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DEUTSCH

IMÂM-I A’SAM EBU HANÎFE (Friede sei mit ihm)

Schemseddîn Sâmi schreibt in seinem Buch Kâmûs-ül-a’lâm wie folgt:

“Der Name von Imam-ı a’sam Ebu Hanîfe war Nu’mân. Der Name seines Vaters war Sâbit, der seines Großvaters Nu’mân. Er ist der Erste Imâm der vier Rechtsschulen der Sunna. Der ‘Imâm’ heißt Rechtsschulengründer. Er war ein Grundpfeiler der Religion des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, Er stammte aus einer angesehenen persischen Familie. Sein Großvater hatte den Islam angenommen. Er wurde in Kufa im Jahre 80 n.Hed. (698) geboren und hatte die Möglichkeit einige der Gefährten des heiligen Propheten wie, Enes bin Mâlik, ’Abdullah bin Ebî Ewfâ, Sehl bin Sa’d Sâ’idî und Ebul Fadl Âmir bin Wesile kennenzulernen. Er lernte die Rechtswissenschaft von Hammâd bin Ebî Sulejmân. Er war mit vielen bekannten Persönlichkeiten der Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten und mit Imâm-ı Dschafer Sâdıq, Friede sei mit ihm, zusammen. Er lernte viele Hadithen auswendig.

Auf Grund seiner Erziehung sollte er ein großer Richter werden, aber er wurde Gründer seiner eigenen Rechtsschule. Er hatte große Denkfähigkeiten. Er erwarb in der Rechtswissenschaft eine unvergleichliche Stufe und sein Name und Ruf wurden auf der ganzen Welt bekannt.

Der vierzehnte und zugleich letzte umajjadische Kalif Merwan bin Muhammed war der Enkel Merwan bin Hakem’s, Friede sei mit ihm. Er wurde im Jahre 132 n.Hed. (750) ermordet. Er herrschte in Ägypten fünf Jahre lang als Kalif. Als Yezîd bin Amr damals Gouverneuer von Irak war, bot er ihm das Richteramt des Kufa-Gerichts an. Da seine Frömmigkeit so ausgezeichnet wie sein Wissen und seine Intelligenz war, hatte er Angst, aus menschlicher Nachsicht, die Rechte der Menschen nicht haargenau beachten zu können. Auf befehl Yezids peitsche man seinen edlen Haupt 110 Mal aus. Sein edler Haupt und sein Gesicht waren angeschwollen. Am nächsten Tag ließ Yezîd den Imâm aus dem Gefängnis holen und bestand wieder darauf, dass der Imâm seinen Vorschlag annimmt. Der Imâm sagte: ‘Lass mich um Rat fragen!’ und er bekam die Erlaubnis. Er ging nach der heiligen Stadt Mekka, wo er fünf oder sechs Jahre lang blieb.

Im Jahre 150 n.Hed. (767) steckte man ihn ins Gefängnis, weil er das Angebot zum Richteramt des abbasidischen Kalifen Ebu Dschafer Mensur nicht annahm. Jeden Tag wurde er dort zehnmal mehr ausgepeitscht. Am Tage, als er hundertmal aus gepeitscht wurde, erlang er den Märtyrertod. Ebû Sa’d Muhammed bin Mensûr Hârezmî, einer der ersten Staatsminister des dritten seldschukischen Sultan Melik Schah, errichtete ein wunderbares Mausoleum auf dem Grab des St. Ebû Hanîfe Friede sei mit ihm. Später wurde das Grab von den Osmanischen Sultanen mehrere Male restauriert. Sultan Melik Schâh ist der Sohn des berühmten seldschukischen Sultan Alparslan [447-485] n.Hed., Friede sei mit ihm.

Ebû Hanîfe, Friede sei mit ihm, war der Erste, der die Rechtswissenschaft in verschiedene Gruppen aufteilte, und er sammelte Kenntnisse die er in verschiedenen Gruppen trennte. Er ist der Verfasser der Bücher Ferâ’iz (Das Erbrecht) und Schurût (Die Bedingungen). Es gibt viele Bücher, die über sein Rechtswissen Auskunft geben und seine außergewöhnliche Fähigkeit zum Vergleichen, seine tiefgehende Frömmigkeit, seine Milde und seine Rechtschaffenheit zeigen. Er hatte viele Schüler, aus denen einige große Religionsgelehrte wurden.

Die Rechtsschule Hanefî verbreitete sich in der Zeit des Osmanischen Reiches und sie war die offizielle Rechtsschule dieses Staates. Heute verrichten mehr als die Hälfte der Muslime und die meisten der Sunniten ihre Gebete nach der Rechtsschule Hanefî.” Die Übersetzung aus dem Buch Kâmûs-ül a’lâm ist hier beendet.

In dem Buch Mir’ât ul-kâ’inât (Spiegel des Weltalls) heißt es:

“Die Vorfahren von Imam-ı a’sam, Friede sei mit ihm, stammten aus einer Stadt namens Fâris in Persien. Sein Vater Sâbit traf St. Alî, Friede sei mit ihm, in Kufa und St. Alî betete für ihn und seine Nachkommen um die Gnade ALLHs, des Erhabenen. Imam-ı a’sam war einer der bedeutendsten Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten und er sah Enes bin Mâlik, Friede sei mit ihm, und drei oder sieben andere der Gefährten des heiligen Propheten. Er lernte Hadithen von ihnen.

Die Hadithe über Imâm-ı a’sam, die Imam-ı Hârismî durch Überlieferung von Ebû Hureire, Friede sei mit ihm, verkündete, sind allgemein bekannt: ‘Einer meiner Gemeinschaft namens Ebû Hanîfe wird kommen. Am Jüngsten Tag wird er das Licht meiner Gemeinschaft werden.’ ‘Einer namens Nu’mân bin Sâbit, Ebû Hanîfe wird kommen und die Religion ALLAHs, des Allmächtigen, und meine Sunna wiederbeleben.’ ‘In jedem Jahrhundert werden Menschen aus meiner Gemeinschaft kommen, die im höchsten Rang sind. Ebû Hanîfe ist der Vorzüglichste seiner Zeit.’ Diese drei Hadithe stehen auch in den Büchern Mewdû’at ul-Ulûm (Angelegenheiten der Wissenschaft) und Durr ul-Muchtâr. Ferner sind die folgende Hadithe zu erwähnen: ‘Aus meiner Gemeinschaft wird Einer namens Ebû Hanîfe kommen. Er hat einen Schönheitsfleck zwischen den beiden Schulterblättern. ALLAH, der Allmächtige, wird SEINE Religion durch ihn wiederbeleben.’

Im Vorwort des Buches Durr ul-Muchtâr steht: “Die Hadithen lauten: ‘So wie Adam, Friede sei mit ihm, mich rühmt, so rühme ich einen aus meiner Gemeinschaft namens Nu’mân Ebû Hanîfe. Er ist das Licht meiner Gemeinschaft.’ ‘Propheten rühmen mich. Und ich rühme Ebû Hanîfe. Wer ihn liebt, liebt mich auch. Wer ihm Feindseligkeit ausübt, der übt mir auch Feindseligkeit aus. Sie befinden sich auch im Buch Mukaddime (Einleitung) von von dem absoluten Religionsgelehrten St. Ebû’l-Lais-as Samarkandî und in dessen Erläuterung Takaddume (Priorität). Im Vorwort des Buches Mukaddime von Ghaznewî gibt es noch mehrere Hadîthen, die Ebû Hanîfe loben und in dessen Erläuterung Diyâ’-al-ma’newî (Geistiges Licht) sagt Kâdi Ebu ’l-Bakâ, ’Ebu’l-Faradsch ’Abd ar-Rahmân ibn ul Dschewzi folgte Chatîb aus Bagdad und behauptete, daß diese oben genannten Hadithen Mawdu’ seien. Er ist jedoch im Unrecht, da diese Hadîthen auf verschiedenen Wegen überliefert wurden.’ Bei der Erläuterung des Buches Durr ul-Muchtâr (Ausgewählte Perle) beweist Ibn ’Âbidîn die Richtigkeit der angeführten Hadîthen und er zitiert ferner die Hadîth aus dem Buch Chairât ul-Hisân (Wohltaten der Guten) von Ibn Hadscher-ı Mekkî, ‘Der Schmuck der Welt wird im Jahre 150 zurückgenommen.’ Der große Rechtsgelehrte Abd ul-Ghaffâr Kerderî (gest. 562 n.Hed./1166) sagte, daß diese Hadîth auf Imâm-ı a’sam Ebû Hanîfe obligatorisch hinweist, weil er im Jahre 150 starb. Eine Hadith, die aus den nach ihren Verfassern benannten Hadithbüchern Buchârî und Muslim steht, lautet: ‘Auch wenn der Glaube zum Planeten Venus ginge, würde ein Sohn der Perser ihn wieder zurückholen.’ Imâm-ı Suyuti, einer der Gelehrten der Rechtsschule Schafii erklärte, dass diese Hadith in Übereinstimmung der Gelehrten auf Imâm-ı a’sam hinweist. Auch Nu’man Alûsî schreibt im Buch Gâliyye (Das Geschätzte), dass die Hadith auf Ebû Hanîfe hinweise und sein Vater aus dem Persischen Volksstamm komme. Yûsuf, ein Hanbelî Gelehrter zitiert in seinem Buch Tenwir us-sahîfe (Aufklärung der Seite) durch die Überlieferung von dem Gelehrten namens Yûsuf ibn ’Abd al Berr (geb. 368/978, gest. 463/1071 in Dschatiwa), Richter von Lissabon, Portugal, ‘Verleumdet nicht Ebu Hanîfe und glaubt nicht denen, die ihn verleumden! Ich schwöre bei ALLAH, dem Erhabenen, dass ich keinen kenne, der so fromm und gelehrt ist wie er. Glaubt nicht daran was Chatîb aus Bagdad sagt! Er stand den religiösen Gelehrten ablehnend gegenüber. Er verleumdete Ebû Hanîfe, Imâm-ı Ahmed und ihre Schüler. Die islamischen Gelehrten antworteten auf Chatîb und tadelten ihn. Yûsuf Schams ad-dîn aus Bagdad teilt in seinem vierzigbändigen Werk Mir’ât uz-zemân (Spiegel der Zeit) seine Überraschung mit, dass sein Großvater Ibn el Dschewsî, Chatîb gefolgt war. ’Imâm-ı Gasali, Friede sei mit ihm, lobte in seinem Buch Ichja-i Ulûm (Erneuerung der Religionswissenschaften) Imam-ı a’sam als einen frommen und absoluten Religionsgelehrten. Bei Worten bei denen die Gefährten des heiligen Propheten und die islamischen Gelehrten untereinander verschiedener Meinungen waren, soll nicht geglaubt werden, daß einer die Meinung des anderen nicht billigt, oder dass sie gegeneinander die Brüderschaft nicht geleistet hätten. Die Religionsgelehrten, Friede sei mit ihnen allen, trennen sich voneinander bei ihren Urteilen um ALLAHs Willen und weil sie meinten, auf dieser Weise der Religion nützlich zu sein.”

Ein Gelehrter träumte von dem heiligen Propheten, Friede sei mit Ihm, und fragte Ihn, was er von den Kenntnissen Ebû Hanîfes hält. Der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, antwortete, dass jeder seine Kenntnisse benötigt. Ein anderer Gelehrter fragte Ihn im Traum, was Er vom Wissen des Imâm Nu’mân ibn Sâbit aus Kûfa halte. Der heilige Prophet sagte, ‘Lerne von ihm und ordne deine Lebensweise gemäß dem, was er dich lehrte, ein! Er ist ein sehr guter Mensch.’ Imâm-ı ’Alî, Friede sei mit ihm teilte mit, “Ich melde euch von jemandem, namens Ebû Hanîfe in dieser Stadt Kûfa. Sein Herz wird voller Wissen und Weisheit sein. Vor dem Weltende werden viele Menschen, die seine Größe nicht einschätzen konnten, zugrunde gerichtet. So werden auch die Schi’îten wegen Ebû Bekr und Omar zugrunde gerichtet. Imâm-ı Muhammed Bâqîr bin Zejn Âbidîn Alî bin Hüssejn, Friede sei mit ihm, (geb. 57 n.Hed. in Medina und gest. 113 n.Hed. beerdigt im Mausoleum von St. Abbas, Friede sei mit ihm, in Medina) betrachtete Ebû Hanîfe und sagte, ‘Wenn sich die vermehren, die die Religion meiner Vorfahren zu verderben versuchen, wirst du die Religion wiederbeleben. Du wirst der Befreier der Furchtsamen sein. Bei dir werden die Verirrten Zuflucht finden und du wirst sie auf den richtigen Weg führen. ALLAH, der Erhabene wird dir helfen.’

“In seiner Jugendzeit studierte Imâm-ı a’sam Glausbenswissenschaft und Gotteserkenntnis. Danach diente er 28 Jahre lang bei St. Imâm-ı Hammâda und bekam eine gute Ausbildung. Nach dessen Tod nahm er seinen Platz ein und wurde Religionsgelehrter und Rechtsgelehrter. Er hatte mehr Tugend, Intelligenz, Verstand, Frömmigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Schlagfertigkeit, Gottergebenheit, Rechtschaffenheit und menschliche Reife als alle anderen Menschen. Die Religionsgelehrten seiner Zeit und die Späteren, sogar die Christen lobten ihn. Imâm-ı Schâfi’î sagte, dass jeder in der Rechtswissenschaft wie ein Kind Ebû Hanîfes ist. Einmal sagte er, “Ich erhalte viel Segen durch Ebu Hanîfe’s Seele, indem ich sein Grabmal täglich besuche. Wenn ich Schwierigkeiten bekomme, besuche ich es und verrichte zwei Gebetseinheiten. Wenn ich ALLAH, der dem Erhabenen, anflehe, erfüllt Er mein Wunsch.” Imâm-ı Schâfi’î, der bei Imâm-ı Muhammed studierte, sagte einmal, ‘ALLAH, Erhabene, gab mir mein Wissen durch zwei Personen. Die Hadîthwissenschaft lernte ich von Sufyân bin Ujejne und die Rechtswissenschaft von Muhammed Schejbânî.’ Ein anderes Mal sagte er: ‘Es gibt eine Person, der ich für meine religiösen Kenntnisse und für die täglichen Angelegenheiten zum Dank verpflichtet bin. Er ist Imâm-ı Muhammed.’ Noch einmal sagte Imâm-ı Schafi’î: ‘Mit dem was ich von Imâm-ı Muhammed gelernt habe, schrieb ich eine Tierlast von Büchern. Ich hätte nichts vom den islamischen Wissenschaften erworben, wenn er nicht mein Lehrer gewesen wäre.’ In den islamischen Wissenschaften sind alle wie die Kinder der Gelehrten aus Irak. Die Gelehrten aus Irak sind die Schüler der Gelehrten aus Kûfa, und auch sie sind Schüler von Ebu Hanîfe.

Imâm-ı a’sam erwarb von viertausend Gelehrten Wissenschaften.

Um die Erhabenheit von Imâm-ı a’sam mitzuteilen, schrieben die Gelehrten in jedem Jahrhundert viele Bücher.

In der Rechtsschule Hanefî wurden fünfhunderttausend religiöse Probleme gelöst und alle beantwortet.

Hâfiz-ı kabîr Ebû Bekr Ahmed Harezmî schreibt in seinem Buch Musned (Die Beweise) wie folgt: “Sejf ul-e’imme sagt: ‘Wenn Imâm-ı a’sam Ebu Hanîfe aus dem heiligen Koran und Hadithen ein Urteil fällte, legte er es seinen Religionsführern vor. Wenn er die Bestätigung seiner Religionsführer erhielt, dann sagte er seine Antwort zu den fragenden Personen. Während Ebû Hanîfe in der Moschee der Stadt Kûfe unterrichtete, waren tausende von seinen Schülern anwesend. Vierzig Schüler unter ihnen waren auf der Stufe des Urteilfällens. Wenn er eine Antwort über eine Frage gefunden hatte, sagte er sie seinen Schülern. Wenn er und seine Schüler damit einverstanden waren, dass diese Antwort mit dem heiligen Koran und den Hadithen und den Wörtern der heiligen Gefährten übereinstimmend waren, sagte Imam-ı a’sam Ebu Hanîfe die Dankgebetsformel (El-hamdü li’llâh wa’llâhu ekber!). Alle, die im Unterricht anwesend waren, wiederholten dies auch.

Im Buch Redd-i Wehhâbî (Ablehnung der Wahhabiten) steht folgendes: “Um ein Religionsgelehrter werden zu können, muß man erst ein Spezialist über die arabische Sprache und deren verschiedene Anwendungsformen und Bedeutungen der Wörter sein, bzw. über die richtigen, gebildeten, überlieferten, unverkennbaren, erfundenen, reinen, groben, ungeigneten, einzelnen, unregelmäßigen, seltenen, umgangssprachlichen, veralteten, konvertierbaren, bestimmten, eigentlichen, bildlichen, synonymen, gegensätzlichen, absoluten, bedingten, unregelmäßig bzw. regelmäßig abwandelbaren Wörter und Erwiderungsmethode gut beherschen. Danach muß man in Morphologie und Syntax und in den Wissenschaften Semantik, Redekunst, ästhetische Sinnlehre, Rhetorik, und Methodik der Rechtwissenschaft, Methodik der Hadithwissenschaft und Wissenschaft für Koranauslegung spezialisieren und die Worte der absoluten Rechtgelehrten für Widerlegung und Änderung auswendig gelernt haben. Um Rechtsgelehrter werden zu können, muss man außer dieser obenerwähnten Wissen die Beweise jeder Angelegenheit und jedes Urteils wissen und Sinn, Meinung und Deutung zu jeden Beweis genau untersuchen. Um Hadithgelehrter werden zu können, soll man die Hadîthen, die man gehört hat, auswendig lernen. Dennoch ist es nicht erforderlich für einen Hadithgelehrtern den Sinn, die Meinung und die Deutung der Hadithen zu wissen und die Beweise der Gebote und Verbote des Islams zu begreifen und zu verstehen. Wenn ein Hadithgelehrter eine Hadith als zuverlässig annimmt, aber ein Hadithgelehrter dagegen, die gleiche Hadith unzuverlässig findet, so ist in diesem Zustand das Wort eines Rechtsgelehrten wertvoll. Darum ist das Wort und Urteil von Imâm-ı a’sam Ebu Hanîfe, der der Erste aller Religionsgelehrten und der vorzüglichste Religionsgelehrte ist, gültiger und wertvoller als die Anderen. Denn er hörte selbst viele Hadithen unmittelbar von den Gefährten des heiligen Propheten. Alle islamischen Gelehrten haben die Hadith, als zuverlässig genommen, welche dieser große Imâm als zuverlässig berichtete. Kein Hadithgelehrter kann in der Stufe eines Rechtsgelehrten sein. Er kann nie die Stufe des Gründers einer Rechtsschule erreichen.

Abdulhaq-ı Dehlewî, einer von den Hadithgelehrten schreibt in seinem Buch Sırat-ı Mustekîm (Der richtige Weg) folgendes: ‘Imâm-ı asam Ebu Hanîfe nahm manche Hadithen nicht als Beweis an, welche Imâm-ı Schafi’î als Beweis annahm. Die Verirrten, die diese Tatsache bemerkten, sehen dies als eine günstige Gelegenheit, um Ebû Hanîfe anzuschwärzen. Auf solche Weise erhoben sie ein lautes Geschrei: ‘Ebû Hanîfe folgte nicht den Hadîthen.’ Tatsächlich St. Imâm-ı a’sam fand andere Hadîthen, die als Beweise für dieselbe Angelegenheit gültiger zuverlässiger sind und nahm sie an.’

Mit einer Hadith wurde erklärt: (Die Vorzüglichsten aus meiner Glaubensgemeinschaft sind die, welche in meinem Jahrhundert lebten. Die nächsten vorzüglichen sind ihre Nachfolger. Und die nächsten vorzüglichen sind deren Nachfolger. Und danach kommen deren Nachfolger) Diese Hadith berichtet, dass die Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten vorzüglicher als ihre Nachfolger sind. Die islamischen Gelehrten haben übereinstimmend berichtet, dass Imâm-ı a’sam Ebû Hanîfe manche von der Gefährten des heiligen Propheten gesehen und Hadithe von ihnen gehört hat. Deswegen war er einer der Nachfolger der heiligen Gefährten. Zum Beispiel: Er hörte von einem der Gefährten des heiligen Propheten namens Abdullah bin Efwâ die Hadîth: “Wer gottgefällig eine Moschee erbaut, bekommt einen Schloss im Paradies.” Dschelal-ad-dîn-ı Suyûtî, einer der schafiitischen Gelehrten berichtet in seinem Buch Tebyîd-us-Sahîfe (Die Originalseite), dass Imâm-ı Abdulkerîm ein schafiitischer Gelehrten, ein besonderes Buch geschrieben hat, welches eine Liste der Gefährten des heiligen Propheten, die von Imam-ı a’sam gesehen wurden, ausführlich erklärt. Im Buch Durr ul-Muchtar steht, dass Imam-ı a’sam sieben von den heiligen Gefährten gesehen hat. Unter den Vier der Rechtsschulengründer der rechten Rechtsschulen erreichte er alleine die Ehre, den Nachfolgern der heiligen Gefährten anzugehören. Es ist eine Regel in der Methodik, in irgendeiner Gelegenheit nicht das Wort der Ablehnenden, sondern das Wort der Annehmenden zu bevorzugen. Wie man sieht, war Imam-ı a’sam der Überlegenste der Rechtsschulengründer, weil er ein Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten war. Die Verirrten lehnen seine Erhabenheit ab und versuchen ihn mit dem Wort “Seine Kenntnisse in der Hadithwissenschaft waren nicht ausreichend.” anzuschwärzen. Dieser Vorwurf ist ähnlich der Behauptung der Verirrten die Größe von St. Ebu Bekr und ’Omar, Friede sei mit ihnen, zu leugnen. Das Leugnen und der Eigensinn von ihnen sind unheilbare Krankheiten, die mit Predigt und Rat nicht gesund werden können. ALLAH, der Erhabene, möge sie heilen! Kalif der Muslims Omar, Friede sei mit ihm, sagte bei seiner Freitagspredigt: ‘O Muslime! So wie ich es euch jetzt mitteile, hatte uns, der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, in der Freitagspredigt gesagt, “Die wohlwollenden Menschen sind meine Gefährten. Die nächsten Wohlwollenden sind ihre Nachfolger. Und die nächsten Wohlwollenden sind ihre Nachfolger. Und danach sind deren Nachfolger. Unter denen, die nach diesen letzten kommen, werden Lügner auftauchen.’ Die vier rechten Rechtsschulen, denen heute alle Muslims noch folgen, sind die Rechtsschulen der gesegneten Menschen, für die der heilige Prophet Zeugnis abgelegt hatte, daß sie gesegnet sind. Die islamischen Gelehrten teilten übereinstimmend mit, dass es nicht erlaubt ist in dieser Zeit einer Rechtsschule außer dieser vier Rechtsschulen zu folgen.

Ibn Nudschejm Mısrî, Friede sei mit ihm, aus Ägypten der Verfasser des Buches Bahr ur-râik schreibt in seinem anderen Buch Eschbâh (Ähnliche): “Imâm-ı Schâfi’î sagte: ‘Wer Spezialist in der Rechtswissenschaft werden will, soll die Bücher von Ebû Hanîfe lesen.’ ” Abdullah ibn Mubârek, Friede sei mit ihm, sagte: ‘Ich habe kein größeren Spezialist in der Rechtswissenschaft wie Ebû Hanîfe getroffen. Der große Gelehrte Mis’ar fragte und lernte was er nicht wußte von ihm. Von tausend islamischen Gelehrten nahm ich Unterricht. Aber wenn ich Imâm-ı a’sam nicht getroffen hätte, wäre ich im Sumpf der griechischen Philosophie geraten.’ Ebû Yûsuf, einer von den größten Schülern des Imâms Ebu Hanîfes sagte: ‘Ich habe niemand gesehen, der in der Hadithwissenschaft derart weit ausgedehnte Kenntnisse hat wie Ebû Hanîfe. Es gibt keine andere kompetente Person, die die Hadithen interpretieren kann, wie er.’ Der große Religionsgelehrte, Süfyan-ı Sewrî, Friede sei mit ihm, sagte: ‘Wir waren neben Ebû Hanîfe wie Sperlinge neben einem Falken. Ebû Hanîfe ist der Führer der Gelehrten. Alî bin Âsım sagt: ‘Wenn man die Kenntnisse von Ebû Hanîfe mit die der anderen gesamten Kenntnisse vergleicht, so ist die Kenntniss Ebu Hanifes mehr’. Yezîd bin Hârûn sagt: ‘Ich nahm von tausenden von Gelehrten Unterricht. Ich sah niemanden, dessen Verstand und Wera’ (zweifelhafte Angelegenheiten zu vermeiden) so viel ist, so wie der Verstand und Wera’ von Imam Ebû Hanîfe’. Muhammed ibn Yûsuf Schafi’î, einer der Gelehrten aus Damaskus preist in seinem Buch “Ukûd-ül dschemân fhi-menâkıb-in-Nu’man” (Die Perlen der Geschichten von Numan) Imam-ı a’sam Ebû Hanîfe, schätzt ihn hoch und erzählt seine Vorzüglichkeit lang und sagte für ihn; ‘Er ist der Führer der Religigionsgelehrten: Imâm-ı a’sam Ebû Hanîfe sagte: ‘Die heiligen Hadithe des heiligen Propheten ist die Krone auf unserem Kopf, und der Glanz unserer Augen. Wir suchen, wählen die Worte der Gefährten des heiligen Propheten und dann folgen wir diesen. Jedoch sind die Worte der Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten wie unsere.’ ” Die Übersetzung aus dem Buch Redd-i Wehhabi (Ablehnung der Wahhabiten) geht zu Ende.

Mewlânâ Muhammed Abdüldschelil schreibt in seinem Buch Sejfül-mukallidîn alâ a’nak-il-münkirîn (Die Schwerter der Nachahmer der Ungläubigen) im folgenden: “Die Verirrten behaupten: ‘Ebû Hanîfe hätte wenige Kenntnisse vom Hadîthwissen’. Ihre Wörter erweisen, dass sie Ignorant sind und ihn beneiden. Imam-ı Zehebî und Ibnî Hadscher-i Mekkî sagen: ‘Imam-ı a’sam war ein Hadithgelehrter. Von viertausend Gelehrten nahm er Hadith Unterricht. Die dreihundert von ihnen waren Haditgelehrte der Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten. Imâm-ı Scha’rânî schreibt im ersten Band seines Buches Mizân (Das Maß): ‘Ich habe die drei Beweise von Imam-ı a’sam geprüft. Alle waren von den berühmten Gelehrten der Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten überliefert.’ Die Feindschaft der Verirrten gegen die Gefährten des heiligen Propheten und ihre Nachfolger und ihr Neid gegen die Rechtsschulengründer, besonders gegen Imâm-ı a’sam, der Führer aller Muslîme ist, verblindete ihnen das Herz und vernichtete ihr Gewissen, weshalb sie die Überlegenheiten und Tugenden der islamischen Gelehrten leugnen. Sie sind neidisch weil sie die Eigenschaften, die sie selbst nicht besitzen, sich bei den frommen Muslims befinden. Deshalb leugnen sie die Erhabenheit der Rechtsschulengründer. Auf diese Weise bringen sie sich selber in den sogenannten Neidgötzendienst, der große Sünde ist. Im Buch Hadâ-ık (Die Gärten) steht folgendes: “Imâm-ı a’sam Ebû Hanîfe schrieb die Hadîthen, die er auswendig gelernt hat, nieder. Die von ihm selber geschriebenen Bücher bewahrte er in Kisten auf. Diese Kisten trug er immer bei sich. Er überlieferte wenig Hadithen, was jedoch nicht bedeutet, dass er wenig Hadithen auswendig gelernt hat. Solche Worte können nur die fanatische Feinde des Islams sagen. Der Fanatismus von solchen bestätigt die Vollkommenheit von Imâm-ı a’sam. Das Anschwärzen der Ungebildeten zeigt die Vollkommenheit des Gelehrten. Eine große Rechtsschule gründen, tausende von Fragen zu beantworten und diese Antworten mit heiligen Versen und heiligen Hadithen zu beweisen, ist nicht von denen zuvollbringen, die in der Rechtswissenschaft nicht Spezialist sind. Tatsächlich hat Imam-ı a’sam ohne ein Muster eine neue Rechtsschule, die in seiner Art einzig ist, aufgestellt, dies beweist seine Kenntnisse und Sachverständigkeit in der Wissenschaft über Auslegung und Hadith deutlich. Da er mit einem die Menschenfähigkeit übersteigendem Fleiß gearbeitet und diese Rechtsschule aufgestellt hat, hat er keine Zeit gefunden, um die Hadîthen gesondert mitzuteilen und die Überlieferer aufzuzählen. Deshalb darf man nicht diesen heiligen Religionsgelehrten, mit solchem Wort: ‘Er hatte wenige Kenntnisse der Hadithwissenschaft anschwärzen. Außerdem es ist bekannt, dass eine Überlieferung ohne Fähigkeit nicht geschätzt ist, z.B.: Ibn ’Abdülbarr sagte: ‘Wenn Hadith-Überlieferung ohne Fähigkeit geschätzt wäre, wäre eine Überliefung einer Hadith von einem Müllkutscher überragender, als die Intelligenz von Lokman gewesen. Ibn Hadscher-i Mekki war einer der schafiitischen Gelehrten. Dennoch schreibt er in seinem Buch Kala-id (Halsband): ‘Der große Hadithgelehrter Amesch stellte Imam-ı a’sam viele Fragen. Er beantwortete jede Frage mit den Hadithen. Als Amesch den großen Ebû Hanîfe und sein reiches Wissen über Hadithen bemerkte, sagte er ‘O Rechtsgelehrter! Ihr seid wie ein Arzt und wir Hadîth-Gelehrten sind wie Apotheker. Die Hadithen und ihre Überlieferer berichten wir, die Bedeutung und den Sinn zu diesen, wird von euch verstanden.’ Im Buch ’Ukûd-ul-dschewâhir-ul-munîfe (Hochwertige Juwelen) stehen folgendes geschrieben: ‘Ubejdullâh ibn ’Amr war beim großen Hadithgelehrten ’Amesch. Einer stellte eine Frage. Während ’Amesch darüber überlegte, kam Imâm-ı a’sam. Amesch stellte dem absoluten Religionsgelehrten dieselbe Frage und verlangte von ihm eine Antwort. Imam Ebû Hanîfe gab sofort eine ausführliche Antwort. Amesch, der für diese Anwort in Bewunderung versetzt war, sagte so: ‘O Religionsführer! Aus welcher Hadîth hast du diese Antwort abgeleitet?’ Der Imâm sprach eine Hadith aus und sagte, dass er sie von dieser Hadith herleitete, die er selbst von Amesch gehört hatte.’ Imâm-ı Buchârî, Friede sei mit ihm, hatte dreihunderttausend heiligen Hadithe auswendig gelernt. Nur zwölftausend von diesen schrieb er nieder. Denn er fürchtete sich sehr vor dieser heiligen Hadith, die besagt: “Demjenigen, der das, was von mir nicht gesagte wurde, als ‘Hadith’ meldet, wird in der Hölle eine sehr bittere Strafe auferlegt.” Weil der große Rechtsschulengründer in Frömmigkeit (Takwa) und sich im Fernhalten von Zweifelhaftem (Wera) eine vorzügliche Stufe hatte, stellte er sich für die Überlieferung der Hadith sehr schwere Bedingungen auf. Er überlieferte nur die Hadithe, die diese Bedingungen gemäß fielen. Weil manche Hadithgelehrten Toleranz haben und ihre Bedingungen nicht schwierig sind, überlieferten sie viele Hadîthen. Kein Hadithgelehrter unterschätzte die anderen Gelehrten wegen den Unterschieden zwischen den Bedingungen. Wenn es so nicht wäre, hätte Imam-ı Muslim, Imam-ı Buchari deswegen kränken können. Weil die Frömmigkeit Imam-ı a’sams sehr viel war, überlieferte er wenige Hadithen. Aber diese Tatsche ist nur ein Grund, ihn zu loben und zu preisen. Die Übersetzung aus dem Buch Sejf-ül-mukallidîn ist beendet.

Imâm-ı a’sam Ebu Hanîfe betete jeden Tag sein Morgengebet in der Moschee und beantwortete bis zum Mittag die religiösen Fragen seiner Schüler. Nach seinem Mittagsgebet lehrte er seine Studenten bis zum Nachtgebet. Nachdem er sein Nachtgebet verrichtet hatte, kam er nach Hause zurück, ruhte sich ein wenig aus und ging wieder in die Moschee. Dort verrichtete er Gebete bis zur Zeit des Morgengebets. Diese Tatschen wurden von Mis’ar bin Ke’dâm-ı Kûfî, (gest. 115 n.Hed.), einem Nachfolger der Gefährten des heiligen Propheten und von vielen anderen angesehenen Personen mitgeteilt.

Ebu Hanife verdiente sein Leben auf ehrliche Weise durch den Handel. Er sandte Waren zu anderen Orten und finanzierte die Bedürfnisse seiner Studenten aus seinem Verdienst. Er gab für seine Familie viel Geld aus und gab auch den Armen in dieser Menge Almosen. Jeden Freitag gab er außerdem den Armen zwanzig Goldstücke für die Rettung der Seelen seiner Eltern. Obwohl das Haus seines Lehrers Hammâd, Friede sei mit ihm, sieben Straßen weit entfernt war, streckte er niemals seine Beine in diese Richtung aus. Einmal erfuhr er, daß einer von seinen Partnern eine große Menge Handelsgut verkaufte, ohne den religiösen Vorschriften zu folgen. Ebu Hanîfe nahm dieses Geld nicht an und gab die neunzigtausend Silbermünzen, die er durch diesen Handel erworben hatte, den Armen. Einmal hatten Räuber die Dörfer von Kûfa überfallen und Schafe gestohlen. Weil er sich davor fürchtete, dass die gestohlenen Schafe heimlich geschlachtet und in der Stadt verkauft werden könnten, aß er sieben Jahre lang kein Schaffleisch, denn er hatte erfahren, dass ein Schaf höchstens sieben Jahre lebt. Soweit ging seine Furcht, etwas Verbotenes zu tun. In allen seiner Tätigkeiten erfüllte er die von der Religion geforderten Bedingungen.

Vierzig Jahre lang verrichtete Imâm-ı a’sam, Friede sei mit ihm, das Morgensgebet mit der rituellen Waschung, die er für das Nachtgebet vollzogen hatte, d.h. er schlief nicht nach dem Nachtgebet. Er pilgerte 55 Male nach Mekka. Bei seiner letzten Pilgerfahrt ging er in die Kaaba hinein und verrichtete ein Gebet mit zwei Gebetseinheiten, indem er den ganzen heiligen Koran rezitierte. Nach diesem Gebet betete er weinend zu ALLAH, dem Erhabenen: ‘O mein Schöpfer! Ich war nicht imstande, Dir richtig zu dienen. Jedoch habe ich gut verstanden, dass Du mit dem Verstand nicht erfaßbar bist. Vergebe mir die Fehler meiner Dienste hinsichtlich dieser Einsicht von mir!’ Genau in diesem Moment hörte man eine Stimme sagen, ‘O Ebû Hanîfe! Du kennst Mich gut und hast Mir gute Dienste geleistet. Ich vergab dir und allen, die bis zum Jüngsten Tag deiner Rechtsschule angehören und deinem Weg folgen werden.’ Imâm-ı a’sam rezitierte den ganzen Koran gewöhnlich einmal am Tag und einmal in der Nacht.

Imâm-ı a’sam war so fromm, dass er dreißig Jahre lang fastete, außer den fünf Tagen, die für unerlaubt erklärt wurden. Meist las er den ganzen heiligen Koran in einem oder zwei Gebetseinheiten. Manchmal wiederholte er beim Gebet oder nach seinem rituellen Gebet einen Koranvers, der Höllenqual oder Gnade meldete, mehrmals und weinte schluchzend. Die, die ihn hörten, bekammen Mitleid mit ihm. Lesen des ganzen heiligen Koran in einer Gebetseinheit wurde in der Gemeinschaft des Propheten Muhammed, Friede sei mit Ihm, nur ‘Osmân ibn’ Affân, Tamîm-ı Dârî, Sa’d bin Dschubejr und Imâm-ı a’sam Ebu Hanîfe zugeschrieben. Er nahm kein Geschenk an. Er zog sich wie die Armen an. Manchmal trug er wertvolle Kleider, um die Gnaden ALLAHs des Erhabenen zu zeigen. Er leistete 55 Mal die Pilgerfahrt nach der heiligen Stadt Mekka und blieb dort einige Jahre. Nur am Ort, wo er starb, hatte er den heiligen Koran siebentausendmal gelesen. Er sagte, ‘Einmal in meinem Leben habe ich gelacht und ich bereue es immer noch.’ Imâm-ı a’sam sprach immer wenig, aber er war stets nachdenklich. Er diskutierte mit seinen Schülern religiöse Angelegenheiten. Einmal, nachdem er das Nachtgebet in Gemeinschaft verrichtet hatte, wollte er die Moschee verlassen. Als ein Fuß in der Moschee und der andere schon draußen war, begann er mit einem von seinen Schüler namens Zufar ein Thema zu diskutieren. Das Gespräch dauerte bis kurz vor Sonnenaufgang. Ohne seinen anderen Fuß hinauszusetzen, trat er wieder zurück in die Moschee, um das Morgengebet zu verrichten. Weil Ali, Friede sei mit ihm, gesagt hatte, dass es erlaubt ist, für den persönlichen Lebensunterhalt bis zu 4000 Dirhem (Silbermünzen) auszugeben, gab er den Armen das Geld, das er über dieser Summe verdient hatte.

Der Kalif Mensûr verehrte den Imâm sehr. Er schenkte ihm zehntausend Asper und eine Dienerin. Aber der Imam nahm dieses Geschenk nicht an. Im Jahre 145 n.Hed. began. Ibrâhîm ibn ’Abdullâh ibn Hassan Soldaten zu rekrutieren, um seinem Bruder Muhammed, der sich in Medina als Kalif proklamiert hatte, zu helfen Friede sei mit ihnen. Als er in Kufa ankam, wurde das Gerücht verbreitet, daß Ebu Hanîfe ihm helfe. Als Mansur davon hörte, ließ er ihn von Kûfa nach Bagdad kommen und forderte von ihn, dass er die Rechtmässigkeit seines Kalifentums verkünde. Obwohl er ihm dafür die Präsidentschaft des obersten Gerichtshofes versprach, lehnte Imâm-ı a’sam ab. Mensur ließ ihn einsperren und mit einem Stock dreißig Mal schlagen. Seine gesegneten Füße bluteten. Darauf bereute Mensûr und gab ihm dreißigtausend Asper, was von Imâm-ı a’sam jedoch zurückgewiesen wurde. Mensur ließ ihn wieder einsperren und jeden Tag zehnmal mehr schlagen. Nach manchen Berichten lies Mensûr am elften Tag aus Furcht, daß das Volk gegen ihn rebellieren könnte, dem absoluten Religionsgelehrten eine giftige Flüssigkeit in den Mund gießen. Während seines Todes machte er die rituelle Niederwerfung. Etwa fünfzigtausend Menschen verrichteten sein Totengebet, das wegen der großen Menschenmenge nur unter großer Schwierigkeit durchgeführt werden konnte und bis zum Nachmittag andauerte. Zwanzig Tage lang kamen viele Menschen zu seinem Grab und verrichteten die Begräbnisgebete. Er hatte siebenhundertdreißig Schüler, die alle mit ihrer Tugend und guten Taten bekannt waren. Viele von ihnen wurden Richter oder Geistliche. Sein Sohn Hammâd war einer der hervorragendsten seiner Schüler.” Die Übersetzung aus dem Buch Mir’at-ül kâinat geht zu Ende.

Es gab keine völlige Übereinstimmung zwischen Imâm-ı a’sam und seinen Schülern in Kenntnissen, die durch Urteile verstanden werden können. Hierzu lautet eine heilige Hadith: “Die Unterschiede (in der Anbetung bzw. Handlung) der Gelehrten meiner Gemeinschaft ist die Gnade ALLAHs, des Erhabenen.” erklärt diese Nichtübereinstimmung für nützlich und gut. Imâm-ı a’sam fürchtete sich sehr vor ALLAH, dem Erhabenen und war achtsam, seine Tätigkeiten nach dem heiligen Koran zu erfüllen. Zu seinen Schülern sagte er, “Wenn ihr einen Beweis findet, der sich nicht mit meinen Worten deckt, so lasst meine Worte außer Acht und folgt diesem Beweis.” Seine Studenten schworen, dass ihre Worte, die nicht mit seinen Worten übereinstimmten, ebenfalls von einem Beweis abhängig war, den sie von ihm gehört hatten.

Die Rechtsgelehrten in der Rechtsschule Hanefî haben ihre Urteile nach den Urteilen von Imâm-ı a’sam abzugeben. Wenn sie keine Urteile von ihm finden können, haben sie dem Imâm-ı Yûsuf zu folgen. Danach kann Imâm-ı Muhammed gefolgt werden. Wenn das Wort von Imâm-ı a’sam, die Worte von Imâm-ı Ebu Yusuf und Imâm-ı Muhammed sich entgegenstehen, dürfen die Rechtsgelehrten die Urteile nach beiden Seiten abgeben. Im Falle der Notlage dürfen Rechtsgelehrte nach dem Wort des Religionsgelehrten urteilen, der den leichtesten Weg zeigt. Aber sie können kein Urteil abgeben, das mit den Worten keines Religionsgelehrten übereinstimmt werden kann. Ein solches Urteil ist nicht zu gebrauchen. Dies darf man kein Rechtsgutachten nenen.

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