127 — Behandle am Tage des Festes deine Frau, deine Kinder und Verwandten gut und fröhlich. Gib das Almosen, das du im Ramadan bereitet hast, in Festtagen den Armen.[Gib
Fastenalmosen (Sadaka-i fitr) den Armen. Fastenalmosen für eine Person
ist nach der Rechtsschule Hanefî 1748 Gramm Weizen. Dieses Maß ist nach
der Rechtsschule Schafiî 1680 Gramm. Gib Fastenalmosen für alle deine
Familienangehörigen den Armen entweder als Weizen oder dessen Wert als
Gold bzw. Silber. Fastenalmosen muss man gläubigen Armen am ersten Tag
des Festes, vor dem Festgebet geben.]
128 — Man darf die Tugend und Ehre
haben, wenn man sich an der Sitzung der Gelehrten beteiligt. Hierzu
lautet die heilige Hadith: (Wer die Gelehrten und die Rechtschaffenen,
nämlich diejenigen, die fünf Grundsätze des Islam erfüllen, besucht, dem
gewährt ALLAH, der Erhabene, für einen jeden Schritt so viel Verdienst,
als ob er einmal die freiwillige Wallfahrt unternommen hätte. Denn
ALLAH, der Erhabene, liebt die Gelehrten und die Rechtschaffenen. Hätte
ALLAH, der Erhabene, ein Haus gehabt und hätte man dieses Haus besucht,
so würde man erst dadurch so viel Verdienst gehabt haben).
129 — Der heilige Prophet, Friede sei
mit Ihm, gebietete: (Sei entweder Gelehrter oder Student oder Zuhörer
von ihnen! Wenn du keiner von denen wirst, wirst du vernichtet!) [Wer
kein Religionslehrbuch liest, kann seine Religion nicht lernen. Wer
seine Religion nicht lernt, verliert seine Religion und seinen Glauben.
Er täuscht sich über die Lügen der Glaubensfeinde und wird ungläubig.]
130 — Bemühe dich darum, die Verärgerten
zu versöhnen. Während St. Moses mit ALLAH, dem Erhabenen sprach, fragte
er: “O mein Schöpfer! Wie belohnst DU den, der zwei Verärgerte, die
böse aufeinander sind, versöhnt und niemandem Unrecht tut, um DEIN
Wohlgefallen zu gewinnen?” ALLAH, der Erhabene, erwiderte: “An dem Tage
der Auferstehung gebe ICH ihm Sicherheit und mache ihn sicher davor,
wofor er sich fürchtet, und beehre ihn durch das, was er für sich
hofft.” Denn es wurde überliefert: ALLAH, der Erhabene, fragte St.
Moses: “O Moses! Weißt du, aus welchem Grund ICH dich als Prophet
auserwählt habe?” St. Moses antwortete: “O mein Schöpfer! Ich weiß es
nicht! Aus welchem Grund war es?” ALLAH, der Erhabene, erwiderte: “Eines
Tages ließt du Schafe weiden. Ein Schaf trennte sich von der Herde und
floh. Du liefst ihm nach, um es zur Herde zurückzuzufügen. Du liefst
ziemlich viel. So wohl du, als auch das Schaf wurden müde. Als du
endlich es packtest, sagtest du ihm: ‘O Schaf! Warum bist du geflohen
und hast verursacht, daß wir, du und ich, uns bemüht haben! Und uns
beide hast du müde gemacht!’ Wohingegen du dabei äußerst müde und
ärgerlich warst. Weil du in solch einer ärgerlichen Stimmung deinen
Ärger besiegtest und dich mit Milde verhieltest, gewährte ICH dir die
Ehrenstelle der Prophetengabe.”
131 — Verhalte dich mit Milde und
Barmherzigkeit gegen Arme! Bitte keine Reiche um eine Gunst und verhalte
dich gegen Reiche nicht demütig, wegen ihrer Reichtümer. Liebe keine
Glaubensfeinde, die den Islam verachten und die kein Gebet verrichten,
so dass du am Tage der Auferstehung Sicherheit und Glück finden kannst.
Wenn du ein Kind siehst, denke daran:
“Dieses hat keine Sünde und ich habe welche. Also ist dieses Kind
vorzüglicher als ich! Siehst du einen älteren Gläubigen, so denke daran:
Dieser hat mehr Gebet verrichtet, als ich. So ist er vorzüglicher als
ich! Siehst du einen gläubigen Gelehrten, denke daran: Ich bin unwissend
und dieser ist ein Gelehrter. Darum ist er vorzüglicher als ich! Wenn
du einen Unwissenden sieht, denke daran: Dieser begeht Sünde, ohne es zu
wissen. Aber ich begehe sie bewußt. Deswegen ist er vorzüglicher als
ich! Siehst du einen Ungläubigen, so denke daran: Es ist möglich, dass
er als gläubig stirbt. Es ist aber nicht bestimmt, ob ich im Glauben
sterbe. Er ist also vorzüglicher als ich! Wenn du Gläubige nicht
verachtest und dich nicht gegen sie stolz benimmst, erreichst du hohe
Ehrenstellen bei ALLAH, dem Erhabenen.
132 — Unser heiliger Prophet hat
gebietet: (Kritiesiere jemanden nicht, der niedriger als du bei der
Religion ist. Sonst benimmst du dich stolz und wirst vernichtet. Nehme
dir als Beispiel den Zustand dessen, der vorzüglicher als du bei der
Religion ist. Beneide keinen Reichen um seinen Reichtum, sonst heißt es,
das von ALLAH, dem Erhabenen, bestimmte Los abzulehnen. Nehme Dir als
warnendes Beispiel den Zustand dessen, der sein Brot schwer verdient, so
dankst Du für die Gaben des Erhabenen).
133 — Der heilige Prophet hat berichtet:
(Wer ohne Sorge lebt, dessen Religion wird fehlerhaft). [D.h.
derjenige, der die Vorschriften des Islam nicht beachtet, um weltlichen
Genüssen zu folgen.] Eine heilige Hadith besagt: (O Eba Hüreyre! Zeige
dem, der vom Islam abirrt, den richtigen Weg! Lehre den Unwissenden die
Wissenschaft, so daß dir die Ehrenstelle des Märtyrers gegeben wird).
[Man muss seine Kinder das Glauben der Anhänger der Sunna, die
notwendigsten Vorschriften, die Verboten lehren und seinen Bekannten
Religionslehrbücher geben.]
134 — Vergiss nicht ALLAH, den
Erhabenen, und vertraue nicht auf deinen Reichtum und auf deine Stelle
und vernachlässige Gebetverrichten nicht, wenn du großen Reichtum und
ein hohes Amt besitzst, indem du dein Herz verfinsterst. Wer wenig
Eigentum hat, der erinnert sich an ALLAH, den Erhabenen, mehr und wird
an IHN mehr gebunden.
Bemerkung:
St. Imam-ı Gasâlî schreibt im dritten
Teil seines Buches Kimja-i Seadet (Das Elixier zur Glückseligkeit): Wer
ehrlich arbeitet, um sich, seine Kinder und Frau zu ernähren, der hat
den Verdienst des Glaubenskampfes. Eines Morgens saß der heilige Prophet
mit seinen Gefährten zusammen. Ein starker Junge ging in dem Moment
dort vorbei. Einer sagte: “Schade, dass er Ihnen für das Wohlgefallen
ALLAH’s des Erhabenen, nicht zuhört und vorbeigeht.” Der heilige Prophet
aber erwiderte: (Sag nicht so! Wenn er geht, um seine Bedürfnisse und
die Bedürfnisse seiner Eltern, Kinder und Frau zu befriedigen, ist er
auf dem Weg ALLAH’s, des Erhabenen. Aber wenn er die Absicht hat, reich
zu sein, um sich stolz zu benehmen, ist er auf dem Weg zur Hölle). Mit
einer heiligen Hadith wurde berichtet: (Der rechtschaffene Kaufmann wird
am Tage der Auferstehung mit treuen Dienern und Märtyrern zusammen
sein). Und einmal hatte der heilige Prophet gemeldet: (ALLAH, der
Erhabene, liebt den Gläubigen, der eine Kunst besitzt).
Wenn man sich vierzig Tage an der
Versammlung der Gelehrten beteiligt, wird das Herz beleuchtend. Denn die
Wissenschaften, die der Islam fordert, sind das Licht des Herzens. Wer
keine Kenntnisse besitzt, der täuscht sich über die Feinde des Islams
und deren Veröffentlichungen. Wenn ALLAH, der Erhabene dir viel Vermögen
gibt, sei nicht geizig! Gebe für die Religion aus. Kaufe echte
Religionslehrbücher, die von echten Gläubigen geschrieben worden sind,
und schenke sie den anderen. So erlangst du den Lohn des
Glaubenskampfes. Eines Tages sagte der heilige Prophet: O Eba Hurejre!
Der größte Moslem nach mir ist derjenige, dem ALLAH der Erhabene,
Reichtum gewährt. Und er gibt sein Vermögen offenbar und heimlich für
den Weg des Erhabenen aus, und hält niemandem erwiesene Wohltaten vor.
135 — Der heilige Prophet, Friede sei
mit Ihm, hat verkündet: (Übt Barmherzigkeit gegen die auf der Erde
Anwesenden aus, so daß die in den Himmeln Anwesenden gegen euch
Barmherzigkeit ausüben. Das Zeichen der Treuen ist, dass sie heimlich
Almosen geben und dass sie, wenn sie in ein Unglück geraten, nicht
schreien und darüber nicht klagen und dass sie jenes Unglück vor allen
geheimhalten und dass sie, wenn sie eine Sünde begehen, bald danach
Almosen dafür geben, damit es die Buße ihrer Sünden sein soll.).
136 — Sprich nicht viel! Streite dich
mit niemandem! Sei immer schweigsam, damit du in beiden Leben
Sicherheit findest. Wenn du sehr oft ALLAHs, des Erhabenen, gedenkst,
stirbt dein Herz nicht und so besiegst du auch den Teufel. In die Herzen
derer, die oft ALLAHs, des Erhabenen, gedenken, fließt Weisheit ein.
137 — Vom heiligen Propheten, Friede
sei mit Ihm, wurde Eba Hüreyre mitgeteilt: (Wenn man ALLAH, den
Erhabenen eine lange Zeit, wie das Leben von Moses, anbetet, kann man
keinen Nutzen von seinen Anbetungen haben, solange man drei
Eigenschaften nicht besitzt:
1) Nach seinem Wissen handeln.
2) Ehrlich Erworbenes essen. Und
ehrlich Erworbenes nicht verschwenden. [Die nicht im Namen ALLAH’s, des
Erhabenen, geschlachteten Tiere sind unrein. Es ist unerlaubt, deren
Fleisch zu essen. Solange man nicht mit Sicherheit weiß, ob diese
vorschriftmäßig erfüllt worden sind oder nicht, ist es erlaubt, das
Fleisch dieser Tiere zu essen. Es ist keine Bedingung, Moslem zu sein
oder die Einleitungsformel auszusprechen, um Fische zu fangen.]
3) Man soll sich davor hüten, sich
gegen ALLAH, den Erhabenen, zu empören. [Wer das Glauben der Anhänger
der Sunna nicht lernt und nicht wie diese glaubt, und wer die
unentbehrlichen Vorschriften und Verbote nicht weiß, der empört sich
gegen ALLAH, den Erhabenen.]
Bemerkung:
Was das Rauchen betrifft: St. İbni Abidin berichtet im Buche
“Die Erläuterung von Dürrül-muhtar: (Es hat Menschen gegeben, die
Rauchen als erlaubt oder als verboten betrachtet haben. Erst hat ALLAH,
der Erhabene, alles erlaubt dann die Verbotene ausgewählt. Was der Islam
als “nicht verboten” nennt, darf niemand als verboten bezeichnen.
Obwohl der Tabak eigentlich erlaubt ist, ist er seiner Natur nach, wie
Zwiebel, unerwüscht. Die Gelehrten der Rechtsschule Schafii betrachten
den Tabak als Nahrung). Die Prediger, die den Tabak als verboten
benennen, täuschen sich. Verschwendung ist etwas anderes. In diesem Fall
würde Zeitungsverkauf auch Verschwendung und verboten sein. Nach dem
Sattwerden ist es auch verboten, noch mehr zu essen. Am Ende des Buches
El-ukûd-üd-dürrijje lehnt St. Ibni Âbidîn die Behauptung, dass Rauchen
verboten sei, ab und beweist mit Begründung, dass es zulässig ist. Dies
ist ein Buch über Rechtsgutachten und wurde als letzter Kapitel des
Buches El-habl-ûl-metin 1977 von der Buchhandlung Hakîkat Kitabevi
gedruckt. Bei Handlungen ist es erlaubt, an Worte von Ungläubigen und
Sündigen zu glauben. Bei Anbetungen glaubt man an gerechte Gläubige.
Wenn es nicht bestimmt ist, ob einer gerecht oder sündig ist, verhaltet
man sich in diesem Fall, wie man glaubt. Man muss sich nicht vor
vergoldeten, heimtückischen Lügen der Feinde des Islam täuschen lassen
und die Anbetungen nicht verändern.
Was Rundfunk betrifft: Rundfunk, Lichtspiel, Bücher und
Zeitungen sind Veröffentlichungs- und Propagandamittel. Beispielsweise
ist eine Pistole auch ein Mittel. Wenn man einem Kämpfer seine Pistole
gibt, erwirbt man auch Verdienst, während der Kämpfer gegen den Feind
kämpft. Oder wenn man sie einem Räuber gibt, begeht man auch Sünde. So
sind Rundfunk, Lichtspiel und Zeitungen erlaubt und verdienstlich, wenn
sie von Gläubigen benutzt werden und Kentnisse von Glauben, Anbetungen,
Wissenschaften, Moral, Kunst, Handel und dergleichen und Dinge, die
ALLAH, dem Erhabenen, gebietet und erlaubt, berichten. Aber, wenn diese
von Ungläubigen und den Glaubensabtrünnigen verwendet und als Propaganda
des Unglaubens gemacht werden, den Islam verachten und wenn darin
religiöse Abweichung oder verbotene Dinge sind, ist es verboten, diese
zu verkaufen, zu hören, anzusehen, zu lesen, zu denen zu gehen und dafür
Geld auszugeben. Gläubige müssen auch ihre Kinder davor schützen. “Es
ist keine Sünde, für sich allein zu singen, um Langweile zu beseitigen”
sagt St. İbni Âbidin. Der heilige Prophet betrachtete als unerwünscht,
beim Heiligen Koranlesen, bei der Beerdigung, beim Kämpfen und beim
Predigen laut auszusprechen oder zu schreien. Es ist verboten, in
Derwischanstalten laut zu sprechen oder zu schreien. Einst schrie man
nicht. St. Dschelâleddin-i Rumî blies keine Rohrflöte, tanzte nicht und
schwang nicht. Unwissende haben diese nachher erfunden. Es ist erlaubt,
Gedichte über Weisheiten und Emptehlungen zu schreiben und zu lesen.
Gedichte über Sinnlichkeiten zu lesen ist verboten. Diese zu lesen
verursacht Verderbnis im Herzen. Es ist unerlaubt, allerlei
Musikinstrumente zu spielen und zu hören. Wenn der heilige Prophet zu
einer Stelle kam, wo ein Musikinstrument gespielt wurde, bedeckte er
seine Ohren mit seinen heiligen Fingern. [Es verursacht Unglauben,
Musikinstrumente spielend den Heiligen Koran, die religiösen Hymnen und
die Hymne für Geburtstagsfest des heiligen Propheten auszusprechen].
Gedichte, worin verbotene Dinge erwähnt worden sind, zu lesen,
ist unerwünscht. Diese Gedichte singend und Gedichte, in denen Ehebruch
erwähnt werden, zu lesen ist verboten. Es ist erlaubt, Zapfenstreich bei
der Wehrmacht und der Militärkapelle zu benutzen und Pauke zum Essen
vor dem Tagesanbruch im Fastenmonat zu schlagen.
138 — Anbetungen, Z.B: den heiligen Koran, die Hymne für das
Geburtstagsfest des heiligen Propheten für Geld zu rezitieren und den
Gebetsruf auch für Geld auszufen, darum zu feilschen, ist für beide
Seiten verboten. Diese muss man für das Wohlgefallen ALLAH’s, des
Erhabenen, erfüllen. Wenn einem ein Geschenk dafür gegeben wird, muss
man es ohne anzusehen, annehmen. Einer, der schenkt, muss nicht geizig
sondern freigebig sein und viel geben. Je mehr man schenkt, desto mehr
Verdienst hat man. Es gibt keinen schlechteren Geiz, als für das
Wohlgefallen ALLAH’s, des Erhabenen, wenig, für irdisches Leben dagegen
viel zu geben. Gehalte für Vorbeter, Gebetsrufer und andere Beamte
werden vom Staatsschatz bezahlt. Wenn diese die Bedingungen des
Sekataufnehmens besitzen, so ist es besser, denen Sekat zu geben.
[In dem 36. Brief zweiten Band des Buches Mektûbât-i Ma’sûmijje
wird gesagt: (Um unentbehrliche und erforderliche Verpflichtungen zu
erfüllen, Wohltaten zu verrichten, Gebete und heilige Verse zu
rezitienen, muss man um keine Genemigung bitten. Damit die Wünsche in
Erfüllung gehen und Kranke gesund werden, sollte der Gelehrte es seinen
Schüler durch seine Vermittlung genemigen) [Wer aus den Büchern der
Religionsgelehrten lernt, gilt als genehmigt.] St. Imam-ı Rabbani
schreibt in 25. und 34. Briefen im dritten Band seines Buches: (Gedenken
ALLAH’s, des Erhabenen, ist sehr verdienstvoll. Aber um sich dadurch
seelisch zu reinigen, muss man es mit Genehmigung tun. Der, dem es
genehmigt ist, gilt als Vertreter dessen, der es genehmigt hat. So
wirken Rezitieren und Gedenken des Genehmigten wie die des Gelehrten.]
St. İbni Abidin sagt: (Alles, was als Nahrung, Getränk und als
Kleider für Erwachsene verboten ist, ist auch für Kinder verboten. Es
ist erlaubt, ein Handtuch für rituelle Waschung und ein Taschentuch für
die Nase zu verwenden. Amulette, worin heilige Koranverse und Gebete
geschrieben worden sind, zu schreiben und anzuhaben, ist erlaubt. Sie
schützen einen vor dem Unheil. Der heilige Koran ist Heilmittel für alle
geistlichen und körperlichen Krankheiten. Und jede seiner Buchstaben
ist heilig. Durch Augen herauskommende Wellen (wie elektromagnetische
Wellen) können den Menschen, Tieren und anderen Dingen schaden).
139 — Die größte Ehrenstelle der Frömmigkeit ist, die Gebote ALLAH’s, des Erhabenen, zu erfüllen und die Verbote zu beachten.
140 — Suche Gelegenheiten, um deine Glaubengenossen zu
erfreuen. Der heilige Prophet berichtete: (Wer seinen Glaubensgenossen
erfreut, den erfreut ALLAH, der Erhabene am Tage der Auferstehung). Und
unser heiliger Prophet hat gemeldet: (Wer ein unschuldiges Kind erfreut,
dem vergibt ALLAH, der Erhabene, alle Sünden außer den Götzendienst).
Der heilige Prophet hat mitgeteilt: (Wer seinem
Glaubensgenossen im Diesseits hilft, dem hiflt ALLAH, der Erhabene, bei
seinen siebzig Sorgen. Die Zehn davon sind im Dies- und die Sechzig im
Jenseits. Wer eine Schande seines Glaubensgenossen bedeckt, dem bedeckt
ALLAH, der Erhabene, alle Schanden am Tage der Auferstehung).
141 — Der helige Prophet hat berichtet: (Man muss, nicht
aufhören, Gutes zu tun. Unaufhörliches Gutes Tun lässt einen seinen Ziel
erreichen).
Sich gegen ALLAH, den Erhabenen, zu empören d.h. Sünde zu
begehen führt den Menschen zum Unglück im weltlichen und zukünftigen
Leben. Das größte Verbot ist, das Glauben der Anhänger der Sunna nicht
zu wissen. Das zweite ist, kein Gebet zu verrichten. Das dritte ist,
Alkohol zu trinken. Im zehnten Teil des Buches Enisül wa-isîn steht: “Wein und jeder Trank, der einen berauscht macht, sind verboten.” Der heilige Prophet hat verkündet: (Wein
trinken ist die allerschwerste Sünde und der Anfang aller Sünden und
Bosheiten. Alle Bosheiten wurden in einen Raum gesammelt. Der Schloss
dieses Raumes ist die Hurerei und dessen Schlüssel ist Wein. Und alle
Güten wurden in einen Raum gesammelt. Dessen Schloß ist Gebetsverrichten
und dessen Schlüssel ist, die rituelle Waschung vorzunehmen). Und Er hat auch gebietet: (Wer ALLAH, den Erhabenen, liebt und an den Tag der Auferstehung glaubt, soll da nicht bleiben, wo man Alkohol trinkt). Und es wurde auch von Ihm berichtet: (Wein
herrstellen, tragen, verteilen, verkaufen und trinken heißen, sich an
der Sünde zu beteiligen. Wenn man an solcher Stelle ist, erwirbt man für
seine Gebetverrichten, Fasten, Pilgerfahrt, Sekat und für seine Almosen
kein Verdienst, solange man nicht darauf verzichtet und es nicht
bereut). Und der heilige Prophet teilte mit: (Dattelwein ist auch verboten). Und: (Wenn Traubenmost frisch und unverändert ist, ist er erlaubt). In Büchern Buharî und Müslim erklärt
der Gelehrte Ebu Musa, dass die aus Honig und Gersten hergestellten
Getränke und alle, die berauscht machen, verboten sind. Imam-ı Muhammed
hat erklärt: Wenn ein Getränk, von dem man viel trinkt, einen berauscht
macht, so ist sogar ein Bisschen davon verboten. Auch das
Rechtsgutachten weist darauf hin. Es ist auch verboten, diese als
Heilmittel zu trinken. Obwohl es erlaubt ist, diese äußerlich zu
benutzen, sind sie aber unrein. Durch Verdampfen kann man es nicht
reinigen. Man muß es waschen. [In dem Buch El-fıkhü alel mesâhibil-erbe’a (Rechtswissenschaft
nach vier Rechtsschulen) steht: (Alle Flüssigheiten, die einen
betrunken machen, sind nach den vier Rechtsschulen verboten und rituell
unrein wie Wein. Mit einer Alkohol benetzten Stelle, die größer als ein
Handteller ist, darf man nach Hanefî kein Gebet verrichten. Nach anderen
drei Rechtsschulen, darf man auch mit einer kleineren Menge kein Gebet
verrichten. Nach Schafiî und im Notfall nach Hanefî, darf man es als
Medizin äußerlich benutzen und Gebet verrichten.] Haschisch, Opium,
Morphium und desgleichen als Genußmittel einzunehmen ist verboten. Aber
es ist erlaubt, diese als Heilmittel zu benutzen. Die Erläuterungen vom
Buch Enis-ül wâ-isîn (Erkärung der Gewohnheiten) geht hier zu Ende.Im
Islam ist es nicht unangenehm, viel Reichtum und Stelle zu besitzen.
Unehrlich erworbene, gestohlene, durch Zwang, Lüge und Wucherei
erworbenes Eigentum und Vermögen, von denen kein Sekat gezahlt wird,
sind schlecht und Sünde, selbst wenn sie wenig sind. Ehrlich erworbene
und von den Sekat gegebenen Eigentümer, wie viel sie auch immer seien,
sind angenehm. ALLAH, der Erhabene, hat im heiligen Koran Eigentum als
Gutes genannt.