten offen gelassen.
Verschiedene Rechtsschulen kamen durch die unterschiedliche
Interpretation der Religionsquellen zustande. Wenn jemand auf eine
Schwierigkeit in seiner eigenen Rechtsschule stößt, wählt er den
leichten Weg dieser Rechtsschule. Im Falle einer großen Schwierigkeit,
darf er sogar einer anderen Rechtsschule folgen, um religiöse Taten auf
leichte Weise durchführen zu können. Diese Erleichterungen würden nicht
existieren, wenn nur einer Rechtsschule gefolgt werden müsste. Die
Verirrten, die glauben, Erleichterungen gesammelt zu haben, erschweren
in der Tat nur die Tätigkeiten der Muslime.
3) Wenn jemand einen Teil einer
Anbetung nach einer Rechtsschule und den anderen Teil nach einer anderen
Rechtsschule zu verrichten versucht, würde das bedeuten, dass er die
Vorschrift des Gründers der ersten Rechtsschule nicht für richtig hält,
d.h. er behauptet, dass die Gefährten des heiligen Propheten und ihre
Nachfolger unwissend seien. Wie oben mitgeteilt wurde, kann das nicht
mit dem islamischen Glauben übereinstimmen.
In der Geschichte gab es viele
Menschen, die die Anbetung verändern wollten und die Gelehrten (der
Anhänger) der Sunna, Friede sei mit ihnen allen, beleidigten. Es ist
offenkundig, dass die, welche darauf bestehen, mit den Erleichterrungen
der Rechtsschulen eine neue Rechtsschule zu bilden und die vier
Rechtsschulen abzuschaffen, sicher nicht einmal eine Seite der Bücher
der Großgelehrten, die die Gründer der vier Rechtsschulen sind, richtig
lesen und verstehen können. Denn, um den Vorzug und die Erhabenheit der
vier Imâms verstehen zu können, muss man ebenfalls ein
Religionsgelehrter sein. Jemand, der ein solcher Gelehrter ist, kann
gewiss nicht so unwissend sein und einen falschen Weg öffnen und so die
Leute ins Unglück führen. Diejenigen, die an solche, im Laufe der
Geschichte auftauchenden Unwissenden glaubten, stürzten in ein großes
Unglück. Gläubigen die seit 1400 Jahren in jedem Jahrhundert kommenden
und in den Hadithen gelobten Gelehrten der Sunna folgten, erreichten die
Glückseligkeit. Auch wir sollen uns auf den Weg unserer Vorfahren, der
frommen reinen Muslime, der Märtyrer um ALLAHs Willen und die
Verbreitung des Islams halten. Wir sollten den Veröffentlichungen
solcher Reformer keine Beachtung schenken.
Aber unglücklicher Weise verbreiteten
sich die verderblichen Ansichten von ’Abduh, Präsident der
Freimaurerloge in Kairo und an Dschâmi’ ul-ezher, der Universität in
Kairo. Auf diese Weise traten Reformer in der Religion auf wie Reschid
Rizâ, Mustafâ Murâghî, Rektor der Dschâmi’ ul-ezher, ’Abd ul-Madschîd
Salîm Mufti von Kairo, Mahmûd asch-Schaltut, Tantawî ul-Dschawahrî, ’Abd
ur-Râsık Pascha, Zekî Mubârek, Farîd Wedschdî, ’Abbâs ’Akkâd, Ahmed
Amîn, Doktor Tahâ Hüssejn Pascha, Kâsım Amîn und Hassan Benna.
Andererseits wurden diese wie ihr Meister ’Abduh, als “moderne
islamische Gelehrte” betrachtet und ihre Bücher ins Türkische übersetzt.
Sie verursachten, dass viele Erwachsene und die Jugend vom richtigen
Weg abwichen.
Der große islamische Gelehrte Sejjid
’Abdulhakîm-i Arwâsî, Friede sei mit ihm, der absolute Religionsgelehrte
des 14. Jahrhunderts nach der Hedschra ist, sagte: “’Abduh, der
Geistliche von Kairo konnte den Vorzug der islamischen Gelehrten nicht
verstehen und er verkaufte sich an die Feinde des Islam. Später wurde er
Freimaurer und einer der heimtükischen Ungläubigen, die den Islam von
innen zu zerstören versuchten.”
Diejenigen, die wie Abduh in Unglaube
und Verirrung stürzten, wetteiferten miteinander, um die ihnen
nachfolgenden jungen Geistlichen vom richtigen Weg abzubringen. Sie
führten sie in ein solches Unglück, wie in der folgenden Hadith
mitgeteilt wird: “Verirrte Geistliche werden das Unglück meiner
Gemeinschaft verursachen”.
Die Novizen von ’Abduh, gest. 1323
[1905], die in Ägypten ausgebildet wurden, blieben nicht untätig. Sie
gaben viele Bücher heraus, die ALLAHs des Erhabenen Zorn auf sie zogen.
Eins von diesen ist das Buch Muhâwerât (Die Gespräche)von Reschîd Rizâ.
In seinem Buch grifft er, wie sein Meister, die vier sunnitischen
Rechtsschulen an. Er glaubte, dass die verschiedenen Rechtsschulen aus
den Meinungsverschiedenheiten entstanden sei und zeigte die Methoden und
Prinzipien wie Fanatismus und Streit. Auf diese Weise ging er soweit zu
sagen, dass sie die islamische Einheit zerstörten. Dadurch verspottete
er Millionen von treuen Muslimen, die seit über tausend Jahren einer der
vier Rechtsschulen folgten. Er entfernte sich vom rechten Weg soweit,
dass er durch die Veränderung der Religion und des Glaubens, auf die
Beschaffung der heutigen Bedürfnisse hoffte. Die Reformer in der
Religion haben eine gemeinsame Eigenschaft, nämlich stellen sie sich als
fromme Muslime und hochgebildete Religionsgelehrte vor, die die
Bedürfnisse dieses Jahrhunderts begriffen hätten. Ferner behaupten sie,
daß die frommen Muslime, die islamischen Bücher gelesen und verstanden
hätten und den Gelehrten der Sunna gehorchen, blose Nachahmer seien, die
wie niedrige Volksschichten denken. Dabei vergessen sie, dass die
Gelehrten der Sunna die Erben des Propheten sind und mit folgender
Hadith hochgelobt werden: “Die segensreichste Zeit ist ihre Zeit.” Die
Schriften und Reden der Religionsreformer zeigen klar, dass sie von den
Regeln der Religion und von den Kenntnissen der Rechtswissenschaft keine
Ahnung haben und sie, weil ihnen die Grundkenntnisse der Religion
fehlen, zu den Unwissenden gehören. Lobt der heilige Prophet, Friede sei
mit Ihm, in den folgenden Hadithen die Gelehrten der Sunna, die seit
1400 Jahren auf der Welt waren oder ’Abduh und seine Novizen, die nach
ihnen kamen? “Die vorzüglichsten unter den Menschen sind die gläubigen
Gelehrten.” “Die Religionsgelehrten sind die Erben der Propheten.” “Das
Wissen des Herzenz ist ein Geheimnis unter den Geheimnissen ALLAHs, des
Erhabenen.” “Der Schlaf der Religionsgelehrten gilt als Anbetung” “Seid
ehrvoll zu den Religionsgelehrten meiner Gemeinschaft! Sie sind die
Sterne der Erde.” “Die Rechtsgelehrten sind schätzenswert. Es ist eine
Frömmigkeit, mit ihnen zusammen zu sein.” “Ein Gelehrter inmitten seiner
Schüler ist wie ein Prophet in seiner Gemeinschaft.” Auf diese Frage
antwortet der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, abermals in folgenden
Hadithen: Jedes Jahrhundert wird schlechter sein als das Vergangene.
Und so geht es weiter bis zum Weltuntergang!” “Je mehr sich der Jüngste
Tag nähert, desto verderblicher und stinkender werden Geistliche sowie
das Aas eines Esels.” Diese Hadithen stehen in der verkürzten Auflage
des Buches Muchtasaru Tezkiret-i Kurtûbî (Die gekürzten Erinnerungen von
Kurtubî). Alle islamischen Gelehrten und tausende von Heiligen, die von
dem heiligen Propheten gelobt wurden, teilten übereinstimmend mit, dass
die Gläubigen, die dem Weg der Sunna folgen, von der Hölle befreit
werden und diejenigen, die keine Anhänger der Sunna sind, in die Hölle
kommen werden. Ferner teilten sie übereinstimmend mit, dass die
Vereinigung der Rechtsschulen, d.h. die Vereinigung der Erlaubnissen der
vier Rechtsschulen zur Gründung einer willkürlichen “fünften
Rechtsschule,” falsch und unsinnig ist.
Richtet sich ein vernünftiger Mensch
nach der Glaubenslehre der Sunna, die von den seit tausend Jahren auf
die Welt gekommenen Gelehrten der Sunna übereinstimmend gelobt und
gepriesen ist, oder glaubt er an sogenannte, moderne, fortschrittliche
(!) Menschen, die unwissend in der Religion sind und erst vor hundert
Jahren auftauchten?
Einige Besserwisser der 72 Sekten, die
in die Hölle kommen werden, wie mit der Hadith mitgeteilt wurde,
griffen immer wieder die Gelehrten der Sunna, Friede sei mit ihnen
allen, an und versuchten diese frommen Personen anzuschwärzen. Ihnen
wurde jedoch mit Versen des heiligen Korans und mit Hadithen
geantwortet. Nachdem sie feststellten, dass sie nicht mit
wissenschaftlichen Methoden erfolgreich sein können, hofften sie durch
Raub und Gewalttätigkeit ihr Ziel zu erreichen und verursachten in jedem
Jahrhundert Blutvergießen. Tausende von Muslimen, die die sunnitischen
Rechtsschulen lieben, betrachteten sich aber stets wie Geschwister. Der
heilige Prophet, Friede sei mit Ihm sagte: “Die Teilung der Muslime
unter Rechtsschulen im täglichen Leben ist Gnade ALLAHs, des Erhabenen.”
Aber die Religionsreformer wie Reschîd Rizâ, der 1282 n.Hed. (1865)
geboren wurde und 1354 n.Hed. (1935) in Kairo starb, sagen, dass sie
durch Vereinigung der vier Rechtsschulen, die Einheit des Islam,
errichten würden. In Wirklichkeit gebot der heilige Prophet allen
Muslimen auf der Welt, sich auf dem einzigen Glaubensweg, nämlich auf
dem rechten Weg der vier Kalifen zu vereinigen. In Zusammenarbeit fanden
die islamischen Gelehrten den Glaubensweg der vier Kalifen und
schrieben sie in ihren Büchern nieder. Sie nannten diesen Weg “Anhänger
der Sunna.” Alle Muslime auf der Welt sollen sich auf diesem einzigen
Glaubensweg der Sunna vereinigen. Die, die zur islamischen Gemeinschaft
streben, sollten sich der vorhandenen Einigung anschliessen, wenn sie in
ihrem Streben aufrichtig sind. Freimaurer und Ungläubige aber, die den
Islam von innen zu zerstören versuchen, betrügen mit auffällig
formulierten Aussagen die Muslime und zerstören die Glaubenseinheit
unter der Maske ihres Schlagwortes “Wir werden Zusammenarbeit schaffen.”
Die Feinde des Islam versuchen seit
der Zeit des heiligen Propheten die islamische Religion zu vernichten.
Auch jetzt greifen Freimaurer, Kommunisten, Juden und Christen durch
verschiedene Pläne den Islam an. Außerdem versuchen verirrte Muslime,
die wie es mitgeteilt wurde, in die Hölle kommen werden, durch Betrug
und Verleumdung die Anhänger der Sunna, die auf dem rechten Weg sind,
anzuschwärzen und sie von ihrem Weg abzubringen. Auf diese Weise
arbeiten die Schiiten, die Dschaferîten und die Wahhabiten zusammen mit
den Feinden des Islams, um den Weg der Sunna zu vernichten. Die
Vorkämpfer dieses Angriffes waren die Briten, die mit den königlichen
Streitkräften, ihrem Reichtum, ihrer Flotte und Technik, durch Politiker
und Schriftsteller die größten islamischen Staaten, die die Beschützer
der Rechtsschulen der Sunna waren, den Gurgâniyye-Staat in Indien und
das Osmanische Reich, das sich auf drei Kontinente verbreitet hatte,
vernichteten. Sie vernichteten viele wertvolle Bücher des Islams
vollständig und rotteten die islamische Lehre in vielen Ländern aus. Im
zweiten Weltkrieg verursachten sie, dass die Kommunisten und die Feinde
des Islams sich stärkten und verbreiteten. Die zionistische Organisation
“Sichyuniyye”, die in Palästina im heiligen Land der Muslime einen
jüdischen Staat zu errichten versuchten, wurde im Jahre 1917 von James
Balfour, einem der britischen Ministerpräsidenten gegründet und Jahre
lang von der britischen Regierung unterstützt. 1366 n.Hed. (1947)
ermöglichten sie die Gründung des Staates Israel. Im Jahre 1932
übergaben sie die arabische Halbinsel, die sie dem Osmanischen Reich
entnahmen, den Söhnen von Suud und veranlassten somit, dass dort ein
wehhabischer Staat gegründet wurde, wodurch sie dem Islam großen Schaden
zufügten. Abdurreschid Ibrahim Efendi berichtet im Buch Âlem-i Islâm
(Islamische Welt), unter der Überschrift “Die Feindschaft der Briten
gegen den Islam” folgendes: Es war ein unbändiges Ziel der Engländer das
islamische Kalifat abzuschaffen. Auch der Krim Krieg, bei dem sie uns
angeblich beistanden, war einer ihrer Pläne, deren List uns in
verstaunen setzt. Der Freundschaftsvertrag von Paris, sowie die Anträge,
die sie während der Lausanner Friedenskonferenz einreichten, legen
diese List offen dar. Hinter jedem Verhängnis, das auf die Türken,
zukam, stehen die Engländer, die es von je her gut verstehen sich
zutarnen. Der Gundsatz ihrer Politik ist die Vernichtung des Islams, vor
dem sie Angst haben. Sie täuschen die Muslime, indem sie
niederträchtige bestechbare Menschen als Religionsgelehrte oder Helden
preisen. Mit einem Wort sind die Engländer der größte Feind des Islams.
Abdürreschid Efendi starb im Jahre 1944 (1363 n.Hed.) in Japan. Die
Briten verursachten nicht nur Blutvergießen in den islamischen Ländern,
sondern betrogen außerdem mit Hilfe schottischer Freimaurer tausende von
Muslimen und Geistlichen, indem sie sie zu Freimaurer machten. Durch
ihre leeren Worte: “Hilfe der Menschheit und Bruderschaft” verursachten
sie, dass tausende von Muslimen aus der Religion austraten und abtrünnig
wurden. Die Briten nutzten diese Glaubensabtrünnigen Freimaurer als
Mittel gegen den Islam. Auf diese Weise dienten Freimaurer wie Mustafa
Reschîd Pascha, ’Alî Pascha, Fûâd Pascha, Midhat Pascha und Tal’at
Pascha, um die islamischen Staaten zu vernichten und auch Freimaurer wie
Dschemaleddîn Efghânî, Muhammed ’Abduh und die Novizen, die von ihm
ausgebildet wurden, als Mittel, um die islamische Lehre zu vernichten.
Das Buch Muhâwerât von einem Ägypter namens Reschîd Rizâ, ist eines der
hunderten Büchern, die von diesen Freimaurern geschrieben wurden, die
verderblich und zerstörerisch sind. Dieses Buch wurde aus dem Arabischen
in die verschiedenen Sprachen übersetzt und in den islamischen Ländern
verbreitet. Auf diese Weise versucht man die Religion und den Glauben
der Muslime zu vernichten. Man sieht, wie einige von den jungen
Geistlichen, die die Bücher der Gelehrten der Sunna nicht studiert oder
nicht verstanden haben, von dieser Strömung erfasst wurden. Sie stürzten
nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen ins Unglück.
Im Buch Muhâwerât werden die vier
Rechtsschulen der Sunna angegriffen und die Übereinstimmung der
Gemeinschaft wird geleugnet. Ferner wird dort behauptet, dass man das
tun soll, was jeder vom heiligen Buch (Koran) und von der Sunna
(Hadithen) für richtig hält. Auf diese Weise verdirbt man die
islamischen Kenntnisse. Um unseren muslimischen Brüdern zu erklären, wie
dieses Buch verderblich ist, haben wir ein Buch namens “Din adamı
bölücü olmaz” (Der Geistliche darf keine Zerteilung hervorrufen.)
vorbereitet und in türkisch und in englisch veröffentlicht. Außerdem
haben wir das Buch namens Hulâsat-üt-tachkîk fî-bejân-ı hükm-ittaklîd
vettelfik (Die Zusammenfassung der Untersuchungen und die Äußerung über
die Nachahmung und Leichtigkeit) von Abdülgani Nablûsî, einem absoluten
Religionsgelehrten und das Buch Hudsch-dschetullahi alel’âlemîn (Die
Beweise Allahs, des Erhabenen, über das Weltall) von Yusuf-i Nebhanî und
das Buch Gâyet-üt-tachkîk (Das Ergebnis der Untersuchung) von Muhammed
Hayat Sindî und das Buch Sef-ül-ebrâr (Der Schwert der Guten) von
Muhammed Abdurrahman Silhetî, einem indischen Gelehrten, Friede sei mit
ihnen allen, als Erwiderung zu diesem verderblichen Buch publiziert. Am
Ende des Buches Hulâsat-üt tachkîk steht folgendermaßen:”
“Ein Muslim ist entweder ein
Religionsgelehrter oder einer, der nicht auf der Stufe des Urteilfällens
steht. Ein Religionsgelehrter ist entweder ein absoluter
Religionsgelehrter, oder ein Anhänger einer Rechtsschule. Es ist nicht
zulässig für einen absoluten Religionsgelehrten, einem anderen Gelehrten
zu folgen. Er hat seinem eigenen Urteil zu folgen. Ebenfalls folgt ein
Anhänger, der Rechtsschule eines absoluten Gelehrten.
“Ein Muslim, der kein
Religionsgelehrter ist, hat einer der vier Rechtsschulen zu folgen und
bei der Durchführung einer Tat alle Bedingungen, die für die Geltung
dieser Tat von dieser Rechtsschule gefordert ist, zu erfüllen, Wenn er
eine der geforderten Bedingungen nicht erfüllt, gilt sein Gebet nicht.
Dies wurde uns von den Gelehrten übereinstimmend mitgeteilt. Obwohl es
nicht obligatorisch ist, daran zu glauben, dass die eigene Rechtsschule
die Beste ist, ist es doch gut für ihn, wenn er so glaubt. Bei der
Durchführung einer Tat oder eines Gebets mehreren Rechtsschulen zu
folgen, nähmlich ihren Vorschriften einzuhalten, die nicht miteinander
übereinstimmen, entfernt man sich von der vier Rechtsschulen und stellt
eine Fünfte auf. Diese eigenwillige Handlung ist nach den vier
Rechtsschulen Leichtigkeit und gilt nicht. Man wird somit die Religion
nicht erst genommen haben. Wenn etwas, das nach den Bestimmungen der
Religion rituell unrein ist, in eine bestimmte Menge Wasser, die nicht
weniger als 220 Kg. und nicht mehr als eine Fläche von 25 m2 bedeckt
(dabei bildet die Tiefe keinen Ausgangspunkt) fällt und dabei die Farbe,
der Geruch und der Geschmack des Wassers sich nicht verändern, und wenn
mit diesem Wasser die rituelle Waschung, ohne die rituelle Absicht zu
haben, durchgeführt wird und dann die Glieder nicht der Reihe nach und
nicht schnell gewaschen und abgerieben werden und wenn nicht im Namen
ALLAHs, des Erhabenen angefangen wird, gilt diese rituelle Waschung nach
der Übereinstimmung der Gelehrten der vier Rechtsschulen nicht. Wenn
jemand sagt, dass diese rituelle Waschung gültig sei, beschafft er eine
neue Rechtsschule. Nicht einmal ein Religionsgelehrter darf eine fünfte
Meinung äussern. Sadr us-Scharî’a schreibt in seinem Buch Tawdîch (Die
Aufklärung): ‘Wenn von den Gefährten des heiligen Propheten über die
Durchführung einer Tat zwei verschiedene Meinungen übermittelt werden,
dürfen die Nachkommenden nach der Übereinstimmung der Gelehrten keine
dritte Meinung äußern. Es wurde auch gesagt, dass die Gelehrten jedes
Jahrhunderts ähnlich, wie die Gefährten des heiligen Propheten sind.’
Molla Khusraw, Friede sei mit ihm, schreibt in seinem Buch Mir’at
ul-usûl(Spiegel der Regeln): ‘Wenn die Gelehrten des ersten Jahrhunderts
n.Hed. für eine Tat zwei verschiedene Meinungen darlegten, ist es
einstimmig nicht erlaubt, eine dritte Äusserung abzugeben. Dschelâl
ad-dîn-ı Mihallî, erster Verfasser des Buches der Auslegung des heiligen
Korans namens Dschelâleinschreibt im Kommentar Dschem’ ul-Dschewâmi
(Summe der Summen), das der Großgelehrte Suyûtî verfasste: ‘Es ist
verboten, die Übereinstimmung der heiligen Gefährten und ihrer
Nachfolger anzuzweifeln. Dies wurde als verboten bezeichnet und ist im
heiligen Koran für verboten erklärt. Deswegen ist es verboten, eine
dritte Meinung zu äußern, wenn die Gefährten des heiligen Propheten und
ihre Nachfolger zwei verschiedene Auslegungen haben.’
“Es wurde übereinstimmend mitgeteilt,
dass das Durchführen einer Tat nicht gilt, wenn man dabei zwei oder drei
oder auch vier Rechtsschulen folgt und so eine Tat nach keiner der vier
Rechtsschulen gültig ist. Das heißt Leichtigkeit und ist nicht erlaubt.
Kâsim ibn Katlûbegha schrieb in seinem Buch Änderung: ‘Es ist
übereinstimmend überliefert, dass es nicht erlaubt ist, zwei
verschiedene Urteile zu folgen. Infolgedessen, wenn jemand bei der
rituellen Waschung das ganze Haar mit seiner nassen Hand nicht abreibt
und wenn er danach einen Hund berührt und das rituelle Gebet verrichtet,
gilt sein Gebet nicht. Im Buch Tewkîf ul-Hukkâm (Haftbefehle der
Richter)von Schihâb ad-dîn Ahmed bin ’Imâd, einem Gelehrten der
Rechtsschule Schâfi’î, Friede sei mit ihm, ist zu lesen, dass ein
solches Gebet nicht gilt’ Die rituelle Waschung und das Gebet der
obenerwähnten Person ist nach der Rechtsschule von Imâm-ı Mâlik, Friede
sei mit ihm, nicht gültig, weil sie das ganze Haar nicht mit der nassen
Hand abrieb. Sie ist ebenso nach der Rechtsschule von Imâm-ı Schafî’i,
Friede sei mit ihm, nicht gültig, weil sie einen Hund berührte.
Muhammed Bagdâdî, ein hanefitischer
Gelehrter, Friede sei mit ihm, schreibt in seinem Buch Taklîd
(Nachahmung): “Man musste drei Bedingungen beachten, wenn man eine
andere Rechtsschule folgen will. Die erste Bedingung, wie es im Buch
Tahrîr (Niederschrift)von Ibn Humâm erklärt ist, ist dass man eine Tat,
die man in seiner eigenen Rechtsschule beginnt, nicht in einer anderen
Rechtsschule beenden darf. Z.B.: Nachdem man seine rituelle Waschung
nach der Rechtsschule Schâfi’î durchgeführt hat, darf man sein rituelles
Gebet nicht nach der Rechtsschule Hanefî verrichten. Die zweite
Bedingung, die Ibn Humâm mitteilt, gemäß der Erklärung von Ahmed bin
Idris Qarâfî ist, dass diese Tat von den zwei Rechtsschulen, denen man
folgt, nicht für ungültig erklärt werden darf. Z.B.: Wenn jemand bei
seiner rituellen Waschung seine Glieder nach der Rechtsschule Schâfi’î
nicht mit der Hand abreibt und wenn er danach der Rechtsschule Mâlikî
folgend eine Frau, die er heiraten darf berührt, ist dieses Gebet, das
er mit dieser rituellen Waschung verrichtet, gemäß beiden Rechtsschulen
nicht gültig. Die dritte Bedingung ist, das Erlaubte der Rechtsschulen
nicht zusammenzutragen. Imâm-ı Newewî und viele andere Gelehrte hielten
diese Bedingung für wichtig, obwohl Ibn Humâm sie nicht mitteilte.
Hassan Schernbilâlî schreibt in seinem Buch Ikd ul-Ferîd (Wertvolle
Halskette) wie folgt:‘Wenn die religiöse Trauung ohne Anwesenheit eines
Vormunds durchgeführt wird, gilt sie für die Rechtsschule Hanefî, wenn
ein Zeuge anwesend ist. In der Rechtsschule Mâlikî ist sie auch dann
gültig, wenn kein Zeuge anwesend ist. Wenn aber weder Vormund noch Zeuge
anwesend sind, wird die Trauung nach keiner der vier Rechtsschulen
gültig’. Weil die Erfüllung dieser Bedingung für die Ungebildeten
schwierig einzuhalten ist, wurde es verboten einer anderen Rechtsschule
zu folgen, wenn keine Notwendigkeit vorliegt. Es wurde mitgeteilt, dass
das Folgen einer anderen Rechtsschule, ohne einen Gelehrten zu fragen,
nicht gültig ist.”
Ismâ’il Nablusî, Friede sei mit ihm,
weist in der Erläuterungsschrift des Buches Durer (Die Perlen)auf das
Buch ’Ikd ul-Ferîd hin und schreibt: ‘Man braucht nicht unbedingt in
einer Rechtsschule zu bleiben. Man kann auch bei einer seiner
Tätigkeiten einer anderen Rechtsschule folgen. Man muss aber alle
Bedingungen, die die erwähnte Rechtsschule fordert, ausführen. Die zwei
Taten, die miteinander nicht verbunden sind, darf man in zwei
verschiedenen Rechtsschulen ausführen. Die Notwendigkeit der Erfüllung
aller Bedingungen der betreffenden Rechtsschule zeigt, dass die
Vereinigung der Rechtsschulen nicht gilt.
Abd ur-Rahmân ’Imâdî, ein
hanefitischer Gelehrter, Friede sei mit ihm, schrieb in seinem Buch
Mukaddime (Einleitung): “Eine Person darf einer der anderen drei
Rechtsschulen nur im Falle der Notwendigkeit folgen. Dabei hat sie alle
geforderten Bedingungen der betreffenden Rechtsschule zu erfülen. Wenn
z.B. ein Hanefî bei seiner rituellen Waschung der Rechtsschule Schâfi’î
folgt und ein Kulletejn (220 Liter) Wasser verbraucht, das etwas Schmutz
enthält, muss er während der rituellen Waschung, die rituelle Absicht
voranstellen, seine Glieder mit seiner Hand abreiben und die Fatiha
rezitieren, (wenn er das Gebet hinter dem Vorbeter stehend verrichtet)
und unbedingt auf die Vorschriftsmäßigkeit im Gebet achten.Das ist
nötig. Es wurde übereinstimmend erklärt, dass ein Gebet nicht gilt, wenn
man all diese Bedingungen nicht erfüllt.” Es ist nicht nötig
zuschreiben, dass man beim ‘Folgen einer anderen Rechtsschule im Notfall
sein muss.’ Hier meint er mit dem Wort Notfall das Bedürfnis. Denn nach
den Beurteilungen der meisten Rechtsgelehrten ist es nicht unbedingt
notwendig, nur eine einzelne Rechtsschule immer zu folgen. Wenn man
während des Folgens seiner eigenen Rechtsschule in Notfall gerät, darf
man einer anderen folgen. Alles was bisher gesagt wurde zeigt, daß
Leichtigkeit ungültig ist.
Im Buch Tahrîr (Niederschrift)von Ibn
Humâm gibt es nichts, was auf die Richtigkeit der Leichtigkeit hinweisen
würde. Muhammed Baghdâdî (aus Bagdad) und Imâm-ı Manâwî teilten mit,
dass in dem Buch Feth ul-Kadîr (Eroberung des Mächtigen)von Ibn Humâm
folgendes steht: ‘Es ist sündenhaft, auf Grund eines Urteils und
Dokuments seine eigene Rechtsschule zu wechseln. Eine solche Person hat
bestraft zu werden. Es ist noch schlimmer, wenn man seine eigene
Rechtsschule wechselt, ohne sich auf ein Urteil oder ein Dokument zu
stützen. Die Rechtsschule zu wechseln bedeutet, dass man bei der
Durchführung seiner Handlung bzw. Anbetung einer anderen Rechtsschule
folgt. Dieses wird nicht erfüllt, wenn man einfach sagte “Ich habe meine
Rechtsschule gewechselt.” Das nennt man Versprechen, aber nicht Wechsel
und wegen dieses Versprechens ist es nicht nötig, dieser Rechtsschule
zu folgen. Der Vers des heiligen Korans “Fragt die Kundigen, was ihr
nicht wisst” befiehlt uns die, die für Gelehrt gehalten werden können,
nach ihren Auffassungen zu fragen. Die Religionsgelehrten erklärten den
Wechsel der Rechtsschule für verboten, um die Vereininigung der
Erlaubnisse zu den Rechtsschulen zu verhindern. Nach den meisten
Gelehrten darf jeder Moslem bei seinen verschiedenen Taten verschiedenen
Rechtsschulen folgen, die ihm leicht fallen.’ Wenn ein Unwissender
behaupten würde, dass das Wort von Ibn Humâm, “Jeder Moslem könne bei
allen Taten dem Urteil folgen, das ihm leicht fällt,” die Leichtigkeit
für gültig erklärt, ist sein Urteil falsch. Denn dieses Wort zeigt, dass
bei der ganzen Durchführung einer Tat nur einer Rechtsschule und nicht
mehreren Rechtsschulen, gefolgt werden soll. Die, die zu keiner
Rechtsschule gehören und dieses Thema nicht verstehen können, stellen
Ibn Humâm als falschen Zeugen für sich auf. Jedoch schreibt Ibn Humâm in
seinem Buch Tahrîr eindeutig, dass Leichtigkeit nicht erlaubt ist.
“Die Religionsreformer weisen, der
Vereinigung der Rechtsschulen betreffend auf die folgende Schrift von
Ibn Nudschejm, Friede sei mit ihm, hin: “Es steht in der Beurteilung von
Kâdî-khân, geschrieben: ‘Wenn ein gestiftetes Stück Land zu einem
unmäßig hohen Preis verkauft wird, ist dies nach Ebu Yûsuf nicht
erlaubt. Aber nach der Beurteilung von Imam-ı a’sam, darf der mit dem
Verkauf Beauftragte es selbst zum unmäßig hohen Preis weiterverkaufen.
Weil das gestiftete Stück Land nach Ebu Yûsuf durch Umtausch und nach
Ebu Hanîfe zu einem hohen Preis durch einem Beauftragten verkauft werden
darf, wird dieser Verkauf, wenn die beiden Urteile vereinigt werden,
richtig.’ Aber diese Vereinigung geschieht hier innerhalb einer
Rechtsschule. Die beiden Urteile ergeben sich aus den gleichen
Prinzipien. Die Leichtigkeit der zwei Rechtsschulen geschieht aber nicht
dementsprechend. Die Vereinigung der Rechtsschulen wird von Ibn
Nudschejm nicht gebilligt, wie aus dem folgenden Kommentarsbuch Bachr
ur-Râik (Kristallklares Meer)fürs Buch Kenz (Der Schatz)hervorgeht:
‘Wenn ein Muslim als Vorbeter mit anderen Muslimen, die in einer anderen
Rechtsschule sind, das rituelle Gebet verrichtet, hat er außerdem die
Bedingungen dieser anderen Rechtsschule zu erfüllen.’ ”
Die Übersetzung aus dem Buch Hülâsat-üt tachkîk (Die Zusammenfassung der Untersuchungen) geht hier zu Ende.
Muhammed Abd ur-Rahmân Silhetî, Friede
sei mit ihm, einer der indischen Gelehrten schreibt in seinem
persischen Buch Seyf ul-ebrâr-il-meslûl alel-füdschdschâr (Schwert der
Guten den Bosheiten der Bösen): “Während ein Gelehrter namens Hâfız
Hassan bin Muhammed Tajjibî, Friede sei mit ihm, die Hadith in dem
Kommentar Mischkât (Die Beleuchtungsstelle) “Macht es leicht! Erschwert
nicht!” erläuterte, sagte er, dass die Person, die Leichtigkeiten
zusammen gesammelt hat, ungläubig ist.” Was auch aus den oben erwähnten
Erklärungen hervorgeht:
1) Jeder Moslem hat bei seiner
Anbetung bzw. Handlung einer der vier Rechtsschulen zu folgen. Es ist
nicht erlaubt, einem Gelehrten außer diesen vier zu folgen.
2) Jeder Moslem darf einer der vier
Rechtsschulen folgen, die ihm leicht fällt, die er gern hat. Er darf bei
einer seiner Handlungen einer Rechtsschule und bei einer anderen
Handlung einer anderen Rechtsschule folgen.
3) Wenn man bei der Ausführung einer
Handlung, verschiedene Rechtsschulen beachten will, ist es notwendig für
die Gültigkeit dieser Handlung, die Bedingungen einer Rechtsschule
vollkommen einzuhalten. Diese Handlung wird der Rechtsschule gemäß
gültig. Das wird Takwâ genannt und ist sehr gut. Somit hat er eine
Rechtsschule gefolgt und die andere beachtet. Einer Rechtsschule zu
folgen ist nur dann möglich, wenn man alle vorgeschriebene Bedingungen
zu dieser Rechtsschule erfüllt. Aber wenn das Gebet, bzw. die Handlung
einer Person nach keiner der Rechtsschulen, denen sie folgte, gültig
ist, wird es Leichtigkeit bzw. Vereinigung genannt, was auf keinen Fall
erlaubt ist.
4) Man muss nicht immer unbedingt in
einer Rechtsschule bleiben. Wenn man es wünscht, kann man die
Rechtsschule ändern. Um einer anderen Rechtsschule zu folgen, muss man
die Rechtswissenschaft Kenntnisse dieser Rechtsschule erwerben. Diese
kann man von den Religionsbüchern lernen. Deswegen ist es leicht, immer
nur in einer Rechtsschule zu bleiben, dagegen aber schwierig, einer
anderen Rechtsschule überzugehen oder bei der Durchführung einer
Handlung einer anderen Rechtsschule zu folgen. Davon sollte nur in
notwendigen Fällen Gebrauch gemacht und dabei alle Bedingungen in dieser
Rechtsschule erfüllt werden.
Die Rechtsgelehrten haben denen, die
keine umfassende Rechtswissenschaft haben, verboten, einer anderen
Rechtsschule zu folgen, weil es schwierig ist, die Kenntnisse der
Rechtswissenschaft der anderen Rechtsschule zu erlernen. Im Buch Bahr
ul-Fetwa (Meer des Rechtsgutachtens)steht mit Beziehung auf die obige
Erklärung folgendes: “Wenn die Wunde einer Person in der Rechtsschule
Hanafî stetig blutet, ist es ihm nicht erlaubt, die rituellen Gebete
nach der Rechtsschule Schafiî zu verrichten, obwohl es schwierig ist, in
jeder Gebetszeit die rituelle Waschung vorzunehmen. Denn seine Gebete
werden nicht gültig, wenn sie ebenfalls den von der Rechtsschule
Schâfi’î geforderten Bedingungen nicht entsprechen. Diese Thema steht im
Teil Ta’sir (Tadeln)des Buches Ibn-i Abidin eingehend. Die Gelehrten
der Sunna haben es den Unwissenden ohne Notfall, nicht erlaubt, um ihre
Anbetung vor Ungültigkeit zu schützen.
Der Gelehrte Tachtawî schreibt in der
Erläuterung des Buches Dürr-ül muchtar (Ausgewählte Perle) im folgenden:
“Ein Teil der Gelehrten der Koranauslegung äußerten: ‘Der 103. Vers der
Sure Imran “Haltet euch fest an ALLAHs Seil!” bedeutet ‘Folgt dem, was
Rechtsgelehrte mitteilen!” Wer immer noch den
Rechtswissenschafts-Büchern nicht folgt, gerät auf Abwege und so bleibt
ihm die Hilfe ALLAHs, des Erhabenen versagt und muss die Höllenqualen
ertragen.
O ihr Gläubige! Gesinnt euch dieses
Verses und haltet euch fest an den Weg der Anhänger der Sunna, denen die
Höllenbefreiung verkündet wurde! Denn das Wohlgefallen und die Hilfe
ALLAHs, des Erhabenen sind mit den Angehörigen dieses Weges. Diejenigen,
die diesem Weg nicht angehören, werden mit ALLAHs, des Erhabenen Zorn
behandelt und mit den Höllenqualen bestraft werden. Um ein Anhänger der
Sunna zu werden, ist es nötig einer der vier bekannten Rechtsschulen zu
folgen. Wer heute nicht einem dieser folgt ist ein Anhänger der
Irrlehren. Er wird in die Hölle kommen” Wer die Erlaubnisse der vier
Rechtsschulen vereinigt, wird keinem von diesen gefolgt haben und wird
ein Verirrter. Eine Person ist in keiner Rechtsschule, wenn er die
Erleichterungen der vier Rechtsschulen zusammen bringt und nach der, die
ihm leicht fällt handelt. Wer nur einer Rechtsschule folgt, aber auch
nur eine seiner Ansichten mit der Glaubenslehre der Sunna unvereinbar
ist, wird er ein Verirrter. Diese drei Personen sind keine Sunniten, sie
sind die Angehörigen der reiligösen Abweichung. Die wahren Muslime
dagegen folgen einer der vier Rechtsschulen, und sind auf dem rechten
Weg.
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GÜNÜN MENKIBESİ
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Mevlânâ Ebû Eyyûb anlatır:
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GÜNÜN HADİSİ
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İslam’ın beş şartı
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GÜNÜN MEKTUBU
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Bu mektûb, şeyh Ferîd-i Rahbolîye yazılmışdır. Başa gelen sıkıntıya sabr dilemekde, tâ’ûndan ölmenin kıymetini ve tâ’ûn olan yerden kaçmanın günâh olduğunu bildirmekdedir
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