164 — Besuche die Gelehrten, die das Glauben der Anhänger der Sunna haben und die Verbote beachten, und unterhalte dich mit ihnen. Gehe
denjenigen aus dem Weg, die Anhänger der Irrlehren, Heuchler,
Unwissenden hinsichtlich der Religion und Sünder sind. Denn [Anhänger
der Irrlehren und] Heuchler sind Glaubensfeinde. ALLAH, der Erhabene,
gebietet: “ICH verstecke MEINE Freunde unter den Menschen, und niemand
kennt sie!” Wenn die Worte, Handlungen und Anbetungen derer, die du
kennst, mit den Büchern der Gelehrten der Sunna übereinstimmen, so
besuche sie und folge ihre Ratschläge und bemühe dich dafür, ihre
Bittgebete zu gewinnen.
165 — O mein Kind! Besuche die Alten,
die Religionskenntnisse haben, Gebet verrichten und die sich an die
Verbote halten. Ehre sie! Ihre Erfahrungen sind wertvoll. Nehme dir ein
warnendes Beispiel an ihren Erfahrungen und folge ihren Ratschlägen.
Sprich nicht viel! Denke darüber nach, bevor du sprichst. Die Frommen
von ihnen sind ein großer Schatz. Kränke diese nicht! Gewinne ihre
Bittgebete. Wenn zwei Menschen miteinander sprechen, mische dich nicht
ein! Es ist sehr verdienstlich, einem “jerhamükellach” zu sagen, wenn
man niest und “Elhamdülillach” sagt. Gehe nicht den Alten und Gelehrten
voran!
[Im fünften Band auf Seite 379 des
Buches Fetâwâ-yi Hindijje steht: (Man muß stets liebenswürdig sein und
freundliche Worte aussprechen. Sowohl gegen Gute und Sunniten als auch
gegen Boshafte und Verirrte muss man so handeln. Man muss aber nicht
deuten, dass man den Irrglauben der Verirrten angenommen hat.)
Liebenswürdig handeln heißt, sich nicht gegen den Islam zu vergehen
sondern jemands Herz zu gewinnen.]
VON DEN RICHTERN UND KLÄGERN
166 — Streite dich nicht mit dem Kläger
oder dem Beklagten vor dem Richter, wenn du vor Gericht gehst.
Beantworte nur das, was man dich fragt. Wenn du als Zeuge da bist,
sprich für das Wohlgefallen ALLAH’s, des Erhabenen, die Wahrheit, ohne
auf sich Wirkung von jemandem ausüben zu lassen und ohne sich vor einem
zu fürchten. Hüte dich davor, den Grausamen die Unheil stiftende
Wahrheit zu sagen, die dazu führt, dass das Leben, die Ehre und das
Vermögen der Gläubigen vernichtet werden. Ziehe immer vor, sich
miteinander zu verständigen. Gehe nicht für Kleinigkeiten vor das
Gericht. So bemühst du dich nicht darum und hast den Verdienst, einem
Gläubigen zu vergeben. Ohnehin ist Frieden die größte der
Entscheidungen.
Man muß gemäß der Persönlichkeit und dem
Amt eines Menschen sprechen. Sprich nicht mit einem Wissenschaftler,
wie du mit einem Bauern sprichst. Sprich so, daß jeder dich verstehen
kann. Sprich dem Alter, dem Wissen und der Berechtigung einer Person
gemäß. Sei vorsichtig beim Sprechen und sprich nicht ziellos. Wenn du
mit den Beamten des Gerichtes und der Regierung sprechen musst, frage
zuerst die Gläubigen um Rat! Um Rat zu fragen, ist eine erforderliche
Vorschrift und sehr nützlich und verdienstlich. Sprich mit ihnen in
Freundlichkeit und Höflichkeit. Wenn sie zu dir kommen, ehre sie als
Gast. Scherze mit Beamten nicht, lass sie dich ehren.
DIE FREUNDSCHAFT
167 — Wenn du deinen Glaubensgenossen
besuchen willst, lass es ihn wissen und er soll dir melden, wann es ihm
passt. Dann besuche ihn. Verspäte dich nicht! Wenn du in sein Haus
eintritst, frage ihn, ob du eintreten darfst, dann trete auf sein
Erlaubnis ein! Schaue nicht nach rechts und links, wenn du hineinkommst.
Wenn er dir Essen anbietet, iss langsam und sittsam und sprich nicht
viel. Bleib nicht lange bei deinem Freund, trenne dich in Demut von ihm
und sage das Grußwort beim Herausgehen.
Wenn dich ein bekannter Gläubiger
besucht, geh ihm bis zur Eingangstür entgegen. Sagt er dir das Grußwort,
so sag es ihm auch. Behandle ihn gnädig und freundlich. Erweise ihm
besonderes Wohlwollen. Biete ihm den Ehrenplatz des Zimmers an. Setze
dich auf einen niedrigen Platz. Biete ihm Essen an. Iss selbst viel,
damit er sich nicht schämt. Unterhalte dich mit ihm höflich und gut.
Begleite ihm beim Hinausgehen bis zur Eingangstür und sage ihm das
Grußwort und bete für ihn!
168 — Wenn du zu Hause einen Gast hast,
diene ihm gut. Gib ihm bald zu Essen; vielleicht ist er hungrig. Bleib
nicht lange bei ihm; er mag müde sein. Bevor du dich von ihm trennst,
zeige ihm die Gebetsrichtung, den Gebetsteppich und die Toilette.
Beschaffe ihm das Wasser für rituelle Waschung, das Handtuch und andere
Bedarfsmittel. Lass ihn am Morgen Gebet verrichten. Verrichtet Gebet in
der Gemeinschaft. Bereite sein Frühstück früh; sein Weg mag lang sein.
Hege kein Misstrauen
gegen andere Menschen!
Denn ein gutes Gewissen
ist ein sanftes Ruhekissen.