DIE ÜBERSETZUNG AUS DEM BUCH EJJÜCHELWELLED (O Mein Kind!) von St. İMAM-I GASÂLÎ, HUDSCHDSCHET-ÜL İSLÂM, EINEM GRUNDPFEILER DES ISLAMSMit
der Gnade, ALLAH’s, des Allbarmherzigen, ist das Buch von St. Süleyman
bin Dschesa mit lateinischen Buchstaben gedruckt. Das Buch, das als
Müdschdschet-ül Islam berühmt wurde, wurde von St. Süleyman bin Dschesa
im Jahre 960 nach Hedschra im Türkischen verfasst. Das haben wir im
Vorwort erwähnt. Dieses Buch, das aus dem Werk “Ichya-ül Ulûm”
(Erneuerung der Religionswissenschaften) von St. Imam-ı Muhammed
Gasâli,[Imam-ı Muhammed Gasali, Hüdsch-dschet-ül Islam (Grundpfeiler des
Islams), der größte islamische Gelehrte in seiner Zeit; geboren 450
(1059 n.Chr.) in Gasal bei Meschhed in Iran, gestorben 505 (1111 n.
Chr.) dort] Hüdschdsh et-ül Islam, und aus anderen gültigen Büchern
zusammengefaßt, wurde, nannte man falsch als Hudschdschet-ül Islam. So
vermutete man, dass es die Übersetzung des Buches “Ejjüchelweled” von
St. Imam-ı Gasali, Hüdschdschetül Islam, ist.
Aus diesem Grund haben wir einen Teil
von Ejjüchelweled zum Ende dieses Buches hinzugefügt, um unseren
Glaubensgenossen auch dieses Buch bekanntzumachen. Das Buch
“Ejjüchelweled” ist arabisch und in unseren vielen Bibliotheken
aufbewahrt. Z.B.: In Bayezıt steht es in der Bibliothek der
Stadverwaltung mit der Nummer 812 und 941 und dessen türkische
Übersetzung in der Bibliothek Nuruosmaniye zur Verfügung. Aus dessen
Persischen Übersetzung, die mit der Nummer 97-
der Abteilung Eminiyye in der allgemeinen Bibliothek Bursa aufbewahrt
wird, haben wir einen Teil ins Türkische dann ins Deutsche übersetzt.
Wenn sich irgendjemand, irgendwo,
irgendwann bei irgendeinem für irgendetwas auf irgendeine Weise bedankt,
gehört dieser Dank nur ALLAH, dem Erhabenen. Denn ER ist es allein, der
alles erschafft, erzieht und groß werden lässt. ER ist es allein, der
den Wohltätern Gelegenheit gibt, Gutes zu tun und alle Gaben gewährt. ER
ist es allein, der allmächtig und allgewaltig ist.
Friede und Segen sei mit SEINEN
Geliebten, Propheten Muhammed, mit seinen reinen Familienangehörigen und
einem jeden seiner gerechten und treuen Gefährten!
St. Muhammed Gasâli, großer
Religionsgelehrter, großer Führer der Menscheit, beweist, dass die
Gläubigen recht haben. Einer seiner Schülern, der ihm Jahre lang diente
und von ihm viel gelernt hatte, dachte eines Tages vor sich hin: “Jahre
lang habe ich mich bemüht und viel gelernt. Welche ist wohl die nötigste
und nützlichste von allen diesen Kenntnissen? Welcher ist wohl mein
rettender Genosse im Grab, wo meine weltlichen Lieben mich zurücklassen,
und am Tage der Auferstehung, an dem Eltern ihren Kindern, Geschwister
ihren Geschwistern, Genossen ihren weltlichen Genossen entlaufen werden
und an dem man für sich allein seinen eigenen Ausweg suchen wird? Welche
sind es wohl, die im Dies- und Jenseits nutzlos sind? Wenn ich es
wüsste und mich davon entfernen könnte! Denn der helige Prophet nahm
Zuflucht zu ALLAH, dem Erhabenen, nutzlose Wissenschaften zu lernen und
drückte darüber aus: (Möge ALLAH, der Erhabene, uns davor schützen
nutzlose Wissenschaft zu pflegen, ein Herz, das sich nicht vor ALLAH,
dem Allmächtigen fürchtet, ein Ich, das habgierig ist, ein Auge, das
nicht um ALLAHs des Allbarmherzigen willen weint, zu besitzen und das
ungültige Gebet zu verrichten)..” Nachdem er eine lange Zeit überlegte,
schrieb er endlich an seinen Lehrer, St. Imam-ı Gasâlî, Hüdschdschet-ül
Islam, einen Brief, um zu verstehen und bat ihn um seinen Segenwunsch,
und sagte: “Obwohl die Antwort auf diese Frage in vielen Büchern von
Ihnen, beispielsweise in Büchern Ichyâ-ül Ulûm, Kimyay-ı Seadet, Hadîs-i
Erbain und Minhadsch und in den Koranauslegungen steht, schreiben Sie
mir es bitte kurz, einfach und nützlich, damit ich es jeden Morgen lese
und demnach lebe.
Imam-ı Gasâlî, Hudschdschet-ül Islam, Friede und Segen des Allbarmherzigen sei mit ihm, schrieb ihm folgende Antwort:
Mein lieber Sohn und treuer Freund!
ALLAH, der Erhabene, möge Dir ein langes
glückliches Leben schenken und dir ermöglichen, auf dem von IHM
befohlenen Weg zu sein und Dein Leben anbetend zu verbringen!
1) O mein Kind! Alle Ermahnungen sind
vom heiligen Propheten Muhammed gelernt. Die Ratschläge, die nicht von
Ihm kommen, sind nutzlos. Warum bist Du bei mir Jahre lang geblieben und
warum hast Du so lange studiert, wenn du nicht eine dieser Ermahnungen,
die auf die ganze Welt verbreitet wurden, gelernt hast?
2) O mein Kind! Eine der weltberühmten
Ermahnungen des heiligen Propheten, Friede sei mit ihm, ist: (Das
Zeichen, dass ALLAH, der Erhabene, einem Diener nicht vergeben und ihn
quälen wird ist, dass er sich mit nutzlosen Dingen für das Dies- und
Jenseits beschäftigt und seine Zeit umsonst verbringt. Einer, der sich
eine Stunde lang mit etwas, was dem Erhabenen nicht wohlgefällt,
beschäftigt, muss es sehr bereuen. Einer, dessen gutes Tun, nämlich
Verdienste, nicht mehr als seine Übeltaten (Sünden) ist, obwohl sein
Alter über vierzig ist, soll sich für die Hölle vorbereiten).
3) O mein Kind! Wer die Bedeutung der o.a. heiligen Hadith gut begreift, dem reicht diese Ermahnung.
4) O mein Kind! Es ist leicht, einen zu
ermahnen. Aber es ist schwer, zu gehorchen. Denn, wer seinen Begierden
folgt, dem sind die Ermahnungen bitter, die Verbote aber süß. Deswegen
gebietet ALLAH, der Allmächtige, im heiligen Koran: (Kämpft gegen
Ungläubige! Kampf ist bitter und störend für euch! Die Gebote ALLAH’s,
des Erhabenen, die euch als schwierig erscheinen, sind gut für euch. Die
Verbote, welche euch gefallen, sind schädlich und böse für euch. Was
gut ist, weiß ALLAH, der Allkundige; ihr aber wisst es nicht!) Die
Ermahnung wirkt nicht auf diejenigen, die nutzlose Dinge lernen, die man
als Wissenschaft betrachtet Diese lernen die Wissenschaft, nicht um im
Jenseits nützlich für sich und im Diesseits für andere zu sein, sondern
um anderen zu gefallen, darauf stolz zu sein und den Weltlebensglanz
erlangen zu können, und die nicht ans Jenseits Denkenden, und besonders
diejenigen, die genau so leben wie Du! Du glaubst, das Wissen ohne
rechtmäßige Handlungen dürfe einen retten, und Du dürfest mit Deinem
Wissen ohne rechtmäßiges Verhalten gerettet werden. Dein Zustand ist
sehr erstaunlich. Denn, jeder Gelehrter soll wissen, dass ihm am Tage
der Auferstehung sein trockenes Wissen ohne rechtmäßige Handlungen
schaden wird, und dass er deswegen um keine Entschuldigung wird bitten
dürfen. Hast du denn diese heilige Mitteilung des heiligen Propheten
nicht gehört: (Am strengsten werden die Gelehrten leiden müssen, die
sich nicht nach ihrem Wissen verhaltet haben).
Einer der Heiligen träumte von St.
Dschüneyd-i Baghdadi und fragte danach, in was für einem Zutand er sich
befinde. St. Dschuneyd-i Baghdadî, einer der größten Heiligen,
erwiderte: “Alle meine Worte und Entdeckungen, nämlich meine innerlichen
und äusserlichen Kenntnisse wurden vernichtet. Allein ein Gebet mit
zwei Rekas, das ich einer Nacht verrichtet hatte, hat mir geholfen!”
5) O mein Kind! Verlass nicht das
rechtmäßige Verhalten und das Gebetsverrichten! Vergiss nicht die
Erkenntnisse und Zustände, die zu Deinen Herzen gehen. Deine Handlung
soll nämlich mit deinem Wissen und Dein Zustand mit der
Sittlichkeitslehre übereinstimmen.
Du sollst gut wissen, dass das Wissen
ohne rechtmäßiges Tun einen nicht retten darf. Das werde ich Dir mit
einem Beispiel erklären: Wenn einer, der ein Gewehr und einen Sebel bei
sich hat, auf einem Berg einen Löwen trifft, kann er sich vom Löwen
nicht befreien, solange er diese Mittel nicht verwendet! Du weißt genau,
dass es unmöglich ist! Jemandes Wissen nützt ihm nicht, solange er sich
nicht nach seinem Wissen verhält. Ein anderes Beispiel: Wenn ein Arzt
krank ist und die Diagnose seiner Krankheit und deren Heilmittel weiß,
und, wenn dieses Heilmittel das beste gegen diese Krankheit ist, kann
sein bloßes Wissen ihn nicht heilen, solange er das Medikament nicht
gebrauchet! Das begreifst du auch!
Hättest du tausende Heilmittel
gegen die Krankheit, woran du leidest,
wozu nützt es, wenn du es nicht verwendest!
So sagt ein Dichter. Ein Mensch, wieviel
er auch immer wissen mag, hat davon keinen Nutzen, solange er nicht
nach seinem Wissen lebt.
6) O mein Kind! Wenn du die
Barmherzigkeit ALLAH’s, des Erhabenen, nicht verdienst, indem du SEINE
Gebote nicht erfüllst, darfst Du SEINE Gnade nicht erreichen. Im
heiligen Koran gebietet ER: (Nur durch Sichbemühen und durch Anbeten
erreicht der Mensch das Glück). Wer behauptet, dass dieser heilige Vers
durch andere gewechselt wurde, der soll vernichtet werden! Was wirst du
über andere heilige Verse sagen, wenn Du dasselbe äußern willst? Mit dem
heiligen Vers: (Wer die Gnade ALLAH’s, des Erhabenen, erreichen will,
soll SEINE Gebote beachten). Und mit anderen heiligen Versen gebietet
ALLAH, der Allmächtige: (Jeder soll die Vergeltung seiner weltlichen
Handlungen erreichen. Wer glaubt, anbetet und sich an die Verbote hält,
wird sicher ins Paradies kommen und das Glück erlangen. Das Paradies ist
nur für gläubige Anbeter da! Diejenigen, die ALLAH, dem Erhabenen, und
SEINEM Propheten gehorchen, werden Teilnehmer an den Gaben der
Propheten, der Heiligen, der Märtyrer und der rechtschaffenen Gläubigen
im Jenseits sein). Mit einer heiligen Hadith verkündete der heilige
Prophet: (Der Islam wurde auf fünf Grundlagen gegründet: Die erste ist,
an ALLAH, den Erhabenen und daran zu glauben, dass Muhammed SEIN Prophet
ist. Die zweite ist, täglich fünfmal das Gebet zu verrichten. Die
dritte ist, ein Vierzigstel von seinem Vermögen jedes Jahr einmal den
armen Gläubigen als Sekat (Armensteuer) zu zahlen. Die vierte ist, im
Heiligen Monat Ramadan in der Tagezeit zu fasten. Die fünfte ist, einmal
im Leben die Wallfahrt nach Mekka unternehmen). Mit einer anderen
heiligen Hadith veröffentlichte der heilige Prophet: (Der Glaube ist,
die sechs Angelegenheiten herzlich zu bestätigen und diese auszusprechen
und die Gebote ALLAH’s, des Erhabenen, zu beachten). Durch Bestätigung
von Herzen und Aussprechen des Glaubensbekenntnisses kommt der Glaube
hervor, und mit dem Anbeten wird er vollkommen und glänzend. St. Imam-ı
Âsam Ebû Hanife, der größte Religionsgelerte und Führer der Anhänger der
Sunna, (80-150 in Baghdad) erklärte mit seiner Ermahmung: (Der Glaube
ist, herzlich zu glauben und es auszusprechen). Es gibt noch viele
Beweise dafür, dass vorschriftmäßige Handlungen notwendig sind. Aber was
soll ich tun! Du bist im Schlafen! Aber, wenn Du glaubst, dass die
Menschen nicht durch die Gnade des Erhabenen, sondern infolge ihrer
Handlungen ins Paradies kommen würden, heißt es, dass Du meine Worte
nicht verstanden hast. Das heißt; der Mensch wird durch die Gnade des
Allmächtigen ins Paradies kommen. Wenn er aber nicht gehorcht und nicht
anbetet, bekommt er nicht die Gnade des Erhabenen. So gebietet ALLAH,
der Allmächtige: (MEINE Gnade ist für die, die MEINE Gebote beachten).
Wenn man sagt: “Ohne Gnade des Erhabenen darf niemand ins Paradies
kommen. Durch den Glauben allein, darf man das Paradies erreichen.” So
ist es richtig. Aber nachdem man sich von vielen Gefahren befreit hat,
darf man dort eintreten. Wer nicht als gläubig stirbt, wird nicht ins
Paradies kommen. Um ins Paradies kommen zu dürfen, muss man als gläubig
sterben und sich von anderen Gefahren befreien. Aber in diesem Fall darf
man nur die unterste Ehrenstelle des Paradieses erlangen.
7) O mein Kind! Wisse, dass du kein
Verdienst erwerben darfst, solange Du nicht rechtschaffen lebst. Einer
der Israeliten hatte Jahre lang angebetet. ALLAH, der Allmächtige,
wollte seine Anbetungen den Engeln bekanntmachen, und schickte ihm einen
Engel. Der Engel fragte ihm, wie lange er noch anbeten würde und ob er
noch nicht ein Paradiesbewohner geworden wäre! Er antwortete: “Meine
Aufgabe ist, im Dienste des Erhabenen zu stehen. ER ist der Gebieter!”
Als der Engel das hörte, sagte er: “O mein Schöpfer! DU bist allkundig!
Auch die Antwort DEINES Dieners hast du gehört!” ALLAH, der Allmächtige,
gebietete: (Mit seiner Herabwürdigung wendet sich dieser Diener nicht
von MIR weg! Wegen MEINER Barmherzigkeit und MEINER Gnade verlasse ICH
ihn sicher nicht! O MEINE Engel! Seid Zeugen, ICH habe ihm vergeben!)
8) O mein Kind! Der heilige Prophet
Muhammed ermahnte: (Verhört euch selbst im Diesseits, ehe ihr am Tage
der Auferstehung verhört werdet! Meßt eure Sünden und Verdienste, ehe
sie gemessen werden!) St. Ali Mürtasa berichtete: “Wer vermutet, ohne
Bemühungen das Paradies zu erwerben, der täuscht sich sehr. Derjenige,
der glaubt, dass man durch Bemühung gewinnen darf, soll sich bemühen und
anbeten. Einer der Schüler von St. Ali, St. Hassen-i Basrî,
veröffentlichte: “Es ist schwere Sünde, ohne Anbetung ALLAH, den
Erhabenen, um das Paradies zu bitten.” Einer der Großen sagte: “Wer
Nutzen von seinem Wissen hat, verlässt nicht das Anbeten sondern das
Denken an den Verdienst des Anbetens!” Der heilige Prophet teilte mit:
(Der Vernünftige kämpft gegen sein Ich und bemüht sich um die im
Jenseits nötigenden Dinge. Der Dumme aber folgt nach seinen Begierden
und bittet ALLAH, den Erhabenen, um das Paradies).
9) O mein Kind! Du hast den Schlaf
vielmals versäumt, um viele Bücher zu lesen und Dich auf die
Wissenschaft zu legen. Warum hast Du dich so viel bemüht? Wie schade,
wenn Deine Bemühungen um die weltlichen Vorteile, den Ruhm, die hohe
Stelle und um den Hochmut gegen die Gläubigen sind, so hast du Dich sehr
getäuscht und bist in Gefahr geraten! Welch ein Glück, wenn Du der
Religion des heiligen Propheten Muhammed, dienen, gegen Dein Ich kämpfen
und Deinen Charakter reinigen willst! So hast du Dir die schöne und
ewige Zukunft vorbereitet. Die künftige Aufgabe ist, das ewige Glück zu
erlangen. Ein Vers besagt:
Umsonst ist das Nichtschlafen, was dir gar keinen Nutzen bringt,
umsonst ist das Weinen über den Abschied, was zu andern Dingen gehört!
10) O mein Kind! Lebe nach deinem
Belieben, wenn du es willst! Aber das wird nicht lange dauern, und eines
Tages wirst du sicher sterben! Du wirst Dich gewiss von Genüssen
trennen, woran Du Tag und Nacht denkst und womit Du immer zusammen bist!
Was Du als weltliches Ding auch lieben magst, Du wirst dich von allem
verabschieden! Tue, was Du willst! Vergiss aber nicht, Du wirst wegen
aller Deiner Handlungen verhört werden.
11) O mein Kind! Das Leben vergeht
umsonst wenn man sich darum bemüht, die Glaubenskenntnisse seinen
eigenen Gedanken anzupassen, sich mit verderblichen Gedanken der
Ungläubigen und der Unwissenden zu streiten, und Geld zu verdienen, um
damit reicher als alle anderen zu werden, sich auf die
Rechtswissenschaft, Heilkunde, Baukunde und die Literatur zu legen bevor
man das Rezitieren des heiligen Koran, das Gebetsverrichten, die
rituelle Waschung, das Fasten, die notwendigen Vorschriften und die
Verbote lernt.
Ich schwöre bei ALLAH, dem Erhabenen,
dass ich im Evangelium des heiligen Propheten Jesus gelesen habe: “Wenn
man einen Toten in einen Sarg einlegt, wird ALLAH, der Erhabene, ihn von
diesem Augenblick an bis zum Augenblick, in dem man ihn ins Grab
zurücklässt, vierzigmal verhören! Das erste Verhör ist: (O MEIN Diener!
Solange du lebst, hast du dich für den Weltlebensglanz vorbereitet! Du
hast viel gelernt, um den anderen zu gefallen und von anderen geehrt zu
werden. Hast du auch MEINE Gebote gelernt und erfüllt und MEINE Verbote
beachtet?)
12) O mein Kind! ALLAH, der Erhabene
fragt Dich jeden Tag: (Warum bemühst du dich so viel um die anderen?
Begreifst du denn nicht, dass du von MEINEN Güten und Gaben überfüllt
bist?) Das fühlst Du aber nicht! Wie ein spielendes Kind seine Umgebung
nicht bemerkt, so bemerkst Du die Wahrheit nicht, die weltlichen Genüsse
und deine Begierde haben Dich taub und blind gemacht!
13) O mein Kind! Es ist Dummheit, sich
auf die Wissenschaft zu legen, ohne daraus Nutzen zu ziehen. Das Tun
ohne Wissen ist auch falsch. Das ist ungültig. Ein Vers besagt:
Lege dich auf die Wissenschaft,
vergiss aber nicht dabei anzubeten.
Damit bist du sehr vorteilhaft.
Man befreit sich mit diesen zwei
Angelegenheiten davon, ewig im Feuer zu brennen. Die Wissenschaft, die
Dich heute nicht von Sünden befreit und nicht zum Anbeten führt, wird
Dich morgen nicht vor den Flammen der Hölle schützen.
Wenn Du Dir die vorigen Sünden nicht
vergeben lässt, indem du anbetest, musst Du als hilflos und elend am
Tage der Auferstehung zu denen gehören, die sagen: (O mein Schöpfer!
Lass uns in weltliches Leben zurückkehren! Unser ganzes Leben werden wir
anbetend verbringen!) Aber einem jeden von ihnen wird erwidert: (O
Dummkopf! Bist du doch nicht daher gekommen!) So bekommst Du die gleiche
Antwort!
14) O mein Kind! Man muss sich herzlich
darum bemühen, um gegen das Ich, das der Feind des Erhabenen ist, zu
kämpfen und es zu besiegen. Man muss sich jeden Moment wie im Grab
fühlen, um nicht Sünden zu begehen, sondern Verdienste zu erwerben.
Darum muss man sich bemühen. Die Verstorbenen blicken auf Dich, wann und
wie wirst Du sie erreichen. Sei vernünftig und geh nicht ohne Verdienst
dorthin! St. Ebu Bekr-i Sıddîk sagte: “Der Körper des Menschen gleicht
entweder einem Käfig oder einem Stall! Wenn der Käfig geöffnet wird,
fliegt der Vogel aus dem Käfig aus und befreit sich! Aber, wenn die
Stalltür geöffnet wird, wird das Lasttier zum Lastragen geführt!”
Überlege es Dir! Welches davon bist Du? Wenn du einem Vogelkäfig
gleichst, erhebst du dich, wenn Du den Ausruf hörst: (Erreiche deinen
Schöpfer!). So wurde mit einem heiligen Hadith berichtet: (Wegen des
Todes von Said bin Muas zitterte der Thron ALLAHs, des Erhabenen). Wenn
du einem Stall gleichst, nämlich von denen bist, über die ALLAH, der
Allmächtige, berichtet: (Diejenigen die nicht daran denken, was auf sie
warten, gleichen den Tieren. Sie sind sogar gemeiner als Tiere!) so
wirst Du sicher in die Hölle geführt! ALLAH, der Erhabene behüte uns
davor! Eines Tages nahm St. Hassen-i Basr-i ein Glas kühles Getränk in
die Hand. Plötzlich fiel er ohnmächtig auf den Boden. Als er zu sich
kam, fragte man nach dem Grund seiner Ohnmacht. Er erwiderte: “Ich habe
mich daran errinnert, was die in der Hölle brennenden Höllenbewohner den
Paradiesbewohnern sagen würden: (Gebt uns ein wenig von dem
Paradiesgetränk, was ihr trinkt!) Aus Furcht davor wurde ich ohnmächtig
geworden.
15) O mein Kind! Wenn das Wissen genug
und das Anbeten unnötig wären, würde der Allerbarmer nicht jeden
Morgengrauen verkündigen: (Wer anbetet und MICH um etwas bittet, dem
werde ich gewähren! Wer bereut, dem werde ich vergeben!) Eines Tages
lobte man vor dem heiligen Propheten einen Seiner Gefährten. Der Heilige
Prophet äußerte: (Er ist ein guter Mensch. Aber wenn er das freiwillige
Gebet in der Nacht verrichtete, würde er besser sein!) Und eines Tages
sagte Er einem Seiner Gefährten: (O...! Schlafe nicht viel! Das viele
Schlafen in der Nacht macht einen am Tage der Auferstehung notleidend).
16) O mein Kind! Der heilige Vers
(Verrichte das freiwillige Gebet in der Nacht!) ist ein Gebot. Und der
heilige Vers (Der, der im Morgengrauen um Vergebung bittet.) ist
Dankbezeigung. Das heißt, ALLAH, der Erhabene, lobt die, die IHN um
Vergebung bitten. Wer beim Morgengrauen um Verzeihung bittet, der
erwirbt den Verdienst der Andacht. Der heilige Prophet meldete: (Drei
Arten von Aussagen liebt ALLAH, der Erhabene: Die Aussagen derer, die
mit Hochachtung und regelmäßig den Heiligen Koran rezitieren; die
Aussagen derer, die beim Morgengrauen um Vergebung bitten, und die
Aussagen derer, die ihre Andacht halten). St. Süfyân-ı Sewr-î (95-161 in
Basra) berichtet: “Beim Morgengrauen läßt ALLAH, der Erhabene, einen
Wind dorthin wehen, wo sich die Aussagen derer einmischen, die um
Vergebung bitten und ihre Andacht halten. In jeder Nacht umfasst ein
Ausruf die ganze Welt: (Wo sind denn die Anbeter, sie sollen aufstehen!)
Die Anbeter stehen auf und beten bis zum Morgengrauen. Beim
Morgengrauen wird ein Ausruf gehört: (Wo sind denn die Bittenden!). Sie
stehen auf und bitten um Vergebung. Und bei der Morgendämmerung, der
Morgengebetszeit, wird ausgesagt: (Wo sind denn die Unachtsamen!) Diese
stehen auf, wie Gestorbene, die aus ihren Gräbern auferwecken!
17) O mein Kind! St. Lokman, ein
berühmter Arzt, ermahnte seinen Sohn: “O Mein Sohn! Lass den Hahn nicht
vernünftiger sein als Du! Jedoch hält er seine Andacht, Du aber liegst
in tiefem Schlaf!” Es wäre angebracht, dazu diese zwei Verse
auszusprechen:
Eine Taube jammert auf dem Ast
in der Mitte der finsteren Nacht!
Tief schlafe ich dagegen;
dieses soll mich beschämen!
Wäre ich ein Verliebter,
würde ich mich früher in der Nacht
als eine Taube grämen!
18) O mein Kind! Die kurze
Zusammenfassung der Ermahnungen berichtet, was im Dienste des Erhabenen
zu stehen und IHM zu gehorchen bedeutet. Der Gehorsam und das Anbeten
bedeutet dem heiligen Propheten Muhammed zu folgen. Nämlich, alle Worte
und Handlungen des Gläubigen sollen mit Seinen Geboten und Verboten
übereinstimmen. Du sollst alle Deine Handlungen und alle Deine Worte mit
Seinen Geboten übereinstimmen lassen. Du sollst wissen, dass, Deine
Anbetung, wenn sie nicht Seinem Gebot entspricht, ungültig ist. Sie mag
Sünde sein, selbst wenn sie Gebetsverrichten bzw. Fasten ist. Du weißt
jedoch: es ist verboten, an dem ersten Tag des Ramadan festes und an
allen vier Tagen des Opferfestes zu fasten; es heißt nicht gehorchen,
nämlich Sünde begehen, wenn man an diesen Tagen fastet. In der Tat, das
Fasten ist eine Anbetung. In diesem Fall ist es aber Sünde, da es nicht
dem Gebot gemäß ausgeführt wird. Es ist Sünde als wenn ein Kleid, ohne
die Erlaubnis von dem Besitzer getragen wird, oder auf einem Platz, der
einem anderen gehört, ohne Erlaubnis Gebet zu verrichten. In
Wirklichkeit ist Gebetsverrichten eine Anbetung. Aber, weil es nicht
nach dem Gebot ausgeführt wird, wird es Sünde, Rebellion. So ist es eine
Anbetung d.h. Verdienst, dass man mit seiner Frau spaßt. Dessen
Verdienst ist mit der heiligen Hadith berichtet worden. Was getan ist,
ist eigentlich Spaß und Vergnügung. Aber weil es dem Gebot entspricht,
ist es verdienstlich. So sieht man, dass die Anbetung nicht aus
Gebetsverrichten und Fasten allein besteht. Die Anbetung heißt den
Vorschriften der Religion zu gehorchen. Denn, nur wenn Gebetsverrichten
und Fasten vorschriftsmäßig sind, gelten sie als Anbetung.
19) O mein Kind! Lass also alle Deine
Worte und Handlungen mit der Religion übereinstimmen! Denn, alle
Bemühungen und Wissenschaften, die nicht mit der Religion
übereinstimmen, sind das Irregehen und verursachen, sich vom Weg des
Erhabenen zu entfernen. Deswegen hat der heilige Prophet alte
Religionswissenschaften und Sitten verändert. Du sollst also ohne
Übereinstimmung mit der Religion nichts aussagen. Wisse, dass man mit
den Wissenschaften, die Du hast, nicht auf dem Weg des Erhabenen gehen
darf! Du sollst auch wissen, dass man mit den der Religion
widersprechenden Worten derer, die behaupten, dass sie den Großen der
geistlichen Orden folgen und die Bedeutungen ihrer eigenen Worte nicht
verstehen, keine Rechtleitung finden darf! Auf diesem Weg dürfen nur
diese gehen, die gegen ihr Ich kämpfen. Man soll die Wünsche des Ichs
nicht gegen die Religion verstoßen lassen. Man darf nicht mit bloßen
Worten fortschreiten. Die der Religion widersprechenden Worte und
Kenntnisse und das unachtsame Herz mit Sinnlichkeit sind die Zeichen der
Rebellion und des Unglückes.
20) O mein Kind! Du fragst nach solchen
Dingen, die man weder durch Reden noch durch Schreiben erklären kann.
Diese wissen nur die Dinge, die sie erreicht und erlebt haben. Wer sie
nicht erlebt, der kann sie nie verstehen. Denn sie sind Dinge, die nur
begriffen werden können, wenn man deren Genuss erlebt. Die Dinge, die
nur mit ihren Genüssen begriffen werden können, können nicht beschrieben
werden. Die Süße, die Säure, die Bitterkeit und das Geschmacklossein
kann man nicht beschreiben.
21) O mein Kind! Wenn ein
zeugungsunfähiger Mann jemanden, der Frau und Kinder besitzt, nach dem
Genuss des Geschlechtsverkehrs fragt, muss er ihm erwidern: (Bis jetzt
wusste ich, dass du zeugungsunfähig bist! Nun weiß ich, dass du zugleich
dumm bist! Diesen Genuss begreift man nur, wenn man ihn erlebt. (Er
lässt sich nicht durch Beschreibung erklären!).
22) O mein Kind! Einige Deiner Fragen
waren so. Deren Antworten, die erklärt werden können, stehen in den
Büchern Ichyâ-ül Ulûm, Kimyâ-yı Seâdet, Minhadsch und in meinen anderen
Büchern ausführlich. Lerne sie aus meinen Büchern! Jedoch schreibe ich
nun im kurzen:
Du fragst, was man tun soll, um auf dem
Weg des Erhabenen zu gehen. Vorerst soll man glauben, was die Gelehrten
der Anhänger der Sunna berichtet haben. Danach soll man seine Sünde
bereuen und nie wiederbegehen. Drittens soll man sein Vergehen gegen
alle betroffenen Menschen verzeihen lassen. Viertens soll man die
Religion lernen, soweit man die Gebote des Erhabenen ausführen kann.
Mehr Kenntnisse über die Religion zu lernen ist nicht jedem nötig.
Andere Kenntnisse muss man nach seinem Bedarf lernen. Dieser Bedarf ist
vom Beruf des Menschen abhängig. Das kannst Du durch eine Anekdote
besser verstehen:
St. Schiblî (247-334 in Bagdad)
berichtet: “Ich hatte vierhundert Lehrer gehabt. Von denen lernte ich
viertausend heilige Hadithe. Nur eine dieser heiligen Hadithe wählte ich
mir aus und befolgte sie. Denn, die Heilung, das Erreichen des Wegs zum
ewigen Glück fand ich dort und sah alle Ermahmungen darin. Die heilige
Hadith, die ich mir auswählte, ist eine Ermahnung. Einen seiner
Gefährten ermahnte der heilige Prophet: (Bemühe dich ums Diesseits,
solange du lebst! Bemühe dich ums Jenseits, je nachdem du dort ewig
bleibst! Gehorche ALLAH, dem Erhabenen, solange du IHN benötigst! Begehe
Sünde, soweit du die Höllenqual ertragen kannst!)
23) O mein Kind! Diese heilige Hadith
weist darauf hin, daß du unnötige Kenntnisse nicht brauchst. Denn es ist
nötig, daß manche Menschen einer Gesellschaft viel lernen. Jeder
braucht nicht so viel lernen. Weil andere Personen viel gelernt haben,
brauchts du nicht viel lernen. Wenn du auf die folgende Anekdote
aufpasst, kannst besser es gut begreifen:
Hâkimî Essam (geb. in Belh/gestr. 237 in
Tirmüs ) war ein Schüler von Schakîk-ı Belhî (gestr. 174 n. Hed.).
Schakîk-ı Belhî fragte ihn eines Tages: “Seit wann nimmst du von mir
Unterricht?” Der Schüler antwortete: “Seit dreiunddreißig Jahren.” Der
Lehrer: “Was hast du von mir in dieser Zeit gelernt und was für Nutzen
hast du davon gehabt?” Der Schüler erwiderte: “Ich habe acht Dinge
gelernt!” Als Schakîk das hörte, wurde er sehr traurig und sagte: “Wie
schade, o Hatim! Meine ganze Zeit gab ich dir! Du aber hast acht Dinge
gelernt!” Hatim antwortete: “O mein Lehrer! Wenn du die Wahrheit
erfahren willst, ist es so! Mehr als diese will ich nicht! Das reicht
mir! Denn ich weiß, dass man sich mit diesen Kenntnissen vor den
Schicksalschlägen im Dies- und Jenseits befreien und das ewige Glück
erreichen darf!” Der Lehrer sagte: “Erzähle mir! Ich möchte sie auch
wissen!”
Hatim erzählte: “O mein Lehrer! Das
erste ist: Ich prüfte die Menschen. Ich sah ein, dass jeder etwas als
Geliebtes hatte. Die meisten dieser Geliebten begleiten ihn bis zum
Sterbebett, manche bis zum Tod, and manche bis zum Grab. Aber dann
lassen sie ihn einsam und hilflos zurück. Niemand kommt bis ins Grab und
tröstet ihn! Als ich diesen Umstand bemerkte, dachte ich: Ich muss mir
solch einen Freund im Diesseits auswählen, dass er mit mir bis ins Grab
kommen und mich dort nicht allein lässt. Ich dachte darüber nach. Ich
habe begriffen, dass es keinen treuen Geliebten als die Anbetungen für
das Wohlgefallen des Erhabenen gibt. Als Geliebte habe ich mir sie
ausgewählt.”
Als Schakîk das hörte, sagte er: “Du
hast sehr gut getan! O Hatim! du sagst richtig. Sag mir auch den zweiten
Vorteil. Dem will ich auch zuhören!
Hâtim sagte: “O mein Lehrer! Hier ist
mein zweiter Vorteil: Ich prüfte die Menschen. Ich verstand, dass sie
ihren Begierden und Sinnlichkeiten folgten. Und ich dachte an diesen
heiligen Vers: (Diejenigen, die ihrem Ich nicht folgen, werden sicher
ins Paradies kommen!) Ich überlegte lange. Durch meine Vernuft, meine
Kenntnisse und Erfahrungen und mein Gewissen habe ich verstanden, dass
der heilige Koran durchaus richtig ist, und davon bin ich vollkommen
überzeugt. Mein Ich habe ich als meinen Feind erkannt. Ich beschloss,
ihm nicht zu folgen und gegen ihn zu kämpfen und mich darüber nicht zu
täuschen. Seinen Begierden folgte ich nicht und sah, dass sich mein Ich,
das den Anbetungen zu entfliehen pflegte, ergab und ALLAH, dem
Erhabenen gehorchte und auf seine sinnlichen Begierde verzichtete.” Als
Schakîk das hörte, sagte er: “ALLAH, der Erhabene, möge dich belohnen!
Wie vernünftig hast du gehandelt! Erzähle mir bitte von dem dritten
Vorteil. Den möchte ich auch wissen!
Als dritten Vorteil, sah ich mir die
Menschen auf der Welt an und bemerkte, dass sie sich alle verschiedenen
Bedrängnissen aussetzten, um sich weltliche Werte anzuhäufen. Es fiel
mir dieser heilige Vers, dem Sinn nach ein: (Keiner der weltlichen
Werte, an die ihr euch festhält, werden ewig bei euch bleiben, denn sie
sind vergänglich. Nur die Wohltaten und die Anbetungen, die für das
Wohlwollen ALLAHs des Erhabenen verrichtet wurden, sind ewig und werden
euch nie verlassen.) So habe ich alles, was ich an weltlichem gesammelt
hatte, auf dem Weg ALLAHs des Erhabenen, den Bedürftigen gegeben. Somit
lieh ich es ALLAH dem Erhabenen, damit es ewig sein darf. Als Schakik
auch diese Worte hörte sagte er: Wie schön hast du gesprochen und wie
gut hast du gehandelt. Gewähre mir auch deinen vierten Vorteil. Ich
möchte dir gerne zuhören.
Hâtim setzte fort: “Mein vierter
Vorteil: Ich achtete auf die Menschen und bemerkte, dass sie nicht
zufrieden miteinander waren. Ich sah ein, dass sie neidisch auf
einander, auf ihre Stellen, Eigentümer und auf ihre Wissenschaften
waren, und beachtete diesen heiligen Vers: (Alle ihre geistigen und
körperlichen Gaben im Diesseits haben wir unter ihnen verteilt!). So
habe ich begriffen, dass die Gaben wie Wissenschaften, Vermögen,
Stellen, Kinder und dergleichen vor der Schöpfung des Weltalls, in
Ewigkeit verteilt wurden und dass es von niemandem abhängig ist, und
dass man sich bemühen soll, um IHM zu gehorchen, weil ER gebot, dass
sich die Menschen bemühen und die Gründe geltend machen sollen. Ich
verstand, dass der Neid nicht nur nutzlos sondern auch sehr nachteilhaft
ist. Und ich bin mit dem Los, das ALLAH, der Erhabene, vor Ewigkeit
verteilte, und mit meinem Anteil, den der Erhabene mir wegen meiner
Bemühung gibt, zufrieden. Ich lebe züchtig mit Gläubigen und habe alle
Menschen lieb und bin geliebt worden.” Als Schakîk diese hörte, teilte
er mit: Wie gut hast du gehandelt! Wie klug sprichst du, o Hâtim! Dem
fünften Vorteil will ich auch zuhören!
Hâtim erzählte weiter: “Mein fünfter
Vorteil: Ich prüfte die Menschen und bemerkte, dass sie stolz auf ihre
Posten waren und die Ehre der Menschheit darin zu finden glaubten.
Manche waren stolz darauf, dass die anderen sie benötigten und sich vor
ihnen verbeugten, und dass sie viele Kinder und viel Vermögen und großes
Ansehen bei anderen hatten. Sie gaben nicht viel für das Wohlgefallen
des Erhabenen, sondern für andere Dinge aus. Diese Angelegenheiten
erkannten sie als Ehre der Menschheit an. Ich dachte an den heiligen
Vers: (Der ehrwürdigste und wertvollste von euch ist der, der sich vor
ALLAH, dem Erhabenen, sehr fürchtet). Ich brachte in Erfahrung, daß sich
die Menschen irren und sich täuschen, und klammerte mich an die Gebote
des Erhabenen. Fürchtend vor dem Erhabenen, hielt ich mich an die
Verbote, um Gaben und Gnade des Erhabenen zu erreichen.” Als Schakik
diese hörte, sagte er: “Wie klug sprichst du darüber, O Hâtim! Sag mir
bitte auch den sechsten Vorteil!”
Hâtim sagte weiter: “Mein sechster
Vorteil: Ich achtete auf die Menschen und bemekte, dass sie, weil sie
neidisch aufeinander wegen ihrer Stellen, Eigentümer und Wissenschaften
waren, verschiedene Parteien bildeten und gegeneinander Feindseligkeit
ausübten und ich erinnerte mich an diesen heiligen Vers: (Euer Feind ist
der Satan. Nämlich, eure Feinde sind diejenigen, die versuchen, euch
von dem Weg des Erhabenen, dem Islam, zu trennen. Erkennt sie als Feinde
an!) Ich habe gewusst, dass der heilige Koran die Wahrheit sagt, und
die Glaubensfeinden als Feinde anerkannt und mich nicht von ihren Worten
getäuscht und ihnen nicht gefolgt. Ich habe nicht angebetet, was sie
anbeten. Ich gehorchte den Geboten des Erhabenen und irrte vom Weg nicht
ab, den die Gelehrten der Sunna zeigten. Ich bin überzeugt, dass der
echte Weg zur Befreiung allein der Weg der Anhänger der Sunna ist. So
gebietet ALLAH, der Erhabene: (O Kinder Adam’s! Betet den Satan nicht
an! Habt ihr MIR denn nicht bestätigt, daß er euer schlimmster Feind
ist? Gehorcht MIR und betet MICH an! Das ist der einzige Weg zur
Befreiung!) Deswegen hörte ich den Worten derer nicht zu, die
versuchten, die Gläubigen zu täuschen. Ich bin nicht von dem Weg des
heiligen Propheten Muhammed abgeirrt, den die Bücher der Gelehrten der
Sunna zeigen.” Schakîk äußerte: “Wie schön, dass du das getan hast, o
Hâtim! Erzähle mir bitte auch von dem siebenten Vorteil!”
Hâtim sprach weiter: “Ich sah die
Menschen! Ich bemerkte, daß sich jeder habgierig bemühte, um Geld zu
verdienen. Daher erreichten sie auch unehrliche und unrechtmäßige Dinge
und ertrugen dabei Gemeinheiten und Verachtungen. Ich dachte an diesen
heiligen Vers: (Auf der Welt gibt es kein einziges Lebewesen, dem keine
Nahrung von ALLAH, dem Erhabenen, gewährt wird). Ich habe erfasst, dass
der heilige Koran die heilige Worte des Erhabenen ist und dass ich eines
dieser Lebewesen bin. Ich habe darauf vertraut, dass ER versprochen
hat, allen Lebewesen Nahrung zu geben. Und ich habe mich bemüht, wie ER
geboten hat. Schakîk sagte: “Wie vortrefflich hast du getan, o Hâtim!
Sag mir bitte auch den achten Vorteil!”
Hâtim setzte fort: “Mein achter Vorteil:
Ich sah die Menschen und bemerkte, dass sie alles von anderen
erwarteten, sei es Vermögen, Beruf oder Person. Ich dachte an den
heiligen Vers: (ALLAH, der Erhabene, hilft immer denen, die nur von IHM
erwarten.) Bei all meinen Bemühungen und Handlungen erwartete ich allein
von ALLAH, dem Erhabenen. Da ER gebot, sich zu bemühen, habe ich mich
bemüht und Gründe geltend gemacht. Nur habe ich auf IHN vertraut, IHN
angebeten und von IHM erwartet!”
Als Schakîk diesen Worten zu hörte,
erwiderte er: “O Hâtim! Möge ALLAH, der Erhabene, dir jederzeit helfen!
Ich habe die heilige Thora des heiligen Propheten Moses, den heiligen
Psalter des heiligen Propheten David, das heilige Evangelium des
heiligen Propheten Jesus und den heiligen Koran des heiligen Propheten
Muhammed, Friede sei mit ihnen, durchgelesen. Ich sah ein, dass diese
vier heiligen Bücher auf diesen Grundlagen beruhen. Die, die diese
Grundlagen auswendig lernen, diese befolgen und demnach leben, führen
deren Gebote aus.”
24) O mein Kind! Diese Anekdote weist darauf hin, dass Du nicht viele Dinge sondern erforderliche Kenntnisse lernen sollst.