Der verehrte Mann sprach wieder: “O, Prophet, ALLAHs, des Erhabenen! Erkläre mir auch, was Glaube ist!” Nachdem St. Gabriel, Friede sei mit ihm, nach dem Islam gefragt und Antwort bekommen hatte, wollte er diesmal den Glauben erklären lassen.Glaube
im Lexikon bedeutet, dass man einen Menschen als aufrichtig und
zuverlässig kennt und bestätigt. Im Islam bedeutet der Glaube: “Man soll
glauben, dass St. Muhammed, unser Herr, Friede sei mit ihm, Prophet
ALLAH’s, des Allmächtigen ist. Und man soll daran glauben, was er von
den Geboten ALLAHs, des Erhabenen, uns in kurzen Worten oder ausführlich
berichtet hat. Und man soll das Glaubensbekenntnis aussprechen, woran
man glaubt, soweit es möglich ist.” Wie man glaubt, dass Feuer brennt
und Schlangengift tötet, ebenso gut soll man wissen, dass ALLAH, der
Erhabene, und SEINE Eigenschaften am allergrößten und vorzüglichsten
sind, dass man sich vor SEINER Strafe fürchten und SEIN Wohlgefallen
wünschen soll. Man muß in seinen Herzen den Glauben so fest einprägen,
als graviere man eine Schrift auf ein Stück Marmor.
Es gibt keinen Unterschied zwischen
Glauben und Islam. Der gemeinsame Grundsatz des Glauben und des Islams
ist das Glaubensbekenntnis. Hinsichtlich der Religion sind sie gleich,
obwohl es im allgemeinen und im besonderen manche lexikalischen
Unterschiede zwischen ihnen gibt.
Ist der Glaube ein einziger Begriff?
Besteht er aus einem Teil oder aus vielen Teilen? Aus wieviel Teilen
besteht er, wenn er zusammengesetzt ist? Gehören Anbetungshandlungen zum
Glauben oder nicht? Wenn ja, sind sie wesentliche, wichtige Elemente?
Darf man “so ALLAH will!” sagen, wenn man bekannt gibt, dass man selbst
gläubig ist? Gibt es eine Minderheit und eine Mehrheit beim Glauben? Ist
der Glaube etwas Geschaffenes? Ist man imstande, aus eigener Kraft
gläubig zu werden oder sind die Gläubigen unter Zwang gläubig geworden?
Warum ist es geboten, zu glauben, wenn man doch mit Gewalt gläubig wird?
Es dauert lange, all das zu beantworten. Darüber soll man der
Glaubenslehre Esch’ari und Mu’tesile nach wissen, das ALLAH, der
Allmächtige, nichts gebietet, was unmöglich ist. Nach der Glaubenslehre
Mu’tesile: ALLAH, der Allmächtige gebietet nicht, was den Menschen
unmöglich ist. Nach der Glaubenslehre Esch’ari: ALLAH, der Erhabene,
gebietet den Menschen etwas Unmögliches, wenn ER will. Aber ER hat
nichts Unmögliches geboten. Zum Beispiel, der Umstand, dass Menschen
ohne Mittel fliegen müßen, wäre ein solches Gebot. Glaube, Anbeten und
Handlungen sind keine unmöglichen Gebote. Darum ist man noch gläubig,
selbst wenn man nachher wahnsinnig oder unwissend geworden oder
eingeschlafen oder tot ist.
Bei dieser heiligen Hadith darf man
nicht an die lexikalische Bedeutung des Glauben denken. Jeder
ungebildete Araber weiß, dass die lexikalische Bedeutung des Glauben
Bestätigung und Glauben ist, geschweige denn, dass die Gefährten des
heiligen Propheten, Friede sei mit ihnen, es nicht gewußt hätten. Hier
fragte St. Gabriel, Friede sei mit ihm, nicht nach der lexikalischen
Bedeutung des Glauben, sondern nach seiner Bedeutung im Islam. Er
fragte, weil er diese Bedeutung lehren wollte. Darum hat der heilige
Prophet, Friede sei mit ihm, berichtet, dass der Glaube aus sechs
Grundsätzen besteht:
1- Man soll zuerst an ALLAH, den
Erhabenen, glauben. Man soll entweder durch Erleuchtung, durch Denken,
durch Beweis oder durch überzeugende Worte an die bestimmten sechs
Grundsätze glauben und sie aussprechen.
Erstens soll man daran glauben, das
ALLAH der Erhabene, der einzige Gott und Allerschaffer ist. Man soll
glauben, dass alles, was sich im irdischen und zukünftigen Leben
befindet, von ALLAH, dem Allmächtigen, ohne Materie, ohne Ähnlichkeit
und ohne Zeit erschaffen worden ist. [ER ist es allein, der alle Stoffe,
Atome, Moleküle, Elemente, zusammengesetzte Stoffe, organische
Gegenstände, Zellen, Leben, Tod, alle Ereignisse, Reaktionen, Kräfte,
Energie jeglicher Art, alle Gesetze, Seelen, Engel, lebendige und
unbelebte Wesen im Nichtdasein erschaffen hat und alle jeden Moment im
Dasein erhält]. Wie ER alle Wesen im Weltall momentan aus dem Nichts
erschaffen hat, so wird ER alles, was ER voneinander erschafft, am Tage
des Weltuntergangs momentan wieder vernichten. ER ist es, der
Allerschaffer, Allmächtiger und Allerhalter ist. Es gibt keine Macht
außer der Macht ALLAHs, des Allmächtigen. Es gibt kein vorzüglicheres
Wesen, keinen anderen Gebieter außer IHM. Alle Erhabenheit und alle
vollkommenen Eigenschaften gehören IHM. ER besitzt keine unvollkommenen
und keine fehlbaren Eigenschaften. ER kann alles tun, was ER will. ER
tut nichts damit SEIN Tun IHM oder irgendjemandem anderen nützlich wird.
ER tut nichts gegen Vergeltung. SEIN Tun ist immer voll Gnade, Nutzen
und Weisheit.
ER muß nicht nützliche Dinge für SEINE
Menschen-geschöpfe erschaffen. ER muß die Wohltäter nicht belohnen und
die Übeltäter nicht bestrafen. Wenn ER alle Sündigen ins Paradies
führte, wäre es SEINER Gnade würdig. Führte ER alle, die IHM gehorchen
und dienen, in die Hölle, so wäre es SEINER Gerechtigkeit würdig. Aber
ER hat gewollt und mitgeteilt, dass ER die Gläubigen und Anbeter ins
Paradies führen und ihnen Gnade schenken, die Ungläubigen dagegen ewig
in der Hölle quälen wird. ER bricht SEIN Wort nicht. Wären alle
Lebewesen gläubig und gehorsam, so würde es IHM nichts nützen. Wären
alle Wesen ungläubig und ungehorsam, so würde es IHM nie schaden. Wenn
SEIN Diener etwas will, erschafft ER es, wenn ER es auch will. ER ist
es, der die Handlungen SEINER Diener und alles erschuf und erschafft.
Wenn ER nicht will und nicht erschafft, kann sich niemand bewegen.
Niemand kann ungläubig und ungehorsam werden, wenn ER es nicht will.
Obgleich ER erlaubt, dass Menschen ungläubig werden und Sünden begehen,
ist ER nicht damit zufrieden. Niemand darf SEIN Tun kritisieren. Niemand
darf nachfragen, warum ER so oder nicht so gehandelt hat. Außer
Unglauben und Götzendienst vergibt ER den sündigen Gläubigen die Sünden,
wenn ER will, selbst wenn sie ohne Buße gestorben sind. ER bestraft die
Sünder für kleine Sünden, wenn ER will. ER hat berichtet, den Menschen,
die als Ungläubige und als Glaubensabtrünnige (aus dem Islam
Ausgetretene) gestorben sind, niemals zu vergeben und sie ewig zu
quälen.
Obschon ER die anbetenden Gläubigen, die
nicht wie die Anhänger der Sunna glauben, und die Gläubigen, die ohne
Buße gestorben sind, in der Hölle quälen wird, werden diese Verirrten
(Anhänger der Irrlehren) nicht ewig in der Hölle bleiben.
Es ist möglich, ALLAH, den Erhabenen,
mit irdischen Augen im irdischen Leben zu sehen. Doch niemand hat IHN so
gesehen. Am Tage der Auferstehung vom Orte des Jüngsten Gerichtes wird
ER sich den Ungläubigen und sündigen Gläubigen mit aller Strenge zeigen,
den Gläubigen im Paradies aber in voller Güte. Die Engel und die Frauen
werden IHN auch sehen. Doch es wird den Ungläubigen versagt bleiben. Es
wurde berichtet, dass die Geister IHN auch nicht sehen werden. Nach den
meisten islamischen Gelehrten werden die rechtschaffenen Gläubigen IHN
morgens und abends, die anderen Gläubigen jeden Freitag und die
gläubigen Frauen einige Male im Jahre sehen dürfen.
[In seinem persischen Buch
Tekmil-ül-îman (Vollkommenheit des Glauben) berichtet der
Religionsgelehrter Scheich Abdülhak-ı Dechlewi[Abdülhak-i Dehlewî, gest.
1052 (1642 n. Chr.) in Delhi.] im Zusammenhang mit der heiligen Hadith:
“Am Tage der Auferstehung werdet ihr ALLAH, den Erhabenen, sehen, wie
ihr den Vollmond seht!” Wie man ALLAH, den Erhabenen, unbegreiflich
weiß, so wird man im Jenseits unbegreiflich ALLAH, den Erhabenen, sehen.
Die großen islamischen Gelehrten, wie Ebül Hassen-i Esch’arî[Ebülhassen
Ali bin Ismail Escharî, gest. 330 (941 n.Chr.) in Bagdad.] Imam-ı
Süjûtî und Imam-ı Bejhekî berichten, dass die Engel im Paradies ALLAH,
den Erhabenen, sehen werden. Nach dem absoluten Religionsgelehrten
Imâm-ı Âsam Ebû Hânife und den anderen islamischen Gelehrten erwerben
die Geister kein Verdienst und werden nicht ins Paradies kommen, nur die
gläubigen Geister werden nicht in die Hölle geführt. Die
rechtschaffenen Gläubigen werden ALLAH, den Erhabenen, morgens und
abends, die anderen Gläubigen Freitags und die gläubigen Frauen einige
Male im Jahr sehen, gleich den weltlichen Festtagen. Meiner Meinung nach
werden die Engel, die Frauen und die Geister IHN auch sehen dürfen. Es
ist angebracht, die vorzüglichsten Frauen wie St. Fâtımat-üs-sehrâ, St.
Hadidschet-ül kübra, St. Âische-i Sıddîka und andere ehrwürdige Frauen
des heiligen Propheten, St. Maria und St. Asije, die Frau des Pharaos,
als Ausnahme zu betrachten. St. Imam-ı Sujuti weist auch darauf hin.]
Man soll glauben, dass ALLAH, der
Erhabene, gesehen werden wird. Aber man darf sich keine Gedanken darüber
machen, wie ER sich zeigen wird. Denn SEIN Tun geht über den
menschlichen Verstand hinaus. Es läßt sich nicht mit dem irdischen Tun
vergleichen [Man kann es nicht durch die physikalischen und chemischen
Kenntnisse begreifen.] ALLAH, der Allmächtige, ist unabhängig von
Richtung und Raum. ER ist kein Stoff, kein Gegenstand und kein Element.
[Er ist nicht gemischt und nicht zusammengesetzt.] ER ist unabhängig von
Grenzen, Zahlen, Maß und Rechnungen. ER ändert sich nicht. ER ist von
Zeit und Ort unabhängig. Er hat keine Vergangenheit und keine Zukunft.
Er ist unabhängig in jeder Hinsicht. Darum können IHN der Gedanke, das
Wissen, die Intelligenz und die Vernunft des Menschen nicht bereifen.
Der Mensch kann auch nicht erfassen, wie ER gesehen wird. Die Wörter wie
Hand, Fuß und desgleichen in den heiligen Versen und Hadithen bedeuten
nicht das, was wir darunter verstehen. Diese heiligen Verse und Hadithe
heißen Müteschâbihât (Symbole). Daran soll man glauben, aber man sollte
nicht versuchen, es zu verstehen. Man kann sie in Kürze oder im
Einzelnen erklären. Es werden ihnen die ALLAH, dem Erhabenen,
eingemessenen Bedeutungen gegeben. Zum Beispiel bedeutet das Wort “Hand”
Macht oder Energie.
Der heilige Prophet Muhammed, F.s.m.i,
hat ALLAH, den Allbarmherzigen bei der heiligen Himmelfahrt, Miradsch,
gesehen. Aber dieses Sehen war kein irdisches Sehen mit irdischen Augen.
Wer behauptet, ALLAH, den Erhabenen, mit irdischen Augen gesehen zu
haben, wird ungläubig. Das Sehen von Heiligen ist kein Sehen wie im
Dies- und im Jenseits. Es ist kein Sehen. Es kam ihnen vor, als ob sie
IHN gesehen hätten. Obwohl manche Heilige sagten, dass sie IHN gesehen
hätten, dachten sie, IHN gesehen zu haben, obwohl sie aber in religiöser
Ekstase (Schuhûd) waren. Oder sie drückten es nur symbolisch so aus.
Frage: Es ist oben erwähnt worden, dass
es im irdischen Leben möglich ist, ALLAH, den Erhabenen, mit irdischen
Augen zu sehen. Warum werden jene ungläubig, die es behaupten, wenn es
möglich ist?
Antwort: Im Lexikon bedeutet das Wort
“zulässig” das, was sein oder nicht sein kann. Nach der Glaubenslehre
von Esch’arî bedeutet es, dass ALLAH, der Erhabene, eine Art des Sehens
außerhalb den physikalischen Gesetzen ermöglichen kann. Zum Beispiel: ER
kann einen Blinden in China einen Moskito in Spanien oder einen
Menschen auf der Erde die Wesen auf dem Mond und auf den Sternen sehen
lassen. Ein solcher Umstand ist möglich und erlaubt. Aber diese Macht
hat nur ALLAH, der Allmächtige. Sonst paßt es nicht zu den heiligen
Versen und den Übereinstimmungen der Gelehrten, so etwas zu behaupten.
Darum wird jener Häretiker oder Ketzer, der das behauptet. Wir würden
noch sagen, dass ein solches mögliches Sehen nicht bedeutet das auch das
IHN Sehen durch physikalischen Gesetzen erlaubt ist. Indessen, wenn man
behauptet, dass man IHN gesehen habe, heißt es, dass man IHN den
physikalischen Gesetzen gemäss gesehen hat. Dieses Sehen aber ist nicht
möglich. Aus diesen Grund wird man ungläubig. Mit diesen Worten fordert
St. Mewlânâ Hâlid, dass wir aufpassen und die Bestimmtheit der zweiten
Antwort begreifen müssen. [Mülhids und Sindiks behaupten, dass sie
gläubig seien. Der Mülhid spricht im Ernst. Er glaubt, er sei Muslim und
wäre auf dem rechten Weg. Aber der Sindik ist feindlich gegen den Islam
gesinnt und gibt sich als Muslim aus, um den Islam innerlich zu
zerstören und die Muslime zu täuschen.]
ALLAH, der Erhabene, ist unabhängig von
Tag und Nacht. Weil ER sich niemals ändert, darf niemand fragen, wie ER
in der Vergangenheit war und wie ER in der Zukunft sein wird. ER ist
unveränderlich. ER kommt in keinem Wesen vor und vereinigt sich mit
keinem. Bei ALLAH, dem Erhabenen, gibt es keinen Gegensatz, keinen
Partner, keinen Gehilfen und keinen Beschützer. ER hat keine Mutter,
keinen Vater, keinen Sohn, keine Tochter und keine Frau. ER ist immer
und überall anwesend und umfaßt alle Dinge. ER ist allen Menschen näher
als ihre Schlagader. Das können die Kenntnisse der Gelehrten, die
Intelligenz der Techniker und die Erleuchtung der Heiligen nicht
verstehen. Es geht über den menschlichen Verstand. ALLAH, der Erhabene,
selbst und jede SEINER Eigenschaften ist einzig, unveränderlich und
unwandelbar.
Die Namen ALLAHs, des Erhabenen, sind
unveränderlich, d.h. man darf ALLAH, dem Allmächtigen, nur mit den Namen
benennen, die der Islam mitteilt. Außer diesen Namen darf man IHM
keinen anderen Namen geben. [Zum Beispiel: Man nennt IHN Allwissenden,
aber nicht Rechtsgelehrter. Man darf IHN auch nicht Gott nennen. Denn
Gott heißt im Türkischen “Tanrı” und im Arabischen “Mâbud” oder “Ilach”.
Wir wissen zum Beispiel, dass die Inder Kühe als Götter betrachten. Man
darf das Wort “Gott” im Einheitsbekenntnis verwenden, “es gibt keinen
Gott außer ALLAH, dem Erhabenen.” Man darf die Wörter Dieu
(Französisch), God (Englisch) und Tanrı (Türkisch) statt Gott, aber
nicht statt ALLAH ausdrücken.] Es gibt zahllose Namen ALLAHs, des
Allmächtigen. Es ist bekannt, dass ER tausendundeinen Namen besitzt. Es
wurde nämlich den Menschen tausendundein Namen bekanntgegeben. In der
Religion des heiligen Propheten Muhammed, Friede sei mit ihm, sind
neunundneunzig Namen mitgeteilt worden. Diese werden schöne Namen
“Esma-i Hüsna” genannt.
Die persönlichen Eigenschaften von
ALLAH, dem Erhabenen sind sechs. Diese Eigenschaften wurden schon vorher
erwähnt. Die ständigen Eigenschaften von ALLAH, dem Erhabenen, sind
nach der Glaubenslehre Matüridijje acht und nach der Glaubenslehre
Escharijje sieben. Diese Eigenschaften sind ewig wie ALLAH, der
Allmächtige, selbst. Sie sind heilig und nicht wie die Eigenschaften der
Geschöpfe. Der Verstand und die Vernunft der Menschen können sie nicht
begreifen. ALLAH, der Allmächtige, hat den Menschen je ein Vorbild
SEINER Eigenschaften geschenkt. Dadurch kann man die Eigenschaften des
Erhabenen einwenig verstehen. Da der Mensch ALLAH, den Allmächtigen,
nicht begreifen kann, ist es untersagt, zu denken, wie ER ist. Die acht
ewigen Eigenschaften von IHM sind nicht ER selbst und auch nichts
anderes als ER selbst.
Diese acht Eigenschaften sind
Unsterblichkeit, Allwissenheit, Hören, Sehen, Allmacht, Sprechen, Wille
und Erschaffen. Nach der Glaubenslehre Escharijje sind die Eigenschaften
“Erschaffen” und “Macht” dieselbe. Und die Eigenschaft “Wille” wird
auch Meschijjat genannt.
Jede von SEINEN acht Eigenschaften ist
nicht zusammen-gesetzt und einzig. Aber sie haben viele Wirkungsarten
auf Geschöpfe. Das verändert aber ihr Wesen nicht. ALLAH, der
Allmächtige, hat so viele Geschöpfe erschaffen und erhält sie alle jeden
Moment im Dasein. Alle Geschöpfe benötigen IHN jeden Augenblick in
jeder Hinsicht. ALLAH, der Allmächtige, benötigt nichts und niemanden.
2. Der zweite der sechs Grundsätzen des
Glauben ist, an SEINE Engel zu glauben. Im Arabischen bedeutet Engel
Botschafter oder Kraft. Engel sind Gegenstände. Sie sind leichter als
Gase. Sie sind heilig, lebendig und vernünftig. Sie sind nicht bösartig.
Sie können sich in jede Form verwandeln. Wie Gase als flüssige oder
harte Stoffe verschiedene Formen haben können, so können Engel
verschiedene schöne Gestalten besitzen. Die Engel sind keine Seelen, die
vom Leib besonderer Menschen getrennt sind. Die Christen glauben, dass
die Engel solche Seelen seien. Die Engel sind nicht ohne Materie wie
Energie und Kraft. Manche alten Philosophen glaubten, Engel seien ohne
Körper. Vor allen anderen Lebewesen sind die Engel erschaffen worden.
Darum wurde berichtet, das man erst an die Engel, dann an die heiligen
Bücher glauben soll. Und die heiligen Bücher kommen vor den Propheten.
So ist die Reihe der Dinge im heiligen Koran, an die wir glauben sollen.
Man soll glauben: Engel sind Diener
ALLAH’s, des Erhabenen. Sie sind keine Partner oder keine Töchter des
Erhabenen. Ungläubige glaubten, dass Engel Partner oder Töchter des
Erhabenen seien. ALLAH, der Erhabene ist mit allen Engeln zufrieden. Sie
gehorchen SEINEN Geboten. Sie sündigen nicht, rebellieren nicht. Sie
sind weder männlich noch weiblich. Sie heiraten nicht und besitzen keine
Kinder. Sie sind Lebewesen. Obwohl es von Abdullah ibn Mes’ûd
überliefert wurde, dass manche Engel Kinder hätten und Geister und
Teufel Kinder der Engel wären, antworten die Bücher darauf in eingehend.
Als ALLAH, der Allmächtige berichtete, dass ER die Menschen erschaffen
wird, sagten die Engel: “O Schöpfer! Wirst Du Geschöpfe erschaffen,
welche die Erde verderben und Blut vergießen werden?” Diese Frage, heißt
“Selle” sie schadet ihrer Unschuld nicht.
Die meisten Geschöpfe sind Engel. Die
Anzahl der Engel weiß niemand außer ALLAH, dem Allwissenden. Es gibt
keine freien Stellen in den Himmeln, wo die Engel nicht anbeten. Die
Himmel sind von anbetenden Engeln gefüllt. In den Himmeln, auf der Erde,
bei allen Reaktionen, Bewegungen und bei allen Dingen haben die Engel
ihre Aufgaben zu tun. Überall erfüllen sie die Gebote ALLAH’s, des
Erhabenen. Die Engel sind Vermittler zwischen ALLAH, dem Erhabenen und
den Geschöpfen. Manche sind Vorgesetzte der anderen Engel. Manche
bringen den Propheten Botschaft. Manche bringen Menschen auf gute
Gedanken. Das heißt Eingebung. Manche haben keine Ahnung von Geschöpfen.
Die sind in seelischer Begeisterung für die Schönheit des Erhabenen.
Jeder hat eine bestimmte Stelle, die sie nie verlassen dürfen. Manche
haben zwei, vier und manche mehrere Flügel. [Wie die Flügel der Tiere
und der Flugzeuge in ihrer eigenen Art verschieden sind, so sind auch
die Flügel der Engel von eigener Beschaffenheit. Wenn man den Namen
eines unbekannten Dinges hört, denkt man, dass dieses Ding einem bekannt
sei. So täuscht man sich. Die Engel haben Flügel. Daran glauben wir.
Aber wie sie sind, wissen wir nicht. Geflügelte Frauenbilder in Kirchen,
in manchen Zeitschriften und Filmen sind erfunden. Moslems zeichnen
keine solche Bilder. Man soll nicht an solche falschen Bilder glauben,
die von Ungläubigen stammen und sich nicht durch Glaubensfeinde täuschen
lassen.] Die Paradiesengel sind im Paradies. Der größte von ihnen heißt
Rıdwân. Die Höllenengel heißen Sebânî. Sie haben ihre Aufgaben in der
Hölle zu verrichten. Wie das Meerwasser den Fischen nicht schadet, so
schadet auch das Höllenfeuer ihnen nicht. Die Großen der Höllenengel
sind neunzehn. Der Größte heißt Mâlik.
Es gibt vier Engel für jeden Menschen,
zwei für den Tag und zwei für die Nacht. Sie schreiben die guten und die
schlechten Taten des Menschen auf. Diese vier Engel heißen Schreibengel
oder Hafasa-Engel. Es wurde auch berichtet, dass die bewahrenden Engel
(Hafasa-Engel) andere Engel seien. Der Engel an der rechten Seite
schreibt die guten Taten und der Engel an der linken Seite die
schlechten nieder. Der Engel an der rechten Seite ist der Vorgesetzte
des Engels an der linken Seite. Es gibt Engel, die alle Toten in den
Gräbern verhören und alle Ungläubigen und sündigen Moslems in den
Gräbern quälen. Die verhörenden Engeln heißen Münker und Nekir. Die
Engel, die Moslems verhören, heißen Mübeschschir und Beschir.
Manche Engel sind vorzüglicher als
andere. Vier Engel sind die vorzüglichsten. Der erste von ihnen ist St.
Gabriel, Friede sei mit ihm. Er bringt den Propheten Offenbarungen und
verkündet die Gebote und Verbote von ALLAH, dem Erhabenen. Der zweite
ist St. Seraphim, Friede sei mit ihm, der Posaunenengel der in die
Posaune namens Sûr blasen wird. Er wird zweimal in die Posaune blasen.
Beim ersten Posaunenschall werden alle Lebewesen außer ALLAH, dem
Erhabenen, sterben. Beim zweiten Posaunenschall werden alle auferstehen.
Der dritte ist St. Michael, Friede sei mit ihm. [Er hat die Aufgabe,
Waren teuer oder billig zu machen und Hungersnot oder Überfluß zu
bringen, nämlich für die ökonomische Regelung auf der Welt und für die
Ruhe und den Frieden zu sorgen und jeden Stoff und Gegenstand bewegen zu
lassen.] Der vierte ist ’Asrâ’îl, der Todesengel. Er ist es, der den
Menschen die Seelen nimmt. [Die Seele heißt im Persischen “Leben.”] Die
darauf folgenden Engel bestehen aus vier Gattungen. Die Engel des Throns
des Erhabenen sind vier. Am Tage der Auferstehung werden sie acht sein.
Die sich in Anwesenheit von ALLAH, dem Erhabenen, befindlichen Engel
heißen Mukarrebîn. Die großen der quälenden Engel heißen Kerûbijân. Die
Gnadenengel heißen Rûchânijân. Alle diese sind die vorzüglichsten Engel.
Diese Engel sind vorzüglicher als alle Menschen außer den Propheten,
Friede sei mit ihnen. Die Heiligen und die Moslems ohne Sünde sind
vorzüglicher als die anderen Engel. Die anderen Engel sind vorzüglicher
als die sündigen und ungehorsamen Moslems.
Die Ungläubigen sind gemeiner als alle
anderen Geschöpfe. Beim ersten Posaunenschall werden auch alle Engel,
außer die die Engel des Throns des Erhabenen und die vier großen Engeln
vernichtet werden. Danach werden die Engel des Throns des Erhabenen und
die vier grossen Engel zunichte gemacht. Beim zweiten Posaunenschall
werden zuerst die Engel auferweckt. die Engel des Thorns des Erhabenen
diese vier Engel werden vor dem zweitem Posaunenschall auferweckt. Das
heißt, wie diese Engel vor allen Geschöpfen erschaffen worden sind, so
werden sie auch nach allen Geschöpfen zunichte gemacht.
3. Der dritte Grundsatz ist, an SEINE
heiligen Bücher zu glauben. ALLAH, der Erhabene, hat den Propheten diese
heiligen Bücher entweder als Offenbarungen durch Engel oder als direkte
Offenbarungen oder als Schrift herabgesandt. Alle diese heiligen Bücher
sind die heiligen Worte von ALLAH, dem Erhabenen. Sie sind ewig. Sie
sind keine Geschöpfe. Sie sind keine Worte von Engeln oder Propheten.
Die heiligen Worte des Erhabenen sind nicht wie unsere Worte, die wir
aussprechen, schreiben oder auswendig lernen. Sie sind ohne Buchstaben
und ohne Stimmen. Die Menschen können nicht verstehen, wie ALLAH, der
Erhabene, und SEINE Eigenschaften sind. Aber die Menschen lesen,
sprechen und lernen SEINE heiligen Worte auswendig. Wenn SEINE heiligen
Worte bei Menschen sind, sind sie Geschöpfe. Mit dem Gedanken das sie
Worte ALLAHs des Erhabenen sind, sind sie ewig.
Alle heiligen Bücher ALLAH’s, des
Allmächtigen, sind wahr und recht. Darin können keine Lügen und keine
Fehler sein. Unter Bedingungen, die wir nicht kennen, vergibt ER den
Moslems ihre Sünden, doch das hängt von SEINEM Willen ab. Die heiligen
Worte, die über Qual berichten, dürfen nicht als Lüge betrachtet werden,
wenn ER den Sündigen vergibt. Obwohl ER den Moslems die versprochenen
Gnaden immer schenkt, hebt ER die berichteten Qualen aber auf, wenn ER
will. Die Vernunft, die menschlichen Gesetze und die heiligen Verse
zeigen auch, dass es recht ist.
Solange kein Hindernis besteht, soll man
die heiligen Verse und Hadithe offenbar deuten. Es ist nicht erlaubt,
sie anders zu deuten. [Der heilige Koran und die heiligen Hadithe sind
im Koreischem Dialekt. Deren Worte soll man nicht mit den heutigen
arabischen Wörtern, sondern mit den vor 14 Jahrhunderten in Hedschas
ausgesprochenen auslegen, da sich die Bedeutungen der Wörter im Laufe
der Zeit ändern.]
Die Symbolischen heiligen Verse haben
verborgene Bedeutungen, die nicht zu begreifen sind. Sie sind nur ALLAH,
dem Erhabenen, bekannt und sie können nur von denen, denen besondere
Weisheit gegeben ist, im erlaubten Maße verstanden werden. Außer denen
kann niemand sie verstehen. Darum soll man glauben, dass diese
symbolischen heiligen Verse Worte ALLAH’s, des Erhabenen, sind, und
nicht versuchen, ihre Bedeutung zu verstehen. Es ist nach manchen
Gelehrten in der Glaubenslehre Esch’arî erlaubt, diese heiligen Verse
kurz oder lang zu interpretieren. Das heißt Auslegen. Auslegen bedeutet,
die unbekannten unter verschiedenen Bedeutungen eines Wortes
aufzuzählen. Zum Beispiel: “Die Hand des Allmächtigen ist über ihren
Händen.” Man muß denken: Was ALLAH, der Erhabene, mit diesem heiligen
Vers meint, das glaube ich. Seine Bedeutung kann ich nicht erfassen. Nur
ALLAH, der Erhabene weiß es. Oder: Das Wissen ALLAH’s, des Allkundigen
ist nicht wie unser Wissen. SEIN Wille gleicht dem unserigen nicht. Auf
gleiche Weise gleicht SEINE Hand nicht der Hand der Menschen.
Manche heiligen Verse in den heiligen
Büchern hat ALLAH, der Erhabene, verändert. D.h. nur die Leseart oder
nur der Sinn von manchen heiligen Versen oder beides wurde von ALLAH,
dem Erhabenen, für ungültig erklärt, denn der heilige Koran hat alle
anderen heiligen Bücher ungültig gemacht. Es gibt keine Fehler, keine
Unvollkommenheit und keinen Überfluß an Worten im heiligen Koran. Alle
Wissenschaften in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind mit
Andeutungen im heiligen Koran vorhanden. Deswegen ist er wertvoller und
vorzüglicher als alle anderen heiligen Bücher. Der heilige Koran ist das
größte Wunder des heiligen Propheten, unseres Herrn. Wenn alle Menschen
und Geister zusammenkämen, könnten sie sogar eine kürzeste Sure, wie
die des heiligen Korans nicht hervorbringen. Die sprachfertigsten und
berühmtesten Literaten und Dichter von Arabien kamen einst zusammen. Sie
versuchten drei kurze Verse gleich denen im heiligen Koran
hervorzubringen. Aber sie konnten es nicht. Sie konnten sich dem
heiligen Koran nicht widersetzen. Sie wurden verwirrt. ALLAH, der
Allmächtige macht Feinde des heiligen Koran hilflos und besiegt sie. Die
Sprachfertigkeit des heiligen Korans ist übermenschlich. Die Menschen
sind nicht imstande, Worte gleich denen im heiligen Koran, zu bilden.
Die heiligen Verse im heiligen Koran gleichen weder der Dichtung noch
der Prosa, noch den gereimten Worten der Menschen. Jedoch ist der
heilige Koran mit Buchstaben ausgedrückt, die die Baueinheiten der
Worte, der sprachfertigen Literaten und Dichter von Arabien sind.
Die von ALLAH, dem Allmächtigen
geoffenbarten heiligen Bücher sind hundertvier. Zehn Suhuf (zehn heilige
Büchlein) davon sind dem Propheten St. Adam. Fünfzig Suhuf St. Schît,
dreißig Suhuf St. Idrîs, zehn Suhuf St. Abraham, die heilige Thora, St.
Moses, die heilige Psalter St. Dawid, das heilige Evangelium St. Jesus
und der heilige Koran St. Muhammed, Friede sei mit ihnen, herabgesandt
worden.
Wenn man einen Befehl geben, nach etwas
fragen, jemanden benachrichtigen oder etwas verbieten will, denkt man
zuerst nach und bereitet die Gedanken vor, die ausgesprochen werden
sollen. Diese Gedanken im Gedächnis nennt man ‘Kelâm-ı Nefsî.’ Diese
Gedanken sind weder arabisch, noch persisch, noch türkisch, noch
deutsch. Sie verändern sich nicht, selbst wenn sie in verschiedenen
Sprachen ausgedrückt werden. Die Worte, die diese Gedanken erklären,
werden ‘Kelâm-ı Lafsî’ genannt. Kelâm-ı Lafsî kann man in verschiedenen
Sprachen aussprechen. Daraus ersieht man, dass Kelâm-ı Nefsî eine der
Eigenschaften von ALLAH, dem Erhabenen, wie Allwissenheit, Sehen und
Wille ist. Wie SEINE anderen Eigenschaften ist Kelâm-ı Nefsî (SEINE
Eigenschaft “Sprechen”) eine einfache, unveränderliche Eigenschaft.
Kelâm-ı Lâfsî (SEINE Offenbarungen) dagegen besteht aus Worten, die
Kelâm-ı Nefsî erklären und augesprochen und gehört werden können.
Kelâm-ı Nefsî des Allmächtigen sind SEINE heiligen Worte, die keine
Geschöpfe und ewig bei IHM sind. Außer persönlichen Eigenschaften sind
sie eine SEINER ständigen Eigenschaften wie Allwissenheit und Wille.
Auch SEINE Eigenschaft ‘Sprechen’
(Kelâm-ı Nefsî) ist einfach, unveränderlich und ewig. Sie besteht nicht
aus Buchstaben oder Stimmen. Sie kann nicht geschrieben werden. Sie ist
weder arabisch noch persisch, noch hebräisch, noch türkisch, noch
syrisch oder irgendwie anderssprachig. Sie braucht kein Gedächnis, kein
Ohr, keine Zunge und dergleichen zu haben. In jeder Sprache kann sie
ausgesprochen werden. Wenn sie im arabischen ausgesprochen wird, wird
sie der heilige Koran genannt, wenn sie im hebräischen gesagt wird,
nennt man sie die heilige Thora. Wird sie in der syrischen Sprache
ausgesprochen, bezeichnet man sie als heiliges Evangelium. [In dem Buch
Scherch-ul-mekâsid[Der Verfasser dieses Buches ist Sa’düddîn Teftâzânî,
gest. 792 (1389 n. Chr.) in Samarkand.] (Erläuterung der Beabsichtigten)
steht: “Wenn sie im griechischen ausgedrückt wird, wird sie das heilige
Evangelium, wird sie im Syrischen ausgesprochen, wird sie der heilige
Psalter genannt.”]
Wenn die heiligen Worte des Erhabenen
Ereignisse ankündigen, werden sie Botschaft genannt. Wenn sie von
Aufgaben berichten, nennt man sie Gebote. Verkünden sie die untersagten
Dinge, so bezeichnet man sie als Verbote. Die übrigen heiligen Worte
werden Aufbau genannt. Aber SEINE Eigenschaft “Sprechen” ändert sich
nicht und bleibt gleich.
Alle von ALLAH, dem Allmächtigen,
gesandten heiligen Bücher und Suhûf sind eine Seite SEINER Eigenschaft
‘Kelâm-ı Nefsî’. Im arabischen ist es der heilige Koran. Die als Verse
gesandten Offenbarungen, die ausgesprochen, geschrieben und
auswendiggelernt werden können, bezeichnet man als Kelâm-ı Lafsî und den
heiligen Koran. Man darf es auch als SEINE Eigenschaft “Sprechen”
betrachten, weil es Kelâm-ı Nefsî erklärt. Obwohl dieses heilige
Sprechen einzig ist, kann es auf die Menschen verteilt werden. Die
Gesamtheit so wie auch die Abschnitte nennt man den heiligen Koran.
Übereinstimmend berichten die Gelehrten
des rechten Weges, dass Kelâm-ı Nefsî, kein Geschöpf und ewig ist. Es
gibt aber keine Übereinstimmung darüber, dass Kelâm-ı Lâfsî, das heilige
Sprechen, ewig ist.
Manche dagegen haben gesagt, dass es
ewig ist. Aber sie haben auch erklärt, dass Kelâm-ı Lafsî nicht als
Geschöpf betrachtet werden darf, denn sonst könnte man denken, dass auch
Kelâm-ı Nefsî (SEINE Eigenschaft “Sprechen”) ein Geschöpf sei. Das ist
die beste Erklärung. Denn wenn der Mensch ein Wort hört, erinnert sich
sein Gedächnis sofort daran. Die Gelehrten des rechten Weges, Friede sei
mit ihnen, berichteten, dass der heilige Koran ein Geschöpf ist,
während wir ihn lesen. Sie teilen übereinstimmend mit: sowohl Kelâm-ı
Nefsî als auch Kelâm-ı Lafsî, ist das Sprechen des Erhabenen. Einige von
den Gelehrten aber geben eine bildliche Erklärung. Wenn man sagt:
Kelâm-ı Nefsî ist das Sprechen des Allmächtigen, heißt es, dass SEINE
Eigenschaft “Sprechen” ist. Und wenn man sagt: Kelâm-ı Lafsî ist das
Sprechen des Allmächtigen, heißt es, dass es von dem Allmächtigen
erschaffen ist.
Frage: Aus den oben erwähnten
Erklärungen versteht es sich, dass man das ewige Sprechen des
Allmächtigen nicht hören kann. Wenn man sagt, Ich habe heilige Worte
gehört, versteht man darunter, dass man augesprochene Worte gehört, oder
dass man damit Kelâm-ı Nefsî (SEINE Eigenschaft “Sprechen”) gemeint
hat. Alle Menschen und auch alle Propheten können auf diese Weise hören.
Warum hebt man denn den Propheten Moses, Friede sei mit ihm, mit dem
Namen Kelimullah hervor?
Antwort: St. Moses, hat im Gegensatz zu
den übrigen Menschen ALLAH’s, des Allmächtigen, heilige Worte ohne
Buchstaben und ohne Stimmen gehört. Wie ALLAH, der Erhabene auf
unbeschreibliche und unbegreifliche Weise im Paradies gesehen werden
wird, so hat St. Moses, Friede sei mit ihm, SEINE heiligen Worte auf
unerklärliche Weise gehört. Niemand hat jemals so gehört. Oder er hat
heilige Worte als Stimmen gehört, aber nicht nur mit seinen Ohren
sondern mit allen Molekülen seines Körpers und von allen Seiten. Oder er
hat nur aus der Richtung des Buches gehört. Aber das war ein Hören
außerhalb der physikalischen Gesetze. Weil er in einem von diesen drei
Fällen gehört hat, wurde er Kelimullah (der, der die heiligen Worte des
Erhabenen hörte) genannt. Auf dieselbe Weise haben St. Muhammed und St.
Gabriel, Friede sei mit ihnen, während der heiligen Himmelfahrt, der
heiligen Nacht Miradsch, die heiligen Worte des Erhabenen gehört.
4. Der vierte Grundsatz ist, an die
Propheten ALLAH’s, des Erhabenen, zu glauben. Um den Menschen den
richtigen Weg, mit dem ALLAH, der Erhabene, zufrieden ist, zu zeigen,
sind die Propheten gesandt worden. Ressul (Prophet) bedeutet im
Arabischen Gesandter oder Botschafter. Im Religionsgesetz heißt Prophet
ein wertvoller Mann, der hinsichtlich des Körperbaus, der Sittlichkeit,
Vernunft und Weisheit vorzüglicher als alle anderen Menschen zu seiner
Zeit ist. Er hat keine fehlerhaften Eigenschaften. Alle Propheten haben
die Eigenschaft Reinheit, [Unschuld] d.h. vor und während ihrer
Prophetenschaft sündigten sie nie. [Die Ungläubigen, die den Islam
innerlich vernichten wollen, behaupten, dass St. Muhammed, Friede sei
mit Ihm, vor dem Prophetentum vor Standbildern Kamele geopfert hätte und
als Beweis dafür weisen sie auf die Bücher der Verirrten. Daß diese
Behauptung sowohl eine Lüge als auch eine häßliche Verleumdung ist,
versteht man von den oben erwähnten Tatsachen.] Nachdem sie Propheten
geworden sind und bis ihre Prophetenschaft überall bekannt wurde,
besaßen sie keinen Mangel wie Blindheit, Stummheit und dergleichen. Wir
glauben, dass jeder Prophet sieben Eigenschaften besitzt:
Vertrauenswürdigkeit, Treue, Prophezeiung, Gerechtigkeit, Unschuld,
Genie, Sicherheit vor dem Verlust der Prophetenschaft.
Der Prophet, der ein neues
Religionsgesetz bringt, heißt Ressûl. Der Prophet, der nicht ein neues
Religionsgesetz bringt, sondern die Menschen zum vorigen Religionsgesetz
einlädt, heißt Nebî. Es gibt keinen anderen Unterschied zwischen Ressûl
und Nebî, so dass sie beide alle Menschen zur Religion ALLAH’s, des
Allbarmherzigen einladen. Um an die Propheten glauben zu dürfen, muß man
bestätigen, dass sie alle vertrauenswürdig und aufrichtig sind. Wer an
einen der Propheten nicht glaubt, wird ungläubig.
Man kann nicht aus eigener Kraft, durch
Erdulden von Hunger und Leiden und durch Anbeten, Prophet werden. Allein
ALLAH, der Allmächtige wählt den Prophet aus. ALLAH, der Allbarmherzige
hat durch Propheten SEINE Religion mitgeteilt, damit sich die Menschen
vor Übeltaten schützen und in diesem und im zukünftigen Leben das Glück
erlangen können. Obwohl die Propheten viele Feinde hatten, viel gelitten
haben und die Ungläubigen über sie spotteten, fürchteten sie sich nicht
vor ihren Feinden, um den Menschen die Gebote und Verbote des Erhabenen
zu verkündigen. Um die Richtigkeit SEINER Propheten zu beweisen,
verstärkte ALLAH, der Allmächtige, sie durch Wunder. Niemand konnte sich
dieser Wunder widersetzen. Die Menschen, die an den Propheten ihrer
Zeit glaubten, bilden die Gemeinschaft des Propheten. Am Tage der
Auferstehung wird den Propheten Erlaubnis gegeben, um Vergebung für ihre
Gemeinschaften zu bitten. Ihre Fürbitten werden aufgenommen werden.
ALLAH, der Allmächtige, wird auch den Heiligen und reinen Moslems
erlauben, um Vergebung für manche sündigen Moslems bitten zu dürfen.
Auch ihre Fürbitten werden empfangen werden.
In ihren heiligen Gräbern leben die
Propheten mit einem Leben, das uns nicht bekannt ist. Ihre heiligen
Körper verwesen nicht. Es wurde mit einer heiligen Hadith berichtet:
“Die Propheten verrichten Gebete in ihren Gräbern und unternehmen die
Wallfahrt nach der heiligen Stadt Mekka.”
[Heute glauben die Wahhabiten in Arabien
nicht an diese heiligen Hadithe. Sie nennen die wahren Muslime, die
daran glauben, ungläubig. Sie werden irrgläubig, indem sie die
verborgenen heiligen Verse falsch deuten, obwohl sie deswegen nicht
ungläubig sind. Sie werden Anhänger der Irrlehren. Sie schaden den
Muslimen sehr. Der Wahhabismus wurde von einem Verirrten namens Muhammed
bin Abdulwahhab aus Nedschd gegründet. Der englische Spion Hempher
täuschte ihn durch die verirrten Gedanken von İbni Tejmijje.[ Ahmed ibni
Tejmijje, gest. 728 (1328 n. Chr.) in Damaskus.] Diese Irrlehre wurde
durch die Bücher eines Ägypters namens Abduch[Muhammed Abduch, gest.
1323 (1905 n. Chr.) in Ägypten.] unter den Türken auf der ganzen Welt
verbreitet. Die Gelehrten der Sunna haben in ihren Büchern berichtet,
dass sie Irrgläubige sind, die den Islam vernichten wollen. Dieses Thema
wird in den Büchern Seadet-i Ebedijje (Englisch: Endles Bliss) und
Kıjamet ve Achiret (Auferstehung undJenseits) ausführlich erklärt.
ALLAH, der Allbarmherzige möge die jungen Geistlichen davor schützen,
durch den Wahhabismus vom Rechten abzuirren und uns alle auf dem
richtigen Weg der Gelehrten der Sunna halten, der in heiligen Hadithen
gelobt wird! Amen!]
Das Herzensauge der Propheten schläft
nicht. Alle Propheten haben die gleichen Aufgaben und Vorzüge der
Prophetenschaft. Sie haben alle die schon oben erwähnten Eigenschaften.
Deswegen gibt es keinen Unterschied zwischen ihnen. Die Heiligen dagegen
können ihre Heiligkeit verlieren. Propheten sind Menschen. Die Engel
und Geister dürfen keine Propheten für Menschen sein. Sie dürfen nicht
die Ränge der Propheten erreichen. Manche Propheten können vorzüglicher
als andere Propheten sein. Im Hinblick auf die Anzahl der Gläubigen
seiner Gemeinschaft, auf die Größe der Länder, auf denen er wirkte, auf
die Verbreitung seines Wissens, auf seine unzähligen und dauerhaften
Wunder, auf die Dauer und die Verbreitung seiner Religion ist der
heilige Prophet Muhammed, Friede sei mit ihm, vorzüglicher als alle
anderen Propheten. Die Anzahl der Propheten ist nicht bestimmt. Es ist
bekannt, dass sie mehr als 124000 sind. 313 oder 315 von ihnen sind
Ressul. Sechs davon sind vorzüglicher als alle anderen. Diese Propheten
heißen Ulül-Asm, die größten Propheten. Sie sind: Adam, Noach, Abraham,
Moses, Jesus und Muhammed Mustafa, Friede sei mit ihnen.
Die Namen von dreiunddreißig Propheten
sind bekannt: St. Adam, St. Enoch (Idris), St. Schit oder (Schis), St.
Noach (Nuh), St. Hud, St. Saleh (Salih), St. Abraham (İbrahim), St. Lot
(Lut), St. Ismael (Ismail), St. Isaak (Ishaq), St. Jakob (Yakub), St.
Joseph (Yussuf), St. Hiob (Eyyüb), St. Schoaib (Schüaib), St. Moses
(Musa), St. Aaron (Harun), St. Hıdır, St. Juscha, St. Elias (İlyas), St.
Elisa (Elyesa), St. Dhulkefel (Sülkifl), St. Schemun, St. Ischmoil, St.
Jonas (Yunus), St. David (Davud), St. Salomo (Süleyman), St. Lokman,
St. Zacharia (Sekerijja), St. Johannes (Jachja), St. Useyr, St. Jesus
(Isa, Sohn Marias), St. Dhulkarnain (Sülkarnejn), und St. Muhammed,
Friede und Segen ALLAH’s, des Erhabenen, sei mit ihnen.
Nur achtundzwanzig Propheten von ihnen
sind im heiligen Koran mitgeteilt. Schit, Hıdır, Jûscha, Schem’un und
Ischmoil sind nicht mitgeteilt worden. Es ist nicht bestimmt, ob
Dhulkarnain, Lokman und Usejr Propheten sind. Der zweite Name von
Dhulkefel ist Harkel.
Man sagt auch, dass er Elias oder Idris
oder Zacharia ist. St. Abraham ist Halîlullah, der Lieber des Erhabenen.
Denn es befand sich keine Liebe, außer der Liebe zu ALLAH, dem
Allbarmherzigen, in seinem Herzen. St. Moses ist Kelîmullah, der mit
ALLAH, dem Erhabenen, gesprochen hat. St. Jesus ist Rûhullah, der der
ohne Vater geboren ist. Er wurde auf das heilige Wort KÜN! (SEI!)
ALLAH’s, des Allmächtigen, geboren und hat den Menschen weise Worte des
Erhabenen mitgeteilt.
Der heilige Prophet Muhammed, Ursache
der Schöpfung des Weltalls, der vorzüglichste und ehrwürdigste Mensch,
ist Habibullah, Geliebter ALLAH’s, des Allbarmherzigen. Es gibt viele
Beweise, die zeigen, dass Er Geliebter ist. Niemand darf gegen ihn Worte
ausdrücken, die Niederlage bedeuten! Vor allen anderen Menschen wird Er
am Tage der Auferstehung aus seinem heiligen Grabmal auferstehen. Und
vor allen anderen wird Er zum Orte des Jüngsten Gerichts und ins
Paradies kommen. Seine Wundertaten sind zahllos. Obwohl es nicht möglich
ist, all seine Wundertaten zu nennen, erwähnen wir eine seiner Wunder,
die heilige Himmelfahrt, um unser Büchlein damit zu verzieren.
Körperlich und geistig wach, wurde Er
von der heiligen Stadt Mekka zur heiligen Moschee Aksâ in Jerusalem und
von dort in die Himmel und in den siebten Himmel an die heiligen Orte
gebracht, wohin ALLAH, der Allmächtige es wollte. An die heiligen
Himmelfahrt muß man auf diese Weise glauben. Im Buch Schifâ-i
Scherif[Der Verfasser dieses Buches ist Ijad Malikî, gest. 544 (1150 n.
Chr.) in Marrakesch.] (Die Rechtleitung) und in vielen wertvollen
Büchern wird über die heilige Himmelfahrt ausführlich berichtet. [Die
Anhänger der Sekte Ismailijje und die Glaubensfeinde, die sich als
islamischen Gelehrten ausgeben, behaupten, dass die Himmelfahrt nicht
körperlich und seelisch, sondern nur seelisch stattgefunden hätte. Sie
täuschen die Jugendlichen, indem sie darüber falsche Schriften
veröffentlichen. Solche irreführende Bücher soll man nicht kaufen und
sich nicht von ihnen täuschen lassen. Hierrüber wird auch im Buch
Schifa-i Scherif und in unserem Buch Seadet-i Ebedijje (Endless Bliss)
ausführlich berichtet.] Der heilige Prophet fuhr von Mekka bis
Sidre-tül-müntehâ mit St. Gabriel zusammen, Friede sei mit ihnen. Sidret
ül-Münteha ist ein Baum im sechsten und siebten Himmel. Keine
Wissenschaft und kein Emporstieg kann von dort weiter vordringen. Der
heilige Prophet, unser Herr sah in Sidre St. Gabriel in Seiner eigenen
Gestalt mit sechshundert Flügeln. St. Gabriel blieb in Sidre. Der
heilige Prophet Muhammed ritt von Mekka bis Jerusalem oder bis in den
siebten Himmel auf dem Burak. Burak ist ein weißes Paradiestier, dass
größer als ein Esel, kleiner als ein Maultier ist. Es ist kein irdisches
Tier. Es ist weder männlich noch weiblich. Es lief sehr schnell, Mit
einem Schritt erreichte es den Horizont. In der Moschee wurde der
heilige Prophet Vorbeter und ließ die Propheten das Nacht oder das
Morgengebet verrichten. Die Seelen der Propheten befanden sich in ihren
eigenen menschlichen Gestalten. Von Jerusalem bis in den siebten Himmel
stieg er mit einer Leiter namens Miradsch, die wir nicht kennen. Rechts
und links des Weges standen Engel in Reihen, lobpreisend. Jedesmal wenn
sie einen anderen Himmel erreichten, verkündete St. Gabriel die
Freudenbotschaft. In jedem Himmel sah Er einen der Propheten und sie
grüßten sich. In Sidre sah er viele wunderbare Dinge. Er sah die Freuden
des Paradieses und die Qualen der Hölle. Aus Sehnsucht nach ALLAH, dem
Allbarmherzigen blickte Er auf keine der Schönheiten des Paradieses. Von
Sidre ab fuhr er durch Glaubenslichter. Er hörte die Geräusche der
Schreibfeder der Engel. Er durchfuhr siebzigtausend Scheidewände. Die
Entfernung zwischen zwei Scheidewände war ein Weg von fünfhundert
Jahren. Danach durchfuhr er auf einem glänzenden Sitz namens Refref den
Kursî, erreichte den Thron des Erhabenen den heiligen Raum außerhalb der
Himmel, dem Ort, wo Er die heiligen Worte ALLAH’s, des Allmächtigen,
hören durfte.
Wie man im Jenseits unabhängig von Zeit
und Raum, ALLAH, den Erhabenen, sehen wird, so hat er auf unerklärliche,
unbegreifliche Weise IHN gesehen und unabhängig von Buchstaben und
Stimmen mit IHM gesprochen. Er dankte ALLAH, dem Allmächtigen, und
lobpreiste IHN. Es wurden ihm unzählige Gaben zuteil. Obwohl das täglich
fünfzigmaliges Gebetsverrichten als Pflicht für ihn und seine
Gemeinschaft wurde, wurde es durch ein Zeichen von St. Moses bis auf ein
tägliches fünfmaliges Gebetsverrichten herabgesetzt. Früher verrichtete
man nur Morgen und Nachmittags-oder Nachtgebete. Nachdem ihm viele
Gaben zuteil geworden waren und er viele wunderbare Dinge während dieser
Fahrt gesehen und gehört hatte, kam er in sein Bett zurück. Sein Bett
war noch warm. Ein Teil dieser Erklärungen wird in heiligen Versen und
und der andere Teil in Hadithen erwähnt. Obwohl es keine nötige
Verpflichtung ist, an alles davon zu glauben, weicht derjenige, der
nicht daran glaubt, vom Weg der Sunna ab, weil diese Kenntnisse von den
Gelehrten der Sunna mitgeteilt worden sind. Wer aber an den heiligen
Vers oder an die heiligen Hadithe nicht glaubt, wird ungläubig.
Einige von unzähligen Beweisen, die zeigen, dass er der vorzüglichste Prophet ist, teilen wir ihnen hier mit:
Am Tage der Auferstehung werden alle
Propheten im Schatten Seiner Fahne sein. ALLAH, der Allmächtige, gebot
allen Propheten, dass jene die, die Zeit SEINES auserwählten, geliebten
Propheten Muhammed Friede sei mit Ihm, erreichen, an ihn glauben und ihm
helfen sollten. Und alle Propheten geboten ihren eigenen Gemeinschaften
dasselbe.
St. Muhammed Friede sei mit Ihm ist der
letzte Prophet. Nach Ihm wird kein neuer Prophet kommen. Vor allen
Propheten wurde Seine heilige Seele zu erst erschaffen, die
Prophetenschaft wurde vorerst Ihm gegeben und mit Ihm vervollständigt.
Obschon St. Jesus, zur Zeit von Messias, wenn sich der Weltuntergang
nähert, in Damaskus von Himmel heruntersteigen wird, wird er die
Religion von St. Muhammed verkünden. Er wird ein Anhänger der
Gemeinschaft des letzten heiligen Propheten Muhammed, des Herrn aller
Menschen, sein. [Die Anhänger der verirrten Sekte Kadiyani, die von den
Engländern 1296 (n. Chr. 1880) in Indien gegründet wurden, sprechen über
den heiligen Propheten Jesus unrecht. Sie zerstören den Islam
innerlich, obwohl sie sich als Muslime ausgeben. Die islamischen
Gelehrten haben mitgeteilt, dass sie keine Muslime sind. Diese nennt man
auch Anhänger der Sekte Achmedijje.]
Eine der verirrten, irrglaubigen
Gruppen, die in Indien erschienen, ist die Cema’atüt-Tebligijje. Diese
Verirrte Sekte wurde im Jahre 1345 (1926) von einem unwissenden namens
Ilyas gegründet (Seine Behauptung war es, im Traum den Befehl erhalten
zu haben, die Muslims vor dem Verderbnis zu retten.)
Die Gelehrten dieser Sekte holten ihr
angebliches Wissen aus den Büchern des verirrten Nesir Hussejin, Reschid
Ahmed Kenkuhi und des verirrten Halil Ahmed Seharenpurinin. Tatsächlich
aber werden die Gebete der Verirrten, nämlich derer die nicht dem Weg
der Sunna angehören nicht erhört werden. Vorerst müßen sie die Bücher
der Gelehrten der Sunna lesen, sich von ihrem verirrten Glauben befreien
und somit ein wahrer Muslim werden. Jene, die die Verse mit verborgenen
Bedeutung des heiligen Korans falsch auslegen, werden Verirrte oder
Irrgläubige genannt.
Jene, die die heiligen Verse ihrer
verirrten boshaften Auffassungen gemäß auslegen, werden Ketzer genannt.
Ketzer sind Atheisten, die danach trachten den Islam und den heiligen
Koran zu verändern. Sie wurden von den Engländern in tiefer
Feindschaftlichkeit, mit großem finanziellen Aufwand hervorgebracht und
auf der ganzen Welt verbreitet. Die unwissenden verderblichen
Vermittlungs Gemeinschaften, die in die Fallen der Engländer fielen,
belügen und täuschen die Muslims, indem sie die Gebetsverrichtungen
ausführen und behaupten auf dem Weg der Sunna zu sein. Dembezüglich
lauten die Worte des Abdullah bin Mesuts (Es werden Solche erscheinen
die das Gebet verrichten, doch kein Glaube besitzen). Diese werden im
tiefsten der Hölle ewig bleiben. Ein Teil dieser werden große Kopftücher
aufsetzen, wie Storchenneste auf Minaretten und mit Bart und Talar
werden sie die heiligen Verse falsch auslegen und somit die Muslims
täuschen. Ein heiliger Spruch des heiligen Propheten lautet (Innallahe
lâ yensuru ilâ suveriküm ve siyabiküm ve lâkin yensuru ilâ kulübiküm
nenijjatikum) “ALLAH der Erhabene schaut nicht auf eurer Äusserliches
und auf eure Kleidung. ER schaut auf eure Absicht und auf eure Herzen.”
Weil diese Unwissenden nicht auf die Bücher der Stiftung Ihlâs, die ihre
vertarnen Lügen auflegen, antworten können, behaupten sie nun, dass die
Bücher der Stiftung Ichlâs falsch wären und man sie nicht lesen sollte.
Es ist ein Merkmal der Feinde des Islams, der Irrgläubigen und der
Ketzer, dass sie die Schriften der Gelehrten der Sunna und die Bücher
die diese Schriften veröffentlichen, als falsch bezeichnen, um somit zu
verhindern das sie gelesen werden. Den Schaden den sie dem Islam
zufügten und die Antworten, mit denen die Gelehrten der Sunna sie
wiederlegten, ist in unserem Buch (Islam, der Weg der Sunniten)
eingehend behandelt worden.
St. Muhammed Friede sei mit Ihm ist der
vorzüglichste Prophet und die Gnade der Welten. Die achtzehntausend
Welten haben Nutzen von seinem Gnadenmeer. Übereinstimmend wird
bestätigt, dass Er Prophet aller Menschen und Geister ist. Viele
Gelehrte haben berichtet, dass er auch Prophet der Engel, Pflanzen,
Tiere und aller Wesen ist. Andere Propheten wurden für ein bestimmtes
Volk, in ein bestimmtes Land gesandt. St. Muhammed dagegen ist Prophet
für alle Welten, leblose und lebendige Wesen. ALLAH, der Erhabene, hat
die anderen Propheten mit ihren Namen, aber den heiligen Propheten
Muhammed mit dem Wort “O Mein Prophet!” angeredet. Alle Wunder, die den
anderen Propheten gegeben wurden, wurden ihm ebenfalls geschenkt. ALLAH,
der Allerschaffer gab SEINEM geliebten Propheten so viele Gaben und
Wunder, die ER keinem anderen Propheten schenkte. Durch ein Zeichen
seines heiligen Fingers wurde der Mond in zwei Teile geteilt. Die
Steinchen, die er in seine heilige Hand nahm, preisten ihn. Die Bäume
grüßten ihn: “O Prophet ALLAH’s, des Allhbarmherzigen!” Der trockene
Holzstamm namens Hannane weinte, weil Er sich von ihm trennte. Aus
seinen heiligen Fingern quoll Wasser hervor. Die Ränge Makam-ı Machmud
(Die Ehrenstelle des Lobes), Schefâat-i Kubra (die größte Berechtigung
der Fürbitte zur Vergebung), Haws-ı Kewser (der Gnadensee), Wesîle und
Fadîle (die Ehrenstellen der Ursache und Tugend des zukünftigen Lebens)
wurden ihm geschenkt. Er hat die Ehre, ALLAH, den Erhabenen, gesehen zu
haben, bevor Er ins Paradies geht. Wegen dieser Wunder und Ehren und im
Hinblick auf die Entschlossenheit, Religion, Wissen, Sanftheit, Geduld,
Dankbarkeit, Gerechtigkeit, Gnade, Schamgefühl, Tapferkeit, Demut,
Weisheit, Sittsamkeit, Freigebigkeit, Barmherzigkeit, Freundlichkeit und
unzählige Tugenden und Ehren ist St. Muhammed vorzüglicher als alle
anderen Propheten. Die Wunder, die ihm geschenkt worden sind, sind
zahllos. Seine Religion hat alle Religionen ungültig gemacht. Seine
Religion ist vorzüglicher als alle anderen Religionen. Seine
Religionsgemeinschaft ist vorzüglicher als alle anderen Gemeinschaften.
Die Heiligen seiner Religionsgemeinschaft sind vorzüglicher als die der
anderen Gemeinschaften.
Der größte Heilige der Gemeinschaft des
heiligen Propheten Muhammed, St. Ebû Bekr-i Sıddîk, Friede sei mit ihm,
ist der vorzüglichste Mensch der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft,
außer den Propheten. Er besitzt die Ehre, erster Kalif zu sein. Mit der
Gabe ALLAH’s, des Allmächtigen betete er auch vor dem Islam keinen
Abgott an. Er wurde vor der Schande des Unglaubens und des Irregehens
bewahrt. [Man kann daraus verstehen, wie hilflos und unwissend die
Verirrten sind, die glauben, dass der heilige Prophet Muhammed vor
seiner Prophetenschaft Götzen angebetet hätte.]
Der zweitgrößte Mensch und Kalif ist
St.Omar bin Hattab, Friede sei mit ihm, den ALLAH, der Erhabene, als
einen Gefährten für SEINEN geliebten Propheten ausgewählt hat.
St. Osman bin Affan, Friede sei mit ihm,
Gnadenschatz, Quelle der Weisheit und des Schamgefühls, der dritte
Kalif des heiligen Propheten, ist der drittgrößte Mensch auf der Welt.
Außer diesen Großen ist St. Ali, Friede
sei mit ihm, Held ALLAH’s, des Allmächtigen, Besitzer der wunderbaren
Vorzüge, der größte Mensch. Dann wurde St. Hassen,[St. Hassen bin Alî,
gest. 49 (669 n.Chr.) in Medina durch Vergiftung.] Friede sei mit ihm,
Kalif. Mit ihm wurde das dreißigjährige Kalifat vervollständigt, das mit
der heiligen Hadith prophezeit worden war. Danach kommt als
vorzüglichster Mensch St. Hüssejn bin Ali, Lieblingsenkel des heiligen
Propheten, Friede sei mit ihm.
Diese Vorzüge bedeuten, dass sie ihre
Heimat und Familien für den Islam verließen, früher als die anderen sich
zum Islam bekehrt, den heiligen Propheten und seinen Sitten
(erforderlichen religiösen Vorschriften) pünktlich gehorcht, sein
Religionsgesetz verkündet, den Islam gestärkt, Verderben und
Aufwiegelung verhindert und viele Verdienste erworben haben.
Obwohl St. Ali nach St. Ebû Bekr und vor
den anderen gläubig wurde, veranlaßte dies nicht, dass andere Menschen
gläubig wurden, wie es auch nicht die Niederlage der Ungläubigen
verursachte, weil er noch ein Kind war und zur Verfügung von dem
heiligen Propheten stand. Jedoch stärkten die drei anderen Kalifen den
Islam, indem sie gläubig wurden. Obgleich St. Ali und seine Kinder
vorzüglicher als St. Ebû Bekr und St. Omar durch der Verwandtschaft mit
dem heiligen Propheten sind, sind sie nicht in jeder Hinsicht
vorzüglicher, ihre Blutsverwandtschaft allein ist nicht ausschlaggebend.
Man kann einen Vergleich mit St. Hısır ziehen, welcher St. Moses
unterrichtet hat. Er ist aber deshalb nicht vorzüglicher als St. Moses.
[Wenn man durch die Blutsverwandtschaft in eine vorzüglichere Lage
kommen könnte, wäre St. Abbas vorzüglicher als St. Ali gewesen, Friede
sei mit ihnen. Ferner haben Ebu Tâlib und Ebu Leheb, deren
Verwandtschaft mit dem heiligem Propheten, Friede sei mit ihm, sehr nah
ist, nicht sogar den Vorzug, den ein Gläubiger in niedrigstem Rang
besitzt.] Daher ist St. Fatıma nicht in jeder Hinsicht vorzüglicher als
St. Hadîdsche und St. Âische. Wer von diesen drei die vorzüglichste ist,
darüber gehen die Meinungen der Gelehrten auseinander. Nach der
heiligen Hadithen sind diese drei und St. Maria und St. Âsiye, die Frau
des Pharao, die vorzüglichsten Frauen auf der Welt. In einer heiligen
Hadith wurde berichtet: “Fatıma ist die vorzüglichste Frau und Hassen
und Hüssejn sind die vorzüglichsten Männer im Paradies.”
Danach kommen Aschere-i Mübeschschere,
die zehn, die die Freudenbotschaft bekommen haben mit dem Paradies
belohnt zu werden, als vorzüglichere Menschen.
Danach gelten die dreihundertdreizehn
Muslime, die den Kampf Bedr geführt haben, als vorzüglichste. Ihnen
folgen die siebenhundert Muslime, die den Kampf Ohod geführt haben.
Danach sind Biatürrıdwan, die tausendvierhundert Gefährten des heiligen
Propheten mit dem Paradies belohnt worden, sie sind vorzüglichere
Menschen.
Wir müssen den Gefährten des heiligen
Propheten, die sich und ihr Vermögen für den heiligen Propheten geopfert
und ihm geholfen haben, Achtung erweisen. Das ist nötig. Wir dürfen gar
nicht über die Dinge sprechen, die ihrer Vorzüge nicht würdig sind. Es
ist eine große Sünde und ein Irregehen, sie zu verachten.
Wer den Propheten des Allbarmherzigen
liebt, soll auch die Gefährten des heiligen Propheten lieben. Denn mit
einer heiligen Hadith wurde mitgeteilt: ‘Wer mich liebt, liebt auch
meine Gefährten. Wer sie nicht liebt, liebt mich auch nicht. Jener, der
sie kränkt, kränkt mich auch. Wer mich kränkt, kränkt auch ALLAH, den
Allmächtigen. Er wird gewiß dafür bestraft werden’. Mit einer anderen
heiligen Hadith wurde berichtet: ‘Wenn ALLAH, der Erhabene, einem
Menschen Gutes tun will, läßt ER ihn alle meine Gefährten lieben, somit
liebt er sie alle sehr.’
Deswegen darf man nicht glauben, dass
sie aus Habsucht oder um Führerschaft gegeneinander gekämpft haben. Wenn
man so glaubt und sie aus diesem Grund verachtet, bedeutet das
Heuchelei und Irregehen. Denn ihre Herzen waren rein durch den heiligen
Propheten und frei von allen Bosheiten, weil sie in seiner Gegenwart
waren und seinen heiligen Worten lauschten. Sie waren von allen bösen
Eigenschaften befreit. Wenn man bei der Gemein schaft eines Heiligen
einige Tage bleibt, zieht man Nutzen von seinen guten Eigenschaften und
Vorzügen und wird gereinigt und von Habsucht befreit, geschweige denn,
dass die Gefährten des heiligen Propheten, unsere Herren, nicht von den
bösen Eigenschaften gereinigt worden waren. Sie liebten den heiligen
Propheten über alles. Sie opferten sich und ihr Vermögen und verließen
ihre Heimat für ihn. Sie liebten seine Unterhaltung, die die Nahrung für
ihre Seelen war. Gewiß sind diese Großen reiner als alle andere. Mit
welchem Recht darf man behaupten, dass sie wegen ihrer Habsucht gekämpft
hätten? Wir dürfen sie nicht mit den Menschen mit bösen Gedanken, wie
wir es sind vergleichen. Es ist nicht erlaubt, schlecht über die
Gefährten des heiligen Propheten, zu denken. Man soll denken: “Wer den
Gefährten des heiligen Propheten feindlich gesinnt ist, ist auch dem
heiligen Propheten feindlich gesinnt. Wer sie verachtet, verachtet den
heiligen Propheten, der sie erzogen hat.” Daher haben die Großen des
Islam mitgeteilt: “Wer die Gefährten des heiligen Propheten verachtet,
bezeugt, dass er an den heiligen Propheten nicht glaubt.” Die Kämpfe
‘Kamel und Sıffın’ sind keine Gründe, um sie zu verachten. Es gibt
religiöse Gründe, die die Handlungen der Opponenten St. Ali’s bei diesen
Kämpfen rechtfertigen. Sie haben durch religiöse Gründe sogar
Verdienste erworben. Denn mit einer heiligen Hadith wurde mitgeteilt.
‘Der Müdschtehid (Schriftgelehrter) erwirbt einmal Verdienst, wenn er
sich irrt, doppelten Verdienst, wenn er die Wahrheit findet. Das eine
ist für sein Urteil, das zweite für das Streben beim Finden der
Wahrheit.’ Die Kämpfe dieser Großen wurden nicht wegen Feindseligkeit
geführt. Sie haben gegeneinander gekämpft, weil sie alle dem Islam
gehorchen wollten. Sie wollten ihrem eigenen Urteil folgen. Denn jeder
von den Gefährten des heiligen Propheten war Religionsgelehrter,
Müdschtehid. [Z.B.: Daß Amr İbn Âs, Friede sei mit ihm, ein absoluter
Religionsgelehrter war, wurde mit der heiligen Hadith berichtet, die in
der 298. Seiten des Buches Hadika (Der Garten) steht.] Jeder absolute
Religionsgelehrter soll sich nach seinem Urteil verhalten. Selbst wenn
das Urteil eines Schriftgelehrten nicht mit dem eines Größeren
übereinstimmt, soll er seinem eigenen Urteil folgen. Ein absoluter
Religionsgelehrter darf nicht dem Urteil eines anderen folgen.
Ebû Jussuf und Muhammed Scheibâni,
Schüler von St. Imâm-ı Âsam Ebû Hanîfe[St. Ebû Hanife Nu’man bin Sâbit,
gest. 150 (767 n.Chr.) in Bagdad.] und Ebu Sewr und Müsenî, Schüler von
St. Imâm-ı Schâfiî[St. Muhammed bin Idrîs Schâfi’î, gest. 204 (820
n.Chr.) in Ägypten.] folgten ihren Lehrern oft nicht. Sie erlaubten, was
ihre Lehrer verbaten, und untersagten, was sie erlaubten. Niemand darf
behaupten, dass sie gesündigt haben. Niemand hat so etwas gesagt. Denn
sie waren auch Religionsgelehrte wie ihre Lehrer.
St. Ali, unser Herr, war größer als St.
Muawiye und St. Amr-ibni Âs. Er hatte viele Vorzüge, die sie nicht
hatten. Und sein Urteil war recht. Aber weil alle Gefährten des heiligen
Propheten absolute Religionsgelehrte waren, mußten sie nicht dem Urteil
diesen großen Imâms folgen. Sie mußten ihrem eigenen Urteil folgen.
Frage: Bei den Kämpfen ‘Kamel und
Sıffın’ waren viele Auswanderer aus Mekka und viele Medinenser an der
Seite von St. Ali. Sie gehorchten und folgten ihm. Heißt das, dass sie
ihm folgen sollten, obwohl sie auch absolute Religionsgelehrte und ihre
Urteile verschieden waren?
Antwort: Die Anhänger von St. Ali waren
nicht deswegen auf seiner Seite, weil sie seinem Urteil folgen, sondern
weil ihr Urteil mit seinem übereinstimmte. Weil ihr Urteil mit seinem
übereinstimmte, haben sie ihm gefolgt. Daher kämpften sie gegen die
Großen von den Gefährten des heiligen Propheten, die St. Ali nicht
folgten. Sie verursachten den Märtyrertod vieler Moslems. Es bestanden
drei Meinungen unter den Gefährten des heiligen Propheten. Die erste
besagte, dass St. Ali recht hatte und dass man diesem folgen sollte. Die
zweite besagte, dass St. Muawiye recht hatte und dass man diesem folgen
sollte. Die dritte gab weder dem ersten noch dem zweiten recht, sondern
forderte nicht an den Kämpfen teilzunehmen. Sie hatten alle gewiß recht
und werden dafür im Jenseits belohnt werden.
Frage: Die oben aufgeführten Erklärungen
zeigen, dass auch die Anhänger der Opposition gegen St. Ali recht
hatten. Jedoch berichten die Gelehrten der Sunna, dass St. Ali recht und
seine Opponenten unrecht hatten und dass sie, weil sie entschuldigt
waren, auch Verdienst erwarben. Was sagt man dazu?
Antwort: Die Großen des Islam wie Imam-ı
Schâfiî und Omar bin Abdülasis sagten, dass niemand die Gefährten des
heiligen Propheten beschuldigen darf: ‘Es ist unrecht zu behaupten, dass
sich die Großen gerirrt haben.’ Die Kleinen dürfen die Großen nicht
kritisieren. Das ist das Gebot des Allmächtigen. Wir dürfen die Großen
nicht kritisieren. Wir dürfen nicht denken, dass sie ihr Blut umsonst
vergossen hätten. Wir sollen niemals gegen sie sein. Als die großen
Gelehrten sagten, dass St. Ali recht gehabt und sich seine Opponenten
geirrt hatten, meinten sie damit, dass seine Opponenten ihr Urteil
geändert hätten, wenn Ali mit ihnen hätte sprechen können. Deshalb
verzichtete auch St. Sübeyr bin Awwâm nachdem er eingehende Kenntniss
erhielt auf den Kampf, den er gegen St. Ali führen wollte. Nachdem er
die Ereignisse gründlicher erforschte, änderte er sein Urteil. So soll
man die Worte der Gelehrten der Sunna verstehen.Sonst darf man nicht
behaupten, dass St. Ali und seine Anhänger recht, St. Aische-i Sıddıka,
unsere heilige Mutter und ihre Anhänger unrecht hätten.
Diese Kämpfe sind durch
Meinungsverschiedenheiten entstanden. Diese Verschiedenheiten bestanden
nicht in den Grundsätzen des Islams, sondern in Nebensächlichkeiten.
Heute verachten manche Personen die Großen wie St. Muawije und St.
Amr-ibni Âs. Sie können nicht verstehen, dass sie, indem sie die
Gefährten des heiligen Propheten verachten, auch den heiligen Propheten
verachten.
Im Buch Schifâ-i Scherîf (Die
Rechtleitung) schreibt St. Imâm-ı Mâlik bin Enes: ‘Wer Muavije[St.
Muawije bin Ebû Süfjan, gest. 60 (680 n.Chr.) in Damaskus und] oder
Amr-ibn Âs[St. Amr ibni Âs, gest. 43 (663 n.Chr.) in Ägypten.]
verachtet, ist seiner bösen Worte würdig. Man soll jene, die die Großen
mißachten, streng bestrafen.’
Möge ALLAH, der Erhabene, unsere Herzen
mit der Liebe zu den Gefährten SEINES geliebten Propheten füllen. Reine
und gehorsame Moslems lieben diese Großen. Heuchler und Verirrte lieben
sie nicht.
[Die Moslems, die die Gefährten des
heiligen Propheten lieben und verehren, werden die Anhänger der Sunna
genannt. Diejenigen, die behaupten, dass sie einen Teil von ihnen
lieben, die meisten aber verachtet haben, deswegen kein Weg befolgen,
nennt man Râfısîten und Schî’iten. Es gibt viele Schî’iten in Iran, Irak
und Indien. Diese nennen sich Alewiten, um die wahren Alewiten in
unserem Vaterland Anatolien zu täuschen. Alewiten nennt man eigentlich
diejenigen, die St. Ali lieben. Um St. Ali lieben zu können, muß man
seinen Weg gehen und die von ihm Geliebten lieben. Wenn diese St. Ali
wirklich geliebt hätten, würden sie alle Gefährten des heiligen
Propheten geliebt haben. Denn St. Ali liebte sie alle. Er war Ratgeber
und Helfer von St. Omar, dem zweiten Kalifen. Seine Tochter Ümm-ü
Gülsüm, Tochter von St. Fatima gab er St. Omar zur Frau. Bei einer
Freitagspredigt sagte er: “Unsere Brüder haben sich von uns getrennt.
Sie sind weder ungläubig noch sündig. Sie kamen zu verschiedenem
Urteil.”
Als St. Talha, der gegen St. Ali
kämpfte, den Tod fand, reinigte St. Ali sein Gesicht vom Staub und
verrichtete sein Todesgebet selbst. ALLAH, der Erhabene, gebietet im
heiligen Koran: “Moslems sind Brüder” und der letzte heilige Vers der
Sure Feth (Der Sieg) berichtet, dass die Gefährten des heiligen
Propheten barmherzig miteinander sind. Einen von den Gefährten des
heiligen Propheten nicht zu lieben und ihm gegenüber eine feindselige
Haltung einzunehmen, bedeutet, wie der heilige Koran mitteilt, nicht an
den heiligen Koran zu glauben. ALLAH, der Erhabene, möge mit den
Gelehrten der Sunna zufrieden sein, welche die Hoheit der Gefährten des
heiligen Propheten gut begriffen.Sie forderten, sie für immer zu ehren.
Somit schützten sie die Muslime vor dem Unglück.
Diejenigen, die die Nachkommen des
heiligen Propheten, d.h. St. Ali, Friede sei mit ihm, und alle seine
Nachkommen nicht lieben und ferner gegen diese Großen, welche den
Sunnîten geliebt sind, Feindschaft führen, werden Haridschiten genannt.
Heute werden sie auch als Jesiditen bezeichnet. Jesiditen besitzen solch
ein verdorbenen Glauben, dass sie mit dem Islam keine Verbindung haben.
Diejenigen, die behaupten, dass sie alle
Gefährten des heiligen Propheten lieben, aber ihrem Weg nicht folgen
und ferner ihre eigenen falschen Gedanken bekannt machen, als ob sie auf
dem Weg von Gefährten des heiligen Propheten wären, nennt man
Wahhabîten. Der Wahhabismus ist ein Gemisch verirrter Auffassungen, des
Rechtsschullosen Ahmed ibni Tejmijje, die er in seinen Büchern
niederschrieb und der Lügen des englischen Spions Hempher. Diese
verachten die Gelehrten der Sunna, die Großen der islamischen Mystik und
die Alewiten. Sie glauben, nur sie selbst wären Moslems. Die
Nichtwahhabiten, nennen sie Ungläubig. Sie behaupten, es wäre ihnen
erlaubt, das Eigentum und das Leben der Nichtwahhabiten zu vernichten.
So werden sie zu Ibâchîten. Sie mißverstehen den heiligen Koran und
heilige Hadithe und glauben, diese falsche Bedeutungen die islamische
Religion sei. Sie verleugnen die Quelle des Islam und die meisten der
Hadithe. Die angesehenen Gelehrten der vier rechten Rechtschulen
bewiesen in ihren Büchern, dass die Wahhabiten vom Weg der Sunna
abirrten, den falschen Weg gehen und dem Islam viele Schaden antun. [Um
weitere Informationen zu bekommen, wird empfohlen, folgende Bücher zu
lesen: in türkisch Kıyamet we Âchiret (Auferstehung und Jenseits],
Seadet-i Ebedijje (Der Weg zum ewigen Glück), in arabisch
Minhatül-Wechbijje (Der Ausgewählte Weisheiten), Et-tewessül-ü bin-Nebî
we bis-Sâlichîn (Vermittlung des heiligen Propheten und der Heiligen),
Sebil-ün-Necat (Weg zur Befreiung) und in persisch Seyf-ül-ebrâr (Säbel
der Heiligen). Diese Bücher und die Bücher über die Ablehnung der
Irrlehren wurden von Hakikat Verlag in Istanbul gedruckt.]
Im dritten Band des Buches von Ibni
Âbidîn[Muhammed Emîn İbni Âbidîn starb 1232 (1836 n. Chr.) in Damaskus.]
und im Text der Trauung des Buches Nimet-ül Islam (Gnade des Islam)
wird erklärt, dass die Wahhabiten irr-und ungläubig sind. Ejjüb Sabri
Pascha[Ejjüb Sabri Pascha, gest. 1308 (1890 n.Chr.).], einer der
Admirale des Sultans Abdülhamid II, hat in seinen Büchern Miratül
Haremeyn (Spiegel der zwei heiligen Städte) und Tarich-i Wahhabijan
(Geschichte der Wahhabiten) und Ahmed Dschewdet Pascha im siebten Band
seines Geschichtsbuches ausführlich geschrieben, dass Wahhabiten aus der
Religion ausgetreten sind und dem Islam und den Moslems viel Schaden
zugefügt haben. Das in Ägypten gedruckte Buch Schawâhid-ül-Hâq
(Himmlische Beweise) von Jussuf Nebhâni gibt ausführliche Antworten
gegen Wahhabiten und Ibni Tejmijje. Fünfzig Seiten aus diesem Buch sind
in dem Buch Ulamâ ül-Muslimîn wel-Wahhâbijjun (Islamische Gelehrte und
Wahhabiten) zitiert.
Ejjûb Sabrî Pascha Friede sei mit ihm,
sagt: “Der Wahhabismus enstand durch eine grausame blutige Revolution im
Jahre 1205 (1791 n.Chr.) in Arabien.” Einer von denen, die versuchen,
den Wahhabismus und Irrlehren durch ihre Bücher zu veröffentlichen, war
Muhammed Abduh, ein Ägypter. Die Bücher Abduhs, der Dschemaleddin-i
Efgânî,[Dschemaleddîn Efgânî, gest. 1314 (1897 n.Chr.)] den Chef der
Freimaurerloge in Kairo bewunderte, wurden in der Zeit der Partei
Ittihat we Terakkî “Für Einheit und Fortschritt” ins türkische übersetzt
und der Jugend präsentiert, wobei man Abduh einen großen Gelehrten des
Islams, einen fortschrittlichen Denker und einen wertvollen Reformator
nannte. Die auf der Lauer liegenden Feinde des Islam förderten diese
Bücher, um den Islam zu zerstören, indem sie die Rolle der Geistlichen
spielten und mit vergoldeten, heimtückischen Worten den Islam lobten und
Zwietracht säten. Abduh wurde über alle Maßen gelobt. Die Gelehrten der
Sunna und die Gründer der vier rechten Rechtsschulen wurden als
ungebildet betrachtet und ihre Namen wurden nicht erwähnt. Aber die
reinen und edlen Kinder der ruhmreichen ehrenvollen Märtyrer, die sich
für den Islam und den heiligen Propheten opferten, ließen sich nicht
durch die Propaganda täuschen, die Millionen kostete. Sie haben diesen
falschen Helden der Religion kein Gehör geschenkt. ALLAH, der
Allbarmherzige, hat die Kinder der Märtyrer vor den heimtückischen
Angriffen geschützt. Noch heute wird der Wahhabismus mit ungeheurer
Reklame präsentiert und die Bücher von Mewdûdî[Mewdûdî, Begründer der
falschen Sekte Dschemâ’at-ül Islamijje starb in Indien. 1399 (1979
n.Chr.)], Sejid Kutb[Sejid Kutb, hingerichtet 1386 (1966 n.Chr.) in
Ägypten.] und Hamidullah werden übersetzt und der Jugend vorgelegt. In
diesen durch riesige Reklame präsentierten Übersetzungen sehen wir
verirrte Gedanken, die mit den Mitteilungen der islamischen Gelehrten
nicht übereinstimmen. ‘Das Wasser schläft, der Feind schläft nicht!’ so
lautet ein Sprichwort. ALLAH, der Erhabene, möge um SEINES geliebten
Propheten Muhammeds Willen, die Moslems aus dem Schlafe der
Unachtsamkeit wecken und vor den Lügen und Verleumdungen der Feinde
schützen! Amen! Doch, dürfen wir uns nicht täuschen lassen, indem wir
bloß beten. Man muß gemäß der Lehre des Islam sowohl arbeiten, als auch
beten denn sonst würde man auf Wunder warten. Man soll sich zuerst an
die Anlässe halten, dann beten. Zuallererst soll man den Islam
kennenlernen, um sich vor dem Unglauben zu schützen. Es ist also das
erste Gebot für jeden Mann und jede Frau, den rechten Glauben, Gebote
und Verbote des Islam kennenzulernen. Das ist die erste Aufgabe.
Wer den Glauben und die Grundsätze und
der sunnitischen Lehre nicht lernt und seine Kinder darin nicht
unterrichtet, setzt sich der Gefahr aus, aus dem Islam auszutreten und
ungläubig zu werden. Gebete solcher Menschen werden nicht erhört,
geschweige denn, dass sich solche Menschen vom Unglauben befreien
können. Der heilige Prophet, hat berichtet: ‘Wo Wissenschaft ist, ist
auch Islam. Der Islam kann ohne Wissenschaft nicht existieren.’ Wie man
essen und trinken muß, um leben zu können, so muß man den Glauben und
die Religion kennenlernen, um nicht aus der Religion auszutreten und
nicht von Ungläubigen getäuscht zu werden. Unsere Vorfahren pflegten
immer die Religionsbücher zu lesen. Auf diese Weise blieben sie gläubig.
Sie genossen den Islam. Das Licht dieses Glücks ließen sie uns
erreichen. Damit wir gläubig bleiben und unsere Kinder vor dem Unglauben
bewahren, müßen wir unbedingt die Bücher der Gelehrten der Sunna lesen
und die erforderlichen Kenntnisse erwerben. Das ist der erste und
notwendigste Ausweg. Die Eltern, die gläubige Kinder haben wollen,
sollen sie zum Lehrer für den heiligen Koran schicken und den heiligen
Koran lehren lassen. Wir müssen lernen und unsere Kinder lehren, so oft
wir dazu Gelegenheit haben. Es ist schwer, sogar unmöglich, sie nach den
Schuljahren zu unterrichten. Jammern nützt nicht, wenn das Unglück
gekommen ist. Man sollte sich nicht durch süße vergoldete Bücher,
Zeitungen, Zeitschriften, Hörfunk-und Fernsehsendungen und Filme der
Feinde des Islam täuschen lassen. Um sich seinen Glauben, seine Religion
und seine Kinder nicht von inneren und äußeren Feinden nehmen zu
lassen, muß man vor allen Dingen Religionsbücher der Gelehrten der Sunna
lesen und davon lernen. St. Ibn ’Âbidîn, Friede sei mit ihm, schreibt
im dritten Band des Buches Redd-ül-Muchtâr (Verwunderliche Erwiderung):
“Die heimtükischen Ungläubigen, die verirrte Gedanken und Worte als
Vorschriften des Islam vorstellen und dadurch versuchen, die Moslems aus
dem Islam zu bringen, werden Ketzer genannt.”
Frage: Einer, der die Übersetzungen der
Anhänger der Irrlehren gelesen hat, sagt: “Wir müssen die Übersetzungen
des heiligen Korans lesen! Es ist furchtbar und gefährlich, es den
Gelehrten der Religion zu überlassen. Im heiligen Koran lautet die
Anrede nicht ‘O Religionsgelehrte!’, sondern ‘O Gläubige! O Menschen!’
Darum soll jeder Moslem den Koran selbst verstehen und keine Erklärung
von anderen lesen!”
Das Buch von dem Ägypter, Reschid
Resa[Reschîd Resâ, Schüler von Abduch, gest. 1354 (1935 n.Chr.)], das
1394 (1974 n.Chr.) mit dem Namen “İslâmda Birlik ve Fıkch Mesebleri”
(Einheitliche und Rechtswissenschaftliche Rechtsschulen im Islam)
gedruckt wurde, verwirrte seine Leser. Auf vielen Seiten des Buches bzw.
in der sechsten Rede wird folgendes geäußert:
“Sie haben die Rechtsschulengründer wie
Propheten hochgeschätzt. Sogar haben sie das Urteil eines
Rechtsschulsgelehrten vorgezogen und heilige Hadithe nicht angenommen.
Sie haben gesagt, es sei möglich, dass eine andere Hadith, die unserem
Religionsgelehrten bekannt war diese ungültig gemacht habe.
Diese Nachahmer ahmen diejenigen nach,
die sich irren können und folgen auf diese Weise den
Rechtsschulgelehrten, indem sie die heilige Mitteilung des heiligen
Propheten verlassen der frei von allen Fehlern ist. Auf diese Weise
weichen sie von dem heiligen Koran ab. Sie sagen, dass niemand, außer
den Rechtsschulgründern den heiligen Koran verstehen kann. Diese Worte
der islamischen Rechtsgelehrten und der Nachahmer zeigen, dass sie aus
dem Judentum und dem Christentum genommen wurden. Man kann jedoch den
heiligen Koran und die heiligen Hadithe leichter verstehen, als die
Bücher der islamischen Rechtsgelehrten. Diejenigen, die arabische Wörter
und Stile kennen, können den Koran und die Hadithe verstehen. Wer kann
behaupten, dass ALLAH, der Erhabene, SEINE Religion nicht offenkundig
mitteilen kann? Wer kann leugnen, dass der heilige Prophet die Meinung
des Erhabenen besser verstehen und erklären kann als andere? Wenn man
sagt, dass die Erklärungen des heiligen Propheten für die Gemeinschaft
nicht genug sind, heißt es, dass er die Pflichten seiner Prophezeiung
nicht erfüllt hätte. Wenn die meisten Menschen den Koran und die Hadithe
nicht verstehen könnten, würde ALLAH, der Erhabene, alle Menschen nicht
zur Erfüllung von Geboten verpflichten. Der Mensch soll durch Beweisse
wissen, woran er glaubt. ALLAH, der Erhabene, verachtet die Nachahmung.
ER hat erklärt, dass es nicht entschuldigt wird, dass die Menschen ihre
Vorfahren nachahmen. Die heiligen Verse zeigen, dass die Nachahmung bei
ALLAH, dem Erhabenen, nicht gültig ist. Es ist leichter, die Kenntnisse
über Anbetung und Handlung zu verstehen, als die Glaubenskenntnisse.
Wenn ER die Menschen mit allem Schwierigen verpflichtet, wie soll ER sie
nicht mit Leichteren verpflichten? Obwohl es schwer ist, bei seltenen
Ereignissen zu urteilen, ist es enschuldigt diese nicht zu wissen. Die
Rechtsgelehrten haben von selbst Angelegenheiten erfunden und darüber
geurteilt. Sie haben versucht, als Beweise dafür ihre Meinungen, sowie
offene und verborgene Vergleiche zu bringen. Diese wurden auch auf dem
Gebiet der Anbetung durchgeführt, worüber man durch Vernunft keine
Kenntnisse erwerben kann. Sie haben das Volumen der Religion einige Male
erweitert und den Muslimen Schwierigkeiten bereitet. Ich leugne den
Vergleich nicht. Ich sage, dass es über Anbetung keinen Vergleich gibt.
Glaubenskenntnisse und Anbetungen sind zur Zeit des heiligen Propheten
vervollständigt. Niemand darf etwas dazu fügen. Die Rechtsschulengründer
haben den Menschen verboten, nachzuahmen.”
Mit den obenerwähnten Ausdrücken, wie in
anderen Büchern von irregeführten Personen, wird die Nachahmung der
vier Rechtsschulengründer verboten und somit wird jeder Moslem dazu
gezwungen, Koranauslegung- und Hadithwissenschaft zu studieren. Somit
wird verhindert, dass die Bücher von Gelehrten der Sunna gelesen werden.
Was sagen sie dazu?
Antwort: Wenn man die Schriften der
Wahhabiten und der Anhänger der Irrlehren vorsichtig liest, kann man
leicht verstehen, dass die Verirrten versuchen mit vergoldeten Worten,
welche zur Zwietracht führen, aber mit einer verkehrter Logik, die
Gläubigen zu täuschen. Während die Unwissenden durch diese vergoldeten
heimtückischen unsinnigen Schriften getäuscht werden, geraten
diejenigen, die Wissen und Weisheit besitzen, niemals in die Falle
dieser Verirrten! Gegen die Gefahr des Wahhabismus und der Irrlehre
haben die islamischen Gelehrten, Friede sei mit ihnen, seit vierzehn
Jahrhunderten tausende von wertvollen Büchern niedergeschrieben, um die
Jugendlichen davor zu warnen und zu schützen. Als Antwort auf die oben
erwähnte Frage übersetzen wir einen Teil des Buches Hudschdschet-ullachi
alel-âlemîn (Beiweise des Erhabenen im Weltall) von dem
Religionsgelehrten Jûsuf Nebhânî [Jûsuf Nebhanî, gest. 1350 (1932) in
Beirut.] ab Seite 771:
“Nicht jeder kann nach dem heiligen
Koran urteilen. Da sogar die Rechtsschulengründer kein Urteil über alles
bilden können, hat der heilige Prophet, Friede sei mit ihm, durch
heilige Hadithe den Sinn des heiligen Korans erklärt. Wie allein der
heilige Prophet den Sinn des heiligen Korans erklärte, so konnten nur
seine Gefährten und die Rechtsschulengründer den Sinn der heiligen
Hadithe verstehen und erklären. Damit die Rechtsschulengründer diesen
Sinn verstehen können, hat ALLAH, der Erhabene, ihnen
Religionskenntnisse und Naturwissenschaften, Denkvermögen,
Auffassungsgabe, Klugheit und Scharfsinn und andere Vorzüge gewährt.
Unter dieser Vorzügen hat die Frömmigkeit die erste Stelle. Auch haben
sie Glaubenslicht von ALLAH, dem Erhabenen, in ihren Herzen. Mit Hilfe
dieser Vorzüge haben unsere Rechtsschulengründer den Sinn des heiligen
Korans und der heiligen Hadithe und die Absicht ALLAH’s, des Erhabenen
und des heiligen Propheten verstanden. Das, was sie nicht verstehen
konnten, haben sie durch Vergleiche geäußert. Jeder von den vier
Rechtsschulengründern teilte mit, dass sie nicht mit eigener Meinung
geäußert haben. Sie wiesen ihre Schüler darauf hin, dass sie, wenn sie
einer heiligen Hadith begegnen, welche mit dem Urteil ihrer Lehrer nicht
übereinstimmt, dieser folgen sollten. Unsere Rechtsschulengründer haben
diesen Hinweis ihren Schülern gegeben, die alle auch absolute
Religionsgelehrte waren, wie sie selbst. Diese Gelehrten sind die
Zuständigen, welche die Vertiefungen und Einzelheiten der vier
Rechtsschulen wissen. Diese Rechtsschulengelehrten vergleichen die
Grundlagen des Urteils eines Rechtsschulengründers und die
Überlieferungen und Bestätigungen einer betreffenden neugelernten Hadith
und untersuchen u.a. deren Vorkommen und viele Voraussetzungen und
bestimmen, welches davon vorzuziehen ist. Es könnte vorkommen, dass der
Rechtsschulengründer durch Vergleiche ein Urteil über eine Sache
abgegeben hat, da er dazugehörgen Hadithen nicht begegnete. Weil seine
Schüler die dazugehörige Hadith gelernt hatten, haben sie anders
geurteilt. Während seine Schüler so urteilten, blieben sie jedoch
innerhalb der Regeln ihrer Rechtsschulengründer. Die zu der späteren
Zeit gelebten Schriftgelehrten haben dasselbe geäussert. So versteht
man, dass alle Moslems den Geboten ALLAH’s, des Erhabenen und SEINEN
Propheten folgen, indem sie einen von den vier Rechtsschulengründern und
dessen Rechtsschulengelehrten nachahmen. Diese Gelehrten haben die
Urteile aus dem heiligen Koran und den heiligen Hadithen verstanden, die
andere Menschen nicht begreifen, und mitgeteilt. Und die Moslems haben
diese aus dem heiligen Buch und den heiligen Hadithen hergeleiteten
Mitteilungen befolgt. Denn ALLAH, der Erhabene hat, geboten: Fragt die
Wissenden, was ihr nicht wisst!”
Dieser heilige Vers zeigt, dass nicht
alle den Sinn des heiligen Korans und der heiligen Hadithe verstehen
können. Dieser heilige Vers gebietet, dass diejenigen, die nicht wissen,
den Sinn des heiligen Korans und der heiligen Hadithe den Wissenden
fragen sollten und nicht versuchen es selbst zu verstehen. Wenn alle den
Sinn des heiligen Korans und der heiligen Hadithe, hätten verstehen
können, wären die zweiundsiebzig Irrlehren nicht zustande gekommen. Die
Führer dieser Irrlehren waren auch Gelehrte. Aber keiner von ihnen
konnte den Sinn des heiligen Korans und der heiligen Hadithe richtig
verstehen. Sie verstanden es falsch und irrten vom rechten Weg ab. Sie
verursachten das Unglück von Millionen von Muslimen. Die Wahhabiten sind
vom rechten Weg so abgeirrt, dass sie die Muslime auf dem richtigen
Weg, als ungläubig bezeichnen. In dem Buch namens Keschf-üsch-schübüchât
(Aufklärung der Zweifelhaften), das ins türkische übersetzt und
heimlich in unser Land eingeführt wurde, behaupten die Wahhabiten, es
wäre erlaubt, Anhänger der Sunna zu töten und sie zu berauben.
Daß die Rechtsschulengründer geurteilt
und ihre Rechtsschulen gegründet und dass sich alle Moslems in diesen
Rechtsschulen gesammelt haben, ist die Güte ALLAHs, des Erhabenen, die
ER der Gemeinschaft SEINES geliebten Propheten gewährt hat. Einerseits
schützte ALLAH, der Erhabene, den islamischen Glauben davor, dass
Ungläubige und andere Verirrten ihn zerstören, indem ER die
Glaubensgelehrten erschuf, andererseits schützte ER SEINE Religion vor
dem Zerstören, indem ER die Rechtsschulengründer erschuf. Da es diese
Gabe im Christentum und Judentum nicht gibt, sind diese Religionen
verdorben und zu Spielereien geworden.
Die islamischen Gelehrten haben mit
Übereinstimmung mitgeteilt, dass es vierhundert Jahren nach dem
Hinscheiden des heiligen Propheten keinen absoluten Religionsgelehrten
mehr gab, der nach dem heiligen Koran und den Hadithen urteilen kann.
Derjenige ist geisteskrank oder unwissend, der behauptet: man solle
heutzutage urteilen!
Der große Gelehrte Dschelâleddîn-i
Süjûtî [Dscheläleddin-i Sujûtî Abdurrachman, gest. 911 (1505 n.Chr) in
Ägypten.], Friede sei mit ihm, hatte geäußert, urteilen zu können. Die
Gelerten zu seiner Zeit stellten ihn eine Frage und teilten mit,dass es
zwei Antworten auf diese Frage gab. Sie baten ihn, zu unterscheiden,
welche von diesen zwei Antworten richtiger sei. Er konnte keine Antwort
geben. Er bat um Entschuldigung. Jedoch hatte man von ihm nur die
Unterscheidung zwischen zwei Urteilen verlangt. Das ist die niedrigste
Stufe des Urteilfällens. Während sich ein Gelehrter wie Sujûtî weigerte,
auf niedrigster Stufe zu urteilen, soll man denn diejenigen, die die
Menschen dazu zwingen, absolutes Urteil zu fällen, nicht als
geisteskrank oder unwissend in religiöser Hinsicht nennen! Imâm-ı
Gasâlî[Imâm-ı Muhammed Gasâlî, gest. 505 (1111 n.Chr.) in der Stadt
Tûs.], Friede sei mit ihm, berichtet in dem Buch lchjâ-ül-ulûm
(Erneuerung der Religionswissenschaften) offensichtlich, dass es zu
seiner Zeit keinen Religionsgelehrten mehr gab.
Wenn ein Gläubiger, der kein
Rechtsgelehrter ist eine wahre heilige Hadith erfährt, die dem Urteil
seiner eigenen Rechtsschule nicht entspricht und es ihm schwerfällt
dembezüglich seiner Rechtsschule gemäß zu handeln, So sollte er sich
nach eine der anderen Rechtsschulen richten, die ihm entspricht. Der
große Gelehrte Imâm-ı Newewî[Imam-ı Jachja Newewî, gest. 676 (1277
n.Chr.) in Damaskus.], Friede sei mit ihm, gibt in seinem Buch
Rawdat-üt-tâlibîn (Garten der Schüler) darüber ausführliche
Informationen. Wer kein Religionsgelehrter ist, darf nicht nach dem
heiligen Koran und den Hadithen urteilen. Heute behaupten manche
Unwissenden, dass sie Religionsgelehrte wären und nach dem heiligen
Koran und der Sunna urteilen würden und keine der vier Rechtsschulen
benötigten. Sie verlassen ihre Rechtsschulen, denen sie seit Jahren
folgten. Sie versuchen mit verirrten Gedanken, die Rechtsschulen
ungültig zu machen. Mit Unwissenheit und Dummheit sagen sie, dass sie
nicht, den Mitteilungen der Rechtsschulgelehrten zu folgen brauchen und
sie selbst mit ihnen auf gleicher Stufe seien! Durch Illusion der
Teufels und durch den Reiz ihres Ichs wollen sie hochmütig sein. Sie
verstehen nicht, dass sie durch diese Behauptung nicht ihre Vorzüge,
sondern ihre Dummheiten und ihre Gemeinheiten beweisen. Unter diesen
Verirrten sehen wir diejenigen, die meinen, jeder solle nach dem
heiligen Koran und der Sunna urteilen! O gläubige Brüder! Hütet euch vor
diesen Verirrten und davor zu glauben, dass sie Religionsgelehrte sind!
Folget eurer Rechtsschulen tüchtig! Ihr dürft eine der vier
Rechtsschulen nach eurem Wunsch auswählen! Aber man darf die
Leichtigkeiten der Rechtsschulen nicht vereinigen. [Das wird Telfîk
genannt. Es ist das Verhalten, nur die Leichtigkeiten der vier
Rechtsschulen zu bevorzugen. Wenn man versucht, bei einer Sache
möglichst auch den anderen drei Rechtsschulen zu folgen, wird es
Frömmigkeit genannt. Das ist ein großer Verdienst.]
Wer die Bedeutungen der heiligen Hadithe
gut verstehen kann, soll auch alle Einzelheiten seiner Rechtsschule
wissen, die durch heilige Hadithe erwähnten Wohltaten vollbringen, sich
vor den durch heilige Hadithe mitgeteilten Bedrohungen schützen,die
Vorzüge des Islam, die Eigenschaften und Erhabenheit ALLAH’s, des
Erhabenen, die Vorzüge, die Wunder und das Leben des heiligen Propheten,
die Zustände des irdischen und künftigen Lebens, die Zeichen des
Weltuntergangs, die Kenntnisse über das Paradies, die Hölle, über die
Engel und Geister, über die alten Gemeinschaften, Propheten und heiligen
Bücher, die Vorzüge des heiligen Korans, des heiligen Propheten
Muhammed, die Sittsamkeit seiner Familienangehörigen und Gefährten und
die Zeichen des Weltuntergangs und alle betreffende Kenntnisse über das
Dies-und Jenseits erfahren. Denn alle diese Kenntnisse, nämlich alle
Kentnisse über das irdische und künftige Leben umfassen die heiligen
Hadithe. So kann man verstehen, wie diejenigen unwissend sind, die
behaupten, direkt nach den heiligen Hadithen zu urteilen. Neben den
gesamten Hadithen sind die Hadithen die von Anbetungen und Handlungen
berichten wenig. Nach manchen Gelehrten sind diese heiligen Hadithe ca.
fünfhundert. [Einschließlich der wiederholten ist die Anzahl nicht mehr
als dreitausend]. Es ist undenkbar, dass keiner der vier
Rechtsschulengründer eine dieser heiligen Hadithe gehört hätten. Eine
jede heilige Hadith ist wenigstens von einem der vier
Rechtsschulengründer als Beweis angenommen worden. Wenn es einem Moslem
klar ist, dass seine Handlung in seiner Rechtsschule einer betreffenden
Hadith widerspricht, soll er sich nicht direkt an diese heilige Hadith
wenden, sondern einer der vier Rechtsschulen folgen, die nach dieser
heiligen Hadith geurteilt hat. Es ist denkbar, dass sein
Rechtsschulengründer diese Hadith gehört, aber aus irgendeinem Grund
nicht nach dieser Hadith, sondern nach einer anderen Hadith urteilte,
die aus bestimmten Gründen gültiger ist, Urteil gefällt hat. Wenn ein
Moslem versteht, dass eine Hadith betreffend ist und wenn er ein demnach
gefälltes Urteil in seiner Rechtsschule nicht findet, darf er trotzdem
nicht von selbst der betreffenden Hadith folgen, sondern muß bei dieser
Handlung einer anderen Rechtsschule nachahmen, die nach dieser heiligen
Hadith ein Urteil gefällt hat. Weil der Rechtsschulengründer alle
Voraussetzungen des Urteils wußte, hat er verstanden, dass es kein
Hindernis gibt, dieser Hadith zu folgen. Der gläubige Mensch darf
jedenfalls nicht dieser Hadith folgen. Dieser Moslem darf jedoch bei
dieser Handlung seiner eigenen Rechtsschule folgen. Denn sein
Rechtsschulengründer hat unbedingt nach einem Beweis geurteilt. Die
Nachahmer sind entschuldigt, die Begründung nicht zu wissen. Denn jeder
der vier Rechtsschulengründern haben nach dem heiligen Koran und der
Sunna geurteilt. Ihre Rechtsschulen sind Erklärungen des heiligen Buches
und der heiligen Hadithe. Sie haben den Muslimen das heilige Buch und
die heiligen Hadithe so erklärt, dass man sie ohne Schwierigkeiten
verstehen kann. Außerdem haben sie diese Erklärungen niedergeschrieben.
Diese Taten der Rechtsschulengelehrten sind so großartig, dass sie sie
ohne die Hilfe ALLAH’s des Erhabenen, sie niemals hätten leisten könnte.
Diese Rechtsschulen sind eine der größten Beweise, die mitteilen, dass
St. Muhammed Friede sei mit ihm, der wahre Prophet und der Islam die
echte Religion ist.
Die Urteilsunterschiede der
Rechtsschulgründern sind nur in Anbetungen und Handlungen. Es gibt kein
Abweichen in Glaubenskenntnissen, sowohl auch nicht nach dem heiligen
Koran, als auch nach den heiligen Hadithen. Die Urteilsunterschiede
beruhen sich auf manchen Kenntnissen betrefflich der Anbetungen und
Handlungen. Der Grund dafür ist, dass ihre Urteile auf unterschiedenen
starken Begründungen beruhen. Diese kleinen Urteilsunterschiede sind
eine Gnade für diese Gemeinschaft. Die Moslems dürfen beliebig einer der
vier Rechtsschulen folgen. Der heilige Prophet hat diese
Urteilsunterschiede als Freudenbotschaft prophezeit und so ist es
geschehen.
Über Glaubenskenntnisse darf man kein
Urteil fällen. Das führt zum Irrglauben und ist schwere Sünde. Es gibt
nur einen Weg im Glauben. Das ist der Weg der Anhänger der Sunna. Man
nennt ihn “Die Lehre der Anhänger der Sunna” Der Urteilsunterschied, der
durch eine heilige Hadith als himmlische Gnade berichtet worden ist,
betrifft nur Handlungen und Verhalten.
Wenn die vier Rechtschulen bei einer
Sache voneinander abweichen, ist nur das Urteil einer Rechtschule
richtig. Wer diesem richtigen Urteil folgt, gewinnt zweimal, wer dem
nicht richtigen folgt, gewinnt einmal Verdienst. Daß diese Rechtsschulen
himmlische Gnaden sind, zeigt, dass es erlaubt ist, eine Rechtsschule
zu verlassen und der anderen zu folgen. Aber es ist nicht erlaubt,
anderen Rechtsschulen außer diesen vier und den Gefährten des heiligen
Propheten zu folgen. Denn ihre Rechtsschulen sind nicht
niedergeschrieben und daher vergessen worden. Es gibt keine Möglichkeit,
einer anderen, außer den vier Rechtsschulen zu folgen. Daß es nicht
erlaubt ist, die Gefährten des heiligen Propheten nachzuahmen, haben die
islamischen Gelehrten mit Übereinstimmung mitgeteilt. So berichtet es
auch Imâm-ı Ebû Bekr-i: Râdhî[Ebu Bekr Ahmed Râdhî, gest. 370 (980 n.
Chr.).]. Wer gut verstehen will, welche Vorzüge die Rechtsschulen,
Religions-und besonders Rechtsschulgelehrten haben und dass die
Rechtsschulgründer ihre Rechtsschulen nicht nach ihren eigenen
Meinungen, sondern nach dem heiligen Buch und der Sunna gegründet haben,
dem empfehlen wir die Bücher Mîsân-ül-kübrâ (Das große Maß) und
Misan-ül Hidrije (Maß nach der Hedschra) von İmam-ı Abdülwahhâb-ı
Scharânî.” Alle oben aufgeführte Texte sind aus dem arabischen
Originalen übersetzt worden. Die aus anderen Büchern entnommenen Texte
sind wie in unseren allen anderen Veröffentlichungen in eckigen Klammern
gesetzt. Die aus dem Buch Hudschschet-ullachi alel’âlemin entnommenen
o.a. Texte wurden im Original 1394 (1974 n.Chr.) in Istanbul gedruckt.
Die Behauptung, im heiligen Koran würde
die Anrede ‘O Schriftgelehrte!’ nicht vorhanden sein, ist falsch.
Verschiedene heiligen Verse loben die Gelehrten und die Wissenschaft.
Abdülganî Nablüsî erklärt in seinem Buch Hadika (Der Garten): Im
heiligen Koran wird sinngemäss gefordert: ‘O Gläubige! Fragt nach
Kenntnissen, die ihr nicht besitzt, die Andacht haltenden Gelehrten.’
Andacht bedeutet hier Wissen. Dieser heilige Vers verlangt, dass die
Unwissenden nach den Gelehrten suchen und von ihnen erlernen müssen. Der
7. heilige Vers der Sûre Âl-i Imrân (Die Familie Imrans) lautet
sinngemäss: “Doch keiner kennt ihre wahre Deutung als ALLAH, der
Erhabene, und diejenigen, welche fest gegründet im Wissen sind” d.h. die
verborgenen Bedeutungen der symbolischen heiligen Verse verstehen nur
die Gelehrten, die das Wissen besitzen, und der 18. heilige Vers lautet
dem Sinn nach; “Die Wissenden verkünden stehend in Gerechtigkeit: es
gibt keinen Gott außer IHM, dem Allmächtigen.” Der 81. heilige Vers der
Sûre Kasas (Die Geschichte) heisst sinngemäß: “Die aber, denen das
Wissen gegeben ward, sprachen: Wehe euch, ALLAHs Lohn ist besser als die
irdischen Reichtümer für die, welche glauben und rechtschaffen handeln
und niemand gewinnt sie außer den Standhaften.” Der 56. heilige Vers der
Sûre Rum (Die Griechen) lautet sinngemäß: Die aber, welche die
Erkenntnis und den Glauben gegeben ward, (Diejenigen, aber denen das
Wissen und der Glaube gegeben ward) werden sagen: “Ihr habt wie es im
Buch ALLAHs aufgezeichnet ist, bis zum Tage der Auferstehung gesäumt,
dies ist der Tag der Auferstehung, und ihr wußtet es nicht.” Die 108.
und 109. heiligen Verse der Sûre ’Isrâ (Die Nachtfahrt) berichten dem
Sinn nach: “Mögt ihr nun daran glauben oder nicht, so fallen die,
welchen die Erkenntnis schon zuvor zuteil geworden ist, wenn er ihnen
vorgelesen wird, anbetungsvoll auf ihr Angesicht und sagen: ‘Lob und
Preis unserem Schöpfer! Siehe, unseres Schöpfers Verheißung wird sich
wahrlich erfüllen.’” Der 54. heilige Vers der Sûre Hadsch (Die
Pilgerfahrt) lautet sinngemäß: “Die Wissenden begreifen, dass der
heilige Koran das ALLAHs Wort ist.” Der 50. heilige Vers der Sûre
Ankebût (Die Spinne): “Es ist Zeichen in den Herzen derer, denen das
Wissen gegeben ward. Es sind aber nur die Ungerechten, die unsere
Zeichen leugnen”. Der 6. heilige Vers der Sûre Sebe (Saba) sinngemäß:
“Und die, denen das Wissen gegeben ward, sehen ein, dass das, was zu dir
von deinem Schöpfer offenbart worden, die Wahrheit selbst ist und zu
dem Pfade des Allmächtigen, des Preiswürdigen leitet.” Der 11. heilige
Vers der Sûre Müdschadele (Die Streitende) besagt dem Sinn nach: “ALLAH
wird erhöhen diejenigen von euch, die glauben und denen das Wissen
gegeben ward, um Stufen. Und ALLAH weiß, was ihr tut.” Der 27. heilige
Vers der Sûre Fâtır (Die Engel) berichtet sinngemäß: “Und darum fürchten
ALLAH von seinen Dienern nur die Wissenden. Siehe, ALLAH ist mächtig
und verzeihend.” Der 14. heilige Vers der Sûre Hudschurat (Die Gemächer)
lautet sinngemäß: “Siehe, der am meisten Geehrte von euch vor ALLAH ist
der Gottesfürchtigste unter euch; siehe, ALLAH ist wissend und kundig.”
In den heiligen Hadithen, die auf Seite
365. des gleichen Buches erwähnt sind, wird berichtet: “ALLAH, der
Erhabene, Engel und jedes Lebewesen beten für diejenigen, die die
Menschen Wohltat lehren.” “Am Tage der Auferstehung werden erst
Propheten, dann Gelehrten, ferner Märtyrer um das Begnadigungsrecht
bitten dürfen.” “O Menschen! Wissenschaft kann nur von Gelehrten erlernt
werden. Erlernt Wissenschaft! Wissenschaft erlernen ist Anbetung.
Denjenigen, die die Wissenschaft lehren und erlernen, wird das Verdienst
eines Glaubenskämpfers gewährt. Wissenschaft lehren ist wie Almosen
geben. Von den Gelehrten Wissenschaft erlernen ist wie anbeten gegen
Morgendämmerung.” In dem Buch Hulâsa (Der Auszug) erklärt der
Religionsgelehrte Tâchir Buchârî[Tâchîr Bucharî, gest. 542 (1147 n.
Chr.).], F.s.m.i: “Religionsbücher lesen ist besser als in der Nacht
freiwilliges Gebet zu verrichten.” Denn die Gebote und Verbote des
Erhabenen von den Gelehrten und ihren Büchern erlernen ist
unentbehrlich. Zum Lehren und zur Selbstausübung Religionsbücher zu
lesen und zu erklären, ist besser als Lobgebet zu verrichten. Durch
heilige Hadithe wird berichtet: “Wissenschaft erlernen ist besser als
alle freiwilligen Gebete. Denn Wissenschaft nützt sowohl dem Gelehrten
als auch seinen Schülern. Denjenigen, die die Wissenschaft erlernen, um
andere zu lehren, wird das Verdienst des Treuen gewährt.” Religiöse
Kenntnisse können nur von den Gelehrten und aus deren Büchern erlernt
werden. Wer behauptet, Religionsbücher und Gelehrte seien nicht nötig,
ist ein Lügner und Irrgläubiger. Diese täuschen die Muslime und führen
sie zum Unglück. Die Kenntnisse in den Religionsbüchern sind aus dem
heiligen Koran und heiligen Hadithen hergeleitet.” Die Übersetzung aus
dem Buch Hadîka[Der Verfasser des Buches Abdülganî Nablusî, gest. 1143
(1731 n. Chr.)] ist hiermit beendet.] ALLAH, der Erhabene, hat seinen
Propheten gesandt, damit Er den Menschen den heiligen Koran verkündet
und sie ihn lehrt. Die Gefährten des heiligen Propheten haben die
Kenntnisse im heiligen Koran von dem heiligen Propheten gelernt. Die
Rechtschulgründer haben sie von den Gefährten des heiligen Propheten und
alle Muslime von den Rechtschulgelehrten und von deren Büchern gelernt.
In heiligen Hadithen wird verkündet: “Wissenschaft ist ein Schatz.
Fragen und Erlernen ist sein Schlüssel.” “Erlernt Wissenschaft und lehrt
sie andere!” “Jedes Ding gehört zu einer Quelle. Und die Quelle der
(Frömmigkeit) ist das Herz der Gelehrten.” “Wissenschaft lehren
verursacht die Vergebung der Sünden”.
Deswegen übersetzen wir den 193. Brief
im ersten Band des Buches Mektûbât (Briefe) des großen Gelehrten des
Islam, St. Imâm-ı Rabbânî. Dieser absoluter Religionsgelehrter, Friede
sei mit ihm, berichtet:
“Der verpflichtete Mensch, nähmlich
jener, der das Alter der Religiösen Verpflichtung erreicht hat, soll
vorerst seinen Glauben verbessern. Das heißt, er soll den Glauben
besitzen, den die Gelehrten der Sunna gelehrt haben. ALLAH, der
Erhabene, möge diese großen Gelehrten für ihre Dienste reichlich
belohnen! Amen! Um sich vor der Qual im zukünftigen Leben befreien zu
können, soll man glauben und lernen, so wie diese Großen es als richtig
verstanden haben. Zu jenen, denen der heilige Prophet das ewige Glück
prophezeite, gehören nur die Menschen, die sich auf dem Wege dieser
Großen befinden. [Sie werden Sunniten genannt.] Nur sie sind auf dem
Wege des heiligen Propheten und seiner Gefährten. Die Kenntnisse, die
aus dem heiligen Koran und den heiligen Hadithen hergeleitet und richtig
sind, sind die ihrigen. Jeder Reformator, Irrgläubige oder Verirrte
behauptet, aus dem heiligen Koran und der Sunna des heiligen Propheten
seine Behauptung hergeleitet zu haben, somit versucht er die Gelehrten
der Sunna gering zu schätzen. Deswegen darf man nicht an alle Lehren
glauben, die aus dem heiligen Koran und aus der Sunna angeblich
hergeleitet wurden.
[Um den richtigen Glauben eingehend
kennenzulernen, empfehlen wir das Buch El Mu’temed fil Mu’tekad
(Vertrauensmann auf das Glauben) von St. Türpüschti. Es ist ein Buch,
das man leicht versteht. Der Hakikat-Verlag hat es 1419 (1989 n.Chr.)
gedruckt. Fadlullah bin Hassen Türpischtî ist einer der Rechtsgelehrten
der Rechtschule Hanefî, gestorben 661 (1263 n.Chr.).]
Nachdem man seinen Glauben verbessert
hat, soll man aus den Büchern der islamischen Rechtsgelehrten der Sunna
lernen und einhalten, was rechtmäßig und verboten ist, was
unentbehrlich, notwendig, erforderlich und was empfohlen und unerwünscht
ist. Die Bücher von den unwissenden Geistlichen, welche die Vorzüge der
Sunna Gelehrten nicht begriffen, sollte man nicht lesen. ALLAH, der
Erhabene, behüte uns davor, nicht so wie die Anhänger der Sunna zu
glauben! Sonst kann man sich nicht von der Qual im zukünftigen Leben
befreien. Wenn eine Person mit richtigem Glauben, das Beten
vernachläßigt, darf man hoffen, Vergebung zu erlangen, selbst wenn sie
nicht ohne Buße gestorben ist. Wenn einem nicht vergeben wird, wird man
sich wieder befreien, nachdem man gebüßt hat. Die Haupsache ist, dass
man sein Glauben verbessert. Hâdsche Ubejdullah-i Achrâr[Ubejdullâh-i
Achrar, gest. 895 (1490 n. Chr.) in Semerkand.] sagte: ‘Könnte ich nur
auf die Wunder der Heiligen, aber nicht auf den Glauben der Sunna bauen,
würde ich mich ewig vernichtet fühlen. Hätte ich aber nichts von den
Wundern der Heiligen, hätte aber den Glauben der Anhänger der Sunna,
würde mir nichts fehlen.’ ALLAH, der Erhabene, möge uns um SEINES
geliebten Propheten willen, auf dem Weg erhalten, den die Gelehrten der
Sunna zeigen! Amen!’
Heute sind die Moslems in Indien
alleine. Die Glaubensfeinde greifen sie von allen Seiten an. Wer heute,
um dem Islam zu dienen, ein Pfund ausgibt, gibt mehr, als wenn er zu
einer anderen Zeit tausend geopfert hätte. Heute kann man dem Islam am
besten dienen, indem man die sunnitischen Bücher, die Glauben und Islam
erklären, in die Dörfer schickt und sie der Jugend gibt. Wer diese
Aufgabe hat, darf sich sehr freuen. Er sollte dafür dankbar sein. Der
Dienst für den Islam ist immer verdienstvoll, besonders zu der Zeit, wo
der Islam schwach ist und wo man durch Verleumdungen und Lügen den Islam
zu vernichten versucht. Dort ist es ein besonderer Verdienst, die
Glaubenslehre der Sunna bekanntzumachen. Der heilige Prophet, Friede sei
mit ihm, sagte seinen Gefährten: ‘Ihr lebt in solch einer Zeit, dass
ihr, wenn ihr neun Zehntel der Gebote und Verbote des Erhabenen
gehorcht, aber einem Zehntel nicht gehorcht, zugrunde geht. Und ihr
werdet büßen. Nach euch wird solch eine Zeit kommen,dass man sich, wenn
man nur einem Zehntel der Gebote und Verbote gehorcht, befreien wird.’
[Diese heilige Hadith steht im 179. Paragraph des ersten Bandes des
Buches Mischkat-ül-messabich (Licht der Lichter) und im 79. Paragraph
des Buches Kitab-ül-fiten (Mitteilung der Zwietrachten) von den
Hadithgelehrten Muhammed Tebrisî und Tirmüsî.] Heute ist die Zeit, die
mit der heiligen Hadith prophezeit wurde. Man soll die Feinde des Islam
erkennen, bekämpfen und nicht lieben. [Den heilige Kampf wird vom Staat
geführt und von der Armee des Staates. Der heilige Kampf für die
einzelnen Moslems bedeutet, als Soldat das zu leisten, was die Regierung
als Pflicht befiehlt. Daß der durch Massenmedien geführte Kampf
wirkungsvoller als der eigentliche Kampf ist, wird auch im 65. Brief.
erwähnt.] Man braucht kein Wunder zu wirken oder kein Religionsgelehrter
zu sein, um die Bücher und Worte der Gelehrten der Sunna zu verbreiten.
Jeder Moslem soll Fleiß dafür verwenden. Man sollte die Gelegenheit
nicht versäumen. Am Tage der Auferstehung wird jeder Moslem befragt,
weshalb er dem Islam nicht gedient hat. Die Menschen, die nicht
versuchen, die Bücher des Glauben und Islam bekanntzumachen und den
Gesellschaften des Islam Hilfe zu leisten, werden im Jenseits schwer
leiden müssen. Keine Entschuldigung wird dafür gelten. Die Propheten
waren Tag und Nacht besorgt, die Religion des Allbarmherzigen, den Weg
zum ewigen Glück zu verbreiten, obwohl sie die vorzüglichsten,
ehrwürdigsten Menschen waren. Sie pflegten denen zu sagen, die von ihnen
Wunder erwarteten: “ALLAH, der Allmächtige erschafft das Wunder. Meine
Aufgabe ist, die Religion des Erhabenen zu verkünden.” Während sie sich
darum bemühten, half ALLAH, der Erhabene, ihnen und erschuf für sie
Wunder. Auch wir sollten die Bücher und Worte der Gelehrten der Sunna
bekanntmachen und der Jugend und Bekannten melden,dass die Ungläubigen,
Verleumder und die Feinde des Islam, gemein, böse und lügnerisch sind.
Über ihre Tätigkeiten und Verhalten zu informieren ist eine ehrliche
Pflicht. Das heißt die Gebote und Verbote des Erhabenen bekannt machen
und ist keine üble Nachrede. Wer sich darum nicht geistig, körperlich
und beruflich bemüht, wird sich nicht von den Qualen an Jüngsten Tag
befreien können. Qual und Kummer auf diesem Weg muß man als eine Ehre
und als ein Gewinn betrachten. Jedesmal wenn die Propheten die Gebote
und Verbote des Allbarmherzigen verkündeten, wurden sie von gemeinen,
unwissenden Menschen angegriffen. Sie haben viel gelitten. Der
vorzüglichste von diesen Großen, der Geliebte des Allbarmherzigen, St.
Muhammed, teilte mit: ‘Kein Prophet hat so viel gelitten, wie ich!’ ”
Die Übersetzung vom Mektûbat (Briefe) ist hier beendet.
[So sieht man, dass jeder Moslem die
Glaubenslehre der Sunna kennenlernen und seine Familie, Verwandten und
Bekannten lehren sollte. Man sollte sich die Bücher, Zeitungen und
Zeitschriften, welche die Lehre der Sunna Gelehrten mitteilten,
beschaffen und sie der Jugend und Bekannten geben, damit sie sie lesen
und lernen. Die Bücher, die die Glaubensfeinde bekanntmachen, müßten
auch Verbreitung finden.]
Es sind die absoluten Religionsgelehrten
der vier Rechtsschulen der Sunna, die alle Moslems auf der Welt den
rechten Weg, die Religion des heiligen Propheten Muhammed, ohne
Veränderung gelehrt haben. Die größten von ihnen sind die vier
Rechtsschulgründer:
Der eine von ihnen ist St. Imâm-ı Asam
Ebû Hanîfe Numan bin Sâbit, Friede sei mit ihm. Er ist einer der größten
islamischen Gelehrten und Führer der Anhänger der Sunna. Seine
Biographie ist in den Büchern Se’adet-i Ebedijje [eng. Über setzung:
Endless Bliss] und Faideli Bilgiler [deut. Übersetzung Islam, der Weg
der Sunniten] dargestellt. Er wurde im Jahre 80 n. Hed. in Kûfe geboren
und fand im Jahre 150 n.Hed. (767 n.Chr.) in Bagdad den Märtyrertod.
Der zweite ist St. Imâm-ı Mâlik bin
Enes, Friede sei mit ihm. Er wurde 95 n.Hed. im Medina geboren und 179
n.Hed. ( 795 n.Chr.) dort gestorben.
Der dritte ist St. Imâm-ı Muhammed bin
Idris Schâfiî, Friede sei mit ihm, er wurde 150 n.Hed. in Gasa in
Palästina geboren und starb 204 (820 n.Chr.) in Ägypten.
Der vierte ist, St. Imâm-ı Ahmed bin Hanbel, Friede sei mit ihm, er wurde 164 in Bagdâd geboren und starb 241 (855 n.Chr.).
Wer heute einem dieser vier
Rechtsschulgründer nicht folgt, ist in großer Gefahr. Er ist vom Rechten
abgeirrt. Es gab auch Religionsgelehrten außer diesen. Sie hatten auch
richtige Rechtsschulen. Aber im Laufe der Zeit wurden ihre Rechtsschulen
vergessen. Deshalb konnten sie nicht aufgeschrieben werden. Zum
Beispiel: Die sieben Gelehrten aus Medina und Omar bin Abdülasis, Süfjan
bin Ujejne[Süfjan bin Ujejne, gest. 198 (813 n. Chr.) in Mekka.] ,
Ishak bin Râhevijje, Dâvûd-i Tâî, Amir bin Scherâhil, Lejs bin Sa’d,
A’mesch, Muhammed bin Dscherir Taberî, Süfjan-i Sewrî[Süfjan-ı Sewrî,
gest. 161 (778 n. Chr.) in Basra.] und Abdürrahman Ewsâî, Friede sei mit
ihnen, zählen dazu.
Alle Gefährten des heiligen Propheten
waren Führer zum geraden Weg, Friede sei mit ihnen. Alle waren absolute
Religionsgelehrte. Sie hatten ihre eigenen Rechtsschulen. Die meisten
ihrer Rechtsschulen glichen einander. Weil ihre Rechtsschulen nicht
aufgeschrieben werden konnten, ist es uns unmöglich, ihnen zu folgen.
Die vier Rechtsschulgründer und ihre Schüler haben alle Kenntnisse der
vier Rechtsschulen zusammengefaßt und bekanntgemacht, damit wir Moslems
wissen, woran wir glauben und wie wir uns verhalten sollen. Die Moslems
von heute sollen einer dieser vier Rechtsschulen folgen und sich demnach
verhalten und anbeten. [Wer sich nicht nach einer von diesen vier
Rechtsschulen richten will, darf kein Anhänger der Sunna sein! S. auf
die 2. Seite in der Einleitung!]
Zwei Schüler der vier Rechtsschulgründer
wurden große Glaubensgelehrte, die uns Glaubenskenntnisse vermittelt
haben. So kamen zwei Rechtslehren im Glauben zustande. Der richtige
Glaube, der dem heiligen Koran und den heiligen Hadithen entspricht, ist
der Glaube, den diese Gelehrten verkündet haben. Diese zwei sind die
Gelehrten, die den Glauben der Sunna auf der Erde verbreitet haben. Der
eine ist St. Ebülhassen Esch’ârî. Er wurde im Jahre 226 in Basra geboren
und starb 330 (941 n.Chr.) in Bagdad. Der zweite, St. Ebû Mansûr-i
Mâtürîdî, ist im Jahre 333 (944 n.Chr.) in Semerkand gestorben. Jeder
Moslem muß sich im Glauben nach einem dieser zwei Glaubensgelehrten
richten.
Die Wege der Heiligen sind recht. Sie
sind nicht vom Islam abgeirrt. [In jedem Jahrhundert gab und gibt es
heute noch Lügner und Verirrter in jedem Beruf und Amt, die den Islam
für ihre irdischen Interessen ausnutzen und sich als Heilige,
Religionsführer und Geistliche ausgeben, um dadurch an Vermögen gelangen
oder berühmt werden zu können. Diese Menschen hoffen immer auf
Verdienste vom Schaden anderer Leute. Aus diesem Grunde darf man nicht
alle Menschen und Berufe gleich bewerten. Dies wäre Unwissenheit und
Ungerechtigkeit und bedeutete Hilfeleistung für schlechte und böse
Menschen. Aufgrund dessen darf man nicht über die islamischen Gelehrten,
die Autoritäten des Islam, die eine Ehrenstelle in der Geschichte
besitzen, übel reden, indem man verirrte Geistliche, unwissende und
falsche Mystiker folgt. Dazu sollte man begreifen, dass die Gegner der
islamischen Gelehrten unrecht haben.] Die Heiligen wirken Wunder. Alle
sind echt und recht. Imâm-ı Jâfiî[Abdullah Jafiî, gest. 768 (1367 n.
Chr.) in Mekka.] sagte: “Die Wunder von St. Mewlâna Abdülkâdir-i Gejlânî
[St. Abdulkadir-i Gejlânî, gest. 561 (1161 n. Chr.) in Bagdad.], dem
Führer der Heiligen, Friede sei mit ihm, sind durch Überlieferungen von
mehreren Personen so weit verbreitet, dass man daran nicht zweifeln
darf. Denn Verbreitung gilt als Beweis.”
Niemand darf einen Moslem ungläubig
nennen, ohne dass er etwas willkürlich gesagt oder getan hat, was seinen
Unglauben beweist. Man darf selbst einen Ungläubigen nicht verfluchen,
wenn man nicht weiß, dass er als ungläubig gestorben ist. Daher ist es
besser, Jesîd nicht zu verfluchen.
5- Der fünfte Grundsatz ist, Der Glaube
an den Jüngsten Tag. Der Anfang dieser Zeit ist der Tag, an dem der
Mensch stirbt. Er dauert bis zum Ende des Auferstehungstages. Man nennt
ihn auch den letzten Tag, weil ihm keine Nacht folgt oder weil er nach
dem Weltleben beginnt. Der Tag und die Nacht die in dem heiligen Koran
zitiert werden, gleichen nicht der weltlichen Tageszeiten, sondern
drücken eine Zeitspanne aus. Es ist unbekannt, wann der Tag des
Weltuntergangs kommen wird. Niemand kann es wissen. Aber der heilige
Prophet Muhammed, unser Herr, hat viele Zeichen prophezeit: St. Messias
[Mechdi] wird auf die Erde kommen. St. Jesus wird in Damaskus vom Himmel
herabsteigen. (Friede sei mit ihnen). Dedschdschal wird auftreten.
Diejenigen, die Jedschûdsch Medschûdsch heißen, werden die Welt
verderben. Die Sonne wird im Westen aufgehen. Die Religion wird
vergessen werden. Verderbnis und Bosheit werden sich vermehren.
Ungläubige, sittenlose und unwürdige Personen werden an die Spitze
treten. Die Gebote des Erhabenen werden sich nicht erfüllen lassen.
Überall wird man Übeltaten begehen. In Jemen wird ein großes Feuer
ausbrechen. Große Erdbeben werden vorkommen. Die Berge werden sich
emporheben und mit einem Schlage zerschmettert werden. Die Sonne und der
Mond werden sich verfinstern. Die Meere werden sich vermischen, kochen
und austrocknen.
Die Moslems, welche Sünde begehen,
werden Sünder genannt. Sie und alle Ungläubigen werden in ihren Gräbern
bestraft werden. Daran soll man gewiß und wahrhaftig glauben. Wenn der
verstorbene Mensch beerdigt wird, wird er mit einem Leben aufwachen, das
wir nicht kennen. Er wird glücklich oder unglücklich sein. Zwei Engel
namens Münker und Nekir in Gestalt von furchtbaren Menschen, werden in
das Grab kommen und ihn verhören. Die heiligen Hadithe berichten über
diesen Zustand. Die Antworten der Fragen des Grabes müssen wir auswendig
lernen und unseren Kindern lehren. Die Fragen im Grab sind: Wer ist
dein Schöpfer? Welche Religion hast du? Zu welcher Religionsgemeinschaft
gehörst du? Welches ist dein heiliges Buch? Welche ist deine
Gebetsrichtung? Zu welcher Rechtsschule im Glauben und in der Anbetung
gehörst du? Es steht in dem Buch Teskire-i Kurtubî[Muhammed Kurtubî
Mâlikî, Verfasser des Buches Teskîre, gest. 671 (1272 n. Chr.)]
(Erinnerung von Kurtubî) dass diejenigen, deren Glauben nicht wie der
Glaube der Sunniten sind, nicht richtig antworten können werden. Die
Gräber derer, die richtig antworten, werden sich erweitern. Ein Fenster
zum Paradies wird geöffnet werden. Morgens und abends werden sie ihre
Stellen im Paradies sehen. Die Engel werden ihnen die Freudenbotschaft
überbringen und sie belohnen. Diejenigen, die nicht gut antworten,
werden von den Engeln mit eisernen Schlegeln so heftig geschlagen, dass
alle Geschöpfe außer Menschen und Geister ihr Schreien hören. Ihre
Gräber werden so eng, dass ihre Knochen beinahe ineinandergehen. Ein
Loch zur Hölle wird ihnen geöffnet. Morgens und abends sehen sie ihre
Stellen in der Hölle und leiden bis zum Auferstehungstag.
Man soll an den Tag der Auferstehung
glauben. Nachdem jedes Organ, jeder Knochen und Muskel verfault, zu
Staub und Gas geworden sind, werden sich alle Atome und Moleküle wieder
zusammensetzen und lebendige Körper bilden. So werden alle auferstehen.
Deshalb nennt man diese Zeit den Tag der Auferstehung.
[Pflanzen nehmen Kohlendioxyd aus der
Luft und Wasser und Minerale aus dem Boden auf und setzen diese beiden
Bestandteile zusammen. Auf diese Weise bringen Pflanzen organische
Stoffe, die Baueinheiten unserer Organe, hervor. Chemische Reaktionen,
die erst nach vielen Jahren ein Ergebnis zeigen, können heute durch
Katalyse in einigen Sekunden hervorgebracht werden. Genauso wird ALLAH,
der Allmächtige, Wasser, Kohlendioxyd und irdische Stoffe im Grab
vereinigen und organische Stoffe, lebendige Organe und somit die
Lebewesen wieder erschaffen. Der vertrauenswürdige Verkündiger, der
heilige Prophet, berichtet, dass wir auf diese Weise auferstehen
werden.] Man wird zum Versammlungsort des Jüngsten Gerichtes, kommen,
und die Handlungsbücher werden fliegend ihre Täter erreichen. Das wird
ALLAH, der Allmächtige tun, der der einzige Schöpfer der Erden, Himmel,
Sterne und Atome ist. Der heilige Prophet hat gemeldet, dass es
geschehen wird. Alles, was er gesagt hat, ist und wird gewiß geschehen.
Man muß daran glauben.
Die Handlungsbücher der Wohltäter werden
ihnen von ihrer rechten Seite und den der Übeltäter von ihrer linken
gegeben werden. Alles, was Gutes und Böses, groß und klein, offen und
verborgen getan wurde, wird im Handlungsbuch verzeichnet sein. Selbst
die Handlungen, die Schreibengel nicht wissen, werden enthüllt werden,
weil die Organe es gestehen werden und weil ALLAH, der Erhabene,
allkundig ist. Wegen diesen Handlungen werden ihre Täter auch verhört
werden. Die Engel werden über das verhört werden, was sie auf den Erden
und in den Himmeln getan haben. Die Propheten, Friede sei mit ihnen,
werden verhört, wie sie den Dienern die Gebote und die Religion des
Allmächtigen verkündet haben. Alle werden verhört, ob sie den Propheten
gefolgt, dem Islam gehorcht und sich gegeneinander recht verhalten
haben. Am Tage des Jüngsten Gerichtes werden die rechtschaffenen Muslime
belohnt und die sündigen Muslime und alle Ungläubigen streng bestraft
werden.
Mit SEINER Gerechtigkeit wird ALLAH, der
Erhabene, manchen Muslimen manche kleine Sünden und manchen alle Sünden
vergeben. Alle Sünden vergibt ER, wenn ER will. Wenn ER nicht vergeben
will, wird ER die Moslems wegen kleiner Sünden bestrafen. ER hat
berichtet, dass ER den Götzendienst und Unglauben niemals vergeben wird.
Die Ungläubigen, die Schriftbesitzer sind und die, die keine
Schriftbesitzer sind, werden in die Hölle gebracht und dort ewig gequält
werden, weil sie nicht glaubten, dass St. Muhammed, Friede sei mit ihm,
Prophet für alle Menschen ist und weil sie die von ihm verkündeten
Gebote und Verbote mißachten.
Es gibt ein Maß (Mîsân), um an dem Tage
des Jüngsten Gerichtes Handlungen und Tätigkeiten zu messen. Für dieses
Maß gibt es zwei Waagschalen, einen Zeiger und einen Waagebalken. Die
Waagschale für Wohltaten ist rechts des Himmels und an der Seite des
Paradieses. Die Waagschale für Übeltaten ist links des Himmels und an
der Seite der Hölle. Alle Handlungen, Worte, Gedanken und Blicke, die im
irdischen Leben getan, gesagt, gedacht und geworfen wurden, werden sich
dort in verschiedene Gestalten verwandeln. Die Wohltaten werden als
lichtvolle, und die Übeltaten als häßliche, dunkle Gestalten erscheinen
und durch dieses Maß gemessen werden. Dieses Maß gleicht keinem
irdischen Maß. Seine schwerbeladene Waagschale geht hoch und seine
leicht befundene Waagschale geht unter. Nach vielen Gelehrten gibt es
dort verschiedene Maße, und viele Gelehrte haben gesagt, dass man nicht
daran denken darf, weil die Religion nicht berichtet, wie diese Maße
sind.
Es gibt die Brücke Sırat. Auf Befehl
ALLAH’s, des Allmächtigen, wird die Brücke Sırat über die Hölle
geschlagen werden. Alle werden über diese Brücke gehen müssen. An jenem
Tage werden alle Propheten flehen: ‘O unser Schöpfer! Gib uns
Sicherheit!’ Die Wohltäter werden ohne Mühe über die Brücke gehen und
ins Paradies geführt werden. Manche von ihnen werden blitzschnell,
manche wie der Wind und manche mit der Geschwindigkeit eines rennendes
Pferdes darüber hinweggehen. Die Brücke Sırat ist dünner als ein Haar
und schärfer als ein Säbel. So ist es auch auf der Welt, dem Islam zu
folgen. Sich bemühen, um dem Islam genau zu folgen, gleicht, über die
Brücke Sırat zu gehen. Wer in diesem Leben gegen sein Ich kämpft, wird
ohne Mühe über die Sırat hinweggehen. Wer nicht genau dem Islam folgt
und nicht gegen sein Ich kämpft, der wird mit Mühe über die Sırat gehen.
Darum wurde der richtige Weg, der auf den Islam hinweist, Sırat-ı
müstakîm, der gerade Weg, genannt. Auch diese Ähnlichkeit zwischen den
Namen zeigt, dass man, wenn man dem Islam gehorcht, über die Brücke
Sırat gehen darf. Die Übeltäter dagegen werden nicht über die Sırat
gehen dürfen und in die Hölle hinabfallen.
Es gibt den Gnadensee (Havs-ı kewser),
der unserem Führer, Muhammed Mustafa, Friede sei mit ihm, gehört. Er ist
so groß, dass man um ihn binnen eines Monates herumgehen könnte. Sein
Wasser ist weißer als Schnee und sein Duft ist wunderbar. Die Anzahl der
Kelche um den Gnadensee ist größer als die Zahl der Sterne. Wer einmal
davon trinkt, der wird niemals dursten, selbst wenn er in der Hölle ist.
Es gibt das Recht der Fürbitte zur
Vergebung. Damit den Muslimen die uneingebußten kleinen und großen
Sünden vergeben werden, werden die Propheten, Heilige, fromme Muslime,
Engel und Personen, denen ALLAH Erlaubnis geben wird, um die Vergebung
bitten. Und ihre Fürbitten werden empfangen werden. [Der heilige Prophet
Muhammed, Friede sei mit Ihm, sagte: “Für die großen Sünden meiner
Glaubensgemeinschaft werde ich Fürbitte einlegen.”] Am Tage des Jüngsten
Gerichtes und im Jenseits wird es fünf Arten von Fürbitten geben:
Erstens, am Tage des Jüngsten Gerichtes
werden die Sünder darum flehen, damit sie so bald wie möglich verhört
werden. Hierfür wird Fürbitte eingelegt.
Zweitens, es wird Fürbitte eingelegt, damit die Sünder leicht und schnell befragt werden und leicht antworten.
Drittens, es wird Fürbitte eingelegt,
damit die sündigen Muslime beim Gehen über die Brücke Sırat nicht in die
Hölle hinabfallen.
Viertens, es wird Fürbitte eingelegt, damit die sündigen Muslime, die in die Hölle gefallen sind, aus der Hölle befreit werden.
Fünftens, obwohl die Moslems ewig im
Paradies bleiben und unzählige Gaben besitzen werden, gibt es acht
verschiedene Stellen im Paradies. Die Stellen der Moslems werden der
Vollkommenheit ihres Glaubens und ihren Handlungen gemäß sein. Es wird
Fürbitte eingelegt damit die Stellen der Paradiesbewohner aufsteigen
dürfen, deswegen wird man ALLAH, den Erhabenen, ebenfalls bitten dürfen.
Der Erhabene wird alle diese Fürbitten erhören.
Das Paradies und die Hölle ist
augenblicklich da. Das Paradies ist über den sieben Himmeln, die Hölle
ist unter allem. Das Paradies besteht aus acht Teilen. Die Hölle besteht
aus sieben Teilen. Das Paradies ist größer als die Erde, Sonne und
Himmel. Die Hölle ist viel größer als die Sonne.
6- Der sechste Grundsatz ist an die
Vorherbestimmung (Kader) und daran zu glauben, dass alles, was Gutes
(Hajr) oder Böses (Scher) ist, von ALLAH, dem Erhabenen, bestimmt wird.
Alles, was gut, böse, nützlich, schädlich, vorteilhaft und nachteilig
ist, wird von ALLAH, dem Erhabenen bestimmt. Vorherbestimmung bedeutet
Messen einer Menge, Urteil und Gebot. Sie bedeutet zugleich Menge und
Größe. Daß ALLAH, der Erhabene, in Ewigkeit die Schöpfung einer Sache
gewollt hat, heißt Vorherbestimmung. Die Schöpfung eines Dinges, dessen
Dasein gewollt worden ist, heißt Schicksal. Die Erfüllung der
Vorherbestimmung nennt man das Schicksal. Die Wörter ‘Vorherbestimmung
und Schicksal’ werden auch für einander verwendet. Daß alles dem
Schicksal gemäß ohne Veränderung erschaffen worden ist, heißt
Vorherbestimmung. Vor der Ewigkeit wußte ALLAH, der Allwissende, alles
was vorkommen wird. Dieses Wissen von IHM heißt Vorherbestimmung und
Schicksal. Alte griechische Philosophen nennen es die Ewige Gnade. Alle
Geschöpfe sind dem Schicksal gemäß erschaffen worden. Daß die Dinge
demnach erschaffen worden sind, heißt Schicksal und Vorherbestimmung.
Wer an die Vorherbestimmung glaubt, der glaubt auch an das Schicksal.
Wenn ALLAH, derAllmächtige, in der Ewigkeit eine Sache erschaffen
wollte, wird sie ohne Veränderung dasein. Nichtdasein der Dinge, deren
Dasein ER will und Dasein der Dinge, derenNichtdasein ER will, sind
unmöglich.
ALLAH, der Allkundige, wußte, dass alle
diese Tiere, Pflanzen, alles Leblose [feste Stoffe, Flüssigkeiten, Gase,
Sterne, Moleküle Atome, Elektronen, elektromagnetische Wellen,
Bewegungen aller Wesen, chemische Reaktionen, Kern-reaktionen,
Energieumwandlungen und physiologische Vorgänge bei Lebewesen], Dasein
oder Nichtdasein aller Dinge, Wohl und Übeltaten der Diener und deren
Belohnungen und Bestrafungen in diesem und im zukünftigen Leben und alle
Wesen entstehen würden. All das wußte ER von der Ewigkeit an. Von
Ewigkeit zu Ewigkeit erschuf und erschafft ER Dinge, Eigenschaften,
Bewegungen, und Ereignisse nach SEINEM Wissen. Alle Wohl- und Übeltaten
der Menschen, ihr Glauben und Unglauben, ihr willkürliches und
unwillkürliches Tun erschafft ALLAH, der Erhabene. ER ist es allein, der
Allerschaffer ist. Alles, was aus irgendeinem Grund zustandekommt, wird
von IHM erschaffen. Es ist SEINE Gewohnheit, dass ER nichts ohne Grund
erschafft.
Zum Beispiel: Feuer ist brennend. Jedoch
ALLAH, der Allmächtige ist es, der es brennen läßt. Feuer steht in
keiner Beziehung zum Verbrennen. Aber SEINE Gewohnheit ist, dass ER kein
Brennen erschafft, ohne dass etwas mit Feuer in Kontakt steht. [Feuer
führt zu nichts anderes, als bis zur Entzündungstemperatur zu heizen.
Feuer ist nicht das, was sich im Aufbau der organischen Gegenstände
befindlichen Wasserstoff und die Kohle mit Sauerstoff vereinigt und den
Elektronenaustausch verursacht. Wer die Wahrheit nicht sieht, denkt
daran, dass das Feuer brennt. Was verbrennt, ist weder Feuer noch
Sauerstoff, noch Hitze und noch Elektronenaustausch. ALLAH, der
Allmächtige, ist es allein, der verbrennen läßt. All das hat ER als
Grund zum Brennen erschaffen. Ein Analphabet glaubt, dass das Feuer
brennt. Der Ausdruck “Feuer brennt” gefällt dem nicht, der die
Volksschule beendet hat. Dieser vermutet, dass die Luft brennt. Wer die
Realschule beendet hat, glaubt das nicht. Er glaubt, dass der Sauerstoff
in der Luft brennt. Wer eine höhere Schule absolviert hat, erklärt,
dass nicht Sauerstoff, sondern jedes elektronengetroffene Element
brennt. Ein Student dagegen rechnet sowohl Stoff als auch Energie ein.
So versteht es sich leicht: Je mehr man studiert, desto mehr nähert man
sich der Wahrheit. Auf diese Weise begreift man, dass sich noch viele
Gründe hinter den angeblichen Gründen befinden. Die Propheten, die an
der Spitze der Wissenschaften waren und die Wahrheiten genau sahen, und
die Gelehrten, die den Propheten folgten und ihre Anteile von deren
Wissenschaften bekamen, Friede sei mit ihnen, haben berichtet, dass die
Dinge, die man als Verbrennende und Täter betrachtet, elende Geschöpfe
und Gründe sind und dass ALLAH, der Allmächtige, der wahre Schöpfer und
Täter ist.] ALLAH, der Allmächtige ist es, der brennen läßt. ER läßt
auch ohne Feuer brennen. Aber es ist SEINE Gewohnheit, durch Feuer
brennen zu lassen. Wenn ER nicht will, läßt ER nicht einmal in der Mitte
des Feuers brennen. St. Abraham, Friede sei mit ihm, hat ER nicht
verbrennen lassen, obwohl er ins Feuer geschleudert worden war. ER hat
gegen SEINE Gewohnheit gehandelt, weil ER ihn sehr liebte. [Jedoch hat
ER Stoffe erschaffen, die unentzündlich sind. Nach und nach erfinden
Chemiker diese Stoffe.]
Hätte ALLAH, der Allmächtige, gewollt,
so hätte ER alles ohne Grund erschaffen. Dinge ohne Feuer verbrannt,
Geschöpfe ohne Nahrung gesättigt, Menschen ohne Flugzeug fliegen und uns
Sendungen ohne Rundfunk hören lassen. Zum Wohle der Menschen hat ER
durch SEINE Gnade alles mit Grund erschaffen. ER wollte unter bestimmten
Gründen bestimmte Dinge schaffen. SEINE Macht und SEIN Tun hat ER durch
Gründe verborgen. Jeder, der die Schöpfung eines Dinges will, soll
Gründe geltend machen, damit sein Wunsch erfüllt wird. [Wer eine Lampe
antzünden will, muß ein Streichholz gebrauchen. Wer Olivenöl produzieren
will, muß eine Presse benutzen. Wer Kopfschmerzen hat, muß Tabletten
gegen Kopfschmerzen einnehmen. Wer ins Paradies kommen und unzählige
Gaben erlangen will, muß dem Islam folgen. Wer auf sich schießt, muß
sterben. Wer einen Gift trinkt, muß sterben. Wer ganz erhitzt, einen
kalten Trank trinkt, muß krank werden. Wer eine Sünde begeht und seinen
Glauben verliert, muß in die Hölle kommen. Wer etwas verursacht, gelangt
zu dessen Ergebnis. Wer islamische Bücher liest, den Islam lernt und
liebt, wird gläubig. Wer unter Ungläubigen lebt und ihre Worte hört,
wird unwissend in religiöser Hinsicht. Die meisten Unwissenden in
religiöser Hinsicht werden ungläubig. Wessen Vermittler man benutzt,
dessen Weg geht man.]
Hätte ALLAH, der Allmächtige SEIN Tun
ohne Grund erschaffen, so hätte man niemanden benötigt. Jeder würde
alles direkt von ALLAH, dem Erhabenen, erwarten, ohne sich an jemanden
zu wenden. So würden die Menschen in keiner Beziehung zu Vorgesetzten,
Untergebenen, zur Arbeiterschaft, Künstlerschaft, Studentenschaft,
Lehrerschaft und zu anderen Dingen der Menschheit stehen. Die Ordnung in
diesem und im zukünftigen Leben würde verderben. Es würde keinen
Unterschied zwischen Schönheit und Häßlichkeit, Wohl - und Übeltat,
Gehorsam und Ungehorsam geben.
Hätte ALLAH, der Allmächtige gewollt, so
würde ER SEINE Gewohnheit geändert und alles nach dieser Gewohnheit
erschaffen haben. Zum Beispiel: Wenn ER gewollt hätte, hätte ER die
Ungläubigen, Sünder, Grausamen und Betrüger ins Paradies geführt und
Gläubige, Anbeter und Wohltäter in die Hölle gebracht. Aber heilige
Verse und Hadithe zeigen, dass ER es nicht so gewollt hat.
ER ist es, der alle willkürlichen und
unwillkürlichen Handlungen SEINER Geschöpfe erschafft. Um die
willkürlichen Handlungen SEINER Diener zu erschaffen, hat ER ihnen die
Handlungsfreiheit und den Willen gewährt und die Erschaffung ihrer
Handlungen mit ihrer Handlungsfreiheit und ihrem Willen begründet. Wenn
SEIN Diener etwas tun will, erschafft ALLAH, der Erhabene, es, wenn ER
es auch will. Will ER es nicht, so erschafft ER es nicht, obwohl der
Diener es will. Wie ER in Kontakt mit Feuer Brennen erschafft, so
erschafft ER das willkürliche Tun SEINER Diener. Wenn etwas mit einem
Messer in Kontakt steht, erschafft ER Schneiden. Was schneidet, ist
nicht das Messer, sondern ER. ER hat das Schneiden mit dem Messer
begründet. Wie Bewegungen in der Natur aus SEINEM eigenen Willen
erschaffen werden, so wird willkürliches Tun der Diener erschaffen, wenn
ALLAH, der Allmächtige, es auch will. Denn ER ist es allein, der die
Substanzen, Eigenschaften und Bewegungen der Sonnen, Atome, Moleküle,
Tropfen, Zellen, Mikroben und aller anderen Dingen erschuf und
erschafft. Es gibt keinen Schöpfer außer IHM. Es gibt als einzigen
Unterschied zwischen den Bewegungen alles Leblosen und den Handlungen
der Menschen und Tiere, nähmlich dass ALLAH, der Erhabene, wenn die
Diener es wollen, ihre Bewegungen und Handlungen erschafft, wenn ER es
auch will. Leblose Geschöpfe dagegen haben keinen Willen. [Jede Bewegung
des Menschen kommt durch viele physischen und chemischen Vorgänge
zustande.] Bei Bewegungen der Leblosen handelt es sich um keine
Handlungsfreiheit. Wenn ER in Kontakt mit Feuer das Brennen erschafft,
ist es nicht aus dem freiem Willen des Feuers. [Gute und nützliche
Wünsche SEINER Diener, welche ER liebt und mit denen ER barmherzig ist,
will und erschafft ER. Deren böse und schädliche Wünsche will ER nicht
und erschafft sie nicht. Diese aber werden traurig, da ihre Wünsche
nicht in Erfüllung gehen. Hätten sie daran gedacht und es begriffen,
dass ihre Wünsche deswegen, weil sie schädlich sind, nicht in Erfüllung
gegangen sind, würden sie nicht traurig darüber gewesen sein. Sie hätten
sich darüber gefreut und sie würden ALLAH, dem Erhabenen, dankbar
gewesen sein. ALLAH, der Erhabene, hat in Ewigkeit gewollt, die
Handlungen der Menschen, nachdem sie sie wollten, zu erschaffen. Wenn ER
nicht so in der Ewigkeit gewollt hätte, würde ER unsere willkürliche
Handlungen nicht durch unseren Willen, sondern mit Zwang erschaffen
haben. Daß ER unsere willkürlichen Handlungen, nachdem wir sie wollten,
erschafft, ist es deswegen, weil ER es in der Ewigkeit so gewollt hat.
Also unsere willkürlichen Handlungen werden wegen SEINES Willen in der
Ewigkeit erschaffen. So herrscht SEIN Wille über alles.]
Das willkürliche Tun des Dieners besteht
aus zwei Grundsätzen. Das erste ist, dass der Diener es aus freiem
Willen ausdem Herzen gewollt hat. Die willkürlichen Handlungen des
Dieners wird Erlangen genannt. Sie ist eine Eigenschaft des Menschen.
Das zweite ist, dass ALLAH, der Erhabene es erschaffen hat. Darauf wirkt
der Wille des Dieners nicht. Gebote, Verbote, Belohnungen und
Bestrafungen sind für Menschen geregelt, die aus freiem Willen handeln.
Im 96. heiligen Verse der Sure Saffat wird sinngemäss gemeldet: ‘ALLAH,
der Erhabene, erschuf euch und euer Tun.’ Dieser heilige Vers zeigt,
dass die Menschen Handlungs- und Willensfreiheit haben, dass es sich um
keinen Zwang handelt und dass alles der Vorherbestimmung und dem
Schicksal gemäß erschaffen wird. Darum wird es menschliches Tun genannt.
Zum Beispiel: Man sagt: ‘Ali hat geschlagen und zerbrochen!’
Es ist nötig, dass der Diener seine
Handlung gewollt hat, bevor sie erschaffen wird. Das nennt man das
Erlangen St. Âmidî berichtet, dass dieser Wille die Schöpfung der
Handlungen verursacht. Man darf auch behaupten, dass dieser Wille die
willkürliche Handlung nicht verursacht. Denn es ist dasselbe, was
erschaffen und was gewollt worden ist. Also kann der Diener nicht alles
tun, was er will. Es kann auch geschehen, was er nicht will. Es ist
keine Dienerschaft, dass der Diener alles tut, was ihm gefällt und dass
etwas nicht geschehen soll, was ihm nicht gefällt. Das heißt nicht
Gottesverehrung, sondern Gottheit. Mit SEINER Gnade und Barmherzigkeit
gibt ER SEINEN Dienern genügende Kraft und Energie, damit sie den
Geboten und Verboten gehorchen. Zum Beispiel: Wer gesund ist und genug
Geld hat, kann eine Pilgerfahrt ausführen. Wer den Fastenmonat erreicht,
kann fasten. Jeder kann täglich fünfmal Gebet verrichten. Wer ein
bestimmtes Maß von Vermögen hat, kann den armen Muslimen einen Teil
davon als Armensteuer geben, nachdem darauf ein Jahr vergangen ist. So
versteht man, dass der Mensch, wenn er will, seine willkürlichen
Handlungen ausführt und sie nicht ausführt, wenn er es nicht will. Auch
daraus begreift man die Erhabenheit von ALLAH, dem Allerbarmer. Die
Unwissenden und Dummen glauben nicht an die Worte der Gelehrten der
Sunna, weil sie das Wissen um das Schicksal und die Vorherbestimmung
nicht richtig verstehen können. Sie zweifeln an der Macht und dem Willen
des Menschen und glauben, dass der Mensch hilflos, zu seinen Handlungen
gezwungen sei. Da sie merken, dass der Mensch bei manchen Vorgängen
keinen Willen hat, verachten sie die Gelehrten der Sunna. Diese falschen
Worte von ihnen beweisen, dass sie eine Willens- und Handlungsfreiheit
haben.
Die Eigenschaft, irgendeine Handlung
ausführen zu können, heißt Macht. Das Vorziehen, etwas zu tun oder nicht
zu tun, wird Handlungsfreiheit genannt. Das Wünschen, das Vorgezogene
zu tun, heißt Wille. Aus Willen und Allmacht entsteht die Schöpfung. Das
Zufriedensein mit einer Sache wird Zustimmung oder Wohlgefallen
genannt. Daß der Diener seine Handlungen mit seinem Willen und seiner
beschränkten Macht begründet, heißt Erlangen Es ist nicht nötig, dass
jeder, der Entscheidungsrecht hat, Schöpfer sein muß. Es ist nicht
nötig, mit allem, was gewollt worden ist, zufrieden zu sein. ALLAH, der
Erhabene, wird Schöpfer und Besitzer der Handlungsfreiheit und der
Diener Besitzer der Willens- und Handlungsfreiheit genannt.
ALLAH, der Erhabene will und erschafft
Wohl und Übeltaten SEINER Diener. Er wünscht nicht Übel sondern
Wohltaten. Durch SEINEN Willen und SEINE Erschaffung kommt alles hervor.
Im 102. heiligen Verse der Sure En’am wird dem Sinn nach berichtet: “Es
gibt keinen Gott außer IHM. Er ist der einzige Schöpfer.”
Die Partei Mu’tesile wurde verirrt, weil
sie den Unterschied zwischen dem Willen und der Zustimmung nicht sehen
konnte. Ihre Anhänger glauben, dass der Mensch alles erschaffe, was er
wolle. Sie verleugnet die Vorherbestimmung und das Schicksal. Auch die
Partei Dschebrijje wurde ganz verirrt. Diese glaubt, der Mensch sei ohne
Willen, wie Stein und Holz. Der Mensch begehe keine Sünde, und habe
keinen Willen und keine Handlungsfreiheit. ALLAH, der Erhabene, lasse
die Menschen alle Sünden und Übeltaten begehen! Wenn ALLAH, der Erhabene
die Menschen mit Zwang Sünden und Übeltaten begehen ließe, würde es
keinen Unterschied geben zwischen dem, der mit gebundenen Füßen und
Händen bergab gerollt wird, und dem anderen, der mit freiem Willen
bergab spazierengeht. Doch wird der erste mit Zwang gerollt, während der
zweite aus freiem Willen spazieren geht. Diejenigen, die diesen
Unterschied nicht sehen können, sind kurzsichtig. Sie glauben nicht an
den heiligen Vers: ‘ALLAH, der Erhabene ist es, der alles erschafft’,
und betrachten die Gebote und Verbote ALLAHs, des Erhabenen, als
unnötig. Wer glaubt, wie die Gruppe Mutesile oder Kaderijje, dass der
Mensch erschaffe, was er wolle, der stellt ALLAH, dem Erhabenen Wesen
zu.
Heute behaupten manche namens Schiîten
wie Mutesile, der Mensch erschaffe, seinem Willen gemäß. Als Beweis
führen sie an, dass ein Esel trotz Prügel wider seinem Willen nicht
durch einen Bach geht.
Bedenken diese denn nicht, dass der
Wille des Menschen, wenn ALLAH, der Allmächtige, nicht will, keine Rolle
spielt und dass alles nach dem Willen ALLAHs, des Erhabenen, abläuft?
Somit versteht man, dass die Worte der Mutesile falsch sind. Der Mensch
kann nämlich nicht alles tun, was er will. Könnte der Mensch alles tun,
was er wollte, wie diese Verirrten glauben, so würde ALLAH, der
Allmächtige, unfähig und hilflos sein. ALLAH, der Allmächtige ist frei
von allen Fehlern und von jeder Unfähigkeit. Es entsteht nur, was ER
will, ER ist es allein, der alles erschuf und erschafft. So ist ALLAH,
der Erhabene. Es ist überheblich, zu behaupten, dass der Mensch
erschaffe, was er wolle oder auszudrücken: ‘Wir haben es erschaffen; sie
haben es erschaffen.’ Das wird zu Frechheit gegen ALLAH, den Erhabenen,
und verursacht den Unglauben.
[Wie bereits erwähnt, kommen viele
unwilkürliche Vorfälle und Bewegungen bei Dienern zustande, welche durch
viele physikalische, chemische und physiologische Vorgänge verursacht
werden, die man nicht ahnt. Ein gerechter Wissenschaftler darf seine
unwillkürlichen Handlungen nicht als seine willkürlichen Taten
betrachten, geschweige denn, dass er sagen dürfte, er hätte es
erschaffen. Er schämt sich vor ALLAH, dem Erhabenen, so etwas zu
behaupten. Diejenigen, die ungenügende Kenntnisse und weniges
Schamgefühl besitzen, sprechen überall, alles unbefangen aus!
ALLAH, der Erhabene, ist barmherzig mit
allen Menschen in der Welt. Damit die Menschen in der Welt und im
Jenseits glücklich leben, berichtet ER deutlich, was sie dafür tun
sollen. Manche von denen, die sich durch ihr Ich, durch böse Freunde,
irreführende Bücher und böswillige Hörfunk- und Fernsehsendungen
täuschen, leitet ER recht. Diese führt ER auf den rechten Weg.
Unbändigen und Grausamen schenkt ER diese Gabe nicht. Jene läßt ER im
Sumpf des Unlaubens, mit dem sie zufrieden sind.]