147
— Allah, der Erhabene, hat dem Propheten Moses, Friede sei mit ihm,
gebietet: O Moses! Wer seinen Eltern widerspricht, schneide dessen Zunge
ab! Wenn er mit einem seiner Organe seine Eltern kränkt, schneide
dieses Organ von ihm ab! Für denjenigen, mit dem seine Eltern zufrieden
sind, werden zwei Tore zum Paradies geöffnet. Mit wem die Eltern nicht
zufrieden sind, für den werden zwei Tore zur Hölle geöffnet. Man soll
seinen Eltern gehorchen, selbst wenn sie grausam sind.
ALLAH, der Erhabene, gebietete: (O
Moses! Es gibt eine Sünde unter den Sünden. Die ist sehr schwer. Diese
Sünde ist, daß, wenn die Eltern sie rufen, ihre Kinder ihnen nicht
gehorchen). Wenn deine Eltern dich rufen, sollst du sofort deine
Beschäftigung verlassen und zu ihnen eilen. Wenn deine Eltern dich
schelten, sage ihnen nichts. Wenn du das Wohlgefallen deiner Eltern
gewinnen willst, strenge dich dafür an, schnell und ordentlich zu
machen, was sie von dir verlangen. Fürchte dich davor, daß deine
Handlung ihnen nicht gefällt, sie kränkt und daß sie dich verfluchen.
Sprich mit ihnen nicht barsch, wenn sie auf dich böse sind. Küsse ihnen
sofort die Hände, um sie zu befriedigen. Pass darauf auf, was in die
Herzen deiner Eltern kommt. Denn dein Glück und dein Unglück sind von
den Worten abhängig, die sie von Herzen sprechen. Hilf deinen Eltern,
wenn sie krank oder alt sind. Hoffe auf dein Glück, indem sie für dich
beten. Wenn du sie kränkst und ihr Verfluchen verursachtst, so wirst du
unglücklich im Dies- und Jenseits. Es kommt nicht zurück, was geschehen
ist. Schätze ihren Wert, während sie leben!
Das Wohlgefallen ALLAH’s, des Erhabenen,
liegt im Wohlgefallen der frommen Eltern. Der Zorn ALLAH’s, des
Erhabenen, liegt im Zorn der frommen Eltern. Mit einer heiligen Hadith
berichtete der heilige Prophet: (Das Paradies liegt zu Füssen der
Eltern). Nämlich es ist mit dem Wohlgefallen der Eltern, die dich deinen
Glauben und deine Religion gelehrt haben. ALLAH, der Erhabene, gebot
St. Moses: (O Moses! Wer das Wohlgefallen seiner Eltern gewinnt, gewinnt
auch MEIN Wohlgefallen. Und wer das Wohlgefallen seiner Eltern gewinnt,
aber sündig ist, den betrachte ICH als einen Wohltäter. Wer aber sich
gegen seinen Eltern empört, den teile ICH in Übeltäter ein, selbst wenn
er MIR gehorcht).
Die sündigen Gläubigen, die als letzte
von der Hölle befreit werden, sind diejenigen, die sich gegen ihre
frommen Eltern empört haben.
148 — Unser heiliger Prophet hat
verkündet: (Den Eltern Gutes tun ist vorzüglicher als freiwilliges
Gebet, Fasten und freiwillige Pilgerfahrt. [Wallfahrt außerhalb der
vorgeschriebenen Zeit] Die Lebenszeiten derer, die ihren Eltern dienen,
werden lang und segensreich. Wer seinen Eltern ungehorsam wird, dessen
Leben wird kurz und unfruchtbar. Wer sich gegen seine Eltern empört, der
ist verflucht).
Eines Tages besuchte St. Hassen-i Bassri
die heilige, Kaaba. Dabei sah er, dass ein Mann mit einem Tragkorb auf
dem Rücken den Umlauf um die heilige Kaaba ausführte. Er drehte sich zu
ihm und sagte: “Kamerad! Würde es nicht besser sein, wenn du die Last
auf dem Rücken niederlassen würdest?” Jener Mann erwiderte: “Was auf
meinem Rücken ist, ist keine Last sondern mein Vater. Zum siebenten Mal
habe ich ihn hierher getragen, um den Umlauf um die heilige Kaaba
auszuführen. Denn er ist es, der mich den Glauben und die Religion
gelehrt hat. Er hat mich mit der Moral des Islam erzogen.” St. Hassen-i
Bassri sagte ihm: “Wenn du ihn bis zum Auferstehungstag auf deinem
Rücken trügest, um den Umblauf um die heilige Kaaba auszuführen, würde
dieser ganze Verdienst umsonst sein, wenn du ihn eimmal kränkst! Und
wenn du einmal sein Herz gewinnst, ist es diesem Verdienst gleich.
149 — Ein Mann kam eines Tages zum
heiligen Propheten Friede sei mit Ihm und fragte ihn: “O Prophet
ALLAH’s, des Erhabenen! Meine Eltern sind gestorben. Was soll ich für
sie tun?” Der heilige Prophet antwortete: (Bete immer, rezitiere den
heiligen Koran und bitte um Vergebung für sie!) Einer der Gefährten des
heiligen Propheten fragte: “O Prophet ALLAH’s, des Allbarmherzigen! Gibt
es noch mehr, für sie zu tun?” Er erwiderte: (Gebt Almosen und erfüllt
die Pilgerfahrt für sie). Ein Mann kam und fragte: “Meine Eltern sind
gefühllos. Wie soll ich ihnen gehorchen?” Der heilige Prophet erwiderte:
(Deine Mutter hat dich neun Monate bei sich getragen. Zwei Jahre lang
stillte sie dich. Bis du gewachsen bist, ernährte, bewahrte und trug sie
dich in ihrem Schoss. Dein Vater aber sicherte dein Lebensunterhalt mit
vielen Schwierigkeiten. Dich haben sie deine Religion und deinen
Glauben gelehrt. Sie haben dich mit der Moral des Islam erzogen. Wie
können sie nun nicht mitleidig sein! Gibt es ein größeres wertvolleres
Mitleid als das?)
150 — Als St. Moses auf dem Berg Sinai
mit ALLAH, dem Erhabenen, sprach, fragte er: “O Mein Schöpfer! Wer wird
mein Nachbar im Jenseits sein?” der Erhabene, erwiederte: (O Moses!
Jener Metzger in jener kleinen Stadt ist dein Nachbar).
St. Moses kam zu dem Metzger und fragte,
ob er ihn als Gast annähme, und wurde als Gast empfangen. Nach einer
Weile kochte der Metzger ein Stück Fleisch und nahm den Tragkorb von der
Wand herunter und ernährte seine Mutter, die sich in diesem Tragkorb
befand und die beinahe wie ein Skelett war. Er stillte ihren Durst,
reinigte sie und setzte sie wieder in den Tragkorb. St. Moses fragte:
“Ist sie eine Verwandte von Dir?” Der Metzger antwortete: “Sie ist meine
Mutter. Sie ist alt und mager geworden. So wende ich ihr morgens und
abends Sorgfalt an.” Während der Metzger seine Mutter ernährte, betete
die hilflose, schwache Frau für ihren Sohn: “O mein Schöpfer! Mach
meinen Sohn zum Nachbar von St. Moses im Paradies.” Auch St. Moses hörte
ihr Bittgebet mit und darauf sagte er dem Metzger: “ALLAH, der
Erhabene, hat dir vergeben und dich zum Nachbar von Moses gemacht!”
151 — Wenn du durch irgendeine
Unachtsamkeit oder Verwirrung deine Eltern kränkst, bemühe dich sofort
darum, ihre Herzen wiederzugewinnen. Bitte um ihre Vergebung. Mach’
alles, was du kannst, um ihre Herzen wiederzugewinnen. Die Rechte der
Eltern auf den Kindern sind sehr groß. Denke immer daran und benehme
dich demnach.
Bemerkung: Obwohl man seinen Eltern und
Lehrern gehorchen soll, soll man die Gebote derer, die den Islam
verbietet, nicht erfüllen.
In der Erläuterung des Buches Sijer-i
Kebîr (Lebensweise des heiligen Propheten) von St. Schemsül- eimme-i
Serahsî [im Jahre 483 nach Hedschra gestorben] steht auf Seite 83: Jeder
und jede Gläubige sollen den Eltern Gutes tun, sie vor Schaden und
Unruhen schützen. Unentbehrliche Verpflichtung für alle Muslime heißt
Fars-ı ajn. Und eine unetbehrliche Verpflichtung, die nicht von allen
sondern von bestimmten Muslimen erfüllt werden soll, heißt Fars-ı
kifaje. Weil es fars-ı kifaje ist, ist es unerlaubt zum Kampf zu gehen,
ehe man von seinen Eltern Erlaubnis dafür hat. Man soll seinen Eltern
Gutes tun, selbst wenn sie ungläubig sind. Es ist erlaubt, zum Handeln,
zur Pilgerschaft und Omre [eine erforderliche Verpflichtung bei der
Wallfahrt] und zum Studieren zu gehen, ohne dass man von seinen Eltern
Genehmigung bekommt. Denn weil dabei keine Todesgefahr ist, wird ihre
Kummer durch die Hoffnung des Aufwiedersehens beseitigt. Es ist nicht
nötig, die sündhaften Befehle des Lehrers und der Eltern auszuführen.
Z.B: die sündhaften Befehle wie Töten, Stehlen oder Rauben sind so. Und
wenn eine Frau zur Hurerei geführt wird, so soll man es hindern, auch
wenn seine Eltern nicht einwilligen. Man soll die Sünden hindern und
dabei seinen Eltern nicht gehorchen. Denn die Sünden zu verhindern ist
fars-ı ajn. Das Gehorchen den Eltern aber ist nur bei unsündigen
Umständen eine Aufgabe. Weil es Sünde ist, dass die Eltern die
unentbehrlichen Vorschriften nicht beachten, soll man ihren sündigen
Forderungen nicht gehorchen. ALLAH, der Erhabene gebietet: (O Gläubige!
Gehorcht MEINEM Propheten und euren gläubigen Vorgesetzten!). Auch hier
soll man den unschuldigen Befehlen folgen. Einst sandte der Heilige
Prophet eine kleine militärische Einheit zu einer Stellung. Zu dieser
Einheit ernannte er einen Führer. Der Führer wurde böse auf die Soldaten
und ließ ein Feuer anmachen und befahl: “geht ins Feuer hinein! Es ist
eine unentbehrliche Vorschrift, dass ihr mir gehorchen sollt!” Manche
Soldaten sagten: “lasst uns ins Feuer hineingehen!” Und die anderen
erwiderten ihnen: “Wir sind gläubig geworden, um uns vor dem Feuer zu
schützen, lasst uns nicht hineingehen!” Und sie gingen nicht hinein. Als
der heilige Prophet das erfuhr, erklärte er: (Wenn sie ihm gehorcht
hätten und ins Feuer hineingingen, würden sie in der Hölle ewig
bleiben!) Und mit einer anderen Heiligen Hadith wurde geboten: (Gehorcht
euren gläubigen Vorgesetzten, wer er auch immer sei, solange er euch
rechtmäßig befielt! Gehorcht seinen sündigen Befehlen nicht!)
Nicht gehorchen und widersetzen sind nicht gleich. Man darf diese nicht verwechseln!
[Die bisherigen Erläuterungen aus dem
Buch Sijer-i Kebîr sind im folgenden zu verstehen: Falls die Eltern, die
Leher und die Regierung etwas sündhaftes verlangen, darf man ihnen
nicht widersprechen und sich nicht widersetzen. Man muss versuchen, ihre
Forderungen auf solche Weise zu erfüllen, dass man keine Sünde begeht
und sich nicht gegen das Gesetz verstoßt. Beispielsweise, wenn die
Mutter von ihrem Sohn verlangt, dass er nicht heiraten oder sich von
seiner Frau scheiden soll, muss er ihr nicht gehorchen, falls es dem
Islam widerspricht. Jedoch muss man die Mutter milde behandeln.
Die Forderungen von ungläubigen
Vorgesetzten und von Feinden des Islam muß man mit der Absicht erfüllen,
dem Islam zu folgen. Gerätet man dabei in Schwierigkeiten, so muss man
auf gesetzlichen Weg handeln.
Beim Nichterfüllen der sündhaften
Forderungen der Eltern und des Lehrers, muss man sich entschuldigen und
sie mit Milde behandeln. Man muss kein Unheil stiften. Unbefugte
Geistliche wie Hassen Bennâ aus Ägypten und dessen Schüler Seyyid Kutb,
Anhänger der Irrlehren, rebellierten gegen die Regierung, indem sie auf
den heiligen Vers hinwiesen: Glaubenskampf ist gegen Unterdrücker und
Grausame. Hassen Bennâ wurde 1368 [1949 n.Chr.] und Seyyid Kutb 1386
[1966 n.Chr.] wegen der Rebellion hingerichtet. Tausende von
Jugendlichen, die von diesen getäuscht wurden, wurden Jahre lang im
Gefängnis gequält und danach hingerichtet. Die Ichwân-ı müslimân
(muslimische Brüder) genannte Jugendtlichen revoltierten gegen die
grausame Regierung Ess’ad. Sie verursachten, dass Tausende von Muslimen
grausam getötet wurden. Jedoch verbietet unsere Religion, gegen grausame
und sogar ungläubige Regierungen zu rebellieren und Unheil zu stiften.
Rebellion bzw. Unheilstiften ist kein Glaubenskampf sondern Dummheit und
schwere Sünde. Der o.a. heilige Vers, der in der Sure Hadsch (Die
Pilgerfahrt) erwähnt wird, weist auf den in Medina neu gegründeten
islamischen Staat hin und erlaubt den islamischen Staaten, gegen
ungläubige Tyranen Glaubenskampf zu führen. D.h. der Staat führt den
Glaubenskampf und nicht der Mensch! Man darf Angriffe und Revolten der
Menschen gegen den Staat kein Glaubenskampf nennen! Das bedeutet
Räuberei und ist schwere Sünde. Die Gelehrten der Sunna haben verboten,
sogar gegen ungläubige ungerechte Regierung zu rebellieren. Unbefugte
Geistliche, die Anhänger der Irrlehren sind, glauben Gelehrte zu sein,
weil sie die Vorzüge der Gelehrten der Sunna nicht begreifen und den
Sinn der islamischen Rechtsbücher und der Koranauslegung nicht erkennen,
schaden sie dem Islam und den Muslimen sehr, indem sie die heiligen
Verse und Hadithe falsch deuten.]
152 — Verehre deinen Lehrer, der dich
deine Religion gelehrt hat. Das Recht des Lehrers ist größer als das
Recht der Eltern. Denn die Eltern erziehen ihre Kinder und betreuen und
schützen sie vor Verboten und gewöhnen sie daran, anzubeten. Der Lehrer
aber lehrt das Kind sowohl das Dies- als auch Jenseits und das Glauben
der Anhänger der Sunna, die Gebote und Verbote. Das Recht der Eltern,
die ihre Kinder den Glauben und die Religion lehren, ist größer als das
Recht des Lehrers.
Ehre deine Lehrer jedesmal, wenn du sie triffst.
153 — Eine heilige Hadith lautet: Die
Menschen mögen diejenigen, die ihnen Wohltaten erweisen. Diese Zuneigung
beruht auf natürlicher Veranlagung des Menschen. Je mehr Wohltaten
erwiesen werden, umso größer wird diese Zuneigung. Deswegen liebt jeder
Mensch seine Eltern, seinen Lehrer, seinen Meister, seine Regierung,
sein Vaterland und seine Glaubensgenossen sehr. Ein Moslem liebt seinen
Religionsführer mehr, weil er ihn den Glauben, die Sittsamkeit, ALLAH,
den Erhabenen, den heiligen Propheten, Dies- und Jenseits gelehrt hat.
Diese Liebe ist in der menschlichen natürlichen Anlage verankert. Wer
diese Zuneigung verliert, gilt nicht als ein Mensch sondern als ein
Tier. Der Geliebte fällt einem stets ein. Man sieht oft sein Bild vor
dem geistigen Auge. Diesen Zustand nennt man Verbundenheit. Wenn
zwischen einem Menschen und seinem Religionsführer diese Verbundenheit
besteht, strömt Güte, die er von seinem Religionsführer erworben hatte,
von seinem Herzen ins Herz seines Schülers. Diese Güte, die vom Herzen
zu Herzen geht, ist ein Glaubeslicht bzw. eine Wirkung, die verursacht,
daß der Mensch Taten verrichtet, mit denen ALLAH, der Erhabene,
zufrieden ist. Diese Güte strahlt aus dem heiligen Herzen des Propheten
aus, geht zu den Herzen der Heiligen und von deren Herzen zu den Herzen
derer, die diese Heiligen sehr lieben. Religions- bzw.
Naturwissenschaften kann man durch Vernunft erwerben. Das menschliche
Gehirn hat mit der Vernunft zu tun. Das Herz dagegen hat mit dem
Glauben, der Liebe, mit der Wirkung und der Erinnerung zu tun. Das Herz
eines Menschen, der diese Güte erlangt hat, wird zur Quelle der
Erkenntnisse, Vermittlungen und Wundertaten. Ein solcher Mensch heißt
Heiliger und Religionsführer. Um diese Glückseligkeit zu erreichen, muß
man das Glauben der Anhänger der Sunna haben, dem Islam folgen und den
Religionsführer lieben. Die Nahrung, die das Lebewesen ernährt und die
Güte, die das Herz reinigt, wurden in Ewigkeit Vorbestimmt und verteilt.
Um diese zu erlangen, muss man deren Gründe finden und geltend machen
und sich darum bemühen. Dem, der Gründe geltend macht, wird es sicher
gewährt. Auch schenkt ER es, ohne dass man sich darum bemüht.
Bemerkung: Rezitiere den heiligen Koran
für deinen Lehrer nach seinem Tod. Gib den Armen Almosen und bete für
ihn. Deren Verdienste erreichen seine Seele. Sie nützen ihm. Die
Gefährten des heiligen Propheten sind Lehrer aller Gläubigen. Vergiss
auch nicht das Recht derer. Die Gläubigen, die die Ehre gehabt haben,
das lichtvolle Gesicht des heiligen Propheten zu sehen, heißen heilige
Gefährten. Alle vom den heiligen Gefährten wurden durch die
Glaubenslichter, die von Seinem heiligen Herzen herauskamen, ganz
gereinigt. Sie erreichten die offenbaren und innerlichen
Vollkommenheiten, indem sie Seine Heilige Worte, das Heilmittel für
Seelen, mithörten und sich seine schönen Sitten aneigneten und indem sie
ihre Anteile von Seinem Wissensozean bekamen und Gelehrte wurden. Sie
wurden wertvoller und vorzüglicher als alle Menschen in der
Vergangenheit, Gegenward und Zukunft auf der Welt. Sie sind die, die den
Islam von dem heiligen Propheten gelernt und die Nachkommenschaft
gelehrt haben. Sie haben die Religion ALLAH’s, des Erhabenen, auf der
Welt bekanntgemacht. Sie wurden erste Lehrer von allen Gläubigen. Jeder
gläubige Mensch soll alle heilige Gefährten lieben und ihr Recht der
Lehrtätigkeit annerkennen. Die, die alle der heiligen Gefährten lieben
und allen verehren, heißen die Anhänger der Sunna. Die jenigen, die eine
Gruppe von ihnen lieben und andere nicht lieben, heißen Schiiten. Die,
die alle Gefährten des heiligen Propheten verachten, nennt man
Râfisiten. Diese sind auf dem Weg von Abdullah bin Sebe, einem Juden aus
Jemen. Sie sind Feinde des Islam.
Die Gelehrten der Sunna weisen darauf
hin, dass wir die Gefährten des heiligen Propheten sehr ehren und lieben
und beim Erwähnen ihrer Namen “radijallachu anhüm” (Wohlgefallen
ALLAH’s, des Erhabenen und Friede sei mit ihnen) aussprechen sollen.
Diese Angelegenheiten werden im fünften Band auf Seite 480 des Buches
von St. Ibni Âbidîn, in der Erläuterung von Kadı-sâde für das Buch
Birgiwî Wasijjetnâmesi (Testament von Birgiwî) und in dem Buch Seadet-i
Ebedijje (Weg zum ewigen Glück) erläutert.
Um die Muslime zu täuschen, behaupten
die Rafisiten folgendes: (Die Gefähren des Propheten sind erhaben. Mit
keinem Wort kann man ihre Erhabenheit außdrücken. Wenn wir “radıjallachu
anh (bzw. anhüm) beim Erwähnen ihrer Namen aussprechen, gilt es für sie
als Verachtung! Man darf solches nicht aussprechen!) Wür dürfen uns
durch die Rafisîten nicht täuschen lassen.
154 — Wenn du Geschwister hast, lehre
sie erforderliche Kenntnisse, den Glauben, das Glauben der Anhänger der
Sunna, und die Gebote und Verbote ALLAH’s, des Erhabenen. Gib ihnen mit
sanften Worten Rat. Benehme dich mitleidig gegen sie und schütze sie vor
Schaden. Wenn du ältere Geschwister hast, ehre sie und befolge ihre
Befehle.
Besitze für das Wohlgefallen ALLAH’s,
des Erhabenen, Glaubensgenossen (Glaubensgenossin, wenn man weiblich
ist). Unser heiliger, Prophet hat verkündet: (Wer für das Wohlgefallen
ALLAH’s, des Erhabenen, einen Glaubensgenossen besitzt, dem nützt er
mehr als seine Eltern und Geschwistern am Tage der Auferstehung. Je mehr
man seinen Glaubensgenossen liebt, desto mehr liebt ALLAH, der
Erhabene, einen).
[Obwohl ein Muslim, eine nicht nahe
Verwandte Muslime als Glausgenossin haben darf, darf er jedoch nicht mit
ihr allein sein wie seine Schwester. Im Islam darf ein Mann mit keiner
Frau bzw. eine Frau oder ein Mädchen mit keinem Mann befreundet sein.]
VERWANDTE BESUCHEN
155 — Wer seine gläubigen, frommen
Verwandten besucht, dem wird so viel Verdienst gewährt, wie für eine
siebzigmalige freiwillige Pilgerfahrt. Der herzliche Besuch ist sehr
verdienstvoll. Es ist nicht verdienstlich sondern nachteilhaft,
Verwandte, die nicht anbeten, sündigen und falsches Glauben besitzen, zu
besuchen.
156 — Lehre deine Kinder Sittsamkeit,
das Rezitieren des heiligen Korans und erforderliche Kenntnisse! Besuche
deine Verwandten und Nachbarn. Wenn du sie nicht besuchen kannst,
erkundige dich nach ihrem Befinden, indem du an sie schreibst bzw.
anrufst. Triff dicht nicht mit den Frauen, mit denen du dich nicht
treffen darfst.
157 — Lass deine Kinder in Lehrjahren
die Schule besuchen. Lehre sie zuerst die Dinge, mit denen ALLAH, der
Erhabene, zufrieden ist und die, die ALLAH, der Erhobene, gebietet.
Strenge dich dafür an, dass sie gute Gläubige sein sollen. Es wird
schwer, sie zu erziehen, nachdem sie groß geworden sind. Vergib ihnen
und deiner Frau die Fehler. Der heilige Prophet hat bekanntgemacht: (Das
vorzüglichste Almosen ist das, was du für die Verpflegung und
Bekleidung deiner Kinder und Frau ausgibst).
Behüte deinen Sohn, deine Tochter und
deine Frau vor Verboten und Sünden! Morgen behütet ALLAH, der Erhabene
aber dich vor der Qual!
Gib deine Tochter nach ihrer
verflichteten Studium, ob reich oder arm, jemandem, der den Geboten
ALLAH’s, des Erhabenen, gehorcht und dessen Vorfahren bekannt sind, zur
Frau! Zwing deinen Schwiegersohn nicht, damit er hohe Aussteuer und
Mitgift zahlen soll! Gib deine Tochter keinem alten Mann oder einem, der
keine Beziehung zu der Religion hat und erforderliche Kenntnisse nicht
weiß, nicht zur Frau!
Bemerkung: Verheirate deine Tochter und
deinen Sohn bald, d.h. im heiratsfähigen Alter, dass sie sich, auf diese
Weise vor Verboten schützten. In der heutigen Zeit ist es unmöglich,
dass sich unverheiratete Jugend vor Verboten schützt. Wenn du deine
Kinder vor der Hölle schützen willst, verheirate sie bald! Fürchte dich
nicht vor Armut! Auch ihnen gewährt ALLAH, der Erhabene Vermögen.
Vertraue nur auf ALLAH, den Erhabenen! Verheirate deinen Sohn nicht mit
einer Witwe, sondern mit einem Mädchen. Denn die Liebe von einem ist bei
dem, den man zum ersten Mal geliebt hat.
DIE NACHBARSCHAFT
158 — O mein Kind! Erkundige dich nach
dem Befinden deines Nachbarn, wenn du ihn triffst. Besuche ihn, wenn er
krank ist. Tritt in sein Haus nicht ein, ohne seine Genehmigung zu
nehmen. Hilf ihm bei Bedarf, wenn du kannst. Das Recht des Nachbars ist
sehr wichtig. Denn der heilige Prophet gab bekannt: (Das Nachbarrecht
ist wie das Erbrecht. Wenn dein Nachbar gläubig ist, hat er zwei Rechte
bei dir. Das eine ist das Nachbarrecht, das andere das Recht eines
Gläubigen!)
159 — Du darfst nicht essen was du hast,
während dein Nachbar keine Verpflegung besitzt. Denn er hat ein Recht
selbst über deine Verpflegung. Bevor du speist, sollst du bei jeder
Mahlzeit daran denken, ob deine Nachbarn Lebensmittel haben!
Muslime, besonders Neuvermählte, müssen
ihre Wohnungen in einem Stadtviertel unter den Muslimen suchen, die
sunnitisch, fromm und gottesfürchtig sind. Mit einer heiligen Hadith
wurde geäußert: Frag nach euren Nachbarn, bevor ihr euer Haus kauft!
Wählt eure Begleiter, bevor ihr euch auf den Weg macht! Und eine heilige
Hadith besagt: Jeder soll seine Nachbarn achten wie seine Eltern. Das
Nachbarrecht beachten heißt, mit ihnen einträchtig zusammenzuleben und
sie mit Worten oder Handlugen nicht zu kränken. Höchstens haben vierzig
Wohnungen das Nachbarrecht untereinander