DIE VORZÜGE DES HEILIGEN MONATS REDSCHEB69
— Mit einer heiligen Hadith teilte der heilige Prophet mit: (Wer den
ersten und letzten Tag und den Tag in der Mitte des heiligen Monats
Redscheb fastet, dem gewährt ALLAH, der Erhabene, einen solchen Lohn,
als ob er den ganzen heiligen Monat gefastet hätte.) Die Regâ-ib-Nacht
ist die erste Freitagsnacht des heiligen Monats Redscheb. Diese Nacht
ist wertvoll. Sie ist nicht die Nacht, in der die heiligen Eltern des
heiligen Propheten geheiratet haben. Es ist unbegründet, es so zu
behaupten.
DIE VORZÜGE DES HEILIGEN MONATS SCHABAN
70 — Es ist sehr verdienstvoll, auch im
heiligen Monat Schaban zu fasten. In einer Hadith erwähnte der heilige
Prophet: (Der heilige Monat Schaban ist ein Monat für mich. ALLAH, der
Allmächtige, gebietet den Engeln im Heiligen Thron des Erhabenen: “O
Engel! Seid Zeugen, dass MEINE Diener den Monat MEINES geliebten
Propheten ehren. ICH habe ihnen um MEINER Ehre und MEINER Allgewalt
willen vergeben). In einer anderen heiligen Hadith wurde berichtet: (Wer
im Heiligen Monat Schaban drei Tage fastet, dem bereitet ALLAH, der
Allmächtige, eine Ehrenstelle im Paradies vor). Der heilige Prophet
teilte mit: Denjenigen, die die fünfzehnte Nacht des heiligen Monat
Schaban durch Beten ehren, vergibt ALLAH, der Erhabene. Allein
Götzendienern, Zauberern, Ehebrechern, Anhängern der Irrlehren, denen,
die ihre Eltern quälen, und dengenigen, die darauf beharren, Alkohol zu
trinken, vergibt ER nicht. Diese Nacht heißt die Nacht Berat. Einst war
nur verboten, dass man betrunken Gebet verrichtete. Die o. a. heilige
Hadith wurde daher erwähnt. Nachher ist es absolut verboten worden,
alkoholische Getränke zu trinken. Dazu lautet eine heilige Hadith: Es
ist verboten, selbst einen Tropfen Getränk zu trinken, dessen bestimmtes
Maß einen betrunken macht! Selbst wenn man einen Tropfen Alkohol
trinkt, wird man nicht vergeben, solange man es nicht bereut.
DIE VORZÜGE DES HEILIGEN MONATS RAMADAN
71 — Faste im Heiligen Monat Ramadan mit
deinen gesamten Organen, damit dein Fasten gilt und damit du die
Ehrenstellen des heiligen Monats Ramadan besitzen darfst. Der heilige
Prophet, Geliebter ALLAH’s, des Allmächtigen, teilte mit: (O Eba
Hürejre! Beeile Dich, um zu essen, sobald es Abend ist, wenn Du fastest.
Jener von meiner Gemeinschaft ist glücklich, der sich eilt, um zu
essen, sobald es Abend ist, und ißt in der späten Zeit vor Morgengrauen.
Denn es gibt viel Gnade und Segen in dieser Zeit. Und wenn meine
Gemeinschaft im Heiligen Monat Ramadan vorschriftmäßig fastet, weiß
niemand außer ALLAH, dem Allmächtigen, wieviel Verdienst ER dafür an dem
Ramadansfestabend gewährt. Und ALLAH, der Allmächtige gebietet: “Das
Fasten ist nur für MEIN Wohlgefallen. Wieviel Löhne ICH schenken werde,
weiß ICH selbst allein”). Zwar beteten die Götzendiener mit allen
Anbetungen Götzen an, aber nicht mit Fasten. Das Fasten im heiligen
Monat Ramadan ist vorzüglicher als Fasten in anderen Monaten und alle
Anbetungen außer Gebetsverrichten. [Fasten macht den Menschen nicht
krank sondern gesund und gibt ihm mehr Denkkraft. Man muss sich nicht
von den Lügen der Feinden der Religion täuschen lassen!
Bemerkung: St. Ibni Âbidîn, Friede sei
mit ihm, schreibt in seinem Buch Redd-ül-muchtar folgendes: (Es ist die
nötige Verpflichtung für bestimmte Muslime, zu Beginn des Monats Ramadan
die erste Mondsichel am Himmel zu suchen. Sieht man die erste
Mondsichel, so soll man es dem Kadi (Richter) Bescheid sagen. Das ist
auch eine nötige Vorschrift. Wenn der Kadi Ankündigung eines Sünders
annimmt, begeht er eine Sünde. Lehnt der Kadi einem die Ankündigung ab,
so soll man allein fasten. Nimmt der Kadi die Ankündigung an, so soll er
es im ganzen Land verkünden und die Muslimen in allen Ländern sollen
fasten. Der Sünder, der ein Tag zuvor mit dem Fasten begonnen hat, darf
nicht nach dreißig Tagen feiern sondern muss noch einen Tag, wie jeder
fasten. Bei bewölktem Wetter darf man die Ankündigung eines gerechten
Moslems annehmen. Jedoch sollen es mehrere Muslime bei wolkenfreiem
Wetter ankündigen. In Ortschaften, wo es keinen Kadi oder keinen
muslimischen Stadthalter gibt, ist die Ankündigung eines gerechten
Moslems ausreichend, um mit dem Fasten zu beginnen. Wenn diejenigen
gerecht sind, die zur Ankündigung Kanonenschuss oder Leuchtpatrone
verwenden, gilt deren Ankündigung als Verkündigung des Kadis. Aufgrund
des Kalenders darf man nicht mit dem Fastenmonat beginnen. Berechnungen
dafür gelten nicht. Dazu soll man nicht die Erscheinungszeit der ersten
Mondsichel berechnen sondern deren Erscheinung sehen. In diesem
Zusammenhang sagt St. Imam-ı Sübkî, ein schafiitischer Gelehrter: (Wenn
man ankündigt, dass die erste Mondsichel in der 30. Nacht des Monats
Schaban gesehen wurde, aber wenn es berechnet ist, dass sie ein Tag
danach gesehen wird, so nimmt man die Berechnung als richtig an, weil es
unmöglich ist, die erste Mondsichel vor dem Mondaufgang zu sehen.) St.
Schems-ül e-imme Halwânî, Friede sei mit ihm, erwähnt: (Der Monat
Ramadan beginnt mit der Erscheinung der ersten Mondsichel,
vorausgesetzt, dass sie beobachtet wird. Die dazugehörige Berechnung
zeigt, wann die erste Mondsichel erscheinen wird. Aber den Beginn des
Monats Ramadan darf man damit nicht begründen. Der heilige Monat Ramadan
beginnt, wenn zwei gerechte Moslems die erste Monsichel gesehen und das
angekündigt haben; oder wenn der Kadi es dadurch verkündigt hat. Wenn
der Monat Ramadan in einer Ortschaft beginnt, gilt das für alle Länder
auf der Welt. Jedoch sind Gebetszeiten und die Zeiten des Opferns und
der Pilferfahrt nicht so; die Zeit dafür kann unterschiedlich sein.) Und
St. Ibni Abidîn, Friede sei mit ihm, sagt: (Um die Gebetszeiten und
Kiblerichtung zu bestimmen, nimmt man die Berechnungen im Kalender an,
die von gerechten Muslimen bestätigt werden. [Vorausgesetzt, dass die
Berechnungen im Kalender von gerechten Muslimen gemacht werden.] Mit dem
Monat Ramadan dagegen darf man nicht aufgrund der astronomischen
Berechnungen beginnen. Denn der Beginn des heiligen Monat Ramadan ist
damit begründet, dass man die erste Mondsichel gesehen hat. Dazu wurde
in der heiligen Hadith erwähnt: Beginnt mit dem Fasten, wenn ihr die
erste Mondsichel beobachtet! Dass die erste Mondsichel beobachtet wird,
kann man mit Berechnung bestimmen. Aber es ist möglich, dass sie nicht
in der ersten Nacht beobachtet wird. Sie könnte beispielsweise in der
zweiten Nacht gesehen werden. Der Beginn des Ramadans ist nicht mit der
Erscheinungszeit sondern mit der Beobachtung der Erscheinung
vorgesehen.) Deswegen darf man nicht nach dem Kalender mit dem Ramadan
anfangen. Ob der erste bzw. der letzte Tag eines Fastenmonats gilt, den
man nach Ankündigung der Ungerechten, der Anhängern der Irrlehren, der
Ungläubigen beginnt, ist zweifelhaft. D.h. wenn Ramadan ein Tag früher
begonnen hat, gehört der erste Fastentag dem Monat Schaban und der
letzte Tag des Monats Ramadan wird gefeiert, anstatt zu fasten. Wenn
Ramadan ein Tag nachher angefangen hat, fastet man in diesem Fall am
ersten Tag des Fastenmonats nicht und man fastet im ersten Festtag,
dieses Fasten gilt nicht. Aus diesem Grund ist es zu bezweifeln, ob der
als Fastenmonat eingehaltener Monat als Ramadan gilt. Dass Fasten an
diesen ungewißen Tagen unerwünscht bzw. verboten ist und dass Unkenntnis
derjenigen, die in islamischen Ländern leben, als keine Entschuldigung
gilt, steht in dem Buch von St. Ibni Âbidîn, Friede sei mit ihm. Dazu
äußert St. Sejjid Abdülhakim, ein großer islamischer Gelehrter,
Erneuerer des vierzehten Jahrhunderts, im folgenden: (Die Moslems, die
in solchen Orten wohnen, müssen nach dem Ramadanfest irgendwann einen
Tag als Versäumnis fasten.) Es ist nicht richtig zu behaupten, die erste
Mondsichel eine Nacht früher als deren Erscheinungszeit im Kalender
beobachtet zu haben. Diejenigen, die nach solchen ungewißen Äußerungen
zum Arafatplatz gehen, dürfen keine Pilger sein.]
DIE VORZÜGE DES TERAWICHGEBETS
72 — Nach den Vorzügen des
Terawichgebets fragte man St. Ali. St. Ali antwortete darauf: (Wer in
der ersten Nacht des Heiligen Monat Ramadan das Trawichgebet verrichtet,
dem vergibt ALLAH, der Allmächtige, alle Sünden. Wenn man es in der
zweiten Nacht verrichtet, werden seinen Eltern alle Sünden vergeben.
Wenn man es in der dritten Nacht verrichtet, sagen einem die Engel: “Wir
geben dir die Freudenbotschaft: “ALLAH, der Erhabene hat dein Gebet
aufgenommen und dir vergeben. Du hast die Ehre gewonnen, welche du
wünschtest.” Wenn man es in der vierten Nacht verrichtet, erwirbt man so
viel Verdienst, als wenn man die heilige Thora, den heiligen Psalter,
das heilige Evangelium und den heiligen Koran durchgelesen hätte. Wenn
man es in der fünften Nacht verrichtet, gewinnt man so viel Verdienst,
als ob man ein Gebet in der Moschee Aksa und in Mekka und Medina
verrichtet hätte. Wenn man es in der sechsten Nacht verrichtet, erwirbt
man so viel Verdienst, als wenn man den Umlauf um die heilige Kaaba
ausgeführt hätte. Wenn man es in der siebten Nacht verrichtet, gewinnt
man so viel Verdienst, als kämpfte man gegen den Pharao. Wenn man es in
der achten Nacht verrichtet, verdient man so viel Verdienst, wie wenn
man im Kampf Bedr mit dem heiligen Propheten mitgekämpft hätte. Wenn man
es in der neunten Nacht verrichtet, gelangt man zu Ehren, als ob man
mit St. David ein Gebet verrichtet hätte. Wenn man es in der zehnten
Nacht verrichtet, wird einem Glück und Sicherheit im Diesseits
geschenkt.
Bis zum Ende des heiligen Monat Ramadan
gibt es für jede Nacht besondere Vorzüge und Ehren. All diese erwähnen
wir hier nicht. Jede Nacht hat verschiedene Vorzüge. Wenn man
regelmässig und mit allen Organen fastet und das Terawichgebet
verrichtend und sich an Verbote haltend die dreißigste Nacht
vervollständigt, verkündigt ein Sprecher unter dem Thron des Erhabenen:
“Die Diener, die jede Nacht das Terawichgebet verrichten, sind Diener,
die sich von der Hölle befreit haben. Sie haben sich von der Hölle
befreit, wovor sie sich fürchten, und das Paradies und die Schönheiten
ALLAH’s, des Erhaben, erreicht, die sie wünschen”. Und ALLAH, der
Allmächtige gebietet: “Diesen Dienern habe ICH vergeben”. Dann befiehlt
ALLAH, der Allmächtige, daß eine Bestallungsurkunde für einen jeden und
eine jede dieser Gläubigen geschrieben werden soll. An dem
Auferstehungstag wird den Männern und Frauen, die ihre Anbetungen
vorschriftmäßig erfüllen und die sich an dieses besonderen Wohlwollens
ALLAH’s, des Erhabenen, erfreut haben, je eine Bestallungsurkunde
gegeben, um sich von der Qual der Hölle zu befreien und über die Brücke
Sırat zugehen.
Also lass uns mit Aufrichtigkeit und
Glauben im heiligen Monat Ramadan fasten, zuerst Schuld- dann
Terawichgebete verrichten, uns an Verbote halten und die Gnade ALLAH’s,
des Allerbarbers, erreichen.
73 — Sei nicht unachtsam in der heiligen
Nacht Kadr! Die heilige Nacht Kadr ist vorzüglicher als tausend Monate.
Es ist nämlich besser, die heilige Nacht Kadr mit dem Gebetsverrichten
zu verbringen, anstatt tausend Monate lang tagsüber zu fasten und nachts
freiwillige Gebete zu verrichten.
74 — Faste im heiligen Monat Ramadan in
Ehfurcht und würdevoll. Wer im heligen Monat Ramadan vorschriftmäßig
fasstet, sich an die Verbote hält und auch seine Schuldgebete
verrichtet, dem gewährt ALLAH, der Allerbarmer, so viel Verdienst für
einen jeden Tag, als wenn er tausend Tage gefastet hätte. Und viele
Scheidewände werden zwischen ihm und der Hölle zustande gebracht. Auch
diejenigen, die kein Gebet verrichten, sollen fasten. So werden sie von
der Sünde des Nichtfastens gerettet. Dies ist eine sehr schwere Sünde.
75 — Auch der Monat Silhidschdsche hat
viele Vorzüge. Nach einem Bericht wurde die Buße St. Adam’s im Monat
Muharrem und Silhidsche empfangen. Von St. İbni Abbas wurde überliefert:
(Der heilige Prophet erklärte, daß Silhidschdsche vom ersten bis zum
letzten Tag verschiedene Vorzüge, wie der heilige Monat Ramadan, hat.
Den zehnten Tag des Monats Silhidschdsche erklärte der heilige Prophet:
“Der zehnte Tag des Monats Silhidschdsche ist der Tag des Opferfestes.
Wer an diesem Tag bis zum Schlachten seines Opfertiers fastet und mit
den Nieren des Opfertiers das Fasten abbricht und dann das Gebet mit
zwei Rekas verrichtet, verwandeln sich die Sünden von ihm, und die
Sünden seiner Mutter, seines Vaters, seiner Frau, seiner Kindern und
Verwandten in Verdienste, ehe das Blut des Opfertiers auf den Boden
vergossen wird.).
Das Opfertier ist ein geeignetes
Schlachttier, das vom zehnten Tag des Monats Silhidschdsche nach dem
Festgebet bis zum Sonnenuntergang des zwölften Tages geschlachtet werden
darf. Ein gewöhnliches Opfertier ist ein Schaf oder eine Ziege. Bis
sieben Personen dürfen gemeinsam ein Rind oder ein Kamel als Opfertier
schlachten. Eine Muslime darf sowohl ihr eigenes, als auch als
Vertreterin das Schlachttier von anderen schlachten. Vor oder nach der
oben erwähnten Zeit darf man kein Opfertier schlachten. Es ist zulässig,
das Opfertier vor dem Opferfest zu kaufen. Beim Kaufen des Opfertiers
muss man beabsichtigen, es am Tage des Opferfest zu opfern. Auf diese
Weise gilt es als Opfertier. Man darf das Opfertier, ungeschlachtet oder
dessen Geld, niemandem schenken. Tut man das, so gilt sein Opfertier
nicht. Das gilt als Almosen. Und man soll dadurch die Verantwortung des
ungeschlachteten Opfertieres und deren Folgen tragen.
Wer den bedürftigen und frommen Armen von dem Fleisch des Opfertiers schenkt, der wird im Jenseits reichlich belohnt.
Derjenige, der am letzten Tag des Monats
Silhidschdsche und am ersten Tag des Mucharrem fastet, wird so belohnt,
als ob er an allen Tagen des Jahres gefastet hätte. Wer in den ersten
zehn Tagen des Silhidschdsche den Armen hilft, erlangt einen derartigen
Lohn, als wenn er allen Propheten gefolgt hätte. Jemand, der in diesen
zehn Tagen einen Kranken besucht, gilt als einer, der einen geliebten
Diener ALLAH’s, des Erhabenen besucht. Die Anbetungen, die in diesen
zehn Tagen ausgeführt werden, bringen viel mehr Löhne, als die der
anderen Anbetungen an anderen Tagen.
Wer sich in diesen Tagen in einer
Sitzung der islamischen Gelehrten befindet, hat die Ehre, als ob er sich
in einer Sitzung der Propheten befunden hätte. [Es ist eine
unentbehrliche Verflichtung, sei es Mann oder Frau, islamische
Kenntnisse zu lernen und es ihre eigene Kinder zu lehren.]
76 — Versuche, auch in anderen Monaten
zu fasten und dich daran zu gewöhnen. Hierzu eine heilige Hadith: Wer
montags und donnerstags der gesamten Monate fastet, den wird ALLAH, der
Erhabene so belohnen, als ob er siebenhundert Jahren freiwillig gefastet
hätte.
77 — Faste an Sondertagen, wenn du
kannst. Die Gefährten des heiligen Propheten fasteten in jedem Monat an
diesen Tagen. St. Ali, Held ALLAH’s, des Allmächtigen, berichtete:
“Eines Tages ging ich zum heiligen Propheten. Er hat mir mitgeteilt: (O
Ali! St. Gabriel kam zu mir und sagte: “O Prophet, ALLAH’s, des
Erhabenen! Faste in jedem Monat!” Ich sagte ihm: “O Bruder Gabriel! An
welchen Tagen soll ich fasten?” St. Gabriel antwortete: “Wer an
Sondertagen fastet, dem schenkt ALLAH, der Allerbarmer, den Lohn des
zehnjährigen Fastens für den ersten und den Lohn des dreißigjährigen
Fastens für den zweiten und den Lohn des hundertjährigen Fastens für den
dritten Tag). [Diese grenzenlosen Löhne werden denen geschenkt, die
glaubend an die Vorzüge und mit Ehren diese Anbetungen in Ehrfurcht
erfüllen. Diese ganz leicht durchführbaren Anbetungen haben einen großen
Vorzug, weil sie die Erfüllung der Geboten ALLAH’s, des Erhabenen, und
die Ehre des Dienerseins gegen IHN sind. Es ist im heiligen Koran
erwähnt worden, dass für eine Anbetung, zehn, hundert und unzählige
Verdienste gewährt werden.]
St. Ali fragte: “O Prophet ALLAH’s, des
Erhabenen! Warum nennt man sie Sondertage?” Der heilige Prophet
antwortete: (Als St. Adam aus dem Paradies herauskam, wurde sein Körper
plötzlich dunkel. St. Gabriel kam zu ihm und sagte: “O Adam! Faste den
dreizehnten, den vierzehnten und den fünfzehnten Tag in jedem Monat,
wenn Du willst, dass Dein Körper weiß wie zuvor sein soll.” St. Adam
folgte dieser Empfehlung und sein Körper wurde weiß wie einst).
78 — Faste, während du fasten kannst!
Denn das Fasten wird an dem Auferstehungstag eine schöne Gestalt
besitzen. Und dem Fasten wird ALLAH, der Allmächtige, gebieten: “O
Fasten! Nimm die Diener, mit denen Du zufrieden bist, und geh mit ihnen
ins Paradies. Danach wird ALLAH, der Almächtige, fragen: “O Fasten!
Wünsche Dir, was Du willst!” Das Fasten aber wird von ALLAH, dem
Allmächtigen, viele Ehrenstellen und Vorzüge für die, mit denen es
zufrieden ist, wünschen. Und diese werden ihm gewährt. So werden Diener,
die gefastet haben, an dem Tag der Auferstehung eine große Ehre haben.
Dabei werden diese Diener auch die Möglichkeit besitzen, um Vergebung,
der in die Hölle zu führenden Gläubigen zu bitten. Über allen diesen
werden diese Diener die Ehre haben, dem heiligen Propheten benachbart zu
sein und die Schönheiten ALLAH’s, des Erhabenen, anzusehen.
79 — Faste auch den Tag Mucharrem (den
ersten Tag des Monat Mucharrem) und Aschure! Es ist auch sehr
vorzüglich, den neunten, zehnten und elften Tag des Monat Mucharrem zu
fasten. Wer an diesen Tagen fastet, dem wird so viel Löhne geschenkt,
wie wenn er unter den Wohltätern zwischen Osten und Westen gewesen wäre
und den Verdienst der Pilgerschaft und Märtyrerschaft und anderer
Anbetungen gehabt hätte. Man darf nicht allein den zehnten Tag des
Mucharrem’s fasten. Denn der Heilige Prophet verbat, nur diesen Tag zu
fasten. Denn die Juden verehren diesen Tag. Um den Juden nicht zu
gleichen, ist es erforderlich, nicht nur den zehnten Tag sondern auch
den neunten und elften Tag zu fasten.
Bemerkung: Es versteht sich von selbst,
dass wir unsere Anbetungen nicht ähnlich machen sollen, wie die
Anbetungen der Juden und Christen. Also wir sollen unsere Anbetungen,
Moscheen und unseren Gebetsruf bewahren, so wie wir es bei unserem
Herrn, dem heiligen Propheten, und unseren Vorfahren gesehen und geerbt
haben. Wir sollen uns nicht darüber täuschen, daß die Feinde der
Religion irgend eine religiöse Abweichung ausführen, die sie als
Neuerung, Erleichterung und Verschönerung bezeichnen. Diese Verderbnisse
unter diesen Namen sollen wir nicht geschehen lassen. Wir müssen
Freunde und Feinde kennenlernen!
Wer an die Ehre dieser Tage denkt und
den Kopf eines Waisen streichelt, dem schenkt ALLAH, der Erhabene, so
viel Gnade wie die Anzahl der Haare des Waisen. Wer an diesen Tagen
einem Armen Essen gibt, erwirbt so viel Verdienst und Gnade, als wenn er
allen Gläubigen Essen gegeben hätte.
Bemerkung: Der Tag Aschure heißt der
zehnte Tag. An diesem Tag keine andere süße Speise außer die süße Speise
namens Aschûre zu kochen und anderen zu verteilen, gilt eine religiöse
Abweichung (Bid’at); es ist Sünde. Es ist auch Sünde, an diesem Tag zu
trauern.
80 — Einige Dinge verderben das Fasten.
Der heilige Prophet, Friede sei mit Ihm, hat mitgeteilt: (Üble Nachrede
führen, Meineid schwören, auf schändliche Körperteile der Menschen
blicken und andere Dingen verderben das Fasten). Sowohl gegen ALLAH, den
Erhabenen, als auch gegen das Recht des Menschen, trägt üble Nachrede
eine große Verantwortung und sie ist daher ein großer Fehler und eine
schwere Sünde. Die Zungen derer, die üble Nachrede geführt haben, werden
eine schreckliche Ansicht besitzen und sie werden sich schämen und
Schande wird auf sie kommen. Im Heiligen Koran ist üble Nachrede
ausschlaggebend verboten und es gilt, als wenn man das Fleisch seines
verstorbenen Brudes gegessen hätte.
Bemerkung: St. Imam-ı Gasâlî erwähnt in
seinem Buch “Kimja-i Se’âdet (Das Elixier zur Glückseligkeit) zum Thema
“Fasten”: Es gibt drei Arten des Fastens. Das erste ist für die, die
keine Schriftgelehrte sind. Das Fasten aller Vorbeter, Prediger und
derer, die den heiligen Koran auswendig rezitieren, ist auf der ersten
Stufe. Das Fasten dieser werden durch Essen, Trinken oder Einnehmen
eines Heilmittel und Geschlechtsverkehr verdorben. (Durch Injektion wird
es auch verdorben. Man soll sich nicht durch die Worte der Unwissenden
täuschen).
Die zweite Art des Fastens ist das
Fasten derer, die Schriftgelehrte sind. Das Fasten dieser wird durch
Sünde irgendeines Organs beispielsweise durch üble Nachrede, Lüge und
durch sinnliches Ansehen verdorben. Obwohl manche Gelehrte berichteten,
daß diese auch das Fasten der ersten Art verderben würden, sind sie
grobe Sitten in der Rechtsschule Hanefî. St. Imam-ı Asam Ebû Hanife
(geboren im Jahre 80 nach Hidschra und gestorben im Jahre 150 in
Baghdad) hat die heilige Hadith so verstanden, das diese die
Vollkommenheit des Fastens verderben würden. Die dritte Art des Fastens
ist das Fasten der Heiligen. Wenn ein Gedanke, außer der Liebe zu ALLAH,
dem Erhabenen, zu ihren Herzen geht, wird ihr Fasten verdorben.
81 — Wisse, dass ALLAH, der
Allerschaffer, vor allen Dingen die Vernunft erschaffen hat. Und ihr hat
ER die Eigenschaften “Wissen, Inteligenz, Aufrichtigkeit, Reinheit,
Freigebigkeit, Ergebenheit, Ehrfurcht und Hoffnung” gegeben. Menschen,
die die Ehre gehabt haben, diese Vernunft zu besitzen, bezeugen das
Wesen und die Einigkeit des Erhabenen, und erreichen SEIN Wohlgefallen.
Dass Mennschen SEIN Wesen und SEINE Einigheit bezeugen sollen, ist die
Ursache der Schöpfung des Weltalls. ALLAH, der Erhabene gebietet im
heiligen Koran den vernüftigen Menschen: (Die Ränge, die die Diener
erreichen, die sich vor ALLAH, dem Erhabenen fürchten und die ihr Ich
von verbotenen Dingen fernhalten, sind gewiss die der Paradiesbewohner).
ALLAH, der Erhabene erschuf nach der Vernunft das Ich. Und dem gab ER
die gemeine Eigenschaften wie Unwissenheit, Sinnlichkeit, Geiz,
Lügenhaftigkeit, Habgier, Zorn, Grausamkeit, Verderbnis, Zwietracht,
Götzendienst und dergleichen.
Dann gebietete ALLAH, der Erhabene dem
Sinn nach: (Wer MEIN Gebot nicht hält, der wird in die Hölle geführt
werden!) Denn im heiligen Koran wird geboten: (Wer unrecht tut und nur
das irdische Leben vorzieht, der wird bestimmt in die Hölle kommen).
Also muß jeder sich mit seiner Vernuft beraten und sich demnach
verhalten. Wenn man sich nicht mit seiner Vernunft berät, folgt man
seinem Ich und wird in die Hölle geführt und bleibt dort ewig. Man muss
immer der Vernunft folgen und nicht dem Ich und der Sinnlust. Denn das
Ich und die Sinnlust sind die größten Feinde des Menschen. Wer
vernünftig denkt, findet ALLAH, den Erhabenen, und glaubt an IHN. Wer
nicht vernünftig denkt und seinem Ich folgt, befindet sich im Irrtum und
kann den Weg niemals finden, der zu ALLAH, dem Erhabenen führt. Im
heiligen Koran gebietet ALLAH, der Erhabene, denen, die Gesicht, Gehör
und Vernunft haben aber nicht denken, das Recht nicht sehen und die
Wahrheit nicht hören: (Die sind wie vierbeinige Tiere! Vielleicht sind
sie gemeiner als Tiere!) Wer gläubig ist, aber immer seinem Ich folgt,
ist auch so. Diese haben nur islamische Namen.